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SALE – im LENTOS Linz: Nur mehr für kurze Zeit!

Kennt ihr das Gefühl, wenn man* mit der besten Freundin stundenlang durch Boutiquen zieht und in aufregenden Probiersessions Zeit und einfach alles vergisst? In der Ausstellung INES DOUJAK – SALE…

Kennt ihr das Gefühl, wenn man* mit der besten Freundin stundenlang durch Boutiquen zieht und in aufregenden Probiersessions Zeit und einfach alles vergisst?

In der Ausstellung INES DOUJAK – SALE im Lentos Kunstmuseum erlebte ich ein Revival dieses Gefühls. Mitten im großen Saal des LENTOS laden Kleiderstangen mit Röcken, Kleidern, Overalls und Mänteln aus tollen Stoffen und in stylischen Schnitten zum Anprobieren ein und die Museumshalle verwandelt sich noch bis 21. Mai 2018 in einen Pop-up Store.

Neben Probiersession-Feeling erzeugt Ines Doujak mehrfach angenehme Gefühle, die aber bei genauerer Betrachtung der Werke ins Stocken geraten. Die österreichische Künstlerin vernäht das Offensichtliche mit komplexen Sinnebenen und chiffriert das Politische auf modische Weise.

Ines Doujak, Karneval

Schmutzige Geheimnisse, blutende Pferde, freche Plünderer, brennende Nähmaschinen, gequälte Affen und dreckige Ideologien. In ihren Werken verwebt Doujak künstlerische Praxis mit kritischen Labels und formuliert mit Nadelstichen ihre vielschichtige Kritik unter anderem an der Modeindustrie. Textiler Zwirn verstrickt mit metaphorischen Fäden, die es zu entwickeln gilt.

Das Saalheftchen benennt das politische Feld der Globalisierung und daraus resultierende Konsequenzen: #Freihandelsabkommen, #Transportkosten, #Ausbeutung, #Rassismus, #Tierqual.

Ines Doujak, Kriminalaffe

Jedes Werk könnte Ausgangspunkt sein, um Fragen zu konkreten Entwicklungen in Gesellschaft und Politik zu eröffnen. Doch ich schließe an dieser Stelle und empfehle den Besuch der Ausstellung: SALE – nur mehr für kurze Zeit im Lentos Linz.

Ausstellungsansicht, großer Saal im LENTOS Kunstmuseum Linz

Danke an mein zauberhaftes Fotomodell Jasmin Maria David!

INES DOUJAK – SALE
LENTOS Kunstmuseum Linz
Ernst-Koref-Promenade 1, 4020 Linz

Über Pfingsten geöffnet!

Kuratorin: Hemma Schmutz

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Buchpräsentation: »Der Hund und sein Philosoph. Plädoyer für Autonomie und Tierrechte« von DDr. Martin Balluch

Ende November präsentierte der Autor, Philosoph, Naturwissenschaftler und Tierrechtsaktivist DDr. Martin Balluch im Restaurant COSE COSI in Linz sein neues Buch „Der Hund und sein Philosoph. Plädoyer für Autonomie und…

Ende November präsentierte der Autor, Philosoph, Naturwissenschaftler und Tierrechtsaktivist DDr. Martin Balluch im Restaurant COSE COSI in Linz sein neues Buch „Der Hund und sein Philosoph. Plädoyer für Autonomie und Tierrechte„, erschienen im Promedia Verlag.

© COSECOSI

„Ich bin ein Wildtier.“ [1], las Balluch aus seinem Buch vor und weiter: „Müsste ich mich entscheiden, auf welcher Seite ich stehe, dann für den Wald, als Tier unter Tieren. Und das ist ein tiefes inneres Gefühl, kein intellektuell erarbeitetes Weltbild, […] kein Wegschieben meiner Verantwortung für das, was die Menschheit in der Natur angerichtet hat.“[2]

Balluchs Ansatz: Erlebnisse in der Natur

Sein persönliches Bedürfnis, die Natur zu erleben, eröffnet für Balluch einen erkenntnisreichen Blick auf alle anderen Lebewesen.[3] Balluch las aus seinem Buch über Erlebnisse, welche er gemeinsam mit seinem Hundefreund Kuksi gemacht hat – furchteinflössende Beinahe-Angriffe von Steinböcken, Auerhähnen oder Kühen, gemeinsame Nahrungs- und Schlafplatzsuche oder die Überwindung von Hindernissen auf unwegsamen Gelände. Als Naturwissenschafter und Philosoph bringt Balluch all diese Beobachtungen und Erlebnisse in einen wissenschaftlich und philosophisch reflektierten Kontext. Er erkennt in den sozialen und kognitiven Fähigkeiten von Kuksi dessen Befähigung für autonomes Handeln. Mit wissenschaftlichen Erkenntnissen untermauert, widerlegt Balluch veraltete Meinungen.

200 Jahre danach: Hinterfragen und widerlegen!

Tradierte Hypothesen von René Descartes und Immanuel Kant dominieren bis ins 21. Jahrhundert das vorherrschende Mensch-Tier-Verhältnis. Das Tier als affektgesteuerte Biomaschine, instinkthaftes Wesen ohne Vernunft, Sprache und Bewusstsein. Vor 200 Jahren erklärte Kant aufgrund seines damaligen Wissens über Menschen und Tiere – Tiere zu Sachen und verfasste das bis heute gültige, österreichische Zivilrecht. Ausgehend von Kants kategorischem Imperativ [4] und dessen Behauptung, Tiere seien Mittel zum Zweck, plädiert Balluch für eine Revision.

Balluchs Ergebnisse lauten zusammengefasst:
– Die Kluft zwischen Mensch und Tier ist eine vom Menschen konstruierte Kluft.
– Die Differenz zwischen Mensch und Tier ist keine kategorische, sondern eine graduelle.
– Nicht-menschliche Tiere besitzen entsprechende Fähigkeiten, um autonom zu handeln.
– Nicht-menschliche Tiere sind nicht Mittel zum Zweck, sondern sind sich selbst Zweck.
– Nicht-menschliche Tiere sind keine Sachen und sollten nach geltendem Recht auch nicht wie Sachen behandelt werden.
– Nicht-menschliche Tiere sollten deshalb auch adäquat Rechte zugesprochen bekommen.

Darauf baut Balluchs Plädoyer für eine Multi-Spezies-Gesellschaft auf.

Balluchs kategorischer Imperativ für eine Multi-Spezies-Gesellschaft

„Handle so, dass du die Tiere niemals nur als Mittel zum Zweck, sondern immer auch als Zweck an sich respektierst. Dieser kategorische Imperativ, der für alle Tiere [5] gilt, die ein Bewusstsein haben, erfordert drastische Änderungen in unserer Gesellschaft.“ [6]

Eine Buchpräsentation mit poetisch verbildlichtem Naturerlebnis und wissenschaftlichem Anspruch, ein Plädoyer für Tierrechte, das sich in der Praxis begründet und veraltete Theorien im 21. Jahrhundert interpretiert. Nach der Buchpräsentation nahm sich der Autor Zeit für persönliche Widmungen und Gespräche, das Restaurant COSE COSI bot umwelt- und tierfreundliche Köstlichkeiten an und Hundefreund Kuksi mischte sich unter die interessierten ZuhörerInnen.

Möchtest du dieses Buch auch lesen oder hast du es vielleicht schon gelesen?

Hier findest du nochmals die genauen Buchangaben:

Martin Balluch
Der Hund und sein Philosoph. Plädoyer für Autonomie und Tierrechte
Promedia Verlag, 2014
ISBN: 978-3-85371-377-8

 

Quellen

[1] BALLUCH, Martin, Der Hund und sein Philosoph. Plädoyer für Autonomie und Tierrechte, 2014, ProMedia Verlag, S. 13
[2] Ebd. S.13
[3] Vgl. Ebd. S.12 [4] Grundlegendes Prinzip der Ethik nach Immanuel Kant „Denn vernünftige Wesen stehen alle unter dem Gesetz, dass jedes derselben sich selbst und alle anderen niemals bloß als Mittel, sondern jederzeit zugleich als Zweck an sich selbst behandeln solle.“ – AA IV, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, S. 433
[5] Gemeint sind sowohl menschliche als auch nicht-menschliche Tiere.
[6] BALLUCH, Der Hund und sein Philosoph, 2014, S.107

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front food: Fast Food-Restaurant des 21. Jahrhunderts in Linz

Mitte November eröffnete in Linz, in der Pfarrgasse 20, das Fast Food-Restaurant front food. Auf der Speisekarte finden wir das, was wir in einem Schnellrestaurant erwarten: Burger, Nuggets, Pommes, Muffins…

Mitte November eröffnete in Linz, in der Pfarrgasse 20, das Fast Food-Restaurant front food.

front food © victoria

Auf der Speisekarte finden wir das, was wir in einem Schnellrestaurant erwarten: Burger, Nuggets, Pommes, Muffins und Ähnliches. Die Unterschiede zu allen anderen Fast Food-Restaurants in dieser Stadt – die Speisen sind bio, fair und rein pflanzlich, das Verpackungsmaterial hundertprozentig kompostierbar und alle Angestellten bekommen den gleichen Lohn. Ein Restaurantkonzept ohne Ausbeutung von Mensch, Tier und Natur, mit viel Innovation und Kreativität für einen zeitgemäßen und nachhaltigen Genuss im 21. Jahrhundert.

front food © victoria

Neben Speisen und Getränken zum Mitnehmen lädt die helle und sehr ansprechende Innenausstattung zum Verweilen ein, mit Steckdose an jedem Sitzplatz, kostenlosem Internetzugang und angenehm großen Tischen entsteht hier Raum zum Arbeiten oder für eine ausgedehnte Pause. Gratulation also an front food-Gründer Bernhard Falkner, der gemeinsam mit seinem Team dieses erstaunliche Projekt realisierte und Linz dadurch kulinarisch bereichert. Am Eröffnungstag nutzten viele die erste Gelegenheit für Burger und ähnliche Köstlichkeiten aus dem front food, ich persönlich wurde von Chiiesy Burger, Pommes Frites, Nuggets und Cola satt und glücklich!

Begeistert dich dieses Konzept für ein Fast Food-Restaurant auch?

Die Website von front food lautet: www.frontfood.at

Auf Facebook folgen könnt ihr front food hier: www.facebook.com/frontfood

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