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Schlagwort: Körper

Vulva Vulva! Das geniale Genital als Kunstobjekt gegen das Schubladen-Denken

Wer bestimmt was Frau*sein bedeutet? Ist meine Vulva politisch? Werde ich auf sie reduziert? Die drei Künstlerinnen Jacqueline Korber, Sonja Reiter-Gaisberger und Johanna Steiner beschäftigen sich mit „der Frau an…

Wer bestimmt was Frau*sein bedeutet? Ist meine Vulva politisch? Werde ich auf sie reduziert?

Die drei Künstlerinnen Jacqueline Korber, Sonja Reiter-Gaisberger und Johanna Steiner beschäftigen sich mit „der Frau an sich in all den Facetten ihrer Weiblichkeit“ und präsentierten in der Ausstellung DIE EINE SIE IST im Woferlstall (E.I.K.E. Forum) Bad Mitterndorf in der Steiermark ihre realisierten Werke.

Dort begegnete ich einer Kommode mit drei Schubladen…

Jacqueline Korber, „schubladisiert is glei amoi“, 2016, Gips in Kommode

Jacqueline Korber, „schubladisiert is glei amoi“, 2016, Gips in Kommode

Im kraftvollen, aber unaufdringlichen Werk „schubladisiert is glei amoi!“ setzt Jacqueline Korber den weiblichen Körper ins Zentrum der Aufmerksamkeit – und das mit einer klaren Botschaft an uns!

Eine Kommode. Drei Schubladen.  Zehn Frauen.

Die oberste und die unterste Schublade der Kommode ist geschlossen. Die mittlere Schublade hat ihren für sie vorgesehenen Platz verlassen  – sie liegt auf der Ablagefläche des Möbelstücks. In ihr enthalten sind zehn Gipsabdrücke von weiblichen Vulven.

Der Inhalt der untersten, geschlossenen Schublade wird aufgrund des Freiraums, der durch die fehlende mittlere Schublade entsteht, einsehbar. Der Torso einer weiblichen Person liegt darin. Die oberste Schublade muss geöffnet werden, um zu sehen, was sich in ihr befindet. Es sind drei Gipsabdrücke von Brüsten. „Frauen werden auf ihre Körperlichkeit und ihr Äußeres reduziert, oft auf Brüste und Vulva“, erklärt die Künstlerin.

Insgesamt waren zehn Frauen bereit für dieses künstlerische Werk einen Abdruck von ihrer Vulva, ihren Brüsten, oder des Oberkörpers machen zu lassen. Nur drei von ihnen, erzählt die Künstlerin, haben ihre eigene Vulva als Gipspositiv in der Ausstellung wiedererkannt. Für Korber ein Beweis dafür, dass „jede Lady öfter den Spiegel zur Hand nehmen und ihre Vulva betrachten sollte.“

Jacqueline Korber, „schubladisiert is glei amoi“, 2016

Sexistisches Schubladen-Denken

„Jacqueline, warum hast du nicht die Telefonnummern dazugeschrieben?“, fragte ein männlicher Ausstellungsbesucher witzelnd die Künstlerin. Eine Frage die das offenbart, was Korber unter anderem zu thematisieren versucht – Frau* wird auf ihr Geschlecht reduziert und zum Objekt degradiert. In der Ausstellung „geht es nicht um die Frau in der Opferrolle, oder um mangelnde Gleichberechtigung oder überhaupt um Gleichberechtigung – es geht ums Mensch sein.“ [1]

Ein weiterer Ausstellungsbesucher stellte den Vergleich zwischen den ausgestellten Gipspositiven der weiblichen Vulven mit einer Jagdstrecke [2] auf. Auch in einer sexistischen Alltagssprache finden sich Analogien, beispielsweise wenn von „Schnalle“ oder „Luder“ als abwertende Bezeichnung für eine Frau gesprochen wird. Beide Begriffe stammen aus dem Jagdjargon: „Schnalle“ bezeichnet das äußere Geschlechtsteil beim weiblichen Haarraubwild und beim Hund. [3] “Luder” ist jedes tote Tier, mit dem man Raubwild und Raubzeug anlocken möchte. [4]

„Jagdgebiete des Mannes“

Eine Verknüpfung die häufiger auftritt: „Tiere und Frauen verbindet, dass sie im ‚unendlichen Jagdgebiet‘ des Mannes auch ganz konkret als Beute und Opfer auftreten. So lassen sich vielfältige Verbindungen zwischen Frauen und (gejagten) Tieren oder zerlegten Tierkörpern nachweisen, die sich vom Bedeutungsfeld der Jagd über das Ritual des Fleischessens und die Pornografie bis hinein in Gewaltdarstellungen und Gewalthandlungen erstrecken.“ [5]

Die Kommentare der beiden männlichen Besucher (oben) zeigen: Korbers Werk bewegt sich an der unscharfen Grenze zwischen Reproduktion und Auflösung von Reduktion. 

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Jacqueline Korber, „schubladisiert is glei amoi“, 2016, Detail

Aufgreifen und Sichtbar machen

Korber wiederholt die Reduktion, die sich als gesellschaftliches Phänomen im Denken über die Frau* manifestiert, indem sie die Verringerung der Frau* auf das Geschlechtsteil in Gipspositiven vergegenständlicht. Eine unsichtbare Denkform wird demonstrativ sichtbar gemacht und so ein emanzipativer Akt vollzogen.

Die Künstlerin entzieht den RezipientInnen die Möglichkeit die Schublade mit den Vulven zu schließen. Die dauerhafte Präsentation verdeutlicht die Allgegenwärtigkeit von normativen Geschlechteridentitäten und Vergeschlechtlichungsprozessen und kann als Aufforderung zur Auseinandersetzung verstanden werden.

Blockieren und Auflösen

Als Metapher für Kategorisierung, Zuschreibung und Codierung verstanden, steht die nicht-schließbare Schublade gegen jede endgültige Einordnung innerhalb eines bestehenden, begrenzenden Denksystems.

„Es gibt so viele Teile und Teilchen in mir und meinem Sein, dass es ausgeschlossen ist nur ‚typisch weibliches‘ leben zu können oder auch zu wollen. Stereotyp weiblich – ich würd mich doch nur selbst betrügen. Ich bin Ich, in und mit all meinen Facetten und Farben“, erklärt Korber.

Die Künstlerin plädiert für eine Weiblichkeit, die sich nicht nur von Vergleichen mit dem Männlichen emanzipiert, sondern auch darauf verweist, dass es DIE EINE Weiblichkeit nicht gibt.

Jacqueline Korber, „schubladisiert is glei amoi“, 2016, Detail

Jacqueline Korber, „schubladisiert is glei amoi“, 2016, Detail

Geniales Genital – Let’s talk about…?

In der Auseinandersetzung ist mir aufgefallen, dass es für das weibliche Genital wenig geläufige Bezeichnungen gibt, die nicht derb, vulgär oder aus anderen Gründen unbrauchbar sind. Warum ist das nur so?

Das Wort Genital (von lat. Genus, dt. Geburt, Herkunft, Abstammung) wird beispielsweise neben Fortpflanzungsorgan auch mit Geschlechtsteil übersetzt, was bei Korber die Frage aufwirft: „Warum ist in diesem Wort, dass etwas so wunderbares beschreibt, ‚schlecht‘ enthalten? – Gehsuper würd mir besser gefallen!“ Die Künstlerin setzt sich über den gängigen Sprachgebrauch hinweg und spricht von „Gehsuperteilen“ „Lalas“ und „Mumus“.

„Durch unser geniales Genital erblickt ein kleiner Mensch zum ersten Mal das Licht der Welt“, bemerkt Korber wertschätzend und reißt damit die Schublade der Mutterschaft auf, an der sie zugleich rüttelt, wenn sie nach dem vorherrschenden Frau=Mutter-Vorstellungen fragt und was es für das Frau*sein bedeutet, wenn bei einer Frau* kein Kinderwunsch besteht.

An die Lalas und Mumus dieser Welt!

Den eigenen Körper „annehmen und lieben lernen [6] lautet die Aussage der drei in der Ausstellung gezeigten Künstlerinnen, sie wollen „keine Ideale erfüllen müssen und sich keine Klischees überstülpen lassen“, so der Pressetext von Jasmin Maria David.

„Erkenne dich selbst – entdecke und erfahre dich. Wechsle die Perspektiven. Tausche dich aus. Hör zu. Lerne deine Einzigartigkeit schätzen. Im Innen und im Außen. Und lass nicht Andere sagen, wer oder gar was du bist“, so Korber.

 

Jaqueline Korber lebt und arbeitet als Fotografin und Künstlerin in Bad Mitterndorf in der Steiermark in Österreich.
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[1] Vgl. DAVID, Jasmin Maria, Pressetext zur Ausstellung „DIE EINE SIE IST“, 2016
[2] Bei einer Jagdstrecke werden alle Lebewesen, die während der zuvor stattgefundenen (Gesellschafts-) Jagd verfolgt und getötet wurden, in einer Reihe aufgelegt und traditionell mit Zweigen belegt. Die Zweige werden zuvor mit dem Blut des Tieres versehen und anschließend trägt der Jäger, der das Tier erschossen hat den blutigen Zweig an seinem Hut.
[3] Lexikon zur Waidmannssprache auf jagd.de
[4] Lexikon zur Waidmannssprache auf jagd.de
[5] MÜTHERICH, Birgit, Tierrechte: Sie sind die anderen
[6] Vgl. DAVID, Jasmin Maria, Pressetext zur Ausstellung „DIE EINE SIE IST“, 2016

Das Wort Frau wird mit einem *(Stern) markiert, um auf die sozio-kulturellen Konstruktionen von Geschlechteridentitäten zu verweisen.

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Hatha Yoga im Prana Yoga-Studio

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich begonnen, regelmäßig einmal pro Woche in eine Yogastunde zu gehen. Obwohl ich es nicht geschafft habe auch zu Hause immer wieder Übungen zu…

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich begonnen, regelmäßig einmal pro Woche in eine Yogastunde zu gehen. Obwohl ich es nicht geschafft habe auch zu Hause immer wieder Übungen zu machen, habe ich gespürt wie gut mir diese eineinhalb Stunden jeden Freitag getan haben. Yoga ist für mich einfach der ideale Ausgleich zum ständigen Sitzen im Büro.

Umso stärke habe ich diese wöchentliche Einheit in der Sommerpause vermisst, wenngleich die brütende Hitze auch nicht wirklich zur Bewegung eingeladen hat. Dafür kam mir die Einladung zum Schnuppern ins Sommeryoga im Prana Yoga-Studio gerade recht.

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Auf der Mariahilferstraße in Wien befindet sich das Prana Yoga-Studio. Hier halten 15 selbstständige Yoga-Lehrerinnen und Yoga-Lehrer ihre Stunden ab. Anfangs war ich angesichts der heißen Temperaturen skeptisch, ob ich mich wirklich im Sommer auf Sport einlassen sollte, da mein Kreislauf darauf auch sehr empfindlich reagiert, aber die vier verschiedenen Trainingsräume sind alle in einem schön renovierten Altbau, wodurch es zu jeder Jahreszeit angenehm temperiert ist.

Warum Semesterkurse?

Bevor ich mich aber auf den Weg nach Wien gemacht habe, hat mich zuerst interessiert: Wie funktioniert das Prana Yoga-Studio eigentlich? In vielen Studios sind die Stunden mit 10er Blocks organisiert. Dies bietet zwar allen Teilnehmern hohe Flexibilität, führt aber auch dazu, dass die Teilnehmer immer wieder variieren und sich die Gruppe nicht kontinuierlich gleich weiter entwickeln kann.

Daher setzt das Prana Yoga-Studio schon seit Jahren auf Semesterkurse. Dabei kann man an Themen dranbleiben und besser auf Wünsche und Bedürfnisse eingehen. Gruppen wachsen zusammen und in einem sicheren Rahmen kann man sich jede Woche neu erfahren und versuchen. Trotzdem kann man in vielen Kursen auch während des Semesters noch einsteigen.

Was ist Sommeryoga?

Wie komme ich dann auf Sommeryoga? Von Juli bis Oktober findet im Prana kein Semesterkurs statt, sondern offene Stunden. Hier kann man entweder einzelne Stunden buchen oder sich einen 5er oder 10er Block zulegen. Der Vorteil ist, dass man hier ganz ohne Verpflichtung gustieren kann, ohne sich bereits für ein ganzes Semester zu verpflichten. Man kann unterschiedliche Kursstufen probieren und auch verschiedene Lehrer. Man kauft also keineswegs die Katze im Sack.

Ich habe mich an eine einführende Stunde bei Dieter herangewagt. Nach längerer Pause habe ich mich richtig gefreut, endlich wieder meine Übungen zu machen und war gleichzeitig sehr gespannt darauf wie denn der Unterricht hier ausfallen wird.

Meine Eindrücke

Im Studio angekommen war ich jedenfalls sehr positiv überrascht. Der Raum war viel größer, als er auf den Bildern ausgesehen hat. Direkt beim Eingang steht ein Schreibtisch, wo wir von Dieter begrüßt wurden, daneben ist ein Bereich mit Stühlen zum umziehen abgetrennt. Der restliche Raum ist mit Yogamatten ausgelegt. Diese Atmosphäre und die angenehmen warmen Rot-, Braun- und Gelbtöne haben mir schon beim hereinkommen geholfen, mich zu erden und den stressigen Tag hinter mir zu lassen.

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Die Stunde selbst war ebenso angenehm, wie auch ein klitzekleines bisschen herausfordernd. Nach ein paar Wochen Abstinenz melden sich doch so manche Muskeln zurück und einige Bänder, die wieder etwas mehr gedehnt werden wollen. Das Schöne an Yoga ist aber, dass es nicht nur Gewaltlosigkeit dem Rest der Welt gegenüber predigt, sondern auch dem eigenen Körper gegenüber. Jeder geht also nur so weit, wie er bereit ist und versucht daran zu wachsen. So habe ich noch Dieters Worte in Erinnerung bei der Position des Baumes: „Entscheidet selbst, welcher Baum ihr heute sein möchtet. Ein eher großer oder kleiner, ist er weit ausladend oder hat er eine Krone auf. Wählt, was für euch heute das Beste ist.“

So vergingen die eineinhalb Stunden im Flug. Gefühlt war für mich erst die Hälfte um, da hieß es bereits es sei Zeit für die Schlussentspannung. Mit einem Lächeln im Gesicht und gefühlte zehn Kilo leichter bin ich dem Prana Yoga-Studio an diesem Abend entschwebt und ich kann jedem, der mit dem Gedanken spielt, Yoga auszuprobieren oder der gerade auf der Suche nach einem passenden Studio ist das Prana Yoga-Studio empfehlen.

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Sort of Sophie – Dieses Jahr wird irgendwie alles besser.

Frühjahrsputz für den Körper Der Frühling ist nun endgültig bei uns angekommen. Grund genug also, mit dem Frühjahrsputz in die nächste Runde zu gehen! In meinen letzten beiden Beiträgen ging…

Frühjahrsputz für den Körper

Der Frühling ist nun endgültig bei uns angekommen. Grund genug also, mit dem Frühjahrsputz in die nächste Runde zu gehen! In meinen letzten beiden Beiträgen ging es schon um das Entrümpeln der Wohnung, sowie um das nur allzu oft vergessene oder verdrängte digitale Ausmisten. Aber wenn ihr glaubt, dass das schon alles war, habt ihr euch getäuscht! Die Frühlingszeit ist auch die perfekte Gelegenheit, den eigenen Körper zu „entrümpeln“.

Dabei möchte ich an dieser Stelle in keinster Weise eine konkrete „Entschlackungs“-Kur, Diät oder Ähnliches anpreisen. Ich möchte lediglich Anregungen bieten, wie ihr euren Alltag mit wenigen Umstellungen gesünder gestalten könnt, ohne ein Gefühl des Verzichts zu erleben. Essenziell ist, was für ein Ziel ihr verfolgen wollt. Geht es euch darum, die Bikini- oder Badehosenfigur für den Sommer zu erreichen? Darum, die Kilos der Weihnachtsfeiertage, die immer noch an den Hüften kleben, loszuwerden? Oder wollt ihr einfach nur ein allgemein besseres Körpergefühl und einen Frischekick für die Haut? Je nachdem, was ihr erreichen wollt, könnt und solltet ihr in der Intensität variieren.

Worauf ihr grundsätzlich achten solltet:

Hochwertige Lebensmittel!
Lest die Inhaltsstoffe auf diversen Verpackungen und nehmt Abstand von E-Nummern, künstlichen Aromen und Geschmacksverstärkern, Konservierungsstoffen, verstecktem Zucker und Fett. Denn je weniger etwas industriell verarbeitet wurde, desto lebendiger und wertvoller ist es. Eigentlich logisch, oder?

Frische Lebensmittel!
Natürlich ist es immer noch gesünder, Erbsen aus der Dose zu essen, als gar kein Gemüse – aber wen wundert es, wenn man beim Anblick des mehr grauen als grünen Gemüses so gar keine Lust darauf verspürt und stattdessen lieber zur „hübschen“ Tiefkühlpizza greift? Na eben. Ein guter Gradmesser ist der eigene Appetit. Seht euch in der Obst- und Gemüseabteilung um und entscheidet euch für das, was euch anlacht. Meistens weiß der Körper ganz genau, welche Nährstoffe er gerade braucht und führt euch zielstrebig dorthin. Denn – obwohl ihr das vielleicht gerade nicht hören wollt – wenn der Körper beispielsweise unstillbaren Heißhunger auf Schokolade anzeigt, braucht er genau genommen gar keine Schokolade. Viel wahrscheinlicher fehlt ihm das darin enthaltene Magnesium, das er auch in Nüssen, Samen und vielen Gemüsesorten findet.

Frisch und vor allem selbst kochen!
Ich bin immer wieder erstaunt, wenn ich höre, wie Menschen davon erzählen, dass sie „jeden Tag frisch kochen“ und ich dann feststellen muss, dass „frisch kochen“ im Aufreißen und Mischen von Packungen und Tüten besteht, mit dem eigentlichen Begriff also nichts zu tun hat. Dabei ist es so einfach und muss nicht länger dauern, als Fertiggerichte zuzubereiten. Wenn man selbst oder miteinander frisch kocht, bekommt man ein ganz anderes Verhältnis zum Thema Ernährung. Spaß und stolz macht es obendrein! Inspiration könnt ihr euch beispielsweise hier holen.

Wasser, Wasser, Wasser!
Der menschliche Körper besteht zu über 75 Prozent aus Wasser. Gerade deswegen ist es so wichtig, ihn damit ausreichend zu versorgen und nicht darauf zu warten, bis er Durst signalisiert. Aber Vorsicht! Nur Wasser ist Wasser. Auch wenn viele Getränke Wasser beinhalten oder damit zubereitet werden, solltet ihr euch angewöhnen, es so pur wie möglich zu trinken und so wenige Zusatzstoffe wie möglich zu euch zu nehmen. Wenn ihr das – aus welchem Grund auch immer – nicht könnt oder wollt, dann versucht, dem Wasser mit frischen Zutaten Geschmack zu geben. Also beispielsweise mit Zitronenscheiben oder möglichst frisch gepressten Fruchtsäften. Versucht aber, das Verhältnis von Wasser zu Saft nach und nach zu reduzieren. Sogenannte „Functional Drinks“, wie es sie heutzutage zuhauf gibt und die Jugend, Schönheit und Gesundheit versprechen, beinhalten meist sehr viele Aromen, unverhältnismäßig viel Zucker (!) und andere Zusatzstoffe, die kein Körper braucht. Die benötigte Wassermenge variiert von Mensch zu Mensch und ist von vielen Faktoren wie beispielsweise Ernährungsgewohnheiten, Temperatur und Tätigkeit abhängig, mit einer Menge von zwei bis drei Litern kann man aber normalerweise nichts falsch machen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen im Durchschnitt 35 Milliliter Wasser pro Tag und pro Kilogramm Körpergewicht.

Bewegung ist Leben!
Um den Körper so richtig in Schwung zu bringen, darf Bewegung nicht fehlen. Ob Yoga, Laufen, Radfahren, Schwimmen, Wandern oder etwas anderes – macht, was euch Freude bereitet. Aber macht es. Jede Form von bewusster Bewegung hilft dem Körper, fitter und gesünder zu werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt pro Woche mindestens 150 Minuten Sport, aber von solchen Vorgaben halte ich wenig. Das Wichtigste ist und bleibt das persönliche Befinden, denn Glück und Zufriedenheit sind mehr wert als jede Zahl. Wer partout keinen Sport machen möchte, kann dennoch zusätzliche Bewegung in den Alltag einbauen: Am Weg zur Arbeit eine Station früher aussteigen und zu Fuß gehen oder gleich mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, auf den Lift verzichten und stattdessen die Treppe nehmen. Gartenarbeit kann ebenfalls ein gutes Workout darstellen.

Gewöhnt euch Rituale an!
Morgens direkt nach dem Aufstehen ein großes Glas lauwarmes Wasser zu trinken, bringt euch und euren Verdauungstrakt in Schwung. Überlegt nicht lange, ob ihr gerade Durst habt, oder nicht. Trinkt einfach. Genauso könnt ihr zum Beispiel Werbepausen im Fernsehen für Körperübungen nützen oder am Wochenende ausgedehnte Spaziergänge einplanen. Lasst es euch gut gehen.

Fühlt ihr euch schon frühlingsfit?

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Was Calisthenics sind und wie sie Ästhetik mit Gesundheit und Nachhaltigkeit verbinden

Körperliche Fitness kann man auf verschiedenen Wegen erreichen. Manch einer geht morgens eine halbe Stunde joggen, ein anderer pumpt schwere Eisen im Fitnessstudio, wieder ein anderer besucht Zumba und Aerobic…

Körperliche Fitness kann man auf verschiedenen Wegen erreichen. Manch einer geht morgens eine halbe Stunde joggen, ein anderer pumpt schwere Eisen im Fitnessstudio, wieder ein anderer besucht Zumba und Aerobic Stunden oder betreibt andere Sportarten. Ein trainierter Körper hilft uns gesund zu bleiben und nachhaltig mit uns selbst umzugehen. Darüber habe ich bereits in meinem Artikel Der Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und Fitness geschrieben. Interessanterweise verbinden heute die meisten von uns körperliche Fitness mit dem Fitnessstudio. Dort gibt es die verschiedensten Maschinen, freie Gewichte, jede Menge Ausdauergeräte sowie Laufbänder oder Crosstrainer. Schnell hat man sich angemeldet und die Studios haben in der Regel 15 bis sogar 24 Stunden am Tag geöffnet.

Doch gibt es eigentlich eine nachhaltigere Lösung für das tägliche Training, die auch den Geldbeutel schonen könnte? Ein Fitnessstudio betreibt viele Geräte, die alle extra gebaut werden mussten, ergo Ressourcen verbraucht haben und regelmäßig ersetzt werden müssen. Zusätzlich benötigen einige der Ausdauergeräte Strom. Außerdem brennt während der langen Öffnungszeiten ständig das Licht, die Musik läuft und in der Regel auch mehrere Fernseher. Vielleicht gibt es sogar eine Sauna oder Solarbänke. Ein letzter Faktor, der nicht außer Acht gelassen werden sollte, betrifft die Anreise zum Fitnessstudio. Fährt man mit dem Auto dorthin, ist dem Umweltschutz leider keinesfalls gedient. Wie kann ich also nachhaltig für meinen Körper und meine Umwelt sorgen, und dabei auch noch Geld und Zeit sparen? Die Antwort auf diese Frage lautet Calisthenics.

Der Begriff Calisthenics entpringt dem Griechischen und setzt sich aus den Wörtern kalos („schön“) und sthenos („Kraft“) zusammen. Einfach ausgedrückt umfassen Calisthenics Eigengewichtsübungen. Der Vorteil von Eigengewichtsübungen ist – wie der Name bereits sagt – dass man bloß sein eigenes Gewicht benötigt und etwa drei bis vier Quadratmeter Raum. Mehr ist für dieses Training nicht notwendig. Das bedeutet, ich kann zuhause trainieren und muss kein teures Fitnessstudio besuchen. Ich kann für mich alleine trainieren und muss mich nicht erst überreden, mich auf den Weg nach draußen zu machen. Calisthenics können durch wenige simple Übungen, wie etwa Liegestütze und Kniebeugen, sehr effektive Resultate erzeugen. Natürlich kann ich auch joggen gehen, doch wer daran interessiert ist die Muskulatur aufzubauen und zu stärken und nicht gerne läuft, ist mit Eigengewichtsübungen gut beraten.

Aber braucht man nicht Gewichte um Muskeln aufzubauen?

Manch einer mag glauben, dass Eigengewichtstraining relativ beschränkt ist in seiner Möglichkeit, Übungen zu steigern und progressiv Muskeln aufzubauen. Wenn jemand mit 150 Kilogramm auf den Schultern eine Kniebeuge macht, erscheint das natürlich erst einmal beeindruckender. Tatsächlich ist es aber so, dass Calisthenics wesentlich funktionaler sind als das typische Gewichte- und Bodybuilder-Training. Während die Maschinen im Fitnessstudio teilweise nur einen einzigen Muskel im Körper beanspruchen, trainiert eine Eigengewichtübung stets viele unterschiedliche Muskeln. Zudem ist das Eigengewichtstraining natürlich und damit gesünder. Rein evolutionär gesehen sind wir dazu konzipiert, unser eigenes Körpergewicht fortzubewegen und vielleicht auch auf Bäume hieven zu können. Die Übungen beanspruchen damit also ein natürliches Zusammenspiel verschiedenster Muskelgruppen, die auch die Gelenke schonend stärken. Ein externes Gewicht von 150 Kilogramm zu heben, stand hingegen nicht auf unserem evolutionären Bauplan. Oft haben Gewichtheber daher Probleme mit den Gelenken. Wer denkt, dass Calisthenics wenig Spielraum für progressiven Fortschritt lassen, dem sei dieses inspirierende Video ans Herz gelegt. Frank Medrano lebt vegan und trainiert seit drei Jahren mit Calisthenics. Die Ästhetik, die sich in diesem Training ausdrückt, ist eine beeindruckende Beherrschung des eigenen Körpers, beispielsweise mittels Handstand-Liegestützen.

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Bild: thefrankmedrano.com

Calisthenics möchte diese Extreme erreichen, aber man kann auch andere Formen von Eigengewichtstraining machen und Muskulatur aufbauen. Ein wenig weibliche Motivation und ein Eigengewichtstraining, das jeder zu Hause oder bei gutem Wetter draußen machen kann, gibt es von Zuzana Light. In dem Beitrag erklärt sie mithilfe von Bildern auch die Körperform der Übungen. Unter dem Video gibt es außerdem nützliche Anweisungen zur Form. Wer mit ganz simplen nur fünf- bis fünfzehnminütigen Trainings am Tag anfangen möchte, kann dies mit einer Trainingsreihe von Karl Ess tun. Karl Ess lebt auch vegan, trainiert aber in der Regel mit Gewichten.

Wen hingegen die Stärke von Calisthenics Athleten inspiriert hat, fängt am besten mit den Calisthenics Grundübungen an. Diese sind Kniebeugen, Ausfallschritte, Liegestütze, Klimmzüge und Sit Ups. Das klingt nach einer sehr beschränkten Auswahl, aber man kann von diesen Übungen hunderte Variationen verwenden. Ein möglicher Trainingsplan für Anfänger könnte so aussehen, dass man dreimal pro Woche alle diese Übungen macht. Es könnten vier Sets mit jeweils zehn Wiederholungen pro Übung sein. Wichtig bei jeder einzelnen Übung ist, dass man sie entsprechend seines Stärkegrades anpasst. Wenn ihr beispielsweise keine Liegestütze machen könnt, fangt mit Knie-Liegestützen oder sogar Wand-Liegestützen an. Diese übt man solange, bis man ohne Mühe 50 Wiederholungen schaffen kann, woraufhin man zum nächstschwierigeren Grad übergehen kann. So wird aus der Wand-Liegestütze irgendwann eine Handstand-Liegestütze.

Zu der nachhaltigen Sorge für den eigenen Körper gehört es auch, die Übungen mit der richtigen Körperhaltung auszuführen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass man sich zuvor gut mit den Übungen vertraut macht und weiß, wie die korrekte Körperhaltung aussieht. Zum Glück bietet das Internet zahlreiche Anleitungen und Beschreibungen zu allen Übungen. Im Falle der Kniebeuge beispielsweise ist dieser Artikel sehr hilfreich. Zusätzlich ist es ratsam sich von seinem Partner oder seiner Partnerin oder Freunden beobachten und korrigieren zu lassen. Alternativ kann man sich beim Trainieren einfach mal mit der Kamera aufzunehmen, damit man ganz sicher stellen kann, dass die Form stimmt.

handstand Bild: Janice

Ich persönlich trainiere seit fast drei Jahren mit Eigengewichtsübungen und könnte mir ein Leben ohne mein Training gar nicht mehr vorstellen. Am Anfang beziehungsweise nach einer langen Pause ist es immer ein wenig schwer sich zu überwinden, aber in der Regel hat es etwas Süchtigmachendes an sich. Das Training gibt mir Ausgleich in meinem Alltag; ich fühle mich danach wach, konzentriert und glücklich. Den Einstieg in das Eigengewichtstraining habe ich durch Zuzana Light gefunden, die damals noch alle ihre Trainingsroutinen kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Sie trainiert nach dem Konzept des HIIT (High Intensity Intervall Training), was kurze aber sehr anstrengende Trainingsroutinen umfasst, die den Metabolismus anregen, dadurch Fett verbrennen und Stärke aufbauen. Ich habe nun sehr lange mit HIIT trainiert und habe damit große Fortschritte gemacht. Früher konnte ich nur mit Mühe Liegestützen auf den Knien machen. Heute trainiere ich einarmige Liegestütze. Außerdem habe ich eine schöne körperliche Definition erlangt. Kürzlich bin ich auf Calisthenics gestoßen und möchte nun mein Training darauf ausrichten. Es reizt mich, irgendwann Handstand-Liegestütze oder einarmige Klimmzüge machen zu können.

Vielleicht möchten die meisten von euch Fitness gar nicht auf dem Level von Frank Medrano beherrschen oder gar so einen Körper haben. Ich möchte aber zeigen, dass das durchaus möglich ist. Auch wer nur ein wenig Bauchspeck loswerden möchte, oder darauf abzielt, ein wenig mehr Ausdauer und Energie durch Sport zu erlangen, kann dies kostenlos und nachhaltig im eigenen Zuhause oder im Freien erreichen. Es ist ohne Geräte möglich. Calisthenics und andere Formen von Eigengewichtsübungen sind eine bewusste Entscheidung für den Antikonsum. Die Fitnessindustrie möchte uns glauben machen, dass wir nur durch Shakes, Geräte und andere Apparate schlank und fit sein können. Doch im Grunde brauchen wir dafür nur unseren eigenen Körper und eventuell eine Matte auf dem Boden. Darüber hinaus fühlt es sich natürlich gut an, wenn man merkt, dass man stärker wird. Ich habe mehr Energie, bin seltener krank und habe das Gefühl, ich trage Sorge für meinen Körper, in dem ich schließlich zuhause bin.

Quellen:
„Convict Conditioning“ von Paul Wade
“You Are Your Own Gym: The Bible of Bodyweight Exercises” von Mark Lauren

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Sort of Sophie – Dieses Jahr wird irgendwie alles besser.

Nachdem ich in meinem ersten Kolumnenbeitrag über verschiedenste Möglichkeiten zur persönlichen Optimierung und meinem ersten Schritt in Bezug auf das Thema Mülltrennung geschrieben habe, geht es heute in gewisser Weise…

Nachdem ich in meinem ersten Kolumnenbeitrag über verschiedenste Möglichkeiten zur persönlichen Optimierung und meinem ersten Schritt in Bezug auf das Thema Mülltrennung geschrieben habe, geht es heute in gewisser Weise mit Mülltrennung beziehungsweise Müllbeseitigung weiter. Und zwar konkret mit dem Thema Ernährung.

Ernährung geht uns alle an, ganz gleich, welches Geschlecht, welches Alter, welche Nationalität, welche soziale Schicht oder Neigung. Jeder Mensch muss essen, um zu (über)leben. Aus Gewohnheit, Bequemlichkeit oder Ideenlosigkeit neigen aber viele Menschen dazu, ohne nachzudenken beliebige, oft auch minderwertige Lebensmittel in sich hinein zu stopfen. Aber warum?

Warum isst man, was einem sowieso nicht so richtig schmeckt, nur weil es vermeintlich einfach, schnell und günstig verfügbar ist? Warum nimmt man minderwertige Lebensmittel zu sich und riskiert damit nur allzu bereitwillig, die eigene Gesundheit zu ruinieren?

Der Körper kann nun mal nur mit dem Material arbeiten, das wir ihm anbieten. Nur mit diesem von außen zugeführten Material kann er sich entwickeln und regenerieren. Sollte es dann nicht das allerbeste Material sein, das wir bekommen können? Sollte das nicht das selbstverständlichste auf der ganzen Welt sein?

Wenn ihr mich fragt, auf jeden Fall!

An dieser Stelle möchte ich noch klarstellen, dass ich keineswegs für eine rein pflanzliche Ernährung plädieren oder irgendjemand missionieren will. Man kann sich mit einem veganen Ernährungsstil grundsätzlich ähnlich ungesund ernähren (man denke nur an Kartoffelchips, vegane Schokocreme und dergleichen – ich spreche aus Erfahrung!), wie es mit Mischkost der Fall sein kann.

Die Wahrheit ist, dass man sich innerhalb jedes Ernährungskonzepts gesund oder ungesund ernähren kann. Aber man sollte im eigenen Interesse alles daran setzen, sich innerhalb des gewählten Konzepts bestmöglich zu ernähren. Und dazu zählen nun mal weder die Bratnudel-Box vom Asia-Imbiss gegenüber, noch das Tiefkühl-Fertiggericht aus dem Supermarkt oder das frittierte vegane Gemüse-Allerlei. Auch bunte Sonder-Packungsgrößen, die „Jetzt noch mehr Inhalt“, „3+1 gratis“ oder Ähnliches anpreisen, verhüllen selten gesunden, sinnvollen Inhalt.

Gesunde Ernährung muss dabei nicht zwangsläufig teuer sein. Man muss nur die Augen offen halten, beginnen Etiketten zu studieren und – um einen ersten Schritt zu machen – die unnötigsten Inhaltsstoffe wie beispielsweise E-Nummern, gehärtete Fette und übermäßig Zucker (der bekanntermaßen oft mehrfach in unterschiedlichen Bezeichnungen in ein- und demselben Produkt auftaucht) zu identifizieren und nach und nach aus dem Ernährungsplan zu eliminieren.

Ja, zu einer solchen Umstellung muss man sich erst einmal überwinden.
Ja, dazu muss man zweifellos aus der Komfortzone treten.
Ja, nach jahrelanger ungünstiger Ernährung werden einem gesunden Lebensmittel vermutlich erst einmal geschmacklos und langweilig vorkommen.

Aber es ist nur eine Frage der Gewohnheit. Gewohnheiten kann man ändern. Und die Ernährungsgewohnheiten zu ändern, weg von minderwertigen Magenfüllern hin zu einer ausgewogenen, schmackhaften ECHTEN Ernährung, die dem Körper alles gibt, was er braucht (und noch mehr), ist eine der wertvollsten Entscheidungen, die man für sich und seinen Körper treffen kann.

Durch ein sanftes Ausbalancieren der eigenen Ernährung kann man die allseits bekannten abendlichen Heißhunger-Attacken auf ein Minimum reduzieren und sogar komplett aus seinem Leben verbannen. Hochwertige Nahrungsmittel sorgen aufgrund der unterschiedlichen Zusammensetzung im Allgemeinen für ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl, wodurch wir automatisch weniger davon essen müssen.

Ein weiterer Denkanstoß: Ernährung wird inzwischen vielfach mit Erkrankungen in Zusammenhang gebracht. Tag für Tag schlucken viele Menschen einen Cocktail an Medikamenten – gegen erhöhten Blutdruck, Blutzucker, Blutfettwerte, Kopf- und Magenschmerzen und was es sonst noch alles für Leiden gibt. Dabei wird leider vielfach übersehen, ignoriert oder schlicht und ergreifend nicht gewusst, dass man mit einer sanften Anpassung der Ernährung Imbalancen im Körper ausgleichen kann. Nicht alle, aber viele.

Warum also nicht auf den Selbstversuch einlassen? Was hat man zu verlieren? Wenn man es versucht und sich besser fühlt, wunderbar! Und wenn man keine Besserung verzeichnen kann, ist nichts einfacher, als bestimmte Ernährungsregeln bei Bedarf wieder über Bord zu werfen. Aber wenn man es nicht versucht, weil man meint, es ändert sich sowieso nichts, dann wird man es nie wissen und möglicherweise unnötig leiden.

Ich habe mich bereits auf einen solchen Selbstversuch eingelassen und würde es jederzeit wieder tun. Was habt ihr zu verlieren? Außer schlechter Angewohnheiten…

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Der Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und Fitness

Manch einer mag sich vielleicht fragen, wie Training und Fitness zu einem Magazin über Nachhaltigkeit passen. Auch ich setzte mich zunächst mit dieser Frage auseinander, nachdem ich mich entschieden hatte,…

Manch einer mag sich vielleicht fragen, wie Training und Fitness zu einem Magazin über Nachhaltigkeit passen. Auch ich setzte mich zunächst mit dieser Frage auseinander, nachdem ich mich entschieden hatte, einen Artikel über dieses Thema zu verfassen. Nach kurzem Überlegen kam ich jedoch dahinter, dass sich Fitness und Nachhaltigkeit wunderbar vereinen lassen.

Eine nachhaltige Wahl von Fitnessgeräten.

Am meisten auf der Hand liegend ist die Verbindung zwischen Fitness und Nachhaltigkeit sowohl beim Kauf von Fitnessgeräten als auch bei der Art der Ausübung. Wähle ich beispielsweise für meine morgendliche Yogaroutine eine Matte aus schadstoffhaltigem, billigem Plastik und Weichmachern, wirkt sich das ungünstiger auf die Umwelt und meine Gesundheit aus, als wenn ich eine Matte aus 100 Prozent Bio-Baumwolle oder schadstofffreiem Nitrilkautschuk mit langer Lebensdauer wähle. Dieselben Kriterien lassen sich auch auf den Kauf von Hanteln über Fitnesskleidung bis hin zu großen Trainingsgeräten anwenden.

Aber auch die Art und Weise, wie ich Sport ausübe, spielt eine Rolle. Jogge ich draußen in der Natur, verwende ich wesentlich weniger Ressourcen, als wenn ich im hell beleuchteten Fitnessstudio auf dem Laufband laufe, zu dem ich womöglich noch mit dem Auto gefahren bin. Nachhaltigkeit kann also wie in allen anderen Lebensbereichen auch bei der Fitness ein hilfreicher Wegweiser sein.

Ein nachhaltiger Umgang mit dem eigenen Körper.

Unter Nachhaltigkeit versteht man eine ressourcenschonende, zukunftsfähige und bewusste Lebensweise. Während wir dieses Konzept meistens gesamtgesellschaftlich betrachten, lässt es sich auch auf den einzelnen Menschen übertragen. Unser Körper ist als Organismus für uns unser Lebensraum. Er bietet uns alle Ressourcen, um erfolgreich mit der Umwelt interagieren zu können. An diesen Lebensraum sind wir allerdings ein Leben lang gebunden. Wir können nicht in einen anderen Körper wechseln. Mit diesem Lebensraum nachhaltig umzugehen, bedeutet also, dafür Sorge zu tragen, dass unser Körper jetzt und auch in fernerer Zukunft gesund und in seiner Funktionalität erhalten bleibt.

Es ist hinlänglich bekannt, dass körperliche Fitness sich nicht nur signifikant positiv auf unsere körperliche, sondern auch geistige Gesundheit auswirkt. Wer regelmäßig Sport treibt, stärkt sein Herz und Immunsystem und beugt Osteoporose vor. Außerdem führt körperliche Fitness zu einem geringeren Risiko fettleibig zu werden sowie an Diabetes, Herz- und Gefäßkrankheiten, Bluthochdruck und sogar Krebs zu erkranken. Zudem werden durch Sport Glückshormone freigesetzt und das Risiko einer Depression vermindert. Fitness, sofern man den Sport richtig betreibt, ist also ein nachhaltiger Umgang mit dem eigenen Körper.

Darüber hinaus kann ein trainierter Körper aber auch auf gesellschaftlichem Niveau zu einer Schonung von Ressourcen beitragen. Durch die verminderte Anfälligkeit für physische und psychische Krankheiten sind erheblich weniger Medikamente notwendig. Außerdem spart Fitness auf eine ganz simple Weise Strom und andere Ressourcen. Wer die Treppe nimmt statt den Aufzug, oder das Fahrrad anstelle des Autos, macht die Welt mit ein wenig Fitness ein Stück grüner. Hierdurch könnte auch eine erhöhte Nachfrage nach Parks oder Radwegen entstehen. Diese könnten, wenn gebaut, auch andere zu mehr Bewegung motivieren. Ein grüner Dominoeffekt ist entstanden.

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Bild: Sterosize / pixabay.com

Fitness schult ein nachhaltiges Mindset.

Fitness kann aber auch einen sehr subtilen Einfluss auf die Nachhaltigkeit unserer Umwelt ausüben. Während wir im Allgemeinen davon ausgehen, dass unsere Einstellung unser Handeln bestimmt, zeigen langjährige Erkenntnisse aus der Psychologie, dass das Gegenteil der Fall ist. Wenn wir viel Sport betreiben (das Verhalten), wird sich mit der Zeit unsere Einstellung dahingehend ändern, dass wir Fitness als wichtiger erachten als früher. Jemand, der regelmäßig trainiert, ist geneigt, sich auch mit dem Thema Gesundheit auseinander zu setzen. Dabei wird er oder sie zunächst einmal vielleicht nur aus rein eigennützigen Motiven auf beispielsweise chemische Zusätze in Essen und Kleidung verzichten. Langfristig wird aber auch dieses Handeln seine oder ihre Einstellung verändern können. So entwickelt jemand, der zunächst ausschließlich aus Eigennutz begann, biologisch einzukaufen, nun auch eine allgemein nachhaltige Einstellung: Eine Einstellung, die nicht nur nachhaltig für den eigenen Körper sorgen möchte, sondern für den gesamten Planeten.

Vielleicht fühlt ihr euch bereits motiviert euch zu bewegen. Kleine Veränderungen können manchmal viel bewirken.

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