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Schlagwort: Kochbuch

Life Changing Food oder: Wie ich mich glücklich esse

Immer auf der Suche nach neuen Rezepten und mehr Abwechslung in meiner Küche bin ich auf das Buch “Life Changing Food” gestoßen, zu deutsch “lebensveränderndes Essen”. Das klingt nach einer…

Immer auf der Suche nach neuen Rezepten und mehr Abwechslung in meiner Küche bin ich auf das Buch “Life Changing Food” gestoßen, zu deutsch “lebensveränderndes Essen”. Das klingt nach einer Herausforderung, die ich gerne annehmen möchte. Da das Buch mich auch visuell in Beschlag nimmt und das wunderschön gestylte Essen mich zu sich ruft, wie eine Sirene einen verzauberten Geliebten, beschließe ich, mich näher damit auseinanderzusetzen.

Die Autorin Eva Fischer

Eva Fischer, Bloggerin auf foodtastic und Food Fotografin/Stylistin, ist ausgebildeter Ernährungsvorsorge-Coach. Die Diagnose Zöliakie hat ihre kulinarische Welt auf den Kopf gestellt. Dadurch begann Eva sich noch intensiver mit Ernährung und dem damit verbundenen Glücksgefühl zu beschäftigen. Ihr Wissen und ihre Erfahrungen finden wir gebündelt in diesem Buch und regelmäßig auf ihrem Blog.

Life Changing Food, ein Buch von Eva Fischer.

Iss gut und fühl dich wohl!

Das beschriebene Prinzip des “Life Changing Food” ist ein ganzheitliches Ernährungsprinzip, welches auf dem Wohlbefinden des Menschen basiert. Das Ziel ist, vielseitiger, ausgewogener und abwechslungsreicher zu essen und sich in Folge der erhöhten Einnahme von Antioxidantien vitalisierter zu fühlen. Wikipedia bietet uns eine detaillierte Definition:

“Antioxidantien haben eine große physiologische Bedeutung durch ihre Wirkung als Radikalfänger. Sie inaktivieren im Organismus reaktive Sauerstoffspezies (ROS), deren übermäßiges Vorkommen zu oxidativem Stress führt. Oxidativer Stress wird in Zusammenhang gebracht mit dem Alterungsprozess und der Entstehung einer Reihe von Krankheiten.” (Wikipedia, 2016) Als Beispiel dafür werden Krebserkrankungen oder Alzheimer-Krankheiten genannt.

Auch eine hohe Nährstoffdichte ist dem Gefühl des Wohlfühlens förderlich, erklärt Eva. Als Nährstoffe werden Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Mineralstoffe und Vitamine bezeichnet (Lebensmittellexikon, 2016),  besonders viele davon finden sich in sogenannten Superfoods.

Das 21 Tage Programm und die Rezepte im Buch

Voller Hoffnung auf ein Programm, welches mir das Denken abnehmen und mich vor dem Altern und dem Unglücklich-sein schützen würde, fing ich an, das Buch auf Herz und Nieren zu prüfen. Der erste Blick ins Buch brachte mich einigen Begriffen und Fakten näher. Die detailliertere Untersuchung des 21 Tage Programms brachte für mich jedoch den Eindruck eines hohen Zeitaufwands und vielen Essensresten. Erwartet wurde von mir, dass ich drei Mal am Tag den Kochlöffel schwinge (oder vorkoche) und das mit Rezepten, die sehr unterschiedliche Zutaten aufweisen.

Als ich die Autorin persönlich auf mein Dilemma ansprach, meinte sie, ich solle mir keine Sorgen machen und könne Rezepte nach eigenem Ermessen austauschen und andere Kompromisse eingehen. Jedoch würde das wiederum bedeuten, dass ich mir über die Rezepte doch Gedanken machen und nicht blind nachkochen konnte. Als ich dann noch das Problem der Essensreste ansprach, wusste sie folgenden Rat: Einfrieren und wieder verwerten. Gute Idee, nur undenkbar, wenn der 21 Tagesplan eingehalten werden soll, denn jeden Tag sollen drei unterschiedliche Mahlzeiten gekocht werden.

Mein erster Eindruck grenzte also an Überforderung, denn der Plan erschien mir – in meinem Leben – als undurchführbar. Ich wurde dann auf die “To go”-Kennzeichnung für Berufstätige hingewiesen, Rezepte mit dieser Kennzeichnung lassen sich ideal vorbereiten und am nächsten Tag mitnehmen. Als ich mich mit dem Begriff der Nährstoffdichte und den damit verbundenen Superfoods (viele auch aus heimischer Herkunft) auseinander setzte, kam die Frage auf, ob viele der Gerichte nicht zu kalorienreich für meinen gewohnten Alltag waren. Auch hier gibt es aber die “Mach’s leichter”-Kennzeichnung mit Tipps um Zutaten wegzulassen oder zu ersetzen um Kalorien einsparen zu können. Gute Idee!

Rote-Bete-Tatar, Rezept im Buch

Vom Essen und Wohlbefinden

Da mich der Gedanke des “Glücklichessens” nicht losließ, beschloss ich, mich noch intensiver mit dem Thema zu beschäftigen. Was sagen Experten dazu und woher kommt denn eigentlich dieses Gefühl des Glücklichseins beim Essen?

Laut Neurogastroenterologen gibt es Stoffe in der Nahrung, die eine direkte Wirkung auf das Gehirn haben. Der Magen-Darm-Trakt des Menschen ist mit einem komplexen Nervengeflecht durchzogen und sendet Signale direkt in die Gefühlszentren des Hirns. Das Immunsystem und auch Darmbakterien haben einen Einfluss auf das eigene Wohlbefinden und reagieren direkt auf die zu sich genommene Nahrung. (Zeit, 2010) Der Magen-Darm-Trakt, auch oft als Bauchgehirn oder Mikrobiom bezeichnet, kommuniziert über die Botenstoffe Serotonin und Dopamin mit dem “Kopfgehirn”. Die Verbindung zu unserem Emotionszentrum wäre eine weitere mögliche Erklärung für “Gefühle“ bei oder nach der Nahrungsaufnahme. (gesund.co.at)

Ein gegenteiliges Urteil kommt von Dr. Thomas Ellrott, Ernährungsmediziner und Leiter der Ernährungspsychologischen Forschungsstelle der Universität Göttingen. Er führt aus, dass der Serotoninspiegel im Essen, keinen nennenswerten Einfluss auf unsere Stimmung darauf haben kann, da dieser dafür zu niedrig sei. Er erklärt, das Glücksgefühl wäre ein “Lern-Effekt” und der damit verbundenen Ausschüttung von Dopamin während eines Erfolgserlebnisses zuzuschreiben. “Wichtig für den Glückskick ist die Präferenz, die individuelle Vorliebe, der eigene Wunsch, den man sich erfolgreich erfüllt.” (Das Erste, 2010)

Fazit

Das Kochbuch “Life Changing Food” von Eva Fischer bietet viele neue Einzelgerichte, die positive Auswirkungen durch eine ausgewogene und eigens zubereitete Ernährung haben können. Ich würde das 21 Tage Programm außer Acht lassen und den Spaß am Kochen in den Vordergrund stellen, um das eigene Können langsam zu steigern. Das Buch ist nicht komplett vegan, bietet aber viele vegane Rezepte oder solche, die einfach zu veganen Gerichten umfunktioniert werden können.

Als ersten Schritt empfehle ich foodtastic aufzusuchen und dort einige von Evas Rezepten auszuprobieren. Wenn euch die Rezepte und der Stil zusagen, ist Evas Kochbuch für euch auf jeden Fall eine tolle Möglichkeit, um die Welt des Glücklichessens weiter zu erforschen. Ans Herz legen möchte ich “Life Changing Food” auch allen, die hochwertige und stilvoll designte Kochbücher lieben, hier kommt ihr auf jeden Fall auf eure Kosten!

Vielen herzlichen Dank an den Brandstätter Verlag für das Rezensionsexemplar!

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Sonntagslektüre: Nimm dir Zeit für Gutes

Empfehlungen für kritische Leseratten Zum Jahresabschluss der Kolumne stelle ich das vegane Kochbuch von Rüdiger Dahlke „Peace Food“ vor. Ich bekam anlässlich meines Geburtstages im Frühjahr ein Exemplar geschenkt und habe…

Empfehlungen für kritische Leseratten

Zum Jahresabschluss der Kolumne stelle ich das vegane Kochbuch von Rüdiger Dahlke „Peace Food“ vor. Ich bekam anlässlich meines Geburtstages im Frühjahr ein Exemplar geschenkt und habe seither gut ein Drittel der darin beschriebenen Speisen ausprobiert. Offen gestanden bin ich keine sonderliche Freundin von Kochbüchern, meistens landen diverse Hirngespinste auf Basis des Kühlschrank-Inhaltes auf meinem Teller. Da mir aber die Aufmachung des besagten Stücks gut gefällt, hole ich mir gerne Anregungen und koche Rezepte nach.

Aufbau und Inhalt

Das Buch beinhaltet eine ausführliche Einführung, Kochanleitungen für vegane Kleinigkeiten, Peace Food für jeden Tag und die Kapitel „Kochen für Freunde“ und „Vegan & Süß“. Außerdem finden sich im Anhang eine Austauschtabelle veganer Alternativen und eine Vorstellung der RezeptautorInnen. Im ersten Teil wird das „Peace Food“-Konzept erklärt, mit dem Soja-Mythos aufgeräumt und viel Hintergrundwissen zu Gesundheits- und Ernährungsaspekten vermittelt.
Wusstet ihr beispielsweise, dass das Vitamin-B12 von Bakterien produziert wird, die auf den Oberflächen von Feld- und anderen Früchten gedeihen? Somit ist man reichlich versorgt, wenn man in seinem Garten biologischen Eigenanbau betreibt. Man muss die Ernte kaum waschen, wodurch die Vitamine erhalten bleiben.

Was ist Peace Food?

Das Konzept des Peace Food – also Friedensessens – basiert auf wissenschaftlichen Forschungsergebnissen, die das Weglassen allen Tierproteins und -fettes aus gesundheitlichen Gründen empfehlen. Im Unterschied zur veganen Lebensweise wird Honig befürwortet. Laut der Homepage von Peace Food macht diese Lebensweise gesund, vital, glücklich, lebendig und friedvoll. Ein Blick auf die Seite lohnt sich. Man kann nachlesen, warum uns Fleisch und Milchprodukte krank machen. Es finden sich dort Studien, ein Restaurantführer und informative Videos. Rüdiger Dahlke ist Arzt, Psychotherapeut und Verfasser zahlreicher Bücher zum Thema Krankheitsdeutung und Heilung, sowie Krisenbewältigung und Ernährung. Dem hervorragenden Bestseller „Peace Food – Wie der Verzicht auf Fleisch und Milch Körper und Seele heilt“ werde ich mich im nächsten Kolumnenbeitrag widmen.

In der Südsteiermark hat Dahlke das Gesundheitsressort TamanGa geschaffen. „Taman“ bedeutet Garten auf Bali und „Ga“ steht für Gamlitz, den Ort. Auf der Anlage werden Seminare zum Thema Fasten, Gesundheit und Ernährung angeboten. Ein großer Biogarten, Schwimmteiche und vieles mehr laden ein, dort zu verweilen.

Rezepte

Neben den Klassikern der pflanzlichen Kost wie Hummus und Soja-Gemüse-Schnitzel finden sich auch einige außergewöhnliche Rezepte. Hierzu gehören meiner Meinung nach die Rote-Beete-Karotten-Suppe mit Sesam oder die gefüllten Riesenchampignons. Mein derzeitiger Favorit ist der Alt-Wiener-Krautstrudel mit Paprikasoße, den gab es erst letzte Woche bei uns. Wir schwärmen noch immer davon. Ich finde, Weißkraut wird sowieso unterschätzt, gerade in dieser Jahreszeit bietet es sich für schmackhafte Gerichte an.

Gleich auf den ersten Seiten sprang mir folgendes Zitat ins Auge, das ich euch nicht länger vorenthalten möchte: „Die schlechte Nachricht ist: Das Leben vergeht wie im Flug. Die gute ist: Du bist der Pilot.“

Habt Ihr schon einmal von Peace Food oder Rüdiger Dahlke gehört? Wenn nein, dann gibt es in der nächsten Ausgabe mehr davon.

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Vegane Superfoods – Super lecker!

Ein Kochbuch mit einem Making-Of-Video? Vielleicht ist es auch ein Fotoband. Oder ein Reisebericht. Oder von allem ein bisschen. Von allem das Beste ist das Ergebnis meiner Rechnung (die gebundene Ausgabe…

Ein Kochbuch mit einem Making-Of-Video? Vielleicht ist es auch ein Fotoband. Oder ein Reisebericht. Oder von allem ein bisschen. Von allem das Beste ist das Ergebnis meiner Rechnung (die gebundene Ausgabe „Vegane Superfoods“ von Surdham Göb kostet im Handel um die 19,90 Euro). Dieses Buch war mein Glücksfall des noch jungen Jahres und ihr sollt erfahren warum.

Seit einigen Jahren sprießen auf der Kochbuchlichtung im großen Buchmarktwald immer mehr vegetarische und vegane Rezeptsammlungen aus dem Boden. Das ist gut so und ich versinke auch gerne in der Buchhandlung meines Vertrauens, um in den vielen Schönheiten zu blättern. Selten aber kaufe ich eines. Oft gleichen die Rezepte einander zu sehr, als dass es sich lohnte das eine, tolle Buch in meinem Schrank durch ein neues zu ergänzen. Manchmal, und das ist das Schlimmste, das einem Kochbuch passieren kann, sind die Bilder einfach nicht schön. Nicht schön bis latent unappetitlich. Bücher dieser Art schlage ich sofort wieder zu. Vielleicht liegt es an meinem ausgeprägten Faible für gute Foodfotografie, aber mal ehrlich: Ein Kochbuch mit schlechten Bildern? Wer liest das gern?

Sammlungen, die ihren Fokus darauf legen, zu zeigen mit welchen Zutaten man Fleisch möglichst unauffällig ersetzen kann, langweilen mich auch schnell. Sie haben ihre Berechtigung, keine Frage. Ich aber möchte kochen und Geschmäcker entdecken, ohne das Fehlen von Fleisch (und anderen tierischen Produkten) kaschieren zu müssen. Gut, nun wisst ihr, was mich ein Veggie-Kochbuch wieder ins Verkaufsregal stellen lässt. Aber ich habe ja eines gekauft. Warum? Liebe auf den ersten Blick. Nee, das ist zu pathetisch. Hunger auf den ersten Blick. Appetit. Und ein höher schlagendes Fotografinnenherz. Das mag es gewesen sein. Surdham Göb hat mit seinem Team ein durch und durch besonderes Bucherlebnis geschaffen. Mal ganz abgesehen davon, dass ich schon einige furchtbar leckere Rezepte ausprobieren konnte, die weder meinen Geldbeutel noch mein Zeitkonto noch meine Kochkünste überstrapaziert haben (ich empfehle besonders: Veggy-Burger mit Avocadocreme auf Seite 106). Außerdem ist es schon ein Genuss dieses Buch durchzublättern und auf jeder Seite neu zu denken „Oh mein Gott, wie schön!“ und zu spüren, wie viel Herzblut in diesem Konzept steckt.

Großartige Fotografie von Oliver Brachat (übrigens auch gelernter Koch) nimmt mich mit nach Bali, wo dieses Buch entstanden ist und auf einmal finde ich mich auf einem riesigen Markt wieder, bin überwältigt von den Farben und Gerüchen, höre Menschen lachen und möchte mich mit dem Koch auf das Moped schwingen um den Rest des Tages in der kleinen, improvisierten Küche zu verbringen. Ja, dieses Buch ist auch ein bisschen Reisebericht. Der Bericht einer Lebensreise durch viele kulinarische Welten und Surdham Göb ist nicht gerade geizig mit seinen Inspirationen. Gut für mich, denn wenn ich irgendwann mal wieder keine Lust habe zu kochen, habe ich jetzt ein kleines Wundermittel im Schrank stehen. Ich bin ich einfach nur begeistert. Vielleicht seid ihr es ja auch bald.

Für alle, die einen Ausflug nach München für machbar halten: Surdham Göb lebt hier und erteilt Kochkurse sowie Vorträge über veganes Kochen und nachhaltige Lebensführung. Zu guter Letzt: Schaut euch das Video an, es spiegelt so sehr die Atmosphäre des Buches wider. Aber Achtung: Fernwehgefahr. Lasst es euch schmecken!

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Vegan Guerilla – Die Revolution beginnt in der Küche

Jeder von uns kennt sie. Menschen, die man um vier Uhr morgens aus dem Bett läuten kann und die innerhalb kürzester Zeit und unter Berücksichtigung sämtlicher Vorlieben und/oder Allergien aller…

Jeder von uns kennt sie. Menschen, die man um vier Uhr morgens aus dem Bett läuten kann und die innerhalb kürzester Zeit und unter Berücksichtigung sämtlicher Vorlieben und/oder Allergien aller Überraschungsgäste ein Sieben-Gänge-Menü inklusive passender Weinbegleitung auf den Tisch zaubern. KüchengöttInnen. Ich gehöre nicht zu dieser Spezies. Deshalb stapeln sich in meiner kleinen Küche unzählige Kochbücher. Kurz vor Weihnachten hat sich ein neuer Stapel gebildet: Vegane Kochbücher. Über eines davon – Vegan Guerilla – möchte ich gerne meine Gedanken mit euch teilen.

Vegan Guerilla – Die Revolution beginnt in der Küche. Ein Kochbuch, das aus einem privaten Food-Blog entstanden ist. Rezepte, die sich eine Studentin zu ihrem höchstpersönlichen Genuss ausgedacht hat. Bilder, die im eigenen Wohnzimmer ohne viel Chichi geknipst wurden. Ein Buch, das mich sofort angesprochen hat – sympathisch und einladend. Und das noch dazu auf 100 Prozent Recyclingpapier gedruckt ist. Herz, was willst du mehr? Die Autorin, Sarah Kaufmann, schreibt in ihrem Vorwort, dass sie die Frage „Vegan – was kannst du denn dann noch essen?“ als Ansporn versteht, alle möglichen Gerichte zu veganisieren und sich neue Rezepte auszudenken. Wunderbar! Denn auch ich stelle mir die Frage „Vegan, was kann ich denn dann eigentlich noch essen?“.

Sarah Kaufmann gibt in ihrem Buch Antworten auf diese Frage. Und was für welche! Bunte, abwechslungsreiche, fantasievolle, das Wasser im Mund zusammenlaufen lassende, leckere Antworten! Von Quinoa-Mango-Seitan-Salat, über Quiche Lorraine und Süßkartoffelburger, bis hin zu Nussecken und Cake Balls findet man in Vegan Guerilla alles, was das vegane Feinschmeckerherz begehrt. Die Autorin hat in ihrem Buch Rezepte veröffentlicht, die leicht nachzukochen sind. Die Zutaten sind in beinahe jedem Super- oder Biomarkt erhältlich, außergewöhnliches Zubehör wird nicht benötigt. Vegan Guerilla ist ein Kochbuch für jedermann. Spaß am Kochen und ein wenig Experimentierfreude vorausgesetzt.

Ich gestehe, ich habe erst ein Rezept ausprobiert. Erdnuss-Bananen-Cookies. Ganz recht, Kekse. Warum? Weil Kekse der Härtetest sind. Suppen, Salate und Hauptspeisen haben mich schon auf den Bildern überzeugt. Aber Kekse! Können vegane Süßspeisen denn wirklich so toll sein? Geht das denn? Wenn es um Süßigkeiten geht, wird der innere Schweinehund laut. Denn daran könnte eine Ernährungsumstellung scheitern. Bei mir zumindest. Wenn also die Kekse überzeugen, kann ja nichts mehr schief gehen. Ich habe sie also nachgebacken. In Mamas Omni-Küche, die eigentlich nicht für veganes Backen ausgerichtet ist. Und siehe da, alles war vorhanden (nur die Erdnüsse musste ich durch Mandeln ersetzen, aber hey, ich bin halt ein Freigeist). Erster Pluspunkt. Der Aufwand hielt sich in Grenzen. Alle Zutaten in einer Schüssel mixen, kleine Fladen formen und ab ins Backrohr damit. Dann noch schnell die Füllcreme rühren, die fertigen Kekse auskühlen lassen, mit der Creme zusammenkleben und draußen kaltstellen. Großartig, so mag ich das. Noch ein Pluspunkt.

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Bild: Nadine

Keine Stunde später waren sie fertig. Meine ersten, selbstgebackenen, veganen Kekse. Doppeldecker-Cookies mit Schoko-Bananen-Cremefüllung. Schon während des Zusammenklebens haben die Herren des Hauses heimlich Kekshälften stibitzt. Natürlich nur, um ihrer Aufgabe als Geschmacksjuroren ordentlich nachkommen zu können. Und sie waren sich einig: Die besten Après-Christmas-Cookies überhaupt. Eine Küchengöttin bin ich zwar noch immer nicht, aber mit Vegan Guerilla bin ich dem Küchenolymp schon einen Schritt näher.

Wenn ihr auf den Geschmack gekommen seid, könnt ihr Vegan Guerilla direkt über compassion media bestellen. Sarahs Blog mit vielen tollen Rezepten findet ihr hier: Vegan Guerilla

Der innere Schweinehund liegt übrigens satt in einer Ecke und träumt von veganem Schokomousse. Das steht nämlich als nächstes auf meiner „To-Cook-List“. Darüber und über meine vegane Probezeit im Jänner werde ich aber ein anderes Mal berichten.

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Vegan for Fit von Attila Hildmann

Die vegane Ernährungsweise liegt voll im Trend – nicht zuletzt aufgrund des großes Erfolges der Bücher von Attila Hildmann, wie zum Beispiel Vegan for Fit. Vegan for Fit ist kein Kochbuch…

Die vegane Ernährungsweise liegt voll im Trend – nicht zuletzt aufgrund des großes Erfolges der Bücher von Attila Hildmann, wie zum Beispiel Vegan for Fit.

Vegan for Fit ist kein Kochbuch im ursprünglichen Sinn, obwohl es jede Menge leckere Rezepte enthält. Attila Hildmann will die Leser mit der 30-Tage-Challenge herausfordern, sich 30 Tage lang vegan zu ernähren um die positiven Auswirkungen selbst zu erleben. Das Buch enthält außerdem Erfahrungsberichte und Vorher-Nachher-Fotos zahlreicher Teilnehmer der 30-Tage-Challenge.

Das Buch Vegan for Fit. Die Attila Hildmann 30-Tage-Challenge findet ihr hier: vegan-for-fit.de

Wer von euch kennt Vegan for Fit schon oder hat sogar das Buch zu Hause?

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Vegan & vollwertig genießen

Vegan – die kulinarische Herausforderung? Vegan, also ohne tierische Zutaten zu kochen, das muss doch total langweilig sein, oder nicht? Ich habe mich der Herausforderung gestellt, zu Hause für mich…

Vegan – die kulinarische Herausforderung?

Vegan, also ohne tierische Zutaten zu kochen, das muss doch total langweilig sein, oder nicht? Ich habe mich der Herausforderung gestellt, zu Hause für mich vegan zu kochen! Und siehe da – es ist alles andere als langweilig, es macht im Gegenteil Spaß, immer wieder neue vegane Gerichte zu entdecken.

Wer auf die vegane Küche genauso neugierig ist wie ich, kann die Inspiration auch in einem Kochbuch finden. „Vegan & vollwertig genießen“ vom Hädecke Verlag ist ein guter Start sowohl zum Hineinschnuppern als auch zum regelmäßigen veganen Kochen. Guten Appetit!

Wer von euch isst noch – regelmäßig oder hin und wieder – vegan?

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The People’s Supermarket in London: Mensch, was für ein super Markt!

Irgendetwas ist in diesem Supermarkt anders, das merkt man schon beim Hineingehen. Oder eigentlich schon von außen. Aber was? Ich kann es nicht gleich fest machen: Vielleicht liegt es daran,…

Irgendetwas ist in diesem Supermarkt anders, das merkt man schon beim Hineingehen. Oder eigentlich schon von außen. Aber was? Ich kann es nicht gleich fest machen: Vielleicht liegt es daran, dass hier viel mehr Platz herrscht zwischen den Produktregalen? Oder vielleicht daran, dass bunte Erbsendosen in derselben Reihe stehen wie Reis und Kaffee? Oder vielleicht daran, dass weder Äpfel noch Karotten verpackt sind, sondern einfach frei herumliegen?

Ich bin im The People’s Supermarket nahe der Londoner U-Bahn-Station Holborn gelandet. Nicht zufällig, wohlgemerkt. Ich habe ihn gesucht. Der Laden war eines der wenigen Projekte aus dem Buch A Smart Guide To Utopia – 111 inspiring ideas for a better city, die während meines Besuchs in London geöffnet waren. Die ganzen nachhaltigen Pop-Up-Restaurants, Bio-Stadtgärten und anderen hippen Öko-Ideen muss ich mir fürs nächste Mal aufheben. Aber der The People’s Supermarket, der hatte offen!

Seit Juni 2010 hat der Supermarkt „von Menschen für Menschen“ offen. Der Beisatz ist kein loses Schlagwort, sondern Tatsache: Der Markt gehört nämlich den NachbarInnen hier in Central London. Jedes Mitglied arbeitet mindestens vier Wochenstunden im Laden und bekommt die Produkte dafür um 20 Prozent günstiger als „NormaleinkäuferInnen“.

A common feature of that community is a love of good food. Another […] is the will to share. (aus The People’s Supermarket Cookbook)

Aber es sind nicht irgendwelche Produkte: Es handelt sich um „Abfall“, „Reste“, „Überbleibsel“. Es liefern um die 40 Anbieter das an The People’s Supermarket, was in Regalen anderer Läden keinen Platz mehr findet oder nicht gern gesehen wird. Die Mitglieder selbst stimmen ab, was hier angeboten wird – und meistens handelt es sich um lokale, regionale und Bio-Ware. Auch handgemachtes Gepäck, Kuchen, Honig, Aufstriche sehe ich in den Schränken stehen.

Und sollte tatsächlich etwas übrig bleiben oder nicht verkauft werden, gibt es noch immer die The People’s Kitchen: Eine In-Store-Küche, die aus den Produkten des Ladens Mittags- und Abendmenüs zaubert, die dann an die umliegenden Geschäfte geliefert oder im Supermarkt an hungrige Laufkundschaft verkauft werden. Gekocht wird übrigens von Langzeit-Arbeitslosen wie „Mr. Sandwich“, die hier in der Lamb’s Conduit Street wieder eine Aufgabe gefunden haben.

Was in The People’s Kitchen gekocht wird? Das folgende Rezept und solche aus der Community wurden in „The People’s Supermarket Cookbook“ gesammelt und veröffentlicht. Um die 100 Stück gibt es von dem kleinen, aber feinen Kochbuch – und ich habe natürlich (!) eines davon gekauft. Da liest man dann Rezepte aus aller Welt, lernt, warum man grüne Bohnen nur im Sommer genießen sollte und von Köstlichkeiten, die für die eigene Mutter erfunden wurden. Und das in einem Land wie England, wo in beliebten TV-Sendungen wie „Come dine with me“ Gemüse aus Dosen, Steak zum Erschlagen und Zungen brechendes, weil verbranntes Crème Brulée ganz normal sind! (Sorry, England, aber da muss man sich fremd schämen, auch wenn die köstlichen Inder, Thais und Libanesen natürlich für einiges entschädigen). Es ist eine Freude – und diese Freude möchte ich mit euch teilen:

Hier gibt’s also das Rezept für Einats Pastinaken-Spinat-Kresse-Suppe (für vier Personen)

1 große Zwiebel
2 Zehen Knoblauch
2 bis 3 Pastinaken
Olivenöl
200g Spinat (ich habe es stattdessen mit Mangold aus dem eigenen Garten versucht, Mmmmh!)
2 bis 3 Handvoll Brunnenkresse
1 Chili
600 (oder auch mehr) ml Gemüsesuppe

Zwiebel, Chili und Knoblauch fein schneiden. Die Pastinaken schälen und in kleine Stücke schneiden. Etwas Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen und dann die Zwiebeln, Chili und Knoblauch darin weich anbraten. Die Pastinaken hinzugeben und auf kleiner Hitze ein paar Minuten braten lassen. Dann die Gemüsebrühe addieren und für 20 Minuten köcheln lassen. Den Spinat (beziehungsweise in meinem Fall eben den Mangold) und die Brunnenkresse hineingeben. Sobald das Ganze in sich zusammengefallen ist, gib die Flüssigkeit in einen Mixer und püriere sie. Dann zurück in die Pfanne geben und auf die gewünschte Temperatur erhitzen. Am besten mit ein bisschen veganer Crème fraiche, Sauerrahm oder ähnlichem und warmem Brot oder Croutons servieren. Mjammm… fertig ist die Suppe!

These recipes have not been professionally tested, just cooked lovingly at home. (aus The People’s Supermarket Cookbook)

Enjoy this meal, people!

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