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Schlagwort: Kaffee

Völlerei: Die vegane Kolumne rund um Essen und andere Notwendigkeiten

Grätzlbericht 1150 Hollerei Willkommen zurück! Heute geht es ausnahmsweise einmal nicht um Pizza oder sonstiges Fast Food. Ganz im Gegenteil: Diesmal geht es zum einen chic zu, zum anderen hip…

Grätzlbericht 1150

Hollerei

Willkommen zurück! Heute geht es ausnahmsweise einmal nicht um Pizza oder sonstiges Fast Food. Ganz im Gegenteil: Diesmal geht es zum einen chic zu, zum anderen hip und am Rad der Zeit… Aber dazu später!

Der fünfzehnte Wiener Gemeindebezirk, oder auch „Rudolfsheim-Fünfhaus“, ist nicht unbedingt dafür bekannt, Hot Spot für Veganer und sonstiges neumodisches Volk zu sein. Zumindest denkt man das. Doch siehe da, wenn genauer hingeschaut wird bemerkt man, dass sich durchaus einiges tut, vor allem im Bereich zwischen Gumpendorfer Straße und Schönbrunn, also eher im südlichen Bereich des Bezirks. Der ist zwar nicht weniger abgefuckt als zum Beispiel die Gegend um die Stadthalle oder Johnstraße, aber geprägt durch etwas geringere Mietpreise und viele motivierte Menschen, die sich hier kreativ betätigen – sowohl kulinarisch, als auch in vielen kleinen Projekten und Geschäften. Da ich noch dazu in dieser Gegend wohne, profitiere ich sehr von diesem auflebenden Grätzl und präsentiere euch heute zwei meiner (neuen) Lieblingsplätze.

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Bild: Hollerei

Mein erster Stop war die „Hollerei“ in der Hollergasse, nahe der U4-Station Meidlinger Hauptstraße. Der Name des Lokals sagt vermutlich fast jedem in Wien lebenden Vegetarier und Veganer etwas, aber nicht viele aus meinem Umfeld waren bisher dort. Das liegt zum einen sicherlich an der Preisklasse bei den normalen Speisen, die dann bei genauerer Betrachtung gar nicht mal so teuer sind. Das Restaurant Hollerei existiert in dieser Form schon seit einigen Jahren, hat auch eine Zweigstelle im Essl Museum in Klosterneuburg und ein Bistro im tierfreien Supermarkt „Maran Vegan“ in der Stumpergasse, sowie einen Zustell- und Cateringservice, der sich vor allem für Firmen und Bürojunkies lohnt, an private Haushalte wird nämlich nicht geliefert.

Das Hauptlokal fällt schon von außen auf, da es wunderbar von Bäumen und Sträuchern eingewickelt in einer ruhigen Gasse neben einer alten Tankstelle gelegen ist. Gleich beim Eintreten in den Gastgarten wünscht man sich, dass wieder Sommer ist und man hier gemütlich mitten im Gartenlauben-Feeling dinieren kann. Aber auch der Innenraum ist ansprechend und durchaus geschmackvoll eingerichtet. Zum einen besticht das Lokal durch einen sehr schicken, ordentlichen Stil, kombiniert mit einer modernen, sehr gemütlichen Note. So sollte also für jeden etwas dabei sein. Genauso sieht es dann auch bei der kleinen, aber feinen Karte aus: Vorspeisen wie eine vegane indische Linsensuppe (die ich gleich mal bestellt hab, weil bekannt und gut) reihen sich an diverse Salate und saisonale Leckereien. Sowohl werden hier orientalisch und klassisch miteinander vermengt, als auch vegetarische und vegane Speisen, eben für alle passend. Auch die Weinkarte liest sich vorzüglich, hier wird das Hauptaugenmerk ganz klar auf regionale oder zumindest österreichische Weine gelegt.

Bei den Hauptspeisen fällt die Wahl für mich klar auf das Rote Thai Curry, das momentan die einzige vegane Hauptspeise auf der normalen Karte ist, allerdings könne viele Speisen problemlos veganisiert werden – einfach nachfragen. Das Curry ist zwar vielleicht nicht das allerschärfste wie man es vom echten Thai gewohnt ist, hat es aber durchaus in sich. Großartige Geschmackskomponenten die hier miteinander kombiniert werden. Auch gut satt wird man von den beiden Speisen, wobei man hier klar sagen muss: Die Hollerei ist keine Imbissbude zum Völlern und Sattwerden, denn die Portionen sind nicht riesig, dafür aber umso geschmackvoller und etwas zum Genießen.

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Bild: Florin

Abgerundet wird der Abend dann mit einem leckeren Birnen-Nuss-Törtchen und einem kräftigen Espresso. Dann kommt wie immer der unangenehme Teil: Das Bezahlen. Ja, es ist sicherlich kein Ort, um zwischendurch günstig zu essen, aber ich denke, für das was geboten wird kommt man bei rund 30 bis 40 Euro pro Person zu dem Schluss, dass es das absolut wert war. Zudem bietet die Hollerei saisonale Sparmenüs an: Drei Gänge um 25 Euro exklusive Getränke. Lohnt sich durchaus! Dann gibt es natürlich auch noch die Möglichkeit unter der Woche zum Mittagessen vorbei zu schauen. Auch hier finden sich immer wieder leckere vegane und vegetarische Gerichte auf der Karte, der Mittagsteller kommt auf nur 7,80 Euro oder 9,60 Euro mit Suppe oder Salat. Man sieht also auch hier: Es wird für (fast) jeden etwas geboten.

Fazit: Ein großartiges Lokal für alle, die es etwas schicker mögen, und alle, die mal etwas anderes ausprobieren wollen. Zudem das perfekte Lokal um einen Omnivoren zum Fleischverzicht zu bringen ohne große Propaganda und Bekehrung.

Bewertung: 8/10
Homepage: hollerei.at
1150 Wien, Hollergasse 9
Tel: 01/892 33 56

Öffnungszeiten:
Montag bis Samstag: 11.30 bis 15.00 und 18.00 bis 23.00
Sonntag: 11.30 bis 15.00
Feiertag: 11.30 bis 15.00 und 18.00 bis 23.00

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Die Inspektorin: Bürokaffee – vom Schloderwasser zur geschmacklichen Offenbarung

Fast jeder Arbeitstag beginnt für die Inspektorin mit ihm: Dem Bürokaffee. Die Bürokaffeemaschine an einem gut zugänglichen Ort, gefüllt mit Bohnenkaffee mittlerer Qualität. Die Kaffeemaschine hat den müden Kollegen schon…

Fast jeder Arbeitstag beginnt für die Inspektorin mit ihm: Dem Bürokaffee. Die Bürokaffeemaschine an einem gut zugänglichen Ort, gefüllt mit Bohnenkaffee mittlerer Qualität. Die Kaffeemaschine hat den müden Kollegen schon tausende Tassen spendiert. Dementsprechend entkalkungs- und pflegebedürftig ist dieser Wachheit spendende Extraktions- und Filterautomat. Mit fortschreitender Benutzung desselben lässt der Geschmack des braunen Warmgetränks zu wünschen übrig.

Manch einer hat höhere Ansprüche an Genuss und gönnt sich und den engsten Kollegen eine Portionskaffeemaschine. In den letzten Jahren ist die Auswahl an ebensolchen rasant gestiegen. Vorreiter ist ohne Zweifel Nespresso, dank des Charmes von George Clooney, dem Gefühl von Exklusivität, der großen Auswahl an verschiedenen Kaffeesorten und limitierten Sondereditionen haben die Nespressomaschinen Büros und Privathaushalte überschwemmt. Der gemahlene Kaffee ist in kleinen Aluminiumkapseln portioniert, so wird das Aroma des braunen Wachmachers geschützt und so mancher Konsument erkennt seinen Lieblingskaffee an der Farbe der kleinen bunten Kapseln. Eine Bio-Edition ist der Inspektorin nicht bekannt. Da die Nespressokapseln alleine schon aufgrund der Aluminiumkapseln alles andere als nachhaltig sind, fällt diese Art der Kaffeezubereitung bei der Inspektorin ohnehin durch. Nespresso nimmt zwar gebrauchte Kapseln zurück um diese einem Recyclingsystem zuzuführen, eine Rücklaufquote von 100 Prozent scheint aber utopisch. Basteleien mit den gebrauchten Kapseln sind zwar nette Möglichkeiten den Sinn der Aluminiumkapseln zu erweitern und die lange Lebensdauer des Rohstoffs zu rechtfertigen, erscheinen aber doch als Tropfen auf den heißen Stein.

Eine weitere Möglichkeit Kaffee portioniert zu genießen bietet Tassimo. Plastikkapseln beherbergen eine große Auswahl an Kaffeesorten, heißer Schokolade und Tee. Bio-Kaffeesorten sind der Inspektorin auch hier keine bekannt. So mancher Kollege zieht diesen Portionskaffeeautomaten der Nespressomaschine vor, weil hinter Nespresso Nestlé, der Konzern mit „Dreck am Stecken“ steht. Da der Kaffee für das Tassimo-System in kleinen Plastikkapseln beherbergt wird, fällt auch diese Art der Kaffeezubereitung bei der Inspektorin durch. Über das Problem der langen Lebens-, aber mehr als kurzen Nutzungsdauer von Plastik wurden bereits Filme gedreht – zum Beispiel Plastic Planet. Also ist auch diese Möglichkeit Portionskaffee zu genießen für die nachhaltig konsumierende Inspektorin nur eine theoretische.

Zu guter Letzt prüft die Inspektorin das Senseo-System. Der Kaffee befindet sich in einem Pad aus Filterpapier. Kaffee und Pad sind also vollständig kompostierbar. Da die Pads von vielen Kaffeeherstellern angeboten werden, ist die Auswahl groß. Eine österreichische Supermarktkette bietet sogar eine Bio-Sorte an. Dies scheint für die Inspektorin der beste Kompromiss zu sein, wenn man auf eine Portionskaffeemaschine besteht. Die Umverpackung der Pads verursacht aber trotzdem mehr Müll als Bohnenkaffee, der für die gute alte Büroespressomaschine oder Filterkaffeemaschinen verwendet wird.

Das Fazit der nachhaltig konsumierenden Inspektorin ist, die Chefs zu einer neuen Espressomaschine für alle Kollegen zu überreden, oder – viel aussichtsreicher – sich beim Kaffeegenuss auf die Wurzeln zu besinnen und wie in den guten alten Tagen auf eine Filterkaffeemaschine umzusteigen und den so gebrauten Kaffee den Kollegen hip als „Drip Coffee“ zu verkaufen. Auch aus dem guten alten Filterkaffee lässt sich eine Wissenschaft machen, indem man über die ideale Temperatur (laut Science Buster und Universitätsprofessor Werner Gruber 92 Grad) mit der der Kaffee zubereitet werden soll diskutiert und sich auf die Suche nach einer Filterkaffeemaschine begibt, die diese Idealtemperatur garantiert. Bohnenkaffee gibt es sowohl aus biologischem Anbau als auch offen zu kaufen. Der Gang in das Kaffeegeschäft des Vertrauens mit persönlicher und oft wiederverwendbarer Kaffeeblechdose lässt das Abfallvermeidungsherz der Inspektorin höher schlagen. Eine neue Sicht auf den Kaffeegenuss mit Nachhaltigkeit ist garantiert.

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Coffee makes my day

Gastbeitrag von Roxy Rahel Eine Frage beschäftigt mich immer mal wieder, seit ich täglich mit einem frischen Kaffee in den Tag starte: Wo kommt die dunkelbraune Verlockung, die ich mir…

Gastbeitrag von Roxy Rahel

Eine Frage beschäftigt mich immer mal wieder, seit ich täglich mit einem frischen Kaffee in den Tag starte: Wo kommt die dunkelbraune Verlockung, die ich mir gerade aufbrühe, eigentlich her? Bei meiner Reise nach Panama hatte ich nun endlich die Gelegenheit, den Dingen auf den Grund zu gehen. Neugierig? Dann nehme ich euch jetzt mit zu Richard auf seine kleine Kaffeeplantage.

Wir befinden uns in Boquete, der Stadt im grünen Herzen Panamas, am Fuße des Baru Vulkans. Richard holt uns ab und nimmt uns mit auf die Finca dos Jefes – den Ursprungsort der köstlichen CAFES DE LA LUNA.

Rich zeigt auf seiner Plantage, wie Kaffee hergestellt wird. Foto: Roxy

Richard, der sich spontan in diese Farm verliebte als er eigentlich einen entspannten Rückzugsort für seinen Ruhestand suchte, betreibt hier eine kleine Kaffeeplantage mit viel Leidenschaft. Gemeinsam mit vier weiteren Gästen sitzen wir auf der Terrasse inmitten der Kaffeepflanzen und bekommen eine Einführung zum Thema.

Kaffee aus Panama. Foto: Roxy

Richard erklärt uns die Grundzüge der Herstellung, die verschiedenen Sorten und den Ernte- und Trocknungsprozess. Er lässt aktuelle Zahlen und Fakten nicht unerwähnt und lenkt unser Augenmerk auf die lokalen Kaffeebauern.

Rich zeigt auf seiner Plantage, wie Kaffee hergestellt wird. Foto: Roxy

Das Leben der Farmer ist schwer, weil der Kaffeepreis durch internationalen Handel, Spekulationen und das Risiko von Missernten kaum kalkulierbar ist. Großabnehmer und Konzerne drücken den Preis dort, wo es am leichtesten ist – beim Einkauf. Für die Bauern bleibt dadurch kaum genug zum Leben, die Familien hausen meist in einfachsten Hütten direkt auf der Farm und viele sind sogar gezwungen, ihre Plantagen aufzugeben. Schädlinge wie zum Beispiel Pilze sind ein weiteres unkalkulierbares Risiko, erzählt uns Richard. Um den Fortbestand seiner Plantage zu sichern, sah er sich kurzfristig gezwungen, mit Mineralien zu düngen und zwischenzeitlich formal seinen Bio-Standard zu riskieren. Denn sowohl faires, als auch biologisches und nachhaltiges Wirtschaften sind seine Hauptanliegen.

Rich zeigt auf seiner Plantage, wie Kaffee hergestellt wird. Foto: Roxy

Nach all den Fakten sind wir jetzt alle neugierig auf den Plantagenrundgang und die anschließende Kaffeeröstung. Rich führt uns durch die Haine von verschiedenen Kaffeepflanzen, lässt uns die reifen Früchte kosten und wir erfahren, wie es nach der Ernte weitergeht. Die Früchte werden einzeln von Hand geerntet und trocknen dann auf großen Trockentischen in der Sonne. Danach wird das Fruchtfleisch entfernt und es kommt zum Vorschein, was später unser Kaffee wird: Die Kaffeebohne. Auf unserem Spaziergang sehen wir auch den dunklen, fensterlosen Raum hinter dem Lager, in dem der Plantagenarbeiter und seine Familie früher leben mussten. Richard lässt ihn im Originalzustand, damit wir ein Gefühl dafür bekommen, was das Farmleben für die Menschen tatsächlich bedeutete.

Kaffee aus Panama. Foto: Roxy

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Jetzt kommen wir zum Highlight der Tour: Wir rösten unseren eigenen Kaffee! Darauf habe ich mich schon den ganzen Tag gefreut. Richard nimmt uns mit in sein “Labor”. Hier steht sie, die Röstmaschine. Wir befüllen die Maschine, bekommen die Technik erklärt und ein Briefing für den Röstprozess. Jetzt kann es losgehen – schon beim Aufwärmen duftet es herrlich nach frischem Kaffee.

Rich zeigt auf seiner Plantage, wie Kaffee hergestellt wird. Foto: Roxy

Rich zeigt auf seiner Plantage, wie Kaffee hergestellt wird. Foto: Roxy

Was jetzt noch bleibt, ist die Verkostung unserer frisch gerösteten Mischung. Auf der Terrasse, mit Blick über die grüne Landschaft genießen wir verschiedene Röstgrade und entwickeln uns zu “Kaffee-Experten”.

Rich zeigt auf seiner Plantage, wie Kaffee hergestellt wird. Foto: Roxy

Dank Richard habe ich einen umfassenden Einblick in die Welt des Kaffees bekommen und genieße mehr davon denn je. Mit dem kleinen Unterschied, dass mir ab sofort ausschließlich fair gehandelter Kaffee in die Tasse kommt.

Rich zeigt auf seiner Plantage, wie Kaffee hergestellt wird. Foto: Roxy

 

Dies war mein erster Blogpost in Sachen Reisen – danke Doris für die Möglichkeit. Ich hoffe, euch hat es gefallen! Vielleicht kann ich euch bald wieder von einigen interessanten Dingen berichten, die mir unterwegs begegnen. Was ich mache, wenn ich nicht reise könnt ihr übrigens hier sehen: www.rchitects.net

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Alnatura Espresso

Ich liebe Kaffee – ich glaube, das habe ich schon einmal erwähnt! Was ich euch aber noch nicht verraten habe, ist mein Lieblings-Kaffee.  Nach vielen Jahren und vielen Sorten ist mein…

Ich liebe Kaffee – ich glaube, das habe ich schon einmal erwähnt!

Was ich euch aber noch nicht verraten habe, ist mein Lieblings-Kaffee.  Nach vielen Jahren und vielen Sorten ist mein absoluter Favorit der Espresso von Alnatura. Das Aroma ist einfach wunderbar – natürlich zubereitet in einer klassischen Espressokanne. Da trinke ich gleich noch eine Tasse! 

Hier findet ihr weiteres zum Alnatura Espresso, den es übrigens auch als ganze Bohne gibt.

Wo sind die Kaffeeliebhaber unter euch?

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