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Schlagwort: Gesundheit

Seele 2.0 – Fühl‘ dich besser!

Wie du dich sofort besser fühlen kannst in drei Schritten In meinem Kolumnenbeitrag über positive Ansteckung hast du gelernt, wie du die Welt um dich herum positiv anstecken kannst. Toll, sagen…

Wie du dich sofort besser fühlen kannst in drei Schritten

In meinem Kolumnenbeitrag über positive Ansteckung hast du gelernt, wie du die Welt um dich herum positiv anstecken kannst. Toll, sagen manche, würde ich ja gern tun, aber ich bin selbst überhaupt nicht gut drauf – wie soll ich dann an die anderen denken?

Daher gibt es heute einen Crashkurs in „Gute Laune“. Die Ideen sind unsortiert und in beliebiger Reihenfolge anwendbar bis die gewünschte Wirkung eintrifft. Du kannst auch mehrere davon kombinieren (zum Beispiel beim Lesen lächeln), und ich verspreche dir, dass die bessere Laune in maximal fünf Minuten eintrifft, wenn du dich diesem Mini-Workout widmest. Lachmuskeln ahoi!

(Drucke dir diesen Artikel aus für den Fall, dass du ihn irgendwann brauchst oder schicke ihn an jemanden, der mal wieder gute Laune brauchen könnte.)

Notprogramm, wenn du gerade im Büro oder an anderen Orten bist, wo du nicht weg kannst:

1. Schicke dir selber eine E-Mail mit vielen Smileys. Wenn du die E-Mail bekommst, öffne sie, schaue dir die Smilies an, zähle sie und bedanke dich anschließend mit einer Antwort-Mail, ebenfalls mit Smilies. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass um 90 Grad gedrehtes und nur zeichenhaft dargestelltes Lächeln die gleiche Wirkung auf uns hat wie ein echtes Lächeln.

2. Schaue dir Tierfotos an. Ich weiß, du tust so etwas sonst nie. Aber mache es heute – dir zuliebe. Google „lustige Tierfotos“ und gucke ein paar Minuten in die Tieraugen. Wie schnell wirkt es bei dir?

3. Räume auf. Fange direkt da an wo du gerade bist – vor dem PC? Wie sieht dein Schreibtisch aus? Was steckt in deinen Taschen? Was ist in der Küche los? Etwas aufzuräumen lenkt zum einen gut ab, zum anderen siehst du sofort die Ergebnisse deines Tuns – und fühlst dich besser.

Wenn du weg kannst:

1. Gehe raus. Wetter ist keine Ausrede. Stelle dich dem Wind, den Temperaturen, den Geräuschen. Spüre deine Beine und Arme. Sei einfach ein paar Momente ganz bei dir im Hier und Jetzt.

2. „Russische Kurztherapie„: Suche dir einen ruhigen Platz. Strecke einen Arm ganz weit hoch, so hoch du kannst, und dann schmettere ihn mit voller Wucht nach unten und sage dabei den Schimpf-Spruch deiner Wahl auf. Bei Bedarf wiederholen.

3. Gehe zum Kindespielplatz und betrachte spielende Minimenschen. Schaue, wie unbeschwert und angstfrei diese mit der Welt umgehen. Frage dich, was du von ihnen lernen kannst (oder warum du es im Laufe des Lebens verlernt hast).

Wenn du allein bist:

1. Singe aus vollem Hals zu einem frechen Lied, tue das, bis du richtig warm wirst durch das Einatmen und Singen.

2. Tanze Ballett. Sei anmutig. Strecke deine Beine und Arme. Es geht nicht darum, ob du es kannst, stelle es dir einfach vor und sei ein Meistertänzer oder eine Prima Ballerina.

3. Rufe jemanden an, den du magst und sage ihm, dass du ihn magst. Besprecht etwas aus der alten Zeit (das kann auch etwas von letzter Woche sein). Verabredet euch wieder.

Fühl dich ausgezeichnet!

Jetzt bist du wieder du, aufgetankt und voller Lebensenergie und dein Lächeln kann den Nordpol zum Schmelzen bringen. Vergiss nicht, die Welt um dich herum wissen zu lassen, wie gut es dir geht!

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Was Calisthenics sind und wie sie Ästhetik mit Gesundheit und Nachhaltigkeit verbinden

Körperliche Fitness kann man auf verschiedenen Wegen erreichen. Manch einer geht morgens eine halbe Stunde joggen, ein anderer pumpt schwere Eisen im Fitnessstudio, wieder ein anderer besucht Zumba und Aerobic…

Körperliche Fitness kann man auf verschiedenen Wegen erreichen. Manch einer geht morgens eine halbe Stunde joggen, ein anderer pumpt schwere Eisen im Fitnessstudio, wieder ein anderer besucht Zumba und Aerobic Stunden oder betreibt andere Sportarten. Ein trainierter Körper hilft uns gesund zu bleiben und nachhaltig mit uns selbst umzugehen. Darüber habe ich bereits in meinem Artikel Der Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und Fitness geschrieben. Interessanterweise verbinden heute die meisten von uns körperliche Fitness mit dem Fitnessstudio. Dort gibt es die verschiedensten Maschinen, freie Gewichte, jede Menge Ausdauergeräte sowie Laufbänder oder Crosstrainer. Schnell hat man sich angemeldet und die Studios haben in der Regel 15 bis sogar 24 Stunden am Tag geöffnet.

Doch gibt es eigentlich eine nachhaltigere Lösung für das tägliche Training, die auch den Geldbeutel schonen könnte? Ein Fitnessstudio betreibt viele Geräte, die alle extra gebaut werden mussten, ergo Ressourcen verbraucht haben und regelmäßig ersetzt werden müssen. Zusätzlich benötigen einige der Ausdauergeräte Strom. Außerdem brennt während der langen Öffnungszeiten ständig das Licht, die Musik läuft und in der Regel auch mehrere Fernseher. Vielleicht gibt es sogar eine Sauna oder Solarbänke. Ein letzter Faktor, der nicht außer Acht gelassen werden sollte, betrifft die Anreise zum Fitnessstudio. Fährt man mit dem Auto dorthin, ist dem Umweltschutz leider keinesfalls gedient. Wie kann ich also nachhaltig für meinen Körper und meine Umwelt sorgen, und dabei auch noch Geld und Zeit sparen? Die Antwort auf diese Frage lautet Calisthenics.

Der Begriff Calisthenics entpringt dem Griechischen und setzt sich aus den Wörtern kalos („schön“) und sthenos („Kraft“) zusammen. Einfach ausgedrückt umfassen Calisthenics Eigengewichtsübungen. Der Vorteil von Eigengewichtsübungen ist – wie der Name bereits sagt – dass man bloß sein eigenes Gewicht benötigt und etwa drei bis vier Quadratmeter Raum. Mehr ist für dieses Training nicht notwendig. Das bedeutet, ich kann zuhause trainieren und muss kein teures Fitnessstudio besuchen. Ich kann für mich alleine trainieren und muss mich nicht erst überreden, mich auf den Weg nach draußen zu machen. Calisthenics können durch wenige simple Übungen, wie etwa Liegestütze und Kniebeugen, sehr effektive Resultate erzeugen. Natürlich kann ich auch joggen gehen, doch wer daran interessiert ist die Muskulatur aufzubauen und zu stärken und nicht gerne läuft, ist mit Eigengewichtsübungen gut beraten.

Aber braucht man nicht Gewichte um Muskeln aufzubauen?

Manch einer mag glauben, dass Eigengewichtstraining relativ beschränkt ist in seiner Möglichkeit, Übungen zu steigern und progressiv Muskeln aufzubauen. Wenn jemand mit 150 Kilogramm auf den Schultern eine Kniebeuge macht, erscheint das natürlich erst einmal beeindruckender. Tatsächlich ist es aber so, dass Calisthenics wesentlich funktionaler sind als das typische Gewichte- und Bodybuilder-Training. Während die Maschinen im Fitnessstudio teilweise nur einen einzigen Muskel im Körper beanspruchen, trainiert eine Eigengewichtübung stets viele unterschiedliche Muskeln. Zudem ist das Eigengewichtstraining natürlich und damit gesünder. Rein evolutionär gesehen sind wir dazu konzipiert, unser eigenes Körpergewicht fortzubewegen und vielleicht auch auf Bäume hieven zu können. Die Übungen beanspruchen damit also ein natürliches Zusammenspiel verschiedenster Muskelgruppen, die auch die Gelenke schonend stärken. Ein externes Gewicht von 150 Kilogramm zu heben, stand hingegen nicht auf unserem evolutionären Bauplan. Oft haben Gewichtheber daher Probleme mit den Gelenken. Wer denkt, dass Calisthenics wenig Spielraum für progressiven Fortschritt lassen, dem sei dieses inspirierende Video ans Herz gelegt. Frank Medrano lebt vegan und trainiert seit drei Jahren mit Calisthenics. Die Ästhetik, die sich in diesem Training ausdrückt, ist eine beeindruckende Beherrschung des eigenen Körpers, beispielsweise mittels Handstand-Liegestützen.

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Bild: thefrankmedrano.com

Calisthenics möchte diese Extreme erreichen, aber man kann auch andere Formen von Eigengewichtstraining machen und Muskulatur aufbauen. Ein wenig weibliche Motivation und ein Eigengewichtstraining, das jeder zu Hause oder bei gutem Wetter draußen machen kann, gibt es von Zuzana Light. In dem Beitrag erklärt sie mithilfe von Bildern auch die Körperform der Übungen. Unter dem Video gibt es außerdem nützliche Anweisungen zur Form. Wer mit ganz simplen nur fünf- bis fünfzehnminütigen Trainings am Tag anfangen möchte, kann dies mit einer Trainingsreihe von Karl Ess tun. Karl Ess lebt auch vegan, trainiert aber in der Regel mit Gewichten.

Wen hingegen die Stärke von Calisthenics Athleten inspiriert hat, fängt am besten mit den Calisthenics Grundübungen an. Diese sind Kniebeugen, Ausfallschritte, Liegestütze, Klimmzüge und Sit Ups. Das klingt nach einer sehr beschränkten Auswahl, aber man kann von diesen Übungen hunderte Variationen verwenden. Ein möglicher Trainingsplan für Anfänger könnte so aussehen, dass man dreimal pro Woche alle diese Übungen macht. Es könnten vier Sets mit jeweils zehn Wiederholungen pro Übung sein. Wichtig bei jeder einzelnen Übung ist, dass man sie entsprechend seines Stärkegrades anpasst. Wenn ihr beispielsweise keine Liegestütze machen könnt, fangt mit Knie-Liegestützen oder sogar Wand-Liegestützen an. Diese übt man solange, bis man ohne Mühe 50 Wiederholungen schaffen kann, woraufhin man zum nächstschwierigeren Grad übergehen kann. So wird aus der Wand-Liegestütze irgendwann eine Handstand-Liegestütze.

Zu der nachhaltigen Sorge für den eigenen Körper gehört es auch, die Übungen mit der richtigen Körperhaltung auszuführen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass man sich zuvor gut mit den Übungen vertraut macht und weiß, wie die korrekte Körperhaltung aussieht. Zum Glück bietet das Internet zahlreiche Anleitungen und Beschreibungen zu allen Übungen. Im Falle der Kniebeuge beispielsweise ist dieser Artikel sehr hilfreich. Zusätzlich ist es ratsam sich von seinem Partner oder seiner Partnerin oder Freunden beobachten und korrigieren zu lassen. Alternativ kann man sich beim Trainieren einfach mal mit der Kamera aufzunehmen, damit man ganz sicher stellen kann, dass die Form stimmt.

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Bild: Janice

Ich persönlich trainiere seit fast drei Jahren mit Eigengewichtsübungen und könnte mir ein Leben ohne mein Training gar nicht mehr vorstellen. Am Anfang beziehungsweise nach einer langen Pause ist es immer ein wenig schwer sich zu überwinden, aber in der Regel hat es etwas Süchtigmachendes an sich. Das Training gibt mir Ausgleich in meinem Alltag; ich fühle mich danach wach, konzentriert und glücklich. Den Einstieg in das Eigengewichtstraining habe ich durch Zuzana Light gefunden, die damals noch alle ihre Trainingsroutinen kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Sie trainiert nach dem Konzept des HIIT (High Intensity Intervall Training), was kurze aber sehr anstrengende Trainingsroutinen umfasst, die den Metabolismus anregen, dadurch Fett verbrennen und Stärke aufbauen. Ich habe nun sehr lange mit HIIT trainiert und habe damit große Fortschritte gemacht. Früher konnte ich nur mit Mühe Liegestützen auf den Knien machen. Heute trainiere ich einarmige Liegestütze. Außerdem habe ich eine schöne körperliche Definition erlangt. Kürzlich bin ich auf Calisthenics gestoßen und möchte nun mein Training darauf ausrichten. Es reizt mich, irgendwann Handstand-Liegestütze oder einarmige Klimmzüge machen zu können.

Vielleicht möchten die meisten von euch Fitness gar nicht auf dem Level von Frank Medrano beherrschen oder gar so einen Körper haben. Ich möchte aber zeigen, dass das durchaus möglich ist. Auch wer nur ein wenig Bauchspeck loswerden möchte, oder darauf abzielt, ein wenig mehr Ausdauer und Energie durch Sport zu erlangen, kann dies kostenlos und nachhaltig im eigenen Zuhause oder im Freien erreichen. Es ist ohne Geräte möglich. Calisthenics und andere Formen von Eigengewichtsübungen sind eine bewusste Entscheidung für den Antikonsum. Die Fitnessindustrie möchte uns glauben machen, dass wir nur durch Shakes, Geräte und andere Apparate schlank und fit sein können. Doch im Grunde brauchen wir dafür nur unseren eigenen Körper und eventuell eine Matte auf dem Boden. Darüber hinaus fühlt es sich natürlich gut an, wenn man merkt, dass man stärker wird. Ich habe mehr Energie, bin seltener krank und habe das Gefühl, ich trage Sorge für meinen Körper, in dem ich schließlich zuhause bin.

Quellen:
„Convict Conditioning“ von Paul Wade
“You Are Your Own Gym: The Bible of Bodyweight Exercises” von Mark Lauren

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Im Glas keimt und sprosst es auch im tiefsten Winter

Im Januar bin ich auf die Idee gekommen, selber Sprossen und Keimlinge zu ziehen. Ich hatte zuvor schon öfters fertige Sprossen gekauft, da ich diese vor allem im Winter, wenn…

Im Januar bin ich auf die Idee gekommen, selber Sprossen und Keimlinge zu ziehen. Ich hatte zuvor schon öfters fertige Sprossen gekauft, da ich diese vor allem im Winter, wenn es nicht so viel frisches regionales Gemüse gibt, sehr lecker finde.

Was sind die Vorteile?

Keimlinge und Sprossen enthalten zahlreiche Vitamine – zum Beispiel Vitamin C in 35facher Menge im Vergleich zu den Samen -, Mineralstoffe die vom Körper besser verwertet werden können und sekundäre Pflanzenwirkstoffe. Und das nur nach ein paar Tagen mit etwas Wasser und Licht. Einfach, gesund und sehr lecker! Ihr werdet auch sehen, dass man beim Verkochen der Sprossen auch ganz schön kreativ werden kann, wenn man diese nicht nur über den Salat oder die Suppe streut. Ich berichte weiter unten, was ich schon so alles damit ausprobiert habe.

Was benötigt man?

Meine ersten Versuche habe ich mit einem größerem Becher aus stabilen Plastik gemacht, in dessen Boden ich Löcher gestoßen habe. Das hat bei den größeren Mungbohnen noch funktioniert, kleinere Samen wären allerdings durchgefallen. Insofern kann ich euch den Kauf eines Keimglases (erhältlich zum Beispiel von Alnatura) empfehlen. Hier sind die Löcher im abschraubbaren Deckel gleichmäßig kleiner und das Glas kann außerdem einfach gereinigt werden (angeblich ist es auch spülmaschinenfest). Alternativ ist es sicher möglich beim Selberbasteln ein Fliegengitter oder dergleichen über einem leeren Gurkenglas anzubringen.

Wie wird’s gemacht?

Beim Keimen und Sprossen gibt es folgende drei Phasen:
– Einweichphase: Die Bohnen, Linsen oder Samen werden zuerst mit Wasser abgespült und dann eingeweicht; dies dauert je nach Art nur kurz oder bis zu zwölf Stunden.
– Keimphase: Nach dem Einweichen das Wasser ausgießen und das Glas schräg stellen, sodass das überschüssige Wasser noch gut abtropfen kann und Luft dazu kommt. Die Sprossen zweimal am Tag mit frischem Wasser durchspülen. Ich mache das morgens gleich nach dem Aufstehen und abends nach dem Zähneputzen. Beim Spülen versuche ich das Glas auch etwas zu schütteln, so kommen immer andere Keimlinge oben zu liegen und es wachsen alle in etwa gleich schnell. Je nach Art des Saatguts kann nach drei bis acht Tagen geerntet werden.
– Ernte und Genussphase: Kein Stress mit dem Verzehren, in einem Gefäß im Kühlschrank halten die fertigen Sprossen vier bis fünf Tage, aber dann besser nicht mehr spülen, damit sie nicht zu nass sind und zu schimmeln beginnen (keine Sorge, das ist mir noch nie passiert).

Was habe ich in den wenigen Wochen schon ausprobiert?
– Mungbohnen: Der Klassiker, die sogenannte Sojabohnensprosse beim Asiaten. Diese werden zwölf Stunden eingeweicht und sind nach vier bis fünf Tagen erntebereit. Die grüne Schale schwimmt beim Abspülen teilweise oben im Glas, kann aber auch mitgegessen werden. Die Sprossen habe ich bei asiatischen Gerichten verwendet, aber auch auf Suppen, Salaten oder am Brot schmecken sie lecker.
– Linsen: Werden je nach Größe und Art zwei bis fünf Stunden eingeweicht und sind nach zwei bis vier Tagen bereit zum Ernten. Schmecken gut auf Suppen oder püriert als Aufstrich mit Gewürzen.
– Kichererbsen: Müssen zwölf Stunden eingeweicht werden und benötigen dann noch ungefähr drei bis vier Tage bis der Keimling in etwa doppelt so lange ist wie die Kichererbse. Achtung: Die Sprossen nicht roh essen, sie sind noch hart und enthalten außerdem noch einen Giftstoff. Um diesen abzubauen ist es ausreichend, die gesprossen Kichererbsen noch zehn bis fünfzehn Minuten im heißen Wasser zu blanchieren. Ich habe die gekochten, weichen Keimlinge mit Tahin (Sesampaste) und Gewürzen zu einem Hummus püriert.
– Sonnenblumenkerne: Müssen sechs Stunden eingeweicht werden. Danach drei bis vier Tage keimen lassen und öfters mit Wasser spülen. Mit den fertigen Keimlingen habe ich ein Sonnenblumenkern-Pesto (mit Basilikum und Würz-Hefeflocken) gemacht.
– Buchweizen: Nur ungefähr zwei Stunden einweichen, dann drei bis vier Tage keimen lassen. Die Sprossen schmecken eher süßlich und sind sehr weich, daher habe ich sie zusammen mit Sojajoghurt und Früchten in der Früh als Müsli gegessen.
– Leinsamen: Habe ich wie Kresse auf einem Teller vier bis fünf Tage mit etwas Küchenpapier großgezogen und als Keimlinge mit grünen Blättern gegessen.

Als nächstes möchte ich Alfalfa-Sprossen und Adzuki-Bohnen zum Sprossen bringen, ich bin schon gespannt!

Hat jemand von euch schon Erfahrungen mit anderen Keimlingen und Sprossen gesammelt?

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Seele 2.0 – Positive Ansteckung

Wenn wir uns nicht anstecken wollen, versuchen wir, bei einem hustenden Menschen auf Distanz zu bleiben. Und auf öffentlichen Toiletten kann man oft beobachten, wie wir und andere versuchen, möglichst…

Wenn wir uns nicht anstecken wollen, versuchen wir, bei einem hustenden Menschen auf Distanz zu bleiben. Und auf öffentlichen Toiletten kann man oft beobachten, wie wir und andere versuchen, möglichst nicht in Berührung mit Keimen zu kommen. Doch was, wenn wir andersherum denken? Wenn wir statt der Vermeidung der Ansteckung eine Ansteckung beabsichtigen?

Und das geht so:

Schritt eins: Setze dir ein bezauberndes Lächeln auf und halte es für mindestens zehn bis 15 Sekunden. Solltest du vorher schon gute Laune haben, wird sich diese verstärken und stabilisieren. Solltest du vorher unentschieden oder sogar schlecht drauf sein, wird sich dein Gemüt heben. Dafür sorgt die propriozeptive Rückmeldung. Diese ist folgendermaßen zu erklären: Unser Verhalten folgt unseren emotionalen Empfindungen. Wenn wir traurig sind, weinen wir. Wenn wir glücklich sind, lächeln wir. Das tolle an uns Menschen ist: Es geht auch andersherum! Daher, Schritt eins: Setze dir ein bezauberndes Lächeln auf und merke, was mit deinen Empfindungen passiert.

Schritt zwei: Gehe auf die Straße, irgendwohin, wo es viele Menschen gibt. Lächle die dir entgegenkommenden Passanten an, halte dabei eine Zeit lang den Augenkontakt. Mit der Zahl der Augenkontakte wirst du in deiner Wirkung sicherer, und bereits nach wenigen Minuten beginnt das Wunder der positiven Ansteckung: Die anderen Passanten beginnen, dich ebenfalls anzulächeln. (Übrigens, falls du einen Assistenten für diese Übung gewinnen kannst: Manche Menschen brauchen länger, bis sie sich angesteckt fühlen und lächeln erst, wenn ihr bereits aneinander vorbei gegangen seid. Lass deinen Assistenten fünfzig Meter hinter dir laufen und notieren, wie viele Menschen anfangen zu lächeln, wenn du selbst diese gar nicht mehr siehst.)

Schritt drei: Mache einen Tag in der Woche zum Gute-Laune-Tag. Sei eine Sonne für alle um dich herum. Besonders am Anfang wird es manchen seltsam vorkommen, und es mag sein, dass die Reaktion eher verhalten ist. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Gewöhnen sich deine Kollegen daran, dass man deine Laune ab und zu mit nichts kaputt machen kann, werden sie neugierig. Und wenn sie erst einmal neugierig sind, hast du sie bereits vollbracht: Die positive Ansteckung!

Chamäleon-Effekt

So erklären die Wissenschaftler dieses Phänomen: Dein Gegenüber ahmt deine Gestik und Mimik nach – das tun wir alle unbewusst – und tut es dir gleich. Schaffst du es, dass dein Gegenüber ungefähr zehn bis 15 Sekunden lächelt, realisiert das Gehirn deines Gegenübers dieses Verhalten und macht Rückschlüsse auf das Befinden. Du kannst sicher sein, dass er oder sie sich besser fühlt.

Was hast du davon?

Schaffst du es, deine Umgebung an einem Tag in der Woche positiv anzustecken, brauchst du einfach nur bei deinen Gute-Laune-Tagen bleiben, und schon in Kürze werden es andere sein, die dich mit guter Laune anstecken. Du und deine Umgebung habt dann eine Woche voller Lächeln, guter Gespräche, produktiver Zeit und entspannter Gesichtszüge.

Entspannte Gesichtszüge wiederum – wir erinnern uns an die propriozeptive Rückmeldung – führen zu einer entspannten Seele. Und ist die Seele erst einmal entspannt, bleiben deine Ressourcen weiterhin verfügbar und einsatzbereit für die Überraschungen, die in unserem Leben immer vorkommen.

Bist du bereit, deine Welt positiv anzustecken? Dann los!

 

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Birgit Dierker entstanden.

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Seele 2.0 – Fordern und verlangen

Wer denkt heute noch bei der Heirat an die Diamantene Hochzeit als Ziel? Wir sind in einer Ära angekommen, in der Heiraten nicht obligatorisch, Partnerwechsel selbstverständlich und Patchwork- und polyamore…

Wer denkt heute noch bei der Heirat an die Diamantene Hochzeit als Ziel? Wir sind in einer Ära angekommen, in der Heiraten nicht obligatorisch, Partnerwechsel selbstverständlich und Patchwork- und polyamore Familienstrukturen normal sind. Es gibt einen guten TED Talk dazu, in dem die Autorin sagt, von einem Partner wird heute erwartet, was früher ein ganzes Dorf geleistet hat.

Er/Sie soll sowohl erotisch als auch freundschaftlich sein, alles können, philosophisch die gleichen Werte vertreten und natürlich auch noch gut aussehen und klug sein. Und weil kaum einer so ein Supermensch ist, tauschen wir und suchen den nächsten Partner. Einen, der besser passt. Mein Vater ist jetzt zum vierten Mal verheiratet. Und obwohl er seine Muster erkannt hat und genau weiß, dass er auf der Suche nach etwas ist, was es nicht gibt, kann er nicht damit aufhören.

Wir verlangen und fordern.
Und wenn das Ergebnis nicht zu unseren Forderungen passt, gehen wir weiter. Was passiert dabei mit unseren Seelen? Die Seele lernt, sie muss die Bedürfnisse „draußen“ stillen. Irgendjemand kommt und gibt mir etwas, was ich brauche. Irgendwann. Manche finden tatsächlich diese „externen“ Befriedigungen. Und genau an dieser Stelle kommt das Wort Nachhaltigkeit ins Spiel.

Es ist nicht nachhaltig, auf andere zu hoffen.
Denn mal bekommt man etwas, mal nicht, und die Seele, die sich ausgerichtet hat auf die Suche da draußen, hungert immer wieder. Ernährt sich von Müll („Seelenmüll“ wie hohle Statusmeldungen aus Facebook oder sinnlose Soaps im Fernsehen) und wird krank. Es trägt nicht zur Stabilität der Psyche bei, sich von äußeren Faktoren abhängig zu machen.

Lerne dich selbst kennen
Wie kannst du dir aus so einer Situation helfen? Lerne dich selbst kennen und lerne, dich selbst zu stärken. Und damit kannst du direkt hier und heute anfangen. Gehe zum Spiegel, schaue dich an und sage laut und deutlich: „Ich bin toll!“ Und der nächste Schritt?

Weniger fordern und verlangen.
Schaue, wo in deinem Alltag du Forderungen an deine Umwelt stellst und wie es deiner Seele damit geht. Fütterst du sie gut genug? Gibst du dir selbst genug Bestätigung oder suchst du Bestätigung von anderen? Gehst du schonend mit deinen seelischen Ressourcen um oder verbrauchst du diese tagtäglich in Streit und Ärger? Fange einfach mit deiner nächsten persönlichen Begegnung an und schaue, wie du da weniger fordern und verlangen kannst.

Und wenn dir Ideen, Fragen oder Erkenntnisse kommen, die du teilen möchtest, schreibe mir!

Nächstes Mal: Positive Ansteckung

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Heilfasten, Teil 1: Was ist es, was kann es und was hatte ich davon?

Fasten ist ein umstrittenes Thema. Wissenschaftler sind sich uneinig über die Wirkung dieser „Kur“. So heißt es auf der Seite der „Deutschen Gesellschaft für Ernährung“: „Viele positive Wirkungen des Heilfastens…

Fasten ist ein umstrittenes Thema. Wissenschaftler sind sich uneinig über die Wirkung dieser „Kur“. So heißt es auf der Seite der „Deutschen Gesellschaft für Ernährung“: „Viele positive Wirkungen des Heilfastens sind wissenschaftlich kaum oder nur ungenügend belegt. Der in Zusammenhang zum Heilfasten immer wieder genannte Begriff „Entschlacken“ ist wissenschaftlich nicht begründbar. […] Heilfasten kann aber ein Impuls für eine Änderung des Lebensstils sein.“ Im Gegenzug dazu schreibt die Autorin der Seite heilfasten.de, Tonia, aus ihrer eigenen Erfahrung: „Der Körper befreit sich während einer Heilfasten-Kur von allem, was ihm schadet. Giftstoffe und Schlacken werden beim Heilfasten ausgeschieden. Man könnte also auch sagen, dass das Heilfasten den eigenen inneren Arzt auf den Plan ruft und Stauungen und Blockaden auf allen Ebenen löst. Viele chronische Gesundheitsprobleme lassen sich durch regelmäßiges Heilfasten bessern oder sogar völlig heilen.“

Was also steckt hinter dem Ganzen? Ist Fasten ein Mittel, um Gewicht zu reduzieren oder den Körper zu entgiften? Oder beides? Oder ist es nur unnötige Quälerei, schlimmer noch, Geldmacherei der Heilfastenkuranstalten? In diesem Artikel möchte ich aufgrund meiner persönlichen Erfahrung erzählen, was Heilfasten ist, wie es funktioniert und warum ich es selbst regelmäßig mache(n muss). In einem weiteren Artikel werde ich zur besseren Übersicht die bekanntesten Fastenmethoden vorstellen und ihre Vor- und Nachteile analysieren.

Um mit meiner persönlichen Erfahrung zu beginnen, möchte ich euch zunächst erzählen, wie es dazu kam, dass ich mit dem Fasten begonnen habe. Ich führe es selbst in regelmäßigen Abständen durch, weil ich eine Autoimmunkrankheit habe. Diese äußert sich so, dass meine Immunzellen sich an Hand- und Fußgelenken gegen meine Haut wehren und ich fürchterlich juckende, sich durch das Kratzen vermehrende, rote Ausschläge bekomme. Ohne Behandlung kann sich das bis zu Hautkrebs ausweiten. Die Schulmedizin hatte auch nach zweieinhalbjähriger Behandlung versagt und ich suchte nach einer anderen Methode. Durch eine alternative Therapie über vier Monate habe ich mit natürlichen Mitteln meinen Körper komplett entgiftet. Anschließend habe ich fünf Tage gefastet und das hat den gewünschten Erfolg gebracht. Meine Haut hat sich erholt, die Ausschläge gehen zurück oder verheilen langsam. Darum führe ich es seitdem in regelmäßigen Abständen (mit ärztlicher Begleitung) durch.

Bevor man sich ins Heilfasten stürzt, geht es zuallererst zum Hausarzt – vorausgesetzt man möchte es zu Hause machen. Geht man auf eine Fastenkur in eine Heilanstalt ist es natürlich etwas anderes, aber wir gehen jetzt davon aus, dass wir zu Hause fasten möchten. Gesundheitlich muss man topfit sein, denn der Körper steht die Anstrengung einer Fastenkur sonst nicht durch. Leidet man unter bestimmten Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Problemen, Bluthochdruck, Herz-Gefäß-Erkrankungen oder ähnlichem, ist der Gang zum Arzt Pflicht! Es kann sonst sehr gefährlich sein und das wäre absolut nicht zielführend.

Ein kurzer Überblick über den Ablauf beim Fasten

Während dieser Zeit sind besonderer Stress oder große Anstrengungen (Umzug, wichtige Projekte im Job) zu vermeiden, da das Fasten für den Körper eine enorme Anstrengung bedeutet. Zusätzlich muss man dafür sorgen, regelmäßig – am besten jeden zweiten Tag – Stuhlgang zu haben, da man sonst eine Darminfektion riskiert. Es gibt verschiedene natürliche Mittel die abführend wirken (zum Beispiel Buttermilch, Molke, Sauerkrautsaft, Zitronen-Drink, Apfelessig). Sollten diese nicht zum gewünschten Ergebnis führen, kann man auch zu stärkeren Mitteln greifen (zum Beispiel Rizinusöl, Faulbaumtee, Glaubersalz, Bittersalz). In jedem Fall ist es ratsam, es auf dem natürlichen Weg zu versuchen.

Allgemein teilt sich das Heilfasten in vier Phasen auf. Während der Vorbereitung in der ersten Phase stellt man den Körper durch leichte Kost und Verzicht auf Genussmittel langsam auf die verminderte Nahrungsaufnahme ein. An den Fastentagen in der zweiten Phase reinigt sich der Körper von Innen. Begonnen mit der Haut zieht sich der Reinigungsprozess immer weiter bis zum Darm. Um diesen Weg zu bestreiten, braucht es mindestens fünf Fastentage. Im Anschluss daran folgt das sogenannte Fastenbrechen, die dritte Phase. An diesem Tag bricht man das Fasten ab und startet mit bestimmten Lebensmitteln, je nach Methode, langsam wieder mit dem Essen. Danach beginnen die Aufbautage, also die vierte Phase, bei denen man sich mit kleinen Portionen wieder langsam an eine normale Nahrungsaufnahme gewöhnt. In der Regel sagt man, die Aufbautage sollten mindestens ein Drittel der Fastenzeit andauern, zum Beispiel folgen auf 21 Fastentage sieben Aufbautage. Sport ist ein wichtiger Bestandteil des Fastens, da der Körper in dieser Zeit natürlich an seine Reserven geht, baut er auch Muskelmasse ab. Um dem entgegen zu wirken, empfiehlt es sich, nur sanfte Übungen zu machen um den Organismus nicht unnötig zu belasten. Sportarten wie zum Beispiel Yoga, aber auch Autogenes Training oder Meditation sind erlaubt und erwünscht. Natürlich kann es trotz der vielen Vorbereitung und sorgsamer Planung zu Komplikationen kommen, das nennt man Fastenkrise. Symptome wie Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme, Übelkeit oder Hautausschläge können auftreten. Darum ist es ratsam vor dem Fasten ein Blutbild machen zu lassen, um Nährstoffmängel aufzudecken oder eine Übersäuerung festzustellen. Der Verzicht auf Koffein und Nikotin schon vor dem Fasten kann ebenfalls solchen Symptomen entgegenwirken.

Natürlich gibt es auch negative Seiten des Fastens. Es können Nebenwirkungen auftreten, die man nicht unterschätzen sollte. (Siehe auch: apinchofhealth.com/very-low-calorie-diets/research-into-the-dangers-of-very-low-calorie-diets.php oder gesundheit.de/ernaehrung/diaeten/fasten/fasten-wirksamkeit-nebenwirkungen-bewertung) Kreislaufstörungen, Azidose, Hypotonie, Gicht oder Herzrhythmusstörungen sind Symptome, die durch verschiedene Prozesse im Körper auftreten könnten und verhindert oder vermieden werden können, wenn man schon vor dem Fasten zum Arzt geht. Darum ist dies gerade für Menschen mit Vorerkrankungen oder Menschen, die regelmäßig Medikamente nehmen sehr wichtig.

Wie man sieht, heißt Fasten nicht einfach nichts zu essen. Es steckt viel Vorbereitung und geistige Einstellung dahinter und nicht für jeden ist es die richtige Methode, um mit seinem Körper „ins Reine zu kommen“. In jedem Fall muss man mit sich selbst immer umsichtig umgehen, denn: „Tu deinem Leib etwas Gutes, damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen.“ (Teresa von Ávila)

Habt ihr schon einmal gefastet? Aus welchem Grund und habt ihr eure Ziele damit erreicht? Welche Methode kennt ihr und würdet ihr sie empfehlen? Ich freue mich über eure Kommentare!

Quellen:
http://heilfastenkur.de/
http://www.heilfasten.de/cms/front_content.php?idcat=171

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Sort of Sophie – Dieses Jahr wird irgendwie alles besser.

In meinem letzten Kolumnenbeitrag ging es um das bewusste Nichtstun mit dem Ziel, einen Zustand der Entspannung zu erreichen und gleichzeitig neue Kräfte und Energien aufzubauen. Heute möchte ich euch…

In meinem letzten Kolumnenbeitrag ging es um das bewusste Nichtstun mit dem Ziel, einen Zustand der Entspannung zu erreichen und gleichzeitig neue Kräfte und Energien aufzubauen. Heute möchte ich euch ein paar Methoden für die aktive Schaffung von Ruhe-Inseln im Alltag vorstellen. Damit meine ich die Einrichtung und Wahrnehmung von kurzen gedanklichen Auszeiten, die man auch gut in einen langen Arbeitstag integrieren kann.

Gleich vorweg: Diese Übungen sind etwas sehr Persönliches. Es gilt in erster Linie zu experimentieren und zu beobachten, denn wir Menschen sind alle verschieden und daher funktioniert natürlich nicht jede Technik bei jedem gleich gut. Probiert die Techniken einfach aus und seht, was mit euch passiert, was am besten funktioniert und was ihr für euch selbst erfolgreich abändern könnt. Das Wichtigste ist immer, dass ihr euch wohl dabei fühlt.

Die folgenden Übungen zur Schaffung eurer Ruhe-Inseln nehmen jeweils nur drei bis zehn Minuten Zeit in Anspruch. Am Anfang kann es möglicherweise etwas länger dauern, wenn die Gedanken noch zu schnell abschweifen und unbedingt zu dem komplexen Projekt auf dem Schreibtisch zurückkehren wollen. Aber auch hier gilt: Übung macht den Meister.

Ruhe-Insel 1: Platz zum Atmen
Zum Einstieg liegt der Fokus auf der bewussten Atmung. Atmet durch die Nase ein und zählt dabei gedanklich langsam bis sechs. Haltet die Luft kurz an. Dann atmet durch den leicht geöffneten Mund wieder aus, zählt dabei ebenfalls langsam bis sechs. Das Ganze wiederholt ihr zehnmal hintereinander. Meistens spürt man nach dieser ersten Übung schon einen deutlichen Unterschied zu vorher. Die Atmung ist einer der wichtigsten Bestandteile der Entspannung überhaupt, denn schon bei der kleinsten Aufregung verändert sie sich. Das Herz schlägt schneller, die Atemfrequenz wird erhöht. Schnellere Atmung bedeutet aber gleichzeitig flachere und damit weniger effektive Atmung. Daher müssen wir zuallererst immer zu einer ruhigen, tiefen Atmung zurückfinden. Oft reichen diese bewussten Atemzüge schon als Entspannung für Zwischendurch, weil die meisten von uns das richtige Atmen im Laufe der Zeit verlernt haben.

Ruhe-Insel 2: Negatives Eliminieren
Was gibt es, das euch aus eurer Mitte bringt? Welche Personen, Projekte oder Pflichten bewirken, dass ihr euch schon beim bloßen Gedanken daran verspannt? Seid ehrlich zu euch selbst. Nur keine Scheu, es kann und wird euch niemand kontrollieren oder gar mit dem Finger auf euch zeigen. Es dürfen also durchaus auch die eigenen Kinder sein.

Wenn ihr den oder die Übeltäter identifiziert habt, stellt euch vor, ihr packt all diese kleinen und großen Ärgernisse in ein Segelboot. Habt ihr es fertig beladen, dann holt tief Luft, atmet ganz langsam aus und füllt das Segel mit eurem Atem. Seht ihr, wie das Boot sich langsam in Bewegung setzt? Mit jedem Atemzug entfernt es sich weiter. Winkt ihm hinterher und beobachtet, wie es mit dem Ballast langsam am Horizont verschwindet.

Übrigens: Je konkreter ihr seid, desto besser funktioniert dieses Gedankenspiel. Wenn also genau „diese eine Kollegin“ euch gerade den letzten Nerv raubt, schickt auch nur sie auf die Reise und hebt euch den Rest für ein anderes Mal auf. Der Vorrat an Segelbooten ist unerschöpflich.

Ruhe-Insel 3: Gedankenreise
Versetzt euch gedanklich zurück in den letzten (schönen!) Urlaub oder malt euch euren absoluten Traumurlaub aus. Wo seid ihr? Wie sieht die Landschaft aus? Was macht ihr? Seid ihr am Strand? Spürt ihr den warmen Sand zwischen euren Zehen? Weht euch eine salzige Meeresbrise die Haare ins Gesicht? Malt euch die Details aus. Das kann der Duft einer schönen Blume sein, genauso wie das Gefühl, nach einer langen Wanderung auf einem dreitausend Meter hohen Gipfel zu stehen und in die Ferne zu blicken. Fantasiert und genießt die Zeit. Achtet dabei auf eine ruhige, tiefe Atmung.

Wenn ihr fertig seid, steht nicht sofort wieder auf und stürzt euch in die nächste Besprechung oder auf den nächsten Punkt der To-do-Liste, sondern schließt die Übung bewusst ab. Atmet ein paar ruhige Atemzüge tief durch und räkelt, streckt oder windet euch. Spannt alle Muskeln an, haltet die Spannung für ein paar Sekunden und dann lasst wieder los. Bedankt euch bei euch selbst für die Aufmerksamkeit, am besten mit einem Lächeln. Dann kann es weiter gehen.

 

Solltet ihr diese Übungen am Arbeitsplatz machen, kommen wir um ein Thema nicht herum: Wie geht man mit Störungen um? Das Telefon läutet, das E-Mail-Postfach füllt sich, die Kollegen (oder Zuhause: die Kinder) stehen plötzlich da. Im Idealfall führt ihr die Übungen zumindest am Anfang an einem ruhigen Ort durch, wo all diese Störquellen nicht vorhanden sind. Wenn ihr einmal euren eigenen Weg gefunden habt, bringen euch Störungen aber nicht mehr so durcheinander, wie es am Anfang der Fall sein kann. Wichtig ist auf jeden Fall, dass ihr euch nicht unter Druck setzt. Wenn die Gedanken abschweifen, führt sie behutsam wieder zurück, aber ärgert euch nicht darüber. Es ist ganz normal, ein Gedankenchaos hervor zu rufen, wenn man mit dem Üben beginnt.

Habt ihr diese (oder andere) Übungen schon ausprobiert? Was sind eure Erfahrungen damit? Was sind eure Tricks, um zwischendurch den Kopf frei zu bekommen?

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Seele 2.0 – Nachhaltigkeit der Psyche

Wir trennen unseren Müll, wählen sorgfältig die Lebensmittel aus, die es in unseren Magen schaffen und die Klamotten, die unserer Haut schmeicheln – doch was ist mit unseren Seelen? Hier und…

Wir trennen unseren Müll, wählen sorgfältig die Lebensmittel aus, die es in unseren Magen schaffen und die Klamotten, die unserer Haut schmeicheln – doch was ist mit unseren Seelen? Hier und jetzt, im hektischen und rasend schnell fliegenden 21. Jahrhundert – wie sorgen wir für uns? Wann fangen wir auch bewusst an, über die Nachhaltigkeit unserer Psyche nachzudenken? Ich finde, wir sollten spätestens heute damit anfangen.

Zuerst möchte ich die Begriffe klären. Wenn ich von der Nachhaltigkeit der Seele spreche, meine ich unsere Psyche als die Gesamtheit der Gefühlsregungen und der geistigen Vorgänge. Nachhaltig geht jemand mit seiner Seele um, wenn er seine psychischen Ressourcen – wie zum Beispiel Achtsamkeit, Gelassenheit, Selbstvertrauen – bewusst einteilt und daran denkt, dass auch sein inneres Leben eine natürliche Regenerationsfähigkeit hat, die gepflegt werden will. Pflegt man seine Psyche nicht, kommt es zu Krankheiten, die bekanntesten davon sind Depression und Burnout. Was kümmert mich die Depression, meinst du? Psychische Krankheiten sind in Deutschland der mit Abstand häufigste Grund für Berufsunfähigkeit. Und eines verrate ich euch an dieser Stelle gern: Depressionen entstehen nicht über Nacht und nicht erst wenn wir über 50 sind. Depressionen schleichen sich tröpfchenweise in unser Leben ein, wenn wir nicht auf unsere Seele aufpassen. So, wie wir auf unser Essen aufpassen. Oder auf die Wahl der Läden beim Klamottenkauf.

Eine erste Übung gefällig? Lächle dich jeden Tag im Spiegel an. Egal, wie du aussiehst. Lächle dich bewusst an und schaue, wie der Mensch im Spiegel zurücklächelt. Jeden Tag.

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Heute geht es wie angekündigt um das Thema Auszeit. Zeit für Auszeit, um genau zu sein. Wir alle sind auf sie angewiesen. Ein gesunder Geist braucht einen gesunden Körper und…

Heute geht es wie angekündigt um das Thema Auszeit. Zeit für Auszeit, um genau zu sein. Wir alle sind auf sie angewiesen. Ein gesunder Geist braucht einen gesunden Körper und beides kann nur mit ausreichenden Entspannungsphasen zwischendurch erreicht und in weiterer Folge auch aufrecht erhalten werden.

Und doch hetzen wir die meiste Zeit durch das viel zu kurze Leben, anstatt immer wieder bewusst einen Schritt zurück zu machen und die Ruhe regieren zu lassen. Wir stressen uns von einem Termin zum nächsten, stopfen jede noch so kleine Lücke in unseren Terminkalendern mit Verpflichtungen und Verabredungen zu, um nur ja nichts zu verpassen. Dreimal die Woche zum Sport, weil man fit sein muss. Volkshochschulkurs, man will sich schließlich weiterbilden. Tanzen gehen, weil man sich selbst und den anderen zeigen will, dass man es noch kann. Essen und Trinken mit Freunden, weil die sozialen Kontakte unbedingt gepflegt werden müssen, denn sonst wird bestimmt schlecht von einem gedacht. Gehören auch noch Partner und Kinder zum Leben, sieht der Tagesablauf gleich noch etwas gedrängter aus.

Da ist es wirklich kein Wunder, dass einem früher oder später die Luft zum Atmen fehlt. Man arbeitet Terminpläne und To-Do-Listen lange Zeit pflichtbewusst und voller Energie ab, ist irgendwann aber plötzlich erst morgens, bald auch tagsüber müde, bekämpft solche Gefühle der „Schwäche“ jedoch mit Hilfe von Kaffee oder Energydrinks. Nur nicht zeigen, dass man jetzt eigentlich etwas anderes braucht. Man kommt am Abend nach Hause und was ist dann? Sobald man die Wohnungstür hinter sich geschlossen hat, bricht die Erschöpfung über einen herein. Tun wir etwas dagegen? Nein. Am nächsten Morgen beginnt das Spiel von Neuem. Und so etwas nennen wir tatsächlich Leben? Hier läuft doch etwas gehörig falsch.

Wenn sich diese Ohnmacht erst einmal eingestellt hat, ist es meist schon zu spät, um vorsorglich zu handeln. Man hat bereits viel zu lange die Bedürfnisse von Körper und Geist ignoriert. Dementsprechend lange braucht es auch, um beides wieder in Einklang zu bringen. Und doch ist es keineswegs unmöglich. Man muss sich nur der Tatsache bewusst werden, dass es auf die gewohnte Art und Weise nicht mehr weiter gehen kann, und die offenbar ungesunde Lebensweise ändern.

Der erste Schritt dazu lautet: Termine streichen.

Ja, es tut mir leid, aber es ist so. Es führt kein Weg daran vorbei. Mit einem vollen Terminkalender kann man sich nicht entspannen. Sobald Termine mehr Belastung als Freude darstellen, muss man sich – zumindest von einigen – vorläufig trennen. Man muss nicht jeden Tag und jeden Abend auf Achse sein, wenn es einem mehr Energie raubt, als es gibt. Es ist weder Schande, noch ist es ein Ausdruck von Schwäche, wenn man sich einmal ganz bewusst zurückzieht, um durchzuatmen. Und einfach mal nichts zu tun.

„Was, Nichtstun? Iiiiiieh, das geht doch nicht!“ werden jetzt viele denken. Zu Unrecht. Nichtstun fällt heutzutage den meisten Menschen schwer, denn:

„Das ist vergeudete Zeit!“
„Aber ich habe doch so viel zu tun!“
„Ich kann nicht, ich muss… !“
„Das ist langweilig!“
„Das bringt doch nichts!“
„Nichtstun ist asozial!“

Dabei wird übersehen, dass Nichtstun nicht mit dem meist negativ behafteten Wort Untätigkeit verwechselt werden darf. Unsere italienischen Nachbarn wissen schon deutlich mehr damit anzufangen. „Dolce far niente“ – das süße Nichtstun. Müßiggang. Sich einfach mal treiben lassen. Das klingt doch gleich viel besser, oder?

Aber nicht nur Nichtstun fällt den Menschen schwer, auch das bewusste Alleinsein. Alleine zu sein hat aber nicht automatisch mit Einsamkeit zu tun. Sondern mit Selbstrespekt und Regeneration. Viele Kinder lernen in der heutigen Zeit nicht mehr, dass man sich auch alleine beschäftigen kann und sollte. Ohne Freunde, ohne Ablenkung elektronischer Geräte. Immer muss der Schalter auf „On“ stehen, denn „Off“ wäre Schwäche. Und Schwäche darf nicht sein. Schwäche ist böse. So ist bei vielen Kindern und Erwachsenen Überforderung vorprogrammiert. Dabei benötigt ein Kinderhirn genauso wie das Hirn eines Erwachsenen Pausen, um sich weiterentwickeln zu können. Wenn man die ganze Zeit nur auf „Aufnahme“ gestellt ist, geht irgendwann gar nichts mehr. Ein Muskel benötigt auch eine Regenerationsphase, um wachsen zu können. Dem Muskel gestatten wir diese Phase des Nichtstuns. Unserem Geist nicht. Dabei hat er es mindestens genauso nötig.

Probiert es aus! Tretet einfach einmal einen Schritt zurück, streicht einen Termin aus eurem Kalender – oder falls ihr nicht anders könnt, tragt euch einen Termin dafür ein – und macht nichts. Ihr werdet erstaunt sein, was euer Kopf so alles zustande bringt, wenn ihr ihn komplett frei macht. Wenn ihr einmal nicht an To-Do-Listen, Geschäftstermine, Kinder, die schmutzige Wäsche oder den Geburtstag der Schwiegermutter denkt. Schließt die Augen und nehmt euch selbst und eure Atmung wahr.

Es funktioniert nicht? Es schwirren alle möglichen Gedanken durch den Kopf? Der Geist will nicht zur Ruhe kommen und ihr ertappt euch, wie ihr an eure Pflichten denkt? Dann ist es umso wichtiger, diese Übung immer und immer wieder zu machen. Nur Geduld – auch Nichtstun will gelernt sein.

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Sonntagslektüre: Nimm dir Zeit für Gutes

So weit, so gut Nach dem vorangegangenen Erstlingsbeitrag meiner Kolumne und nachdem sich die meisten von euch hoffentlich schon einige Gedanken über ihr Leben gemacht haben, möchte ich dieses Mal…

So weit, so gut

Nach dem vorangegangenen Erstlingsbeitrag meiner Kolumne und nachdem sich die meisten von euch hoffentlich schon einige Gedanken über ihr Leben gemacht haben, möchte ich dieses Mal Aufklärung schaffen und zugleich Verwirrung stiften. Die Motivation für diese Kolumne kommt daher, dass es meiner Ansicht nach viel zu viele Negativschlagzeilen gibt und im Gegensatz dazu viel zu wenige Menschen, die über Gutes schreiben.

Bis in die jüngste Vergangenheit hinein las ich sehr gerne Zeitung, natürlich immer unter dem Aspekt der Selektion und Filtration. Von vornherein wurden Berichte über Unfälle, Attentate und dergleichen Schlimmes ausgeblendet. Ebenso ignorierte ich Wirtschaftliches, Politisches oder Sportliches, das nur Negatives behandelte. Die ernüchternde Bilanz: Was übrig bleibt, ist wahrlich nicht viel. Aufgrund dessen möchte ich mich hier, in meiner Kolumne, vor allem den schönen Dingen widmen. Natürlich wird das nicht immer möglich sein, ganz ohne Kritik oder dem Aufzeigen eines Konfliktes geht es auch nicht immer. Aber für diejenigen, die gedenken, meinen Beiträgen regelmäßig zu folgen: Ihr könnt aufatmen! Ich konzentriere mich auf Erwähnenswertes in positiver Form!

Was gibt es Gutes in meinem Leben?

Mein erster Gedanke galt klassischen atemberaubenden Momenten: Das Konzert meiner Lieblingsband, das Bestehen einer großen Prüfung oder der Beginn einer neuen Beziehung. Definitiv ist es nicht der Lottogewinn – ich meine, natürlich wäre er es, aber in der Regel fallen kleine Alltagserlebnisse aufgrund ihrer Häufigkeit eher ins Gewicht. Hierzu fällt mir der Anruf eines Freundes, der sich nach meinem Wohlbefinden erkundigt, ein (nicht die üblichen „Du, kannst du nicht…“-Phrasen). Wenn mein Lieblingslied im Radio erklingt oder auch, wenn mir eine fremde Person die Straßenbahn aufhält (weil ich es natürlich wieder zu eilig habe).

Wenn man sich solche Überlegungen im Hinterkopf behält, dann müsste es doch einfach sein, jeden Tag schön zu gestalten – trotz der Berücksichtigung gewisser Verpflichtungen. Leider sind wir in solchen Punkten gerne vergesslich. Denn wenn ich Leute in der Öffentlichkeit beobachte, so entdecke ich viele leere Silhouetten; Personen, die in Gedanken bereits beim nächsten Termin sind, oder im Kopf die Liste der Erledigungen durchgehen. Wie viele Menschen sind im Hier und Jetzt? Wie viele lächeln? Ich glaube, wir sind uns alle einig darüber, dass wir für unser Glück auch etwas tun müssen. Griesgrämig durch das Leben schlendern und nörgeln kann doch jeder.

Gutes für die Nachhaltigkeit

Ist das Versprühen von guter Laune und Weltoffenheit nicht auch eine Form der Nachhaltigkeit, um somit durchschlagend vorgefasste Meinungen, Scheuklappendenken und Negatives zu verbannen? Somit lässt sich auch schnell und simpel erklären, warum ich The bird’s new nest für eine geniale Idee halte. Wir Autoren versuchen Interessierten unsere Erfahrungen mit Nachhaltigkeit näher zu bringen. Man berichtet beispielsweise von Dingen, die ressourcenschonend und ohne Menschen- und Tierleid produziert wurden, und denen man ganz leicht den Vortritt lassen kann. Essentiell ist das Fernbleiben von besserwisserischem Fingerzeig, denn niemand von uns ist perfekt. Wir geben alle unser Bestes und schreiben über Inhalte, die uns am Herzen liegen und die wir gerne mit euch teilen.

Nun liegt es an uns! Wollen wir uns doch alle ein Beispiel an der Biene nehmen, die ich vor einigen Tagen zwischen unseren gelagerten Äpfeln auf der Terrasse fand. Sie strotzte der für sie tödlichen Kälte und hielt entgegen ihrem biologischen Lebensplan durch. Und mit etwas Glück startet sie im Frühling neu.

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