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Schlagwort: Freude

Seele 2.0 – Welchen Wolf fütterst du?

Zu Beginn eine kurze Übung. Spüre in dich hinein – wie fühlst du dich jetzt? Aufgeregt oder gelangweilt? Satt oder hungrig? Ist dir warm oder kalt? Hast du Ruhe oder bist…

Zu Beginn eine kurze Übung. Spüre in dich hinein – wie fühlst du dich jetzt? Aufgeregt oder gelangweilt? Satt oder hungrig? Ist dir warm oder kalt? Hast du Ruhe oder bist du in Eile? Schließe kurz die Augen und spüre das.

Und nun eine Frage. Denkst du, dass du selbst dafür verantwortlich bist, wie du dich fühlst? Glaubst du, dass du selbst zu 100 Prozent beeinflussen kannst, wie es dir geht? Denke kurz nach – schreibe deine Antwort gern auf.

Die Wölfe in deinem Herzen

Eine Indianerweisheit sagt, in unseren Herzen tobt ein Kampf zwischen zwei Wölfen. Der eine Wolf ist böse. Er kämpft mit Ärger, Neid, Eifersucht, Sorgen, Gier, Arroganz, Selbstmitleid, Lügen, Überheblichkeit, Egoismus und Missgunst. Der andere Wolf ist gut. Er kämpft mit Liebe, Freude, Frieden, Hoffnung, Gelassenheit, Güte, Mitgefühl, Großzügigkeit, Dankbarkeit, Vertrauen und Wahrheit. Willst du wissen, welcher der beiden Wölfe gewinnt? Die Antwort ist einfach. Es gewinnt der Wolf, den du fütterst.

Wie du dich fühlst, ist deine Entscheidung

Viele Menschen denken, dass Gefühle entstehen, weil uns etwas passiert. Ich bin zum Beispiel unzufrieden, wenn der Bus nicht pünktlich kommt und ich im Regen stehe. Oder ich fühle mich verärgert, weil meine Tochter nicht anruft. Doch unsere Gefühle entstehen vielmehr durch unsere Bewertung der Situation, in der wir uns befinden, und durch unsere Gedanken.

Das bedeutet, in gleicher Situation können zwei verschiedene Menschen komplett unterschiedliche Gefühle bekommen. Der Bus kommt nicht und ich werde gerade nass im Regen? „Toll!“, denkt der Teenager, der heute verspätet nach Hause kommen wird. „Dann werde ich von meiner Mutter nicht so ausgeschimpft, denn sie sorgt sich so sehr um meine Gesundheit“. Klar, niemand hat gern nasse Schuhe, dennoch hilft es nicht, aus Busverspätung und Regen eine Tragödie zu machen.

Zeitlich befristete Umstände sind nämlich keineswegs eine bleibende Realität, und vom Mond aus gesehen sind all diese Probleme sowieso klitzeklein. Stehst du an der Bushaltestelle im Regen, so ist es ganz und gar deine Entscheidung, ob du dich darauf fokussierst, wie schlecht dein Leben ist oder dich darauf freust, deine nassen Schuhe auszuziehen und den Abend mit einer Tasse Tee und guter Musik ausklingen zu lassen. Du entscheidest, wie du dich fühlst. Jede einzelne Minute.

Stärken stärken statt Schwächen schwächen

Stell dir vor, du läufst mit einer Taschenlampe im Dunklen und leuchtest nur auf positive und fröhliche Objekte. Die anderen Objekte sind immer noch da, doch du nimmst sie nicht wahr. Worauf du dich fokussierst, das wächst, wird größer und stärker, wird zur Gewohnheit. Fütterst du den bösen Wolf, wird dieser in dir präsent, dein Gesichtsausdruck und deine Körperhaltung folgen deinen Gedanken – und das steckt die Menschen um dich herum an. (Wie das mit der Ansteckung funktioniert, kannst du in einem anderen Artikel nachlesen – klicke hier.)

Und wie reagieren Menschen auf jemanden, der mit einem Böser-Wolf-Gesichtsausdruck durch die Gegend läuft? Sind sie freundlich zu ihm? Geben sie ihm gern, wonach er fragt? Oder beißen sie zurück? Alles, was du nicht kannst, was du nicht magst, was du noch nicht hast – lass es im Dunklen. Fokussiere dich stattdessen auf alles, was dir gut gelingt und worin du gut bist. Stärke deine Stärken und zeige der Welt, wie großartig du als Person bist.

Eine Übung für Zwischendurch

Atme tief ein und aus und schüttle kurz deinen Körper durch. Erinnere dich bewusst an Ereignisse, in denen du dich gut gefühlt hast. Male dir dabei ganz lebendig aus, wie die Situation ausgesehen hat, mit welchen Menschen du zusammen warst, und was du gesagt, getan und gefühlt hast. Hast du gesessen oder gestanden? Wenn möglich, nimm die gleiche Körperhaltung an wie in der Situation – stehe auf oder bewege dich. Spüre nochmal in dich hinein: Wie ging es dir? War das schön? War das großartig?

Und nun stell dir vor, du fühlst dich genau so für die nächsten sieben Tage. Was ist dann alles möglich? Was wirst du alles bewältigen? Was kannst du alles schaffen? Wem kannst du helfen? Wen kannst du überzeugen, wenn du dich genau so fühlst? Und nun stell dir vor, du fühlst dich so für die nächsten drei Monate. Das ganze nächste Jahr. Dein ganzes restliches Leben…

Seelenkaries vermeiden

Die Formel ist simpel: Tue es täglich! Hole dir täglich ein Puzzleteil deines Lebens aus einer Situation, in der du dich großartig gefühlt hast. Atme tief ein und aus, bewege deinen Körper und merke, wie deine Gedanken vor der Situation geflutet werden. Du bist ganz und gar in diesem positiven Erlebnis.

Mache es jeden Tag. Jeden Tag, an dem du dich großartig fühlen willst. Es wird dir nicht sofort gelingen, denn du musst an dieser Stelle erst mal „Muskeln“ bilden und dich daran gewöhnen. Eins ist sicher: Je mehr du deine positiven Gefühle pflegst, umso stärker werden diese und umso häufiger spürst du diese.

So wie wir uns die Zähne putzen, können wir auch unsere Gedankenwelt reinigen, indem wir nur den guten Wolf füttern und ihn siegen lassen. Du bist großartig – zeige es der Welt!

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Nadine sucht das Glück: Glück ist unsterblich

„Menschliches Glück stammt nicht so sehr aus großen Glücksfällen, die sich selten ereignen, als vielmehr aus kleinen glücklichen Umständen, die jeden Tag vorkommen.“ So die Worte Benjamin Franklins. Manchmal nehme…

„Menschliches Glück stammt nicht so sehr aus großen Glücksfällen, die sich selten ereignen, als vielmehr aus kleinen glücklichen Umständen, die jeden Tag vorkommen.“ So die Worte Benjamin Franklins. Manchmal nehme ich mir die Zeit, die Menschen in meiner Umgebung still zu beobachten und mich an ihrem Glück zu erfreuen. Auch als unbeteiligter Außenstehender ist es schön mit anzusehen, wenn die Augen vor Freude leuchten und sich Zufriedenheit in den Gesichtern breit macht.

Vergangene Woche habe ich eine Konferenz besucht. Ich habe ein buntes Sammelsurium an Menschen vorgefunden, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Menschen aus verschiedenen Ländern und verschiedenen Branchen, Alte und Junge, Männer und Frauen, Studenten, Experten, Interessierte und Vortragende. Ein bunt gemischter Haufen, der sich aufgrund einer gemeinsamen Leidenschaft zusammengefunden hat. So viele Glücksmomente habe ich dort erlebt, dass gar nicht alle in Erinnerung geblieben sind. Von manchen ist nur noch die Ahnung vorhanden, dass es sie gab. Manche sind ganz präsent und bringen mich noch immer zum Lächeln.

Viele Teilnehmer sind in Gruppen angereist, manche allein oder zu zweit. Beinahe alle haben im Laufe der Konferenz alte Freunde getroffen und neue Freundschaften geschlossen. „Schön, dass du da bist.“, „Ich freue mich, dich zu sehen.“, „Wie gut, dass wir uns kennen gelernt haben.“, diese Sätze hab ich oft gehört, begleitet von Umarmungen, Schulterklopfen und freudestrahlenden Gesichtern. So simpel diese Worte auch sind, so gut tut es, sie zu hören. An allen Ecken und Enden wurden die Köpfe zusammengesteckt und über Gott und die Welt geredet. Man schwelgte in gemeinsamen Erinnerungen an vergangene Tage, schmiedete Pläne, besprach neue Projekte. Es wurde gescherzt und gelacht, über Fauxpas der letzten Konferenz geschmunzelt und ganz nebenbei noch gut gegessen und getrunken. Die Wiedersehensfreude, die neuen Bekanntschaften und die gemeinsame Leidenschaft sorgten für eine wundervolle Atmosphäre.

Die Vortragenden stammten aus den unterschiedlichsten Fachgebieten. Allen gemein war die Begeisterung. Ich habe Referenten gesehen, die gefühlte 120 Jahre alt waren. Vor Menschen zu sprechen, die ihr größtes Interesse teilen und über Jahre angesammeltes Wissen weitergeben zu können, zauberte vielen von ihnen ein Leuchten in die Augen. So viel Engagement, so viel Liebe zum Detail, so viele angeregte Diskussionen habe ich miterleben dürfen. „Wenn jemand meine Arbeit fortführen würde, das wäre ein großes Glück.“ Dieser Satz ist mir im Gedächtnis geblieben. Wenn man viele Jahre Energie und Zeit in ein Projekt investiert, sich immerwährend Gedanken macht, wie man es noch besser machen könnte und ständig Lösungen für die kleinsten Probleme sucht, dann steckt viel Herzblut darin. Wenn nun Andere, Jüngere sich dieses Projekts annehmen und es weiter entwickeln, mit eigenen Ideen schmücken und ihre eigene Begeisterung darin einbringen, dann ist das tatsächlich ein großes Glück. Dann ist man ein Glied in einer Kette, die nicht endet. Man ist unvergessen und unsterblich. Ein bisschen zumindest.

Einer dieser Referenten wurde ob seiner Verdienste besonders geehrt. Junge und alte Kollegen haben gemeinsam eine Festschrift für ihn verfasst. Ein Glück für den Geehrten, der voller Stolz auf seine Arbeit blicken darf. Der die Anerkennung von Fremden und Freunden genießen kann und die Gewissheit hat, etwas Wichtiges geleistet zu haben. Ein Glück auch für den Freund, der die Ehrung verkünden und das Buch überreichen durfte. „Du hast Großes vollbracht. Ich bin stolz auf dich.“ Das einem Freund sagen zu können, ihm im eigenen Namen und (wie in diesem Fall) im Namen vieler anderer seine Wertschätzung aussprechen zu dürfen, fühlt sich wundervoll an. Auch diese Anerkennung macht unvergessen.

Andere Referenten waren genauso unerfahren und jung wie ich. Einige waren genauso nervös wie ich, andere konnten ganz gelassen auftreten. Jeder einzelne hat seinen Vortrag mit Bravour gemeistert und durfte sich über den Applaus der Zuhörer freuen. Vor so vielen Menschen zu stehen, die sich für das gleiche Thema begeistern und vielleicht zum ersten Mal eine eigene Theorie vorzustellen oder ein selbst entwickeltes Projekt zu präsentieren ist aufregend. Wenn aus diesem Vortrag eine Diskussion entsteht, ist das umso aufregender. Wenn einem danach wohlwollend auf die Schulter geklopft wird und man ein „Das hast du gut gemacht.“ hört, dann ist man glücklich. Glücklich über den eigenen Mut, über das gute Gelingen, über das Lob der Gleichgesinnten.

Benjamin Franklin hatte Recht. Es sind die kleinen Glücksmomente, die zählen. Jeder einzelne für sich und alle in ihrer Summe sind der Grund für strahlende Augen, lachende Gesichter, zufriedenes Zurücklehnen. Diese kleinen Momente sind es, die die Menschen und das Glück unsterblich machen. Für mich waren es die Gespräche mit Menschen, die mir wieder oder zum ersten Mal begegnet sind. Mit ihnen allen teile ich eine Erinnerung, die uns gemeinsam unsterblich macht.

Seid ihr auch der Meinung, dass es die kleinen Momente sind, die zählen? Habt auch ihr das Gefühl, dass solche Momente unsterblich machen? Oder seht ihr das ganz anders? Ich freue mich auf eure Kommentare!

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