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Buchweizen – starke Flocken, grundlos unterschätzt!

Wer auf der Suche nach einer sehr gesunden Alternative zu den morgendlichen Haferflocken ist, darf sich auf die Bandbreite von Buchweizen freuen. Man kennt das glutenfreie Pseudo-Getreide, welches seinen Namen…

Wer auf der Suche nach einer sehr gesunden Alternative zu den morgendlichen Haferflocken ist, darf sich auf die Bandbreite von Buchweizen freuen. Man kennt das glutenfreie Pseudo-Getreide, welches seinen Namen den dreikantigen Körnern verdankt, die an Bucheckern erinnern, ursprünglich aus der russischen oder polnischen Küche. Es wird Zeit, ihm auch in unseren Küchenschränken mehr Platz einzuräumen!

Buchweizen hat einen leicht bitteren, kräftigen Geschmack, der sich aber in den verschiedenen Zubereitungsarten dennoch gut einfügt. Auch seine inneren Werte überzeugen – mit rund zehn Prozent hochwertigem Eiweiß sollten gerade Sportler dem grauen Korn einen Freundschaftsantrag stellen. Vitamin E, B1, B2 und Kalium, Eisen, Kalzium und Magnesium bringen zusammen mit der enthaltenen Kieselsäure für Haut und Haare zusätzlichen Schwung in die Müslischale. Mit rund 350 Kalorien auf 100 Gramm ist Buchweizen vergleichbar mit anderen natürlichen Frühstücks-Zerealien und kann daher mengenmäßig mit anderen Kohlehydrat-Quellen in Rezepten ausgetauscht werden. Buchweizen gibt es als ganzes Korn zu kaufen, aber auch als Flocken, Grütze oder Mehl – es empfiehlt sich die lichtgeschützte Aufbewahrung im Vorratsschrank.

Für die kalte Jahreszeit findet ihr meine drei aktuellen Lieblings-Rezepte für Buchweizen in Kombination mit Chiasamen, als Porridge und als Protein-Pfannkuchen.

Overnight Kokos-Buchweizen Parfait

parfait

Zutaten

  • 60 g Buchweizenflocken
  • 15 g Chiasamen
  • 20 g Kokosraspeln
  • 1 TL Erdnuss-Muß
  • Süßungsmittel nach Wahl
  • Pflanzenmilch (Sojadrink, Haferdrink, Mandeldrink…)
  • ½ Granatapfel

 

Buchweizenflocken über Nacht mit Pflanzenmilch, Kokosraspeln, einem Teelöffel Erdnussmuß, Chiasamen und Süßungsmittel nach Wunsch in den Kühlschrank stellen und quellen lassen. Am nächsten Morgen fünf Minuten in die Mikrowelle geben und Buchweizen nachgaren, danach weitere fünf Minuten quellen lassen. Das Parfait mit Granatapfelkernen garnieren.

Buchweizen-Kürbis-Porridge mit lauwarmem Kompott und Kakao-Nibs

kuerbisporridge

Zutaten

  • 50 g Buchweizen-Flocken
  • 20 g Haferflocken
  • ca. 120 ml Wasser
  • Pflanzendrink (Sojadrink, Haferdrink, Mandeldrink…)
  • 4 EL Kürbispürée
  • Süßungsmittel nach Wahl
  • 1 Apfel
  • 1 Birne
  • Rohe Kakao-Nibs

 

Buchweizen (wer mag auch gemischt mit Haferflocken) mit Wasser zehn Minuten köcheln lassen, bis das Wasser fast verkocht ist. Den warmen Brei mit einem Schuss Pflanzenmilch cremig rühren und mit Kürbispürree mischen. Mit Zimt, einer Süßungsquelle (Agavendicksaft, Kokosblütenzucker, Xylith und ähnlichem) nach Wunsch süßen und weitere fünf Minuten quellen lassen. In einem zweiten Topf Apfel- und Birnenstücke mit ein wenig Wasser für zehn Minuten kochen, bis das Obst weich wird, und nach Wunsch süßen. Das warme Kompott auf den Buchweizen-Porridge geben und für den extra Crunch beim Essen noch mit rohen Kakao-Nibbs und Nüssen garnieren.

Tipp: Wer am Morgen nicht extra den Herd anwerfen möchte, kann auch am Vorabend die Zutaten für den Porridge über Nacht mit Pflanzenmilch zum Quellen in den Kühlschrank geben und den Porridge am nächsten Morgen nur für vier Minuten in der Mikrowelle erhitzen.

Kürbispürée und Kompott lassen sich auch super auf Vorrat produzieren und in Einmachgläsern lagern. Für hausgemachtes Kürbispürée einen Hokkaido in Wasser kochen, abgießen, mit sehr wenig Wasser pürrieren und mit Zimt, Süßungsmittel nach Wahl sowie Zitronenschale, einem Hauch Ingwer und Nelken abschmecken, noch heiß in Einmachgläser füllen.

Das Porridge schmeckt auch super mit warmen Bananen und Kokosmilch.

Blaubeer-Buchweizen-Protein-Pfannkuchen

pancakes

Zutaten

  • 120 g Buchweizenmehl oder Buchweizenflocken im Mixer zu Mehl weiterverarbeitet
  • 1 reife Banane
  • 45 g veganes Proteinpulver
  • 20 g Nüsse, z.B. Cashews
  • 250 ml Pflanzendrink (Sojadrink, Haferdrink, Mandeldrink…)
  • 1 TL Backpulver
  • Eine Hand voll Blaubeeren

 

Buchweizenflocken im Mixer zu Mehl verarbeiten. Die Bananen, Backpulver, Proteinpulver sowie nach Wunsch Nüsse und einige Blaubeeren zusammen mit dem Pflanzendrink im Mixer zu einem cremigen Teig verarbeiten. Den Teig einige Minuten quellen lassen, in der Zwischenzeit in einer kleinen Pfanne Kokosöl erhitzen. Den Teig portionsweise zu Pfannkuchen verbacken, dabei jeweils ein paar Blaubeeren in den Pfannkuchen einbacken. Pfannkuchen servieren und mit den restlichen Beeren garnieren.

Viel Spaß beim Ausprobieren! Hinterlasst mir gerne einen Kommentar, wir ihr Buchweizen kombiniert!

5 Kommentare zu Buchweizen – starke Flocken, grundlos unterschätzt!

Was Calisthenics sind und wie sie Ästhetik mit Gesundheit und Nachhaltigkeit verbinden

Körperliche Fitness kann man auf verschiedenen Wegen erreichen. Manch einer geht morgens eine halbe Stunde joggen, ein anderer pumpt schwere Eisen im Fitnessstudio, wieder ein anderer besucht Zumba und Aerobic…

Körperliche Fitness kann man auf verschiedenen Wegen erreichen. Manch einer geht morgens eine halbe Stunde joggen, ein anderer pumpt schwere Eisen im Fitnessstudio, wieder ein anderer besucht Zumba und Aerobic Stunden oder betreibt andere Sportarten. Ein trainierter Körper hilft uns gesund zu bleiben und nachhaltig mit uns selbst umzugehen. Darüber habe ich bereits in meinem Artikel Der Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und Fitness geschrieben. Interessanterweise verbinden heute die meisten von uns körperliche Fitness mit dem Fitnessstudio. Dort gibt es die verschiedensten Maschinen, freie Gewichte, jede Menge Ausdauergeräte sowie Laufbänder oder Crosstrainer. Schnell hat man sich angemeldet und die Studios haben in der Regel 15 bis sogar 24 Stunden am Tag geöffnet.

Doch gibt es eigentlich eine nachhaltigere Lösung für das tägliche Training, die auch den Geldbeutel schonen könnte? Ein Fitnessstudio betreibt viele Geräte, die alle extra gebaut werden mussten, ergo Ressourcen verbraucht haben und regelmäßig ersetzt werden müssen. Zusätzlich benötigen einige der Ausdauergeräte Strom. Außerdem brennt während der langen Öffnungszeiten ständig das Licht, die Musik läuft und in der Regel auch mehrere Fernseher. Vielleicht gibt es sogar eine Sauna oder Solarbänke. Ein letzter Faktor, der nicht außer Acht gelassen werden sollte, betrifft die Anreise zum Fitnessstudio. Fährt man mit dem Auto dorthin, ist dem Umweltschutz leider keinesfalls gedient. Wie kann ich also nachhaltig für meinen Körper und meine Umwelt sorgen, und dabei auch noch Geld und Zeit sparen? Die Antwort auf diese Frage lautet Calisthenics.

Der Begriff Calisthenics entpringt dem Griechischen und setzt sich aus den Wörtern kalos („schön“) und sthenos („Kraft“) zusammen. Einfach ausgedrückt umfassen Calisthenics Eigengewichtsübungen. Der Vorteil von Eigengewichtsübungen ist – wie der Name bereits sagt – dass man bloß sein eigenes Gewicht benötigt und etwa drei bis vier Quadratmeter Raum. Mehr ist für dieses Training nicht notwendig. Das bedeutet, ich kann zuhause trainieren und muss kein teures Fitnessstudio besuchen. Ich kann für mich alleine trainieren und muss mich nicht erst überreden, mich auf den Weg nach draußen zu machen. Calisthenics können durch wenige simple Übungen, wie etwa Liegestütze und Kniebeugen, sehr effektive Resultate erzeugen. Natürlich kann ich auch joggen gehen, doch wer daran interessiert ist die Muskulatur aufzubauen und zu stärken und nicht gerne läuft, ist mit Eigengewichtsübungen gut beraten.

Aber braucht man nicht Gewichte um Muskeln aufzubauen?

Manch einer mag glauben, dass Eigengewichtstraining relativ beschränkt ist in seiner Möglichkeit, Übungen zu steigern und progressiv Muskeln aufzubauen. Wenn jemand mit 150 Kilogramm auf den Schultern eine Kniebeuge macht, erscheint das natürlich erst einmal beeindruckender. Tatsächlich ist es aber so, dass Calisthenics wesentlich funktionaler sind als das typische Gewichte- und Bodybuilder-Training. Während die Maschinen im Fitnessstudio teilweise nur einen einzigen Muskel im Körper beanspruchen, trainiert eine Eigengewichtübung stets viele unterschiedliche Muskeln. Zudem ist das Eigengewichtstraining natürlich und damit gesünder. Rein evolutionär gesehen sind wir dazu konzipiert, unser eigenes Körpergewicht fortzubewegen und vielleicht auch auf Bäume hieven zu können. Die Übungen beanspruchen damit also ein natürliches Zusammenspiel verschiedenster Muskelgruppen, die auch die Gelenke schonend stärken. Ein externes Gewicht von 150 Kilogramm zu heben, stand hingegen nicht auf unserem evolutionären Bauplan. Oft haben Gewichtheber daher Probleme mit den Gelenken. Wer denkt, dass Calisthenics wenig Spielraum für progressiven Fortschritt lassen, dem sei dieses inspirierende Video ans Herz gelegt. Frank Medrano lebt vegan und trainiert seit drei Jahren mit Calisthenics. Die Ästhetik, die sich in diesem Training ausdrückt, ist eine beeindruckende Beherrschung des eigenen Körpers, beispielsweise mittels Handstand-Liegestützen.

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Bild: thefrankmedrano.com

Calisthenics möchte diese Extreme erreichen, aber man kann auch andere Formen von Eigengewichtstraining machen und Muskulatur aufbauen. Ein wenig weibliche Motivation und ein Eigengewichtstraining, das jeder zu Hause oder bei gutem Wetter draußen machen kann, gibt es von Zuzana Light. In dem Beitrag erklärt sie mithilfe von Bildern auch die Körperform der Übungen. Unter dem Video gibt es außerdem nützliche Anweisungen zur Form. Wer mit ganz simplen nur fünf- bis fünfzehnminütigen Trainings am Tag anfangen möchte, kann dies mit einer Trainingsreihe von Karl Ess tun. Karl Ess lebt auch vegan, trainiert aber in der Regel mit Gewichten.

Wen hingegen die Stärke von Calisthenics Athleten inspiriert hat, fängt am besten mit den Calisthenics Grundübungen an. Diese sind Kniebeugen, Ausfallschritte, Liegestütze, Klimmzüge und Sit Ups. Das klingt nach einer sehr beschränkten Auswahl, aber man kann von diesen Übungen hunderte Variationen verwenden. Ein möglicher Trainingsplan für Anfänger könnte so aussehen, dass man dreimal pro Woche alle diese Übungen macht. Es könnten vier Sets mit jeweils zehn Wiederholungen pro Übung sein. Wichtig bei jeder einzelnen Übung ist, dass man sie entsprechend seines Stärkegrades anpasst. Wenn ihr beispielsweise keine Liegestütze machen könnt, fangt mit Knie-Liegestützen oder sogar Wand-Liegestützen an. Diese übt man solange, bis man ohne Mühe 50 Wiederholungen schaffen kann, woraufhin man zum nächstschwierigeren Grad übergehen kann. So wird aus der Wand-Liegestütze irgendwann eine Handstand-Liegestütze.

Zu der nachhaltigen Sorge für den eigenen Körper gehört es auch, die Übungen mit der richtigen Körperhaltung auszuführen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass man sich zuvor gut mit den Übungen vertraut macht und weiß, wie die korrekte Körperhaltung aussieht. Zum Glück bietet das Internet zahlreiche Anleitungen und Beschreibungen zu allen Übungen. Im Falle der Kniebeuge beispielsweise ist dieser Artikel sehr hilfreich. Zusätzlich ist es ratsam sich von seinem Partner oder seiner Partnerin oder Freunden beobachten und korrigieren zu lassen. Alternativ kann man sich beim Trainieren einfach mal mit der Kamera aufzunehmen, damit man ganz sicher stellen kann, dass die Form stimmt.

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Bild: Janice

Ich persönlich trainiere seit fast drei Jahren mit Eigengewichtsübungen und könnte mir ein Leben ohne mein Training gar nicht mehr vorstellen. Am Anfang beziehungsweise nach einer langen Pause ist es immer ein wenig schwer sich zu überwinden, aber in der Regel hat es etwas Süchtigmachendes an sich. Das Training gibt mir Ausgleich in meinem Alltag; ich fühle mich danach wach, konzentriert und glücklich. Den Einstieg in das Eigengewichtstraining habe ich durch Zuzana Light gefunden, die damals noch alle ihre Trainingsroutinen kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Sie trainiert nach dem Konzept des HIIT (High Intensity Intervall Training), was kurze aber sehr anstrengende Trainingsroutinen umfasst, die den Metabolismus anregen, dadurch Fett verbrennen und Stärke aufbauen. Ich habe nun sehr lange mit HIIT trainiert und habe damit große Fortschritte gemacht. Früher konnte ich nur mit Mühe Liegestützen auf den Knien machen. Heute trainiere ich einarmige Liegestütze. Außerdem habe ich eine schöne körperliche Definition erlangt. Kürzlich bin ich auf Calisthenics gestoßen und möchte nun mein Training darauf ausrichten. Es reizt mich, irgendwann Handstand-Liegestütze oder einarmige Klimmzüge machen zu können.

Vielleicht möchten die meisten von euch Fitness gar nicht auf dem Level von Frank Medrano beherrschen oder gar so einen Körper haben. Ich möchte aber zeigen, dass das durchaus möglich ist. Auch wer nur ein wenig Bauchspeck loswerden möchte, oder darauf abzielt, ein wenig mehr Ausdauer und Energie durch Sport zu erlangen, kann dies kostenlos und nachhaltig im eigenen Zuhause oder im Freien erreichen. Es ist ohne Geräte möglich. Calisthenics und andere Formen von Eigengewichtsübungen sind eine bewusste Entscheidung für den Antikonsum. Die Fitnessindustrie möchte uns glauben machen, dass wir nur durch Shakes, Geräte und andere Apparate schlank und fit sein können. Doch im Grunde brauchen wir dafür nur unseren eigenen Körper und eventuell eine Matte auf dem Boden. Darüber hinaus fühlt es sich natürlich gut an, wenn man merkt, dass man stärker wird. Ich habe mehr Energie, bin seltener krank und habe das Gefühl, ich trage Sorge für meinen Körper, in dem ich schließlich zuhause bin.

Quellen:
„Convict Conditioning“ von Paul Wade
“You Are Your Own Gym: The Bible of Bodyweight Exercises” von Mark Lauren

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Scott Jurek: Eat & Run

Im Januar dieses Jahres habe ich Scott Jureks Buch gelesen, oder besser gesagt verschlungen. Schon der Titel hat mich angesprochen – ich laufe auch gerne, zwar keine Ultras, aber immerhin…

Im Januar dieses Jahres habe ich Scott Jureks Buch gelesen, oder besser gesagt verschlungen. Schon der Titel hat mich angesprochen – ich laufe auch gerne, zwar keine Ultras, aber immerhin normale Marathondistanzen sowie Bergläufe und ich ernähre mich auch vegan (zu Hause ausschließlich, sonst flexi-vegan). In „Eat & Run“ schreibt Scott Jurek über seine Kindheit und Jugend, darüber wie er zum Laufsport gekommen ist, wie sich seine Leidenschaft weiterentwickelt hat, wie er immer wieder und immer weiter gelaufen ist und wie er dabei auf vegane Ernährung gekommen ist.

Mit fesselnden Worten gelingt es Scott Jurek den Leser in seinen Bann zu ziehen und an seinen Abenteuern bei den längsten und härtesten Rennen teilhaben zu lassen. Man kann förmlich die Anstrengungen und Hitze mitfühlen, sowie die Schönheit der geschilderten Natur mit genießen und sich mit ihm freuen, wenn er einen Lauf gewinnt. Scott Jurek schreibt über seine schwerkranke Mutter, sein hartes Leben zwischen Laufsport, Studium und Geldverdienen, aber auch über seine Freunde und jene Menschen, die ihn motiviert und inspiriert haben. Die Ernährung kommt im Buch immer wieder nebenbei vor, zum Beispiel was er an neuen Nahrungsmitteln gerade ausprobiert, beeinflusst von seinen Reisen und Erfahrungen. Am Ende jeden Kapitels stellt Scott Jurek eines seiner veganen Lieblingsrezepte vor. Ein paar davon, wie den Chia-Pudding, habe ich schon ausprobiert – einfach zu machen und schmeckt sehr lecker. Ein persönlich geschriebenes, sehr lesenswertes Buch ist Scott Jurek gelungen. Nicht nur für Läufer empfehlenswert!

Hier geht es zu Scotts Website: scottjurek.com

 

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Der Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und Fitness

Manch einer mag sich vielleicht fragen, wie Training und Fitness zu einem Magazin über Nachhaltigkeit passen. Auch ich setzte mich zunächst mit dieser Frage auseinander, nachdem ich mich entschieden hatte,…

Manch einer mag sich vielleicht fragen, wie Training und Fitness zu einem Magazin über Nachhaltigkeit passen. Auch ich setzte mich zunächst mit dieser Frage auseinander, nachdem ich mich entschieden hatte, einen Artikel über dieses Thema zu verfassen. Nach kurzem Überlegen kam ich jedoch dahinter, dass sich Fitness und Nachhaltigkeit wunderbar vereinen lassen.

Eine nachhaltige Wahl von Fitnessgeräten.

Am meisten auf der Hand liegend ist die Verbindung zwischen Fitness und Nachhaltigkeit sowohl beim Kauf von Fitnessgeräten als auch bei der Art der Ausübung. Wähle ich beispielsweise für meine morgendliche Yogaroutine eine Matte aus schadstoffhaltigem, billigem Plastik und Weichmachern, wirkt sich das ungünstiger auf die Umwelt und meine Gesundheit aus, als wenn ich eine Matte aus 100 Prozent Bio-Baumwolle oder schadstofffreiem Nitrilkautschuk mit langer Lebensdauer wähle. Dieselben Kriterien lassen sich auch auf den Kauf von Hanteln über Fitnesskleidung bis hin zu großen Trainingsgeräten anwenden.

Aber auch die Art und Weise, wie ich Sport ausübe, spielt eine Rolle. Jogge ich draußen in der Natur, verwende ich wesentlich weniger Ressourcen, als wenn ich im hell beleuchteten Fitnessstudio auf dem Laufband laufe, zu dem ich womöglich noch mit dem Auto gefahren bin. Nachhaltigkeit kann also wie in allen anderen Lebensbereichen auch bei der Fitness ein hilfreicher Wegweiser sein.

Ein nachhaltiger Umgang mit dem eigenen Körper.

Unter Nachhaltigkeit versteht man eine ressourcenschonende, zukunftsfähige und bewusste Lebensweise. Während wir dieses Konzept meistens gesamtgesellschaftlich betrachten, lässt es sich auch auf den einzelnen Menschen übertragen. Unser Körper ist als Organismus für uns unser Lebensraum. Er bietet uns alle Ressourcen, um erfolgreich mit der Umwelt interagieren zu können. An diesen Lebensraum sind wir allerdings ein Leben lang gebunden. Wir können nicht in einen anderen Körper wechseln. Mit diesem Lebensraum nachhaltig umzugehen, bedeutet also, dafür Sorge zu tragen, dass unser Körper jetzt und auch in fernerer Zukunft gesund und in seiner Funktionalität erhalten bleibt.

Es ist hinlänglich bekannt, dass körperliche Fitness sich nicht nur signifikant positiv auf unsere körperliche, sondern auch geistige Gesundheit auswirkt. Wer regelmäßig Sport treibt, stärkt sein Herz und Immunsystem und beugt Osteoporose vor. Außerdem führt körperliche Fitness zu einem geringeren Risiko fettleibig zu werden sowie an Diabetes, Herz- und Gefäßkrankheiten, Bluthochdruck und sogar Krebs zu erkranken. Zudem werden durch Sport Glückshormone freigesetzt und das Risiko einer Depression vermindert. Fitness, sofern man den Sport richtig betreibt, ist also ein nachhaltiger Umgang mit dem eigenen Körper.

Darüber hinaus kann ein trainierter Körper aber auch auf gesellschaftlichem Niveau zu einer Schonung von Ressourcen beitragen. Durch die verminderte Anfälligkeit für physische und psychische Krankheiten sind erheblich weniger Medikamente notwendig. Außerdem spart Fitness auf eine ganz simple Weise Strom und andere Ressourcen. Wer die Treppe nimmt statt den Aufzug, oder das Fahrrad anstelle des Autos, macht die Welt mit ein wenig Fitness ein Stück grüner. Hierdurch könnte auch eine erhöhte Nachfrage nach Parks oder Radwegen entstehen. Diese könnten, wenn gebaut, auch andere zu mehr Bewegung motivieren. Ein grüner Dominoeffekt ist entstanden.

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Bild: Sterosize / pixabay.com

Fitness schult ein nachhaltiges Mindset.

Fitness kann aber auch einen sehr subtilen Einfluss auf die Nachhaltigkeit unserer Umwelt ausüben. Während wir im Allgemeinen davon ausgehen, dass unsere Einstellung unser Handeln bestimmt, zeigen langjährige Erkenntnisse aus der Psychologie, dass das Gegenteil der Fall ist. Wenn wir viel Sport betreiben (das Verhalten), wird sich mit der Zeit unsere Einstellung dahingehend ändern, dass wir Fitness als wichtiger erachten als früher. Jemand, der regelmäßig trainiert, ist geneigt, sich auch mit dem Thema Gesundheit auseinander zu setzen. Dabei wird er oder sie zunächst einmal vielleicht nur aus rein eigennützigen Motiven auf beispielsweise chemische Zusätze in Essen und Kleidung verzichten. Langfristig wird aber auch dieses Handeln seine oder ihre Einstellung verändern können. So entwickelt jemand, der zunächst ausschließlich aus Eigennutz begann, biologisch einzukaufen, nun auch eine allgemein nachhaltige Einstellung: Eine Einstellung, die nicht nur nachhaltig für den eigenen Körper sorgen möchte, sondern für den gesamten Planeten.

Vielleicht fühlt ihr euch bereits motiviert euch zu bewegen. Kleine Veränderungen können manchmal viel bewirken.

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