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YOGANIMAL – Was hat königliches Karma mit Fashion zu tun?

Vor noch gar nicht allzu langer Zeit entdeckte ich auf Instagram den Account „Royalkarma“. Als Yogalehrerin flatterten mir dann gleich mehrere Assoziationen durch den Kopf: * Was du nicht willst,…

Vor noch gar nicht allzu langer Zeit entdeckte ich auf Instagram den Account „Royalkarma“. Als Yogalehrerin flatterten mir dann gleich mehrere Assoziationen durch den Kopf:

* Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andren zu!
* Royal = königlich = Raja (Raja Yoga ist der Königsweg des Yogas)

Ich wurde neugierig, folgte dem Account und entdeckte herrlich schöne Yoga-Klamotten und süße, kleine, bunte Buddhafiguren. Nachdem ich dann den Onlineshop von YOGANIMAL – so heißt das Label eigentlich – durchstöbert hatte, war ich absolut begeistert. Ich wollte mehr über YOGANIMAL wissen und habe deshalb ein Interview mit Denise Edling, dem Gesicht hinter den Good-Karma-Produkten, geführt.

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Denise, möchtest du dich und YOGANIMAL selbst einmal kurz vorstellen?

Ich habe mein Label YOGANIMAL im Herbst 2013 mit der Unterstützung meines Mannes, durch die Inspiration unseres Katers Rothko und meiner Kraftquelle Yoga, gegründet. Im April 2014 ist dann unsere Webseite online gegangen. Alles, was vorher nur in meinem Kopf und Herzen Formen hatte, war nun geboren. Das war auch wie eine Neugeburt für mich! Meine Lebensphilosophien, Ideen, Ideale, Wünsche und Hoffnungen haben nun einen Guru – YOGANIMAL ist mein ganz persönlicher Guru meine Energiequelle, die mir Kraft gab und gibt. Die Umstände aus denen YOGANIMAL entstanden ist, waren nämlich erst alles andere als erfreulich. Vor der Gründung meines Labels war ich neun Jahre Weltenbummlerin – auch Flugbegleiterin genannt. Im Dezember 2012 wurde ich aber leider unerwartet fluguntauglich geschrieben und meine Lebensplanung, mit damals 41 Jahren, ziemlich durcheinander gewirbelt. Was zuerst eine absolute Katastrophe bedeutete, mündete nach Monaten in eine neue Chance, die sich schon lange in meinem Herzen breit gemacht hatte. Oftmals nimmt man diese Chancen gar nicht wahr, wenn man sich in seinem Hamsterrad befindet – man hat Angst davor, etwas zu wagen und träumt aus Zeitmangel erst gar nicht davon. Aber jeder Mensch braucht einen Guru, eine Energiequelle, etwas, an das man glaubt und etwas, das Lebensfreude schenkt – besonders in Zeiten, in denen man sich ziemlich verloren fühlt! Daher glaube ich aus persönlicher Erfahrung an Dalai Lamas Worte: „Nicht zu bekommen was man will, kann manchmal ein großer Glücksfall sein.“ und „Erst wenn du dich verloren glaubst, wirst du dich finden!“ Ich sehe YOGANIMAL als meine Berufung an – denn: Auch wenn du deinen Guru manchmal nicht auf den ersten Blick erkennst, wird er dich finden – wenn du es zulässt und daran arbeitest! Die Reise geht also weiter.

Es gab bestimmt auch Hindernisse die es erschwerten, nachhaltige Kleidung zu produzieren. Was gibt dir den Mut und die Kraft, diese zu überwinden?

Oh ja, Hindernisse gab es und gibt es auch immer noch. Das Schwierigste in der Anfangsphase war, eine Druckerei zu finden, die ausschließlich ökologisch druckt beziehungsweise Farben ohne Phthalate und schädliche Schwermetalle verwendet. Ich bin aber zuversichtlich, dass immer mehr Druckereien dieses Service anbieten werden, wenn auch die Kunden auf diese Kriterien achten. Wir als Käufer haben eine – bisher eher unterschätzte – Macht, Dinge zu verändern! So – BE THE CHANGE!

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Ein Teil der Einnahmen fließt als Spende in Hilfsprojekte. Wie hast du diese ausgewählt und was war dir bei der Auswahl wichtig?

Ja, die Hilfsprojekte sind bei uns Herzensangelegenheiten. Das „Waldpiraten-Camp“ kenne ich durch einen persönlichen Besuch mit meinem Mann und einem Freund im Rahmen eines anderen Projektes und finde, es ist eine wundervolle und wichtige Einrichtung! Das Waldpiraten-Camp ist das erste und einzige Freizeitcamp für krebskranke Kinder in Deutschland beziehungsweise im deutschsprachigen Raum und die jährlichen Kosten von zur Zeit rund 900.000 Euro werden fast ausschließlich durch Spenden finanziert. Gerade diesen Aspekt finde ich toll, denn somit bleibt diese Einrichtung unabhängig! Das Projekt BARC – Bali (Dog) Adoption & Rehabilitation Centre – kenne ich durch Facebook und finde die Arbeit, die dort geleistet wird, fantastisch – ebenso wie die Arbeit, die all die anderen Tierschutzorganisationen weltweit leisten! Tiere sind auf unsere Hilfe und Unterstützung angewiesen und das, was wir für sie tun, geben sie uns tausendfach zurück! WE LOVE ANIMALS!

Neben tollen Shirts für Männer und Frauen, habt ihr auch andere Produkte in eurem Onlineshop. Passend zur kalten Jahreszeit habt ihr eine wundervolle Kollektion von Beanies herausgebracht. Wovon lässt du dich für den kreativen Part deiner Arbeit inspirieren?

Natürlich fließen in den kreativen Part meiner Arbeit auch Impulse, die ich in neun Reisejahren sammeln durfte! Die meisten Inspirationen für meine Arbeit habe ich in Asien gesammelt. Ich liebe zum Beispiel die Farben Indiens. Aber auch das Streetlife in New York, Buenos Aires und Kopenhagen! Ich kann stundenlang in Cafés sitzen und mir die Menschen und ihren Style anschauen – der Style an sich verrät ja schon sehr viel über einen Menschen und seine Lebensphilosophie. Unsere Beanies und Shirts spiegeln somit auch einen Teil unserer Lebensphilosophie wieder.

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Man kann auch süße kleine Buddhas bei euch bekommen. Buddha als Deko oder steckt mehr dahinter? Auf eurer Homepage steht auch das Mantra „Om Mani Padme Hum“.

Das Mantra „Om Mani Padme Hum“ war das erste, das sich in Tibet verbreitete und ist das älteste und weltweit bekannteste. Es ist das Mantra und der Name des am meisten verehrten Buddhas „Liebevolle Augen“. Es ist dem Mitgefühl zugeordnet. Das Mantra „Om Mani Padme Hum“ ist ein Wegweiser, unablässig zum Wohle aller Lebewesen zu handeln. Es ist mein Lieblingsmantra und ich verbinde es mit dem Wunsch und der Motivation, die auch hinter YOGANIMAL steht, denn auch wir wollen dazu beitragen, mit YOGANIMAL ein Stück Liebe und Mitgefühl in die Welt zu bringen. Genau wie unsere Little Buddhas! Sie machen sich natürlich sehr gut als Deko, sie sind immer ein Hingucker und sie sind sehr fotogen. Aber sie vermitteln uns auch erstrebenswerte Tugenden, die uns auf unserem Weg begleiten und uns sinnbildlich hin und wieder daran erinnern sollen. Und wer könnte uns besser daran erinnern als so ein kleiner, hübscher, farbiger Buddha der in jede Hosen- und Handtasche passt, dass wir alle immer daran arbeiten müssen, tugendhaft zu sein? So, wie wir auch an allem anderen arbeiten, das von Bedeutung für uns ist. Darum: Jeder sollte auf seinem Weg ein Mantra und einen Little Buddha bei sich haben.

Denise, ich danke dir für dieses herzliche, ehrliche Interview!

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„Wenn ich groß bin, werde ich ein Pelzkragen!“

Eine Gruppe von Menschen sammelt sich vor einer Filiale der Modemarke „Burberry“ in der Wiener Innenstadt. Das Auffälligste an ihnen sind die Masken, die einen weißen Fuchskopf zeigen, welche viele…

Eine Gruppe von Menschen sammelt sich vor einer Filiale der Modemarke „Burberry“ in der Wiener Innenstadt. Das Auffälligste an ihnen sind die Masken, die einen weißen Fuchskopf zeigen, welche viele von ihnen bei sich tragen. Ein Mann, ein hochgehaltenes Schild mit der Aufschrift „Bloodberry“ tragend, kommt mir entgegen. Ich lasse meinen Blick auf eine Reihe von Menschen vor dem Geschäft schweifen. „Save Kimi“ lautet der Schriftzug auf einem großen Transparent, welches die Personen vor sich halten. Ich stelle mich zu der Gruppe und entrolle mein Plakat. Passanten gehen vorüber und schauen irritiert auf die Banner. Viele von ihnen fragen sich sicher wer Kimi ist, bis sie von einem engagierten Tierschützer einen Flyer überreicht bekommen, welcher die Unklarheiten beseitigt.

Wer ist Kimi?

„Wenn ich groß bin, werde ich ein Pelzkragen!“ lautet die Überschrift auf dem Flyer der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“. Kimi ist ein weißer Fuchs. Ein Tier stellvertretend für viele Füchse, Waschbären und Nerze, die für die Pelzindustrie gehalten und getötet werden. Er wurde im April 2014 geboren und lebt mit tausenden Artgenossen in kleinen Käfigen auf einer Pelzfarm in Finnland. Die Haltebedingungen dort sind schlecht. Die Käfige sind klein, viele Tiere krank und verängstigt. Unter den Gittern, auf denen sie stehen, sammeln sich Exkremente. Doch dort lebt er nicht lange. Im Oktober hat die sogenannte Fell-Ernte begonnen, die sich noch durch den gesamten November zieht. Während dieser Zeit werden die Tiere getötet. Ihnen wird das Fell abgezogen, um damit später Jacken und Mäntel, Mützen und Schuhe zieren zu können.

Wer bezieht dieses Fell?

Der Protest unter dem Titel „Save Kimi“ richtet sich überwiegend gegen das britische Modelabel Burberry, welches ihren Pelz von der Firma SAGA FURS bezieht. Doch Pelz ist nicht nur ein Problem bei Burberry oder einzelnen Modegeschäften, viele Modeketten führen noch immer Kleidung mit Pelz.

Warum sollte man keinen Pelz kaufen?

Für viele Tierrechtler steht der moralische Aspekt im Vordergrund. Pelz ist heutzutage nicht mehr dazu da, um sich warm zu halten, sondern ist ein reines Modeaccessoire geworden. Die meisten möchten grundsätzlich nicht, dass ein Tier für die optische Aufwertung eines Kleidungsstückes getötet wird. Auch die Haltebedingungen der Tiere in den Pelzfarmen schrecken viele Leute ab. Oft werden sie in viel zu kleinen Käfigen gehalten, in denen sie sowohl körperlich als auch psychisch krank werden und vor sich hinvegetieren, um eines Tages das Fell abgezogen zu bekommen und dem Menschen als Schmuck zu dienen.

Pelz ist Tierquälerei – meist sind die Haltebedingungen der Tiere deshalb schlecht, da die Pelze aus vielen Ländern importiert werden, wo die Tierschutzstandards deutlich niedriger sind als in der EU. Die Tiere werden ohne Betäubung erdrosselt, vergast, erschlagen oder erstochen. Manchmal lässt man sie auch ausbluten, um das Fell nicht zu beschädigen. In einigen Fällen sind die Tiere noch nicht einmal tot, wenn sie gehäutet werden.

Pelz ist gesundheits- und umweltschädlich. Wenn einen nicht der moralische Aspekt überzeugt, dann tut es vielleicht der gesundheitliche: Pelz ist kein so natürliches Produkt, wie es auf den ersten Blick scheint. Das Fell muss mit vielerlei Chemikalien behandelt werden, um es zu reinigen, zu gerben und zu konservieren. Hinzu kommt oftmals eine Färbung des Felles. Die Stoffe, die hier eingesetzt werden sind zum Teil bedenklich für den Menschen. Laut einer Studie (Gift im Pelz Report II – 2011 „Bedenkliche Chemikalien in Pelzprodukten“ Report und Untersuchungsprogramm von EcoAid by Manfred Krautter) der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ wurden in Pelzprodukten Chemikalien gefunden, die Krebs, Fortpflanzungsbeeinträchtigungen, Allergien, Nervenschäden, Schleimhautreizungen oder Hormonstörungen auslösen können. Unter anderem wurden Rückstände von Schwermetallen und Formaldehyd festgestellt. Bei Pelz und Lederprodukten wird der Verbraucher kaum vor giftigen Stoffen geschützt, denn der Formaldehydgehalt in Leder und Pelzen unterliegt keinen spezifischen rechtlichen Regelungen oder Kennzeichnungspflichten, sofern es sich nicht um Produkte für Kleinkinder handelt, obwohl es Allergien, Haut-, Atemwegs- oder Augenreizungen auslösen kann und von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation WHO als „krebserregend für den Menschen“ eingestuft wurde.

Wie kann ich Kunstpelz und Echtpelz voneinander unterscheiden?

Oftmals wird Echtpelz nicht als solcher deklariert und es kommt nicht selten vor, dass das Fell ursprünglich einer Katze oder einem Hund gehörte. Zwar besteht seit 2009 ein EU-weites Importverbot für Haustierfelle, doch durch falsche Angaben gelangen immer noch Haustierpelze nach Europa. Zudem ist die Produktion von Echtpelz außerhalb der EU oftmals günstiger als die Herstellung eines guten Kunstpelzes. Daher ist auch der Preis kein Kriterium mehr, um die Echtheit eines Pelzes zu bestimmen. Allerdings gibt es Möglichkeiten, wie man versuchen kann, Echtpelz und Kunstpelz voneinander zu unterscheiden:

1. Pusten: Pustet man gegen echtes Fell, so bewegt es sich schon bei leichten Windstößen. Kunstpelz bleibt bei einem kleinen Windzug nahezu unbewegt.

2. Trägermaterial überprüfen: Wenn man die Haare des Fells auseinanderzieht kann man oft erkennen, was für ein Trägermaterial darunter liegt. Echte Felle sind oftmals noch an der Tierhaut befestigt. Kunstfelle dagegen haben ein Gewebe als Grundlage.

3. Brennprobe: Beim Anzünden von Fasern eines echten Felles riecht es nach verbranntem Haar. Bei Kunstpelz kann ein Geruch nach verbanntem Plastik entstehen. Zudem schrumpft verbrannter Kunstpelz zu einer kleinen Kugel zusammen, während verbranntes echtes Fell zerfällt.

Doch auch diese Tests sind kein hundertprozentiger Garant dafür, um festzustellen, ob man einen echten Pelz vor sich hat.

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Wie kann ich aktiv werden?

Am besten ist es, in kein Produkt zu investieren, das mit Pelzbesatz geschmückt wird. Denn auch wenn man sich sicher ist, keinen echten Pelz zu besitzen, trägt man die Botschaft nach Außen, dass Pelzbesatz, egal ob echt oder unecht, schick sei. Man verstärkt somit die Mode, was bewirken kann, dass andere, nicht so gut informierte Leute, beeinflusst werden und zu Pelzprodukten greifen. Der eigene Verzicht ist ein wichtiger Schritt gegen die Pelzfarmen, da man Stellung bezieht und den Geschäften zeigt, dass man ihre Pelzprodukte nicht haben möchte. Zudem gibt es noch weitere Möglichkeiten sich zu engagieren:

Soziale Netzwerke: Es braucht aktives Engagement, um auf die Pelzproblematik aufmerksam zu machen. Man kann beispielsweise Informationen zur Herstellung von Pelz in sozialen Netzwerken teilen und mit Freunden über das Thema sprechen.

Feedback an Geschäfte geben: Hat man gelesen oder selbst in einem Geschäft festgestellt, dass eine Firma Pelz in ihren Läden vertreibt, kann man sich an die Firma per E-Mail oder über ein soziales Netzwerk wenden und sie bitten, die Produkte aus dem Sortiment zu nehmen. Wichtig hierbei ist, einen freundlichen Ton zu bewahren und klar und kritisch zu erklären, warum man keine Pelzprodukte kaufen möchte. Man sollte deutlich machen, dass man nicht bereit ist, in dem Geschäft weiterhin einzukaufen, so lange es dort Pelzprodukte gibt. So zeigt man der Firma, was man sich als Konsument wünscht. Man glaubt vielleicht, die Nachricht eines Einzelnen könnte nichts bewirken, allerdings hat das Aussprechen seiner Meinung und Wünsche als Kunde mehr Auswirkungen als man erwartet. Vor allem, wenn man andere dazu animiert, ebenfalls an die Geschäfte zu schreiben. Doch auch positive Resonanz ist ein wichtiger Aspekt bei der Kommunikation mit Unternehmen. Hat eine Firma tatsächlich Pelzprodukte aus den Geschäften verbannt, so ist eine Nachricht, in der man seine Freude über die Entwicklung ausdrückt, ein guter Schritt.

Demonstrationen: Anti-Pelz Demonstrationen finden in ganz Europa statt. Allein die „Save Kimi“ Demonstrationen haben Leute in London, Berlin, Hamburg und Wien erreicht. In Deutschland findet zudem jährlich die Großdemonstration „Frankfurt Pelzfrei!“ der Tierrechtsinitiative Rhein-Main statt, die ebenfalls einen Besuch wert ist.

Tierschutzorganisationen: Auch regionale Tierschutzorganisationen kann man im Kampf gegen den Pelz unterstützen oder sie auf die Problematik hinweisen, sollten noch keine Aktionen zu dem Thema stattfinden.

Das Engagement jedes Einzelnen ist gefragt. Helft mit, Pelz aus den Geschäften zu verbannen!

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Der fünfte Mödlinger Fashionflohmarkt – und wir waren dabei!

Am Samstag, den 15. März 2014, fand in der Mödlinger Stadtgalerie der fünfte Mödlinger Fashionflohmarkt statt. Nachdem ich die ersten vier Male leider verpasst hatte, wollte ich ihn mir diesmal…

Am Samstag, den 15. März 2014, fand in der Mödlinger Stadtgalerie der fünfte Mödlinger Fashionflohmarkt statt. Nachdem ich die ersten vier Male leider verpasst hatte, wollte ich ihn mir diesmal auf keinen Fall entgehen lassen. Und so war ich letzten Endes nicht nur einmal, sondern quasi drei Mal vor Ort. Einerseits als Verkäuferin mit einem eigenen Stand, zusammen mit Moni, die mit Niika Fashiondesign Upcycling-Unikate fertigt. Andererseits als Käuferin, denn ich war natürlich sehr neugierig, ob der Fashionflohmarkt meinen Erwartungen und Vorstellungen gerecht wird. Und zu guter Letzt war ich auch als Redakteurin anwesend, um mit meinem Fotoapparat bewaffnet Eindrücke und Erlebnisse in den Artikel zu fassen, den ihr nun lest.

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Bild: Edda P.

Der Fashionflohmarkt startete um zehn Uhr, als Verkäuferinnen waren wir schon um acht Uhr anwesend, was aber im Vergleich zu anderen Flohmärkten, wo man schon um sechs Uhr startet noch eine sehr angenehme Zeit war. Eine halbe Stunde lang wurde alles zu Verkaufende ausgeladen, und um halb neun war Einlass, um sich einen Tisch zu sichern. Als Flohmarkt-Ungeübte konnten wir im ersten Stock der Stadtgalerie nichts ergattern, dafür fanden wir im zweiten Stock einen sehr schönen und großen Platz mit einem tollen Blick über die Galerie nach unten. Bis zehn Uhr konnten wir dann den vom Fashionflohmarkt zur Verfügung gestellten Stand mit unserer Kleidung und Accessoires bestücken. Schon währenddessen wurden die Stände der Nachbarn in Augenschein genommen, auch von mir. Fast hätte ich schon den ersten Kauf getätigt, eine traumhafte Jacke bei einer Standkollegin, noch mit Preisschild (45 Euro). Mir wurde sie um 20 Euro angeboten und hätte sie mir gepasst, hätte ich sie sofort erstanden, aber leider war sie etwas zu eng.

Plötzlich war es auch schon zehn Uhr und ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass die Massen in die Stadtgalerie eingefallen sind. Natürlich ist bei Flohmärkten immer viel los, aber das war gigantisch – auch der zweite Stock wurde sofort gestürmt. Der Vormittag verging wie im Flug, nicht nur aufgrund der vielen Leute, sondern auch, weil zuerst ein Ex-Arbeitskollege von mir hereingeschneit ist, und uns danach noch zwei weitere Redakteurinnen von The bird’s new nest, Sonja und Elisabeth, besucht haben – alle waren von der Größe des Fashionflohmarktes und den vielen Leuten sehr beeindruckt. Auf dem Foto seht ihr Sonja, Moni und mich bei unserem Stand, aufgenommen wurde es von Elisabeth.

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Bild: Elisabeth J.

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Bild: Edda P.

Sonjas Mann war wie einige andere Männer etwas enttäuscht, dass keine Männerkleidung angeboten wurde, aber dafür gab es reichlich für uns Mädels. Bei den meisten Ständen wurde Kleidung angeboten, von gebraucht, aber in Ordnung, bis zu ungetragen mit Preisschild war alles vorhanden. Genauso vielfältig war die Auswahl an Marken. Von Klassikern wie H&M und Orsay bis zu Mango und Zara über Esprit, Even & Odd, Topshop bis zu Designermarken war wirklich alles vertreten, was das Herz eines Fashion Victims höher schlagen lässt. Einige Stände hatten auch Kosmetik im Programm, auch hier war von alverde über Essie bis zu MAC wirklich alles zu finden.

Natürlich gab es auch Schuhe und Accessoires wie Taschen, Schmuck und Schals. Alles in allem eine Riesenauswahl, leider konnte ich mich immer nur kurz umsehen, weil ich meinen Stand nicht verwaisen lassen wollte. Um die Mittagszeit nahmen die Menschenmassen etwas ab, eine ideale Gelegenheit für alle, die Samstags gerne etwas länger schlafen oder am Vortag zu heftig gefeiert haben, denn das Angebot war auch am Nachmittag immer noch riesig und der Fashionflohmarkt ist für mich der einzige Flohmarkt, bei dem es sich lohnt, auch am Nachmittag noch vorbeizuschauen – für das Stöbern und Aussuchen sollte man sich auf jeden Fall einiges an Zeit nehmen, denn eine Auswahl wie hier findet man selten.

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Bild: Isabella Lopez Photography

Was aber den Flohmarkt für mich neben der Fülle an Fashion zu einem Highlight gemacht hat, war zum ersten der DJ, der den ganzen Tag über absolut geniale Musik aufgelegt hat und so für eine super Stimmung in der ganzen Stadtgalerie gesorgt hat. Daumen hoch für DJ Andy! Wer ein Päuschen einlegen und sich für eine weitere Runde Fashionflohmarkten fit machen wollte, konnte sich direkt neben den Verkaufsständen an der Bar mit Kaffee oder anderen Getränken und Snacks eine Stärkung holen. Fashionflohmarkt mit Kaffee, wie genial ist das denn? Aber es geht noch weiter! Einer der Stände war ein Nagelsalon, bei dem man sich seine Nägel machen lassen konnte. Bei einem weiteren Stand konnte man sich von Isabella Lopez Photography fotografieren lassen und so gleichzeitig an einem Gewinnspiel – einem kompletten Fotoshooting mit Haarstyling und Make-up – teilnehmen. Und zu guter Letzt gab es auch einige Stände von Schmuckdesignern, bei denen ich ganz am Schluss des Fashionflohmarktes schwach geworden bin. Seht euch die Fotos von den Teilen von R & R Schmuck an, kleine, bunte Macarons-Anhänger. How cute is that?

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Bild: Edda P.

Auch mit einem Stand vertreten war Kollegin Carmen von Chamy, die ich gleich um drei Teile erleichtert habe. Vielen Dank für die tollen Sachen! Und als krönenden Abschluss konnte ich mich noch länger mit den beiden Mädels unterhalten, die sich mit ihrem professionellen Management des Mödlinger Fashionflohmarktes schon einen Namen gemacht haben, Pia und Stefanie. Während des Fashionflohmarktes waren die beiden laufend auf Achse, um Verkäufern zur Hand zu gehen, Fragen zu beantworten, den Ablauf zu managen oder auch Anwesende zu fragen, wie Ihnen der Fashionflohmarkt gefällt und ob sie Wünsche oder Anregungen haben. Durch ihr glückliches Händchen hat sich der Mödlinger Fashionflohmarkt mittlerweile zur Institution für alle Fashion Victims entwickelt, zu der Besucher vom gesamten Großraum Wien und sogar von noch weiter angereist sind. Und das zu Recht!

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Bild: Edda P.

Ich bin nächstes Mal auf jeden Fall wieder dabei, sowohl als Verkäufer als auch als neugierige Schnäppchenjägerin – den Fashionflohmarkt werde ich mir nie wieder entgehen lassen! Wenn ihr den nächsten Mödlinger Fashionflohmarkt auch nicht verpassen wollt, dann liked die facebook-Seite des Mödlinger Fashionflohmarktes, damit ihr vom nächsten Termin als Erste erfahrt.

Einen Wunsch hätte ich aber doch noch an Pia und Stefanie, nämlich dass der Fashionflohmarkt öfter als zwei Mal im Jahr stattfinden möge. Und wenn es jeden Monat einen Fashionflohmarkt gäbe, ich wäre auf jeden Fall dabei!

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DUBARUBA: design. made in africa.

Wer Schönes und Ausgefallenes sucht, ist bei DUBARUBA genau richtig. Die Plattform bietet afrikanisches Design verschiedenster Art. Accessoires für Frauen, Männer, das Wohnzimmer und noch einiges mehr – alles, was…

Wer Schönes und Ausgefallenes sucht, ist bei DUBARUBA genau richtig. Die Plattform bietet afrikanisches Design verschiedenster Art. Accessoires für Frauen, Männer, das Wohnzimmer und noch einiges mehr – alles, was das Herz begehrt.

Alle Produkte sind von afrikanischen Designern, Künstlern oder Brands. Die überwiegend handgemachten Produkte und Anbieter werden mit großer Sorgfalt von DUBARUBA ausgesucht. Und zwar in Hinblick darauf, dass die jeweils landestypischen Anbieter gefördert werden und die Produktionsumstände natur- und ressourcenschonend sind.

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Bild: Marcus Zumbansen

Mir haben es besonders die in Äthiopien gefertigten Schals angetan. Meine dicken Wollschals können langsam im Schrank nach hinten geschoben werden, aber ich kann auch an wärmeren Tagen eigentlich nie auf Tücher oder Schals verzichten. Daher finde ich die weichen, leichten Baumwollschals von Shemma Design genau richtig. Die handgewebte Baumwolle fühlt sich toll an und obwohl das Design eher dezent ist, sind die Schals dennoch durch die individuelle Farbgebung und das gewebte Muster an den Rändern etwas besonderes.

Mein zweiter Favorit sind die XL Triangel Stud Ohrringe von Smith Jewellery, ebenfalls schlicht, aber eben gar nicht langweilig.

Es gibt noch viel mehr zu entdecken, also auf zu einer kurzen Fernreise bei dubaruba.com!

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Greenality: Öko-faire Mode

Ich kenne auf dem öko-fairen Modemarkt mittlerweile so einige Labels, und eines davon hat es mir besonders angetan. Dieses Label möchte ich euch heute vorstellen. Die Marke Greenality bietet seit…

Ich kenne auf dem öko-fairen Modemarkt mittlerweile so einige Labels, und eines davon hat es mir besonders angetan. Dieses Label möchte ich euch heute vorstellen. Die Marke Greenality bietet seit 2008 biologische, faire und vegane Mode an. Die Kleidung, die für das Label hergestellt wird, erfüllt die Kriterien der GOTS- sowie der Fairtrade-Zertifizierung. Das bedeutet, dass sowohl Umwelt als auch Menschen bei der Produktion geschützt werden.

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Bild: Greenality

Was die Marke für mich im Vergleich zu anderen ökofairen Labels besonders macht, ist der vollständige Verzicht auf tierische Produkte sowie das attraktive Design. Bei „öko“ haben viele schnell das Bild von unförmigen, weiten Klamotten im Schlabberlook im Kopf. Greenality beweist, dass Öko aber auch trendig, jung, schräg, lebensfroh und schön geschnitten sein kann. Außerdem ist der Nachhaltigkeitsgedanke teilweise im Design mit verarbeitet. So kann man zum Beispiel „make trade fair“, „be the seed“ oder „green tendencies“ auf den Kleidungsstücken lesen. Die Greenality-Kollektion enthält neben schönen Oberteilen für Männer und Frauen auch Accessoires, wie etwa Mützen, Schals und Stofftaschen.

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Bild: Greenality

Kaufen kann man die Greenality-Kollektion im Ladengeschäft in Ludwigsburg, das übrigens auch sehr schön eingerichtet ist. Außerdem wird die Kollektion in verschiedenen Läden in Deutschland und Österreich verkauft, wer kein Geschäft in der Nähe hat, das das Label führt, kann im Greenality Online-Shop stöbern. Besonders gut für den Nachhaltigkeitsgedanken: Selbst wenn man bestellt, wird das Paket mit DHL GoGreen beinahe klimaneutral verschickt. Außerdem werden die Greenality Büro- und Lagerräume mit erneuerbarem Strom betrieben.

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Bild: Janice

Ich besitze von Greenality einen Kapuzenpullover, ein Top und eine Mütze und alle drei gehören zu meinen absoluten Lieblingsstücken. Der Kapuzenpullover – mit einer grünen Lunge darauf – gefällt mir besonders gut und bringt mir stets Komplimente ein. Selbst Fremde sprechen mich darauf an. Der Pullover ist besonders warm und hat auch nach häufigem Tragen und Waschen seine Form nicht verloren. Die Qualität hat mich auf jeden Fall überzeugt. Wenn ihr also wirklich einmal wieder neue Kleidung braucht – denn die Notwendigkeit ist wichtig: Am nachhaltigsten ist geringer Konsum – kann ich euch Greenality ans Herz legen. Ich denke, dass ich die Sachen noch sehr lange verwenden werde und die kleinen nachhaltigen Botschaften auf den Kleidern trage ich gerne hinaus in die Welt. Auf dass es vielleicht noch andere inspirieren möge.

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Völlerei: Die vegane Kolumne rund um Essen und andere Notwendigkeiten

Willkommen zurück! Heute geht es ausnahmsweise einmal nicht um Pizza oder sonstiges Fast Food. Ganz im Gegenteil: Diesmal geht es zum einen chic zu, zum anderen hip und am Rad…

Willkommen zurück! Heute geht es ausnahmsweise einmal nicht um Pizza oder sonstiges Fast Food. Ganz im Gegenteil: Diesmal geht es zum einen chic zu, zum anderen hip und am Rad der Zeit… Aber dazu später!

Der fünfzehnte Wiener Gemeindebezirk, oder auch „Rudolfsheim-Fünfhaus“, ist nicht unbedingt dafür bekannt, Hot Spot für Veganer und sonstiges neumodisches Volk zu sein. Zumindest denkt man das. Doch siehe da, wenn genauer hingeschaut wird bemerkt man, dass sich durchaus einiges tut, vor allem im Bereich zwischen Gumpendorfer Straße und Schönbrunn, also eher im südlichen Bereich des Bezirks. Der ist zwar nicht weniger abgefuckt als zum Beispiel die Gegend um die Stadthalle oder Johnstraße, aber geprägt durch etwas geringere Mietpreise und viele motivierte Menschen, die sich hier kreativ betätigen – sowohl kulinarisch, als auch in vielen kleinen Projekten und Geschäften. Da ich noch dazu in dieser Gegend wohne, profitiere ich sehr von diesem auflebenden Grätzl und präsentiere euch heute zwei meiner (neuen) Lieblingsplätze.

Mein erster Stop war die „Hollerei“ in der Hollergasse, nahe der U4-Station Meidlinger Hauptstraße. Der Name des Lokals sagt vermutlich fast jedem in Wien lebenden Vegetarier und Veganer etwas, aber nicht viele aus meinem Umfeld waren bisher dort. Das liegt zum einen sicherlich an der Preisklasse bei den normalen Speisen, die dann bei genauerer Betrachtung gar nicht mal so teuer sind. Das Restaurant Hollerei existiert in dieser Form schon seit einigen Jahren, hat auch eine Zweigstelle im Essl Museum in Klosterneuburg und ein Bistro im tierfreien Supermarkt „Maran Vegan“ in der Stumpergasse, sowie einen Zustell- und Cateringservice, der sich vor allem für Firmen und Bürojunkies lohnt, an private Haushalte wird nämlich nicht geliefert.

Das Hauptlokal fällt schon von außen auf, da es wunderbar von Bäumen und Sträuchern eingewickelt in einer ruhigen Gasse neben einer alten Tankstelle gelegen ist. Gleich beim Eintreten in den Gastgarten wünscht man sich, dass wieder Sommer ist und man hier gemütlich mitten im Gartenlauben-Feeling dinieren kann. Aber auch der Innenraum ist ansprechend und durchaus geschmackvoll eingerichtet. Zum einen besticht das Lokal durch einen sehr schicken, ordentlichen Stil, kombiniert mit einer modernen, sehr gemütlichen Note. So sollte also für jeden etwas dabei sein. Genauso sieht es dann auch bei der kleinen, aber feinen Karte aus: Vorspeisen wie eine vegane indische Linsensuppe (die ich gleich mal bestellt hab, weil bekannt und gut) reihen sich an diverse Salate und saisonale Leckereien. Sowohl werden hier orientalisch und klassisch miteinander vermengt, als auch vegetarische und vegane Speisen, eben für alle passend. Auch die Weinkarte liest sich vorzüglich, hier wird das Hauptaugenmerk ganz klar auf regionale oder zumindest österreichische Weine gelegt.

Bei den Hauptspeisen fällt die Wahl für mich klar auf das Rote Thai Curry, das momentan die einzige vegane Hauptspeise auf der normalen Karte ist, allerdings könne viele Speisen problemlos veganisiert werden – einfach nachfragen. Das Curry ist zwar vielleicht nicht das allerschärfste wie man es vom echten Thai gewohnt ist, hat es aber durchaus in sich. Großartige Geschmackskomponenten die hier miteinander kombiniert werden. Auch gut satt wird man von den beiden Speisen, wobei man hier klar sagen muss: Die Hollerei ist keine Imbissbude zum Völlern und Sattwerden, denn die Portionen sind nicht riesig, dafür aber umso geschmackvoller und etwas zum Genießen.

Abgerundet wird der Abend dann mit einem leckeren Birnen-Nuss-Törtchen und einem kräftigen Espresso. Dann kommt wie immer der unangenehme Teil: Das Bezahlen. Ja, es ist sicherlich kein Ort, um zwischendurch günstig zu essen, aber ich denke, für das was geboten wird kommt man bei rund 30 bis 40 Euro pro Person zu dem Schluss, dass es das absolut wert war. Zudem bietet die Hollerei saisonale Sparmenüs an: Drei Gänge um 25 Euro exklusive Getränke. Lohnt sich durchaus! Dann gibt es natürlich auch noch die Möglichkeit unter der Woche zum Mittagessen vorbei zu schauen. Auch hier finden sich immer wieder leckere vegane und vegetarische Gerichte auf der Karte, der Mittagsteller kommt auf nur 7,80 Euro oder 9,60 Euro mit Suppe oder Salat. Man sieht also auch hier: Es wird für (fast) jeden etwas geboten.

Fazit: Ein großartiges Lokal für alle, die es etwas schicker mögen, und alle, die mal etwas anderes ausprobieren wollen. Zudem das perfekte Lokal um einen Omnivoren zum Fleischverzicht zu bringen ohne große Propaganda und Bekehrung.

Bewertung: 8/10
Homepage: hollerei.at
1150 Wien, Hollergasse 9
Tel: 01/892 33 56

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Wie bereit bist du zu vergessen?

Alles ab einem Euro, das T-Shirt nur fünf Euro, die Markenjacke 149 Euro. Überall prasseln verschiedenste Preise auf uns ein und versuchen, uns in ihren Bann zu ziehen. Nur wenige…

Alles ab einem Euro, das T-Shirt nur fünf Euro, die Markenjacke 149 Euro. Überall prasseln verschiedenste Preise auf uns ein und versuchen, uns in ihren Bann zu ziehen. Nur wenige Menschen machen sich Gedanken darüber, wie diese Preise zu Stande kommen oder welche Faktoren für die Preisgestaltung im Produktionsland eine Rolle spielen. „Klar, ist halt Massenware und deswegen günstiger.“ Mit diesem Argument ist der günstige Preis somit für den Käufer ausreichend begründet. Das Gewissen ist beruhigt, die Frage nach den Produktionsbedingungen oder anderen Faktoren verstummt unbeantwortet.

Erst wenn in Asien wieder eine Fabrik einstürzt und zig ArbeiterInnen unter sich begräbt oder ein Brand einige Menschen das Leben kostet, fragt man sich möglicherweise ob den günstigen Preis vieler Produkte andere mit einem sehr hohem Preis bezahlen – zum Beispiel mit ihrem Leben. Vielleicht insbesondere dann, wenn in besagten Fabriken auch Kleidung für den deutschsprachigen oder europäischen Markt produziert wurde.

Die Macht der Konsumenten

„Aber was soll ich denn mit denen da* drüben zu tun haben?“ Meiner Meinung nach eine ganze Menge! Unternehmen sind angewiesen auf die Verkäufe ihrer Produkte, da sie diese vorfinanzieren müssen, bis sie dann schlussendlich vor uns im Laden liegen. Verkaufen die Unternehmen nichts, haben sie nicht nur keinen Gewinn gemacht, sondern auch noch Verluste wegen der zuvor gezahlten Kosten eingefahren. Daraus ergibt sich für den Kunden, den Verbraucher – schlicht gesagt: Für dich – eine ganze Menge Macht. Mit deinem Einkauf steuerst du, in welche Unternehmen dein Geld wandert.

In der Wirtschaft gibt es einen Grundsatz: „Wer Erfolg hat, hat Recht.“ Das heißt, wenn ein beliebiges europäisches Unternehmen seine Waren von einem Kooperationspartner in Asien bezieht, der zu einem Stundenlohn von 0,75 Euro produzieren lässt, können wir als Verbraucher Produkte zu einem sehr günstigen Preis kaufen. Günstige Preise führen üblicherweise zu hohen Verkaufszahlen. So zieht das Unternehmen einen maximalen Gewinn aus den Produkten, denn die Gewinnspanne ist aufgrund der niedrigen Produktionskosten hoch und wächst mit jedem verkauften Stück. Erfolg wird an hohen Gewinnen gemessen. Wenn also ein Unternehmen auf diesem Weg hohe Gewinn einfährt, gibt ihm der Erfolg Recht.

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Bild: Clean Clothes Campaign (CCC), Taslima Akhter

In der letzten Zeit ist allerdings die Philosophie von Unternehmen hinsichtlich ihrer Produktionsbedingungen ein wenig mehr in den Blick der Kunden gerückt. Denn: „Menschen ausbeuten ist ja schon echt fies.“ So etwas möchte man ja nicht unterstützen, immerhin will man auch das eigene Gewissen ruhig halten. Sonst wäre man ja gezwungen etwas zu verändern. Und dass die Kunden sich beginnen dafür zu interessieren, das interessiert wiederum die Unternehmen. Denn wer möchte schon mit einem Image als Ausbeuter dastehen oder von einem Shitstorm aufgrund von unzumutbaren Arbeitsbedingungen betroffen sein.

Die verstummten Fragen sprechen lassen

Ich glaube, die Entfernung zu den ArbeiterInnen macht es uns leicht, wenig nachdenken zu müssen. Doch eine ganz einfache Frage kann das Problem viel näher an uns heran holen. „Was wäre, wenn ich eine der ArbeiterInnen persönlich kennen würde?“ Würde ich dann auch von ihr verlangen, dass sie für unter einen Euro die Stunde schuften muss und das bei einem Arbeitstag von weit über 14 Stunden? Was für Gefühle löst es bei mir aus, wenn ich daran denke, dass die kleine Tochter die gleiche Arbeit machen muss wie ihre Mutter? Wie geht es mir bei dem Gedanken, dass beide zusammen trotzdem ihre Familie damit nicht ernähren können?

Alles Fragen, die wir gerne verdrängen.
Alles Fragen, die auch mit der Firmenphilosophie zusammenhängen.
Alles Fragen, die ein Kunde mit seiner Kaufentscheidung beeinflussen kann.

Kommen wir zurück zum Titel: Wie bereit bist du, all diese Fakten zu vergessen, wenn du das nächste Mal shoppen gehst? Wenn die Jacke, die du schon immer haben wolltest, von einem Unternehmen stammt, das durch schlechte Arbeitsbedingungen in die Medien geraten ist oder du mit einem 5er Paket T-Shirts für 2,99 liebäugelst?

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*Diese Formulierung soll in keinster Weise abwertend gemeint sein, sondern nur als Verdeutlichung der emotionalen Distanz zwischen den Kunden und ArbeiterInnen.

3 Kommentare zu Wie bereit bist du zu vergessen?

Between Minga and Berlin

Minga und Berlin, finde ich, sind sowieso eine gute Kombination und durch das Label Minga Berlin bekommt diese Beziehung noch einmal einen ganz neuen Anstrich. Das Unternehmen mit Sitz in…

Minga und Berlin, finde ich, sind sowieso eine gute Kombination und durch das Label Minga Berlin bekommt diese Beziehung noch einmal einen ganz neuen Anstrich. Das Unternehmen mit Sitz in beiden Städten vereint in ihren Socken das Bunte Berlins und das Traditionsbewusste Münchens – das Ergebnis sollte in keinem Kleiderschrank fehlen.

Ich finde die Farben und Muster großartig, sowie die Möglichkeit durch diese Akzente männliche Outfits subtil extravagant zu gestalten hervorragend. Wenn es die Möglichkeit gibt, die Langeweile der männlichen Garderobe von Blau, Schwarz, Grau und Braun aufzubrechen, indem man von Zeit zu Zeit unter einem dunklen Anzug oder auch unter einer normalen Jeans ein paar bunte Knöchel vorblitzen sieht, ist das gut und macht natürlich noch mehr Spaß, wenn die Accessoires qualitativ hochwertig und nachhaltig produziert werden.

Darauf legt Minga Berlin besonderen Wert. Die Socken werden aus Bio-Baumwolle in Europa gefertigt und beim Herstellungsprozess wird auf Umweltverträglichkeit und gute Arbeitsbedingungen geachtet. Ich bin dem Sockenstand von Minga Berlin bereits auf mehreren Berliner Designmärkten begegnet und jedes Mal haben mich die vielfältigen Farben und Muster angezogen. Die Socken sind in allen Größen erhältlich und unisex konzipiert.

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