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Schlagwort: Essen

Grün im großen weißen Norden: Einkaufen und Essen gehen

Wenn man für einige Zeit an einem Ort gelebt hat, weiß man, wo man seine Naturkosmetik und seine Lebensmittel herbekommt. Man kennt die Bio-Märkte, die veganen Restaurants, Aktivistengruppen und Foodshare-Möglichkeiten…

Wenn man für einige Zeit an einem Ort gelebt hat, weiß man, wo man seine Naturkosmetik und seine Lebensmittel herbekommt. Man kennt die Bio-Märkte, die veganen Restaurants, Aktivistengruppen und Foodshare-Möglichkeiten in seiner Gegend und weiß, wo es gute Secondhand-Läden oder ökologische Kleidung gibt. So war es auch für mich. Ich hatte mir eine kleine grüne Karte in meinem Kopf gebastelt. Doch mit meinem Umzug nach Toronto stand ich wieder vor einer Tabula Rasa. Ich wusste nicht, wie die Supermärkte und Einkaufsmöglichkeiten hier aussehen und wie verbreitet biologische und vegane Produkte sind. Zumal ist die Stadt so riesig, dass man sich nicht einfach schnell einen Überblick verschaffen kann.

Wie bin ich also vorgegangen? Zuallererst habe ich mir die gewöhnlichen Supermärkte angesehen. Das sind hier in Kanada vor allem No Frills und Loblaws. Ich hatte bereits erwartet, dass in Amerika alles etwas größer sein würde. Aber ich war dennoch beeindruckt, wie riesig die Supermärkte hier sind. Besonders geschockt war ich über die Obst- und Gemüseabteilung. Dort gibt es Erdbeeren, Heidelbeeren, Wassermelonen und anderes Sommerobst in Hülle und Fülle. Ich weiß, dass in Deutschland auch oft außer-saisonales Obst angeboten wird, doch hier scheint es wesentlich extremer. Man bekommt das Gefühl, als sei es ganz normal, dass man jetzt Erdbeeren kaufen kann. Das vegane sowie Bio-Angebot im „kleineren“ Supermarkt No Frills geht gegen Null. Loblaws bietet hingegen mehr an. Generell bin ich aber kein Freund großer Supermarktketten und so recherchiere ich nach Bioläden und Biomärkten. Ich suche gezielt nach einer Lebensmittelkooperative und stoße auf Karma Co-op.

Karma ist der Zusammenschluss vieler einzelner Personen zum gemeinsamen Einkaufen. Die Kooperative ist nicht auf wirtschaftlichen Gewinn aus und wird durch ihre Mitglieder geführt. Dafür, dass man seinen Teil zur Kooperative beiträgt, indem man zwei Stunden im Monat arbeitet, kann man dort relativ günstig einkaufen. Karma kauft seine Produkte direkt von Bauern und achtet auf ein regionales, biologisches, Gentechnik-freies Angebot. Letzterer Punkt ist hier viel relevanter als in Europa, denn Gentechnik ist hier erlaubt. Das Tolle ist, dass sie viele Produkte aus Großpackungen direkt verkaufen. Man kann sich ein Glas mitbringen und beispielsweise sein Olivenöl aus dem großen Container abfüllen. Auf diese Weise wird sehr viel Müll vermieden, was ich super finde. Außerdem bietet Karma auch Naturkosmetik und viele vegane Produkte an. Im Bezug auf Lebensmittel bin ich also sehr gut ausgestattet. Da der Laden etwas weiter weg ist, versuche ich mich mit einem Wocheneinkauf auszustatten.

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Doch wie ist es mit Restaurants oder Second-Hand-Läden? Generell gehe ich nicht sehr oft essen, aber ab und zu ist es eben doch ganz nett. Deshalb wühle ich mich erneut durch das Internet auf der Suche nach veganen Restaurants. Ich stelle mit einem strahlenden Gesicht fest, dass es hier sehr viele vegetarische und vegane Restaurants gibt. So viele, dass ich fast Lust bekomme, sie alle auszuprobieren. Von Feel Good Guru habe ich ja bereits in meinem ersten Kolumnenbeitrag berichtet. Bisher war ich nur dort und in einem anderen Restaurant, welches auch sehr lecker war. Ich habe das Gefühl, dass die vegane Küche in Toronto generell Wert auf einen hohen Rohkostanteil und gesunde Zutaten legt. Das sagt mir sehr zu und ich bin gespannt noch andere Restaurants auszuprobieren. Auch bei meiner Suche nach Second-Hand-Läden oder biologischer Kleidung hilft mir das Internet weiter. Nachhaltige Mode scheint in Kanada, obgleich vorhanden, nicht ganz so verbreitet zu sein wie in Deutschland. Allerdings habe ich einen Second-Hand-Laden bei mir in der Nähe gefunden, bei dem ich mir gleich noch ein wenig Winterkleidung gekauft habe.

Langsam strecke ich also meine Fühler aus und bastle mir wieder meine kleine grüne Karte. Diesmal allerdings nicht nur im Kopf, denn dafür ist mir Toronto zu groß und ich zu wenig vertraut mit der Umgebung. Deshalb habe ich auf meiner Stadtkarte alle wichtigen Anlaufstellen markiert. Eine kleine Internetrecherche ist eine große Hilfe um sich schnell in einer Stadt zurecht zu finden. Dennoch lasse ich mich auch gerne treiben und erkunde ohne Kartenmaterial. Auf diese Weise habe ich schon einige schöne Orte gefunden.

Bereitet ihr euch auch auf einen Aufenthalt in einer neuen Stadt durch Recherche vor? Was sind eure Erfahrungen nach einem Umzug? Lebt ihr euch schnell ein?

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Völlerei: Die vegane Kolumne rund um Essen und andere Notwendigkeiten

Hallihallo und willkommen zurück bei Völlerei! Diesmal habe ich mir eine Gegend vorgenommen die zwar nicht gerade schön, aber dafür immer mehr am Aufblühen ist, gerade was kleine Lokalitäten und Läden…

Hallihallo und willkommen zurück bei Völlerei! Diesmal habe ich mir eine Gegend vorgenommen die zwar nicht gerade schön, aber dafür immer mehr am Aufblühen ist, gerade was kleine Lokalitäten und Läden anbelangt: Die Gumpendorferstraße im sechsten Wiener Gemeindebezirk.

Corns n‘ Pops

Los geht es im kleinen aber feinen Corns n‘ Pops, das sich circa auf der Höhe des Haus des Meeres, in der Gumpendorferstraße 37, befindet. Auch wenn der Name und der erste äußere Eindruck eher nach Frühstückslocation oder sogar eher Coffee to go aussieht – das ist hier nicht alles und das überrascht durchaus angenehm. In diesem Mini-Lokal gibt es eine sehr interessante und in dieser Form fast einzigartige Zusammenstellung aus verschiedenen Bereichen und kulinarischen Schwerpunkten: Zum einen ist da die Selbstbedienungstheke an der man aus vielen verschiedenen Cornflakes und Müslimischungen einen persönlichen Mix zusammenstellen kann, oder einfach nur einen leckeren Kaffee (auch mit Sojamilch erhältlich, leider wie so häufig mit Aufpreis) zum Mitnehmen. Ab Mittags wird dann das Lokal vom Frühstücksbeisl zum beliebten Mittagstreffpunkt. Hier holen sich viele Leute, die in der Gegend arbeiten, eines der leckeren Wochengerichte und es kann schon mal zu einer längeren Schlange kommen, die bis zur Tür geht, was bei der winzigen Größe des Lokals nicht verwundert.

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Bild: Corns n‘ Pops

Zugegebenermaßen sind das Frühstück und auch die Müslimischungen für mich als Veganer nicht interessant genug, da es hier keine Möglichkeit gibt, auf Soja-Joghurt oder pflanzliche Milch auszuweichen, daher wurde das Hauptaugenmerk auf das Mittagsangebot gelegt. Hier ändert sich in der Tat wöchentlich das Programm: Angeboten werden Curry, Bagel, Salat, Couscous und Pasta der Woche. Drei bis vier dieser fünf Schwerpunkte sind meist zumindest vegetarisch, manchmal gibt es auch ein Gericht mit Fleisch, wobei zum Glück sehr viel auf pflanzliche Küche gesetzt wird und man somit auch durchaus Wochen erwischen kann, in der zwei der Gerichte völlig vegan sind. In meinem Fall habe ich einen veganen, sehr leckeren, wenn auch schlichten Bagel und ein veganes Curry genossen. Dies ist super gekennzeichnet und somit weiß man aufgrund eines orangen V-Kennzeichen, dass etwas vegan ist, und bei einem grünen V, dass es vegetarisch ist. Es gibt zudem noch immer eine Tagessuppe, die auch sehr oft pflanzlich ist, um drei Euronen. Auch hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt und von Karottensuppe mit Wildreis bis Linsensuppe ist alles dabei. Alle Gerichte, egal ob Bagel oder Pasta, sind um vier bis fünf Euro zu haben, sie sind also völlig leistbar und die Portionen sind auch größentechnisch in Ordnung. Sitzplätze gibt es in der Mittagszeit leider kaum, deswegen lieber einpacken lassen und daheim oder im Büro schlemmen.

Fazit: Ein nettes, aber kleines Lokal, das sich vor allem für guten Kaffee und die spannenden Mittagsangebote zum Mitnehmen eignet.

Bewertung: 8/10
Gumpendorferstraße 37,
1060 Wien

Mo – Fr: 7:30 – 17:00 Uhr
Sa: 9:00 – 16:00 Uhr
Sonntag/Feiertag: geschlossen

http://www.cornsnpops.com

Joanelli

Nur ein paar Schritte weiter befindet sich der Eissalon Joanelli. Was aufgrund des Namens vielleicht ein bisschen in die Irre führt: Hier handelt es sich in keinster Weise um einen Eissalon, zumindest nicht mehr. Seit vielen Jahren nun schon ist es aber der Hot Spot für 1060-Hipster und sonstiges Volk. Was macht das Lokal für mich interessant: Seitdem es vor kurzem der Mitbegründer des Naschmarkt Deli, Wilfried Pink, übernommen hat, wurde das Lokal völlig auf vegane Speisen umgestellt. Eigentlich ist das auf den ersten Blick vielleicht eine gute Geschäftsüberlegung, aber dann auch wieder nicht so schwer zu bewerkstelligen. Wie das funktioniert wollte ich mir auf eigene Faust anschauen, vor allem, weil mich interessierte, inwiefern das in einem Abendlokal funktioniert,das sehr viele Weine im Programm hat. Nun gut. Zu Essen gibt es nicht viel. Einen okayen, aber unspannenden Schinken-Käse-Toast habe ich mir reingeschmissen. Weiters stehen noch ein paar andere Toasts, Linsensuppe und ein Baguette auf der kleinen Snack-Karte. Aber gut, das Lokal ist auch absolut nicht auf Essen ausgelegt, man darf sich also nicht beschweren und es ist vor allem nett, dass es abgesehen vom nicht weit entfernten Donau eine andere Fortgeh-Location gibt, in der man Veganes zu essen bekommt, wenn man im Rausch einen kleinen Hunger bekommt.

Viel wichtiger war für mich eigentlich die Getränkekarte. Leider gibt es zwar keine Weinkarte, die bemühte Servicedame konnte mir dann aber einige Weine aufzählen. Ob alle vegan seien? Ja, zumindest glaubt sie das. Sicher war man sich nicht so ganz und später hab ich dann noch erfahren, dass nur ein Weingut der im Joanelli angebotenen Weine als vegan zertifiziert ist. Nun, das finde ich ehrlich gesagt etwas ärgerlich und schreit danach, dass sich hier noch nicht ganz so stark mit dem Thema Veganismus auseinandergesetzt wurde, wie ich es mir erhofft habe. Am Wochenende soll es jetzt allerdings auch immer veganes Frühstück geben, in Bälde werde ich das mal unter die Lupe nehmen, vielleicht wird hier dann mehr darauf geachtet. Wäre wünschenswert, wenn man schon einen auf vegan macht.

Fazit: An sich ein nettes Beisl, das gerade am Samstagabend aber sehr voll werden kann und noch gewisse Schwächen bei der Umsetzung der veganen Karte hat, die hoffentlich bald behoben werden.

Bewertung: 5/10
Gumpendorferstraße 47
1060 Wien

Täglich 18:00 – 2:00 Uhr
Sa/So: Veganes Frühstück
Tel. 0664/786 78 76

Nächstes Mal bei Völlerei: Ich teste die frisch eröffnete Pizzeria Fiore nähe Westbahnhof und das lässige Augustin in meiner Hood. Bis dann, macht es gut!

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Heilfasten, Teil 1: Was ist es, was kann es und was hatte ich davon?

Fasten ist ein umstrittenes Thema. Wissenschaftler sind sich uneinig über die Wirkung dieser „Kur“. So heißt es auf der Seite der „Deutschen Gesellschaft für Ernährung“: „Viele positive Wirkungen des Heilfastens…

Fasten ist ein umstrittenes Thema. Wissenschaftler sind sich uneinig über die Wirkung dieser „Kur“. So heißt es auf der Seite der „Deutschen Gesellschaft für Ernährung“: „Viele positive Wirkungen des Heilfastens sind wissenschaftlich kaum oder nur ungenügend belegt. Der in Zusammenhang zum Heilfasten immer wieder genannte Begriff „Entschlacken“ ist wissenschaftlich nicht begründbar. […] Heilfasten kann aber ein Impuls für eine Änderung des Lebensstils sein.“ Im Gegenzug dazu schreibt die Autorin der Seite heilfasten.de, Tonia, aus ihrer eigenen Erfahrung: „Der Körper befreit sich während einer Heilfasten-Kur von allem, was ihm schadet. Giftstoffe und Schlacken werden beim Heilfasten ausgeschieden. Man könnte also auch sagen, dass das Heilfasten den eigenen inneren Arzt auf den Plan ruft und Stauungen und Blockaden auf allen Ebenen löst. Viele chronische Gesundheitsprobleme lassen sich durch regelmäßiges Heilfasten bessern oder sogar völlig heilen.“

Was also steckt hinter dem Ganzen? Ist Fasten ein Mittel, um Gewicht zu reduzieren oder den Körper zu entgiften? Oder beides? Oder ist es nur unnötige Quälerei, schlimmer noch, Geldmacherei der Heilfastenkuranstalten? In diesem Artikel möchte ich aufgrund meiner persönlichen Erfahrung erzählen, was Heilfasten ist, wie es funktioniert und warum ich es selbst regelmäßig mache(n muss). In einem weiteren Artikel werde ich zur besseren Übersicht die bekanntesten Fastenmethoden vorstellen und ihre Vor- und Nachteile analysieren.

Um mit meiner persönlichen Erfahrung zu beginnen, möchte ich euch zunächst erzählen, wie es dazu kam, dass ich mit dem Fasten begonnen habe. Ich führe es selbst in regelmäßigen Abständen durch, weil ich eine Autoimmunkrankheit habe. Diese äußert sich so, dass meine Immunzellen sich an Hand- und Fußgelenken gegen meine Haut wehren und ich fürchterlich juckende, sich durch das Kratzen vermehrende, rote Ausschläge bekomme. Ohne Behandlung kann sich das bis zu Hautkrebs ausweiten. Die Schulmedizin hatte auch nach zweieinhalbjähriger Behandlung versagt und ich suchte nach einer anderen Methode. Durch eine alternative Therapie über vier Monate habe ich mit natürlichen Mitteln meinen Körper komplett entgiftet. Anschließend habe ich fünf Tage gefastet und das hat den gewünschten Erfolg gebracht. Meine Haut hat sich erholt, die Ausschläge gehen zurück oder verheilen langsam. Darum führe ich es seitdem in regelmäßigen Abständen (mit ärztlicher Begleitung) durch.

Bevor man sich ins Heilfasten stürzt, geht es zuallererst zum Hausarzt – vorausgesetzt man möchte es zu Hause machen. Geht man auf eine Fastenkur in eine Heilanstalt ist es natürlich etwas anderes, aber wir gehen jetzt davon aus, dass wir zu Hause fasten möchten. Gesundheitlich muss man topfit sein, denn der Körper steht die Anstrengung einer Fastenkur sonst nicht durch. Leidet man unter bestimmten Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Problemen, Bluthochdruck, Herz-Gefäß-Erkrankungen oder ähnlichem, ist der Gang zum Arzt Pflicht! Es kann sonst sehr gefährlich sein und das wäre absolut nicht zielführend.

Ein kurzer Überblick über den Ablauf beim Fasten

Während dieser Zeit sind besonderer Stress oder große Anstrengungen (Umzug, wichtige Projekte im Job) zu vermeiden, da das Fasten für den Körper eine enorme Anstrengung bedeutet. Zusätzlich muss man dafür sorgen, regelmäßig – am besten jeden zweiten Tag – Stuhlgang zu haben, da man sonst eine Darminfektion riskiert. Es gibt verschiedene natürliche Mittel die abführend wirken (zum Beispiel Buttermilch, Molke, Sauerkrautsaft, Zitronen-Drink, Apfelessig). Sollten diese nicht zum gewünschten Ergebnis führen, kann man auch zu stärkeren Mitteln greifen (zum Beispiel Rizinusöl, Faulbaumtee, Glaubersalz, Bittersalz). In jedem Fall ist es ratsam, es auf dem natürlichen Weg zu versuchen.

Allgemein teilt sich das Heilfasten in vier Phasen auf. Während der Vorbereitung in der ersten Phase stellt man den Körper durch leichte Kost und Verzicht auf Genussmittel langsam auf die verminderte Nahrungsaufnahme ein. An den Fastentagen in der zweiten Phase reinigt sich der Körper von Innen. Begonnen mit der Haut zieht sich der Reinigungsprozess immer weiter bis zum Darm. Um diesen Weg zu bestreiten, braucht es mindestens fünf Fastentage. Im Anschluss daran folgt das sogenannte Fastenbrechen, die dritte Phase. An diesem Tag bricht man das Fasten ab und startet mit bestimmten Lebensmitteln, je nach Methode, langsam wieder mit dem Essen. Danach beginnen die Aufbautage, also die vierte Phase, bei denen man sich mit kleinen Portionen wieder langsam an eine normale Nahrungsaufnahme gewöhnt. In der Regel sagt man, die Aufbautage sollten mindestens ein Drittel der Fastenzeit andauern, zum Beispiel folgen auf 21 Fastentage sieben Aufbautage. Sport ist ein wichtiger Bestandteil des Fastens, da der Körper in dieser Zeit natürlich an seine Reserven geht, baut er auch Muskelmasse ab. Um dem entgegen zu wirken, empfiehlt es sich, nur sanfte Übungen zu machen um den Organismus nicht unnötig zu belasten. Sportarten wie zum Beispiel Yoga, aber auch Autogenes Training oder Meditation sind erlaubt und erwünscht. Natürlich kann es trotz der vielen Vorbereitung und sorgsamer Planung zu Komplikationen kommen, das nennt man Fastenkrise. Symptome wie Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme, Übelkeit oder Hautausschläge können auftreten. Darum ist es ratsam vor dem Fasten ein Blutbild machen zu lassen, um Nährstoffmängel aufzudecken oder eine Übersäuerung festzustellen. Der Verzicht auf Koffein und Nikotin schon vor dem Fasten kann ebenfalls solchen Symptomen entgegenwirken.

Natürlich gibt es auch negative Seiten des Fastens. Es können Nebenwirkungen auftreten, die man nicht unterschätzen sollte. (Siehe auch: apinchofhealth.com/very-low-calorie-diets/research-into-the-dangers-of-very-low-calorie-diets.php oder gesundheit.de/ernaehrung/diaeten/fasten/fasten-wirksamkeit-nebenwirkungen-bewertung) Kreislaufstörungen, Azidose, Hypotonie, Gicht oder Herzrhythmusstörungen sind Symptome, die durch verschiedene Prozesse im Körper auftreten könnten und verhindert oder vermieden werden können, wenn man schon vor dem Fasten zum Arzt geht. Darum ist dies gerade für Menschen mit Vorerkrankungen oder Menschen, die regelmäßig Medikamente nehmen sehr wichtig.

Wie man sieht, heißt Fasten nicht einfach nichts zu essen. Es steckt viel Vorbereitung und geistige Einstellung dahinter und nicht für jeden ist es die richtige Methode, um mit seinem Körper „ins Reine zu kommen“. In jedem Fall muss man mit sich selbst immer umsichtig umgehen, denn: „Tu deinem Leib etwas Gutes, damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen.“ (Teresa von Ávila)

Habt ihr schon einmal gefastet? Aus welchem Grund und habt ihr eure Ziele damit erreicht? Welche Methode kennt ihr und würdet ihr sie empfehlen? Ich freue mich über eure Kommentare!

Quellen:
http://heilfastenkur.de/
http://www.heilfasten.de/cms/front_content.php?idcat=171

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Brot einfach selber backen

Während meiner basischen Woche – mehr über meine ersten Erfahrungen mit basischer Ernährung könnt ihr in diesem Artikel lesen – habe ich überhaupt kein Brot gegessen. Das ist mir zuerst als…

Während meiner basischen Woche – mehr über meine ersten Erfahrungen mit basischer Ernährung könnt ihr in diesem Artikel lesen – habe ich überhaupt kein Brot gegessen. Das ist mir zuerst als unglaublich schwierig erschienen, dieser Verzicht auf etwas, das ich gerne esse. Ob mit verschiedensten veganen Aufstrichen oder zu Salat – Brot ist einfach perfekt um satt zu werden. Im Laufe des Kein-Brot-Essens träumte ich bisweilen von frisch gebackenem Brot, doch wo bekommt man heutzutage noch so ein richtig leckeres Vollkornbrot?

In den meisten Supermärkten und Filial-Bäckereien sind die Brote und Semmeln maximal frisch im Backautomaten auf- beziehungsweise fertig gebacken, die Teiglinge werden zugeliefert. Damit die Backwaren auf dem Weg frisch bleiben, werden Zusatzstoffe benötigt. Die Industriebäckerei verwendet Enzyme, die den Teig lockerer und die Kruste knuspriger machen, Emulgatoren binden das Wasser im Teig und verhindern, dass das Brot austrocknet. Auch einige der sogenannten Handwerksbäcker greifen auf Teiglinge und Fertigbackmischungen zurück um Zeit zu sparen, gleichbleibende Qualität garantieren zu können und das Sortiment zu erweitern. Im Regelfall stecken in Backwaren vom Handwerksbäcker noch mindestens fünf Zusatzstoffe. Dieser Artikel in der Zeit beschreibt die Problematik.

Wem bei solchen Informationen das Brot im Hals stecken bleibt, der kann zu einer echten Bäckerei seines Vertrauens gehen. Die Hofpfisterei in Bayern zum Beispiel bäckt ohne Zusatzstoffe. Alternativ kann man sein gewünschtes Brot auch selber backen. Das wollte ich ausprobieren – ohne fertige Brot-Backmischung. Also machte ich mich auf die Suche nach einem passenden, das heißt einfachen und schnellen Rezept für den Anfang meiner Hobby-Bäcker-Karriere. Die Grund-Anleitung habe ich dann mit Körnern verfeinert und kann euch dieses Brot nur weiterempfehlen.

Zutaten

500g Weizenvollkornmehl
500ml lauwarmes Wasser
1 Packung Trockenhefe oder frische Hefe
Körner nach Belieben, ich mag zum Beispiel 60g Sesamkörner, 60g Sonnenblumenkörner und 60g Leinsamen oder ein paar Hanfkörner (diese bleiben knackig, also besser nicht zu viele verwenden)
1 TL Salz
Falls ihr eine dunklere Farbe wünscht, einfach etwas Carob-Pulver dazugeben – die meisten Back-Brote haben Malz oder ähnliches um das Brot dunkler zu machen, damit es vollkörniger aussieht (Ich verwende Carob-Pulver der Marke Biovegan, das gibt es zum Beispiel von Alnatura)
Etwas Öl für die Kastenform

Anleitung

In einer Schüssel das Weizenvollkornmehl mit der Trockenhefe, dem Salz und den Körnern vermischen, dann das lauwarme Wasser dazu gießen. Der pragmatische Ansatz für abwasch-faule Menschen wie mich empfiehlt, alle Zutaten mit einer Gabel gut zu verrühren; für eine feinere Arbeitsweise kann auch ein Mixer, eine Küchenmaschine oder ähnliches verwendet werden. Anschließend die Schüssel mit einem Küchentuch abgedeckt auf die Heizung stellen oder einfach im warmen Raum stehen lassen – hier reichen ungefähr 15 Minuten, der Teig sollte etwas aufgehen. Zwischenzeitlich eine Kastenform mit Öl ausstreichen – ich gebe etwas Sonnenblumenöl auf ein Stück Küchenrolle und trage es innen auf die Form auf, so wird nur eine sehr kleine Menge Öl benötigt. Den Teig in die Form geben und ab ins kalte – jawohl, hier wird Energie gespart – Backrohr. Den Herd auf 200°C aufdrehen und schon während der Ofen warm wird, beginnt die Hefe zu wirken und das Brot wächst etwas. Faszinierend anzusehen – diejenigen, die in den Herd hineinschauen können, dürfen sich freuen! Das Brot benötigt ungefähr 60 Minuten Backzeit – also von der Zeit an gerechnet zu der ihr die Kastenform in den kalten Herd gebt.

Für die Hungrigen unter euch: Nicht zu früh herausnehmen, selbst wenn es schon so lecker duftet und man nicht erwarten kann, hineinzubeißen. Mich hat die Ungeduld beim ersten Backversuch gestraft, ich habe das Brot zu früh herausgeholt und nicht gewartet bis es etwas abkühlt und es war innen noch etwas klebrig. Dem Geschmack hat es zum Glück nicht geschadet. Schon der zweite Versuch war perfekt, mit schön knuspriger Kruste – ein Brot-Traum! Mmmmh!

Euphorisiert vom Back-Erfolg und fast schon etwas übermütig, habe ich dann das nächste Mal beim Alnatura Markt statt des Weizenvollkornmehls ein Roggenvollkornmehl gekauft. Nach dem Motto: Mal was anderes ausprobieren, wird doch keinen großen Unterschied machen. Meiner Geistesgegenwart habe ich es zu verdanken, dass ich nochmals gegoogelt habe, ob man Weizen und Roggen austauschen kann. Antwort: Leider nein! Um aus Roggenmehl ein Brot zu backen, benötigt man nicht nur Hefe, sondern Sauerteig. Wieder ein Fremdwort für mich als Novizin in der hohen Kunst des Brotbackens.

Nach dem Lesen einiger Hobbybäcker-Blogs bin ich jetzt eine theoretische Fachfrau, wie es in der Praxis aussieht berichte ich in der Fortsetzung „Eli bäckt Roggenbrot„. Momentan blubbert und gärt – der Geruch erinnert an die Brauereien hier in München! – mein erster selbst angesetzter Sauerteig schon munter vor sich hin, vielleicht geht es morgen schon ans Backen – ich kann es kaum mehr erwarten!

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Grün im großen weißen Norden

Ankunft, Shopping-Unlust und Feel Good Guru Und auf einmal stehe ich da. Soweit entfernt von zu Hause wie noch nie zuvor, verwirrt durch den Jetlag und mit einem schlechten Gewissen…

Ankunft, Shopping-Unlust und Feel Good Guru

Und auf einmal stehe ich da. Soweit entfernt von zu Hause wie noch nie zuvor, verwirrt durch den Jetlag und mit einem schlechten Gewissen wegen der Emissionen der Flugreise. Zielort Toronto erreicht. Hier werde ich also die nächsten sechs Monate verbringen. Ich hieve meinen schweren Koffer in den Bus, nachdem ich zuvor planlos am Flughafen nach der Haltestelle gesucht hatte. Erleichtert lasse ich mich auf den Sitz fallen und bin froh, bald angekommen zu sein. Die ersten Tage darf ich bei einer Freundin unterkommen, bis ich ein Zimmer gefunden habe. Als ich bei ihr eintreffe, möchte ich eigentlich nur noch ins Bett. Es ist erst 21 Uhr, aber nach deutscher Zeit drei Uhr morgens. Die ersten Stunden kann ich gut schlafen, doch ab vier Uhr morgens liege ich wach. Und während ich so da liege, denke ich darüber nach, wie mein Leben hier wohl werden wird. Ich denke an all die grünen Ecken, die ich in Toronto erkunden möchte. Die veganen Restaurants, von denen ich gelesen habe. Die biologische Food Coop, die Meditation, Community Gardening, biologische Märkte. Vor meiner Ankunft habe ich recherchiert, wo ich überall hin möchte. Als es fünf Uhr ist und ich immer noch nicht einschlafen kann, stehe ich auf. Der Jetlag wird sich über die nächsten Tage schon ausschleichen.

Der erste Tag startet und meine Freundin hat mir angeboten, dass wir gemeinsam über die Queen Street schlendern. Dort solle es viele kleine Läden geben, sagt sie. Ich stimme zu und wir laufen los. Zum Glück ist das Wetter derzeit sehr mild. Es sind bloß minus fünf Grad. Doch das soll sich in den nächsten Tagen ändern. Bis zur Queen Street laufen wir etwa eineinhalb Stunden. Als wir angekommen sind, zieht mich meine Freundin von Laden zu Laden. Ich hatte kleine alternative, lokale, vielleicht auch Second-Hand-Läden erwartet. Stattdessen handelt es sich um Kleiderläden, die teilweise relativ teure Designermode verkaufen. Ich stelle fest, wie wenig Reiz das „Shopping“ auf mich ausübt. Obwohl viele Sachen stark reduziert sind, habe ich keine Intention irgendetwas zu kaufen. Seit ich eine konsumreduzierende und nachhaltige Einstellung habe, hat sich irgendwie einiges geändert. Früher hätte ich neugierig in den Läden gewühlt und sicherlich etwas gekauft oder wäre zumindest in Versuchung geraten. Heute sehe ich die ganzen Ressourcen, die für dieses Kleidungsstück verwendet wurden, die Pestizide und Chemikalien, die unmenschlichen Produktionsumstände und die fehlende Notwendigkeit für noch einen weiteren Pullover. Ja, vielleicht werde ich im Laufe meines Aufenthalts noch etwas brauchen. Ich bin ja bloß mit einem Koffer nach Kanada gekommen und werde ein halbes Jahr hier verbringen. Aber wenn sich das herausstellt habe ich mir vorgenommen, nach einem Second-Hand Laden zu suchen oder nach einem Geschäft, das Bio-Kleidung verkauft. Trotzdem genieße ich den Tag. Die Sonne scheint, es macht mir nichts aus auf meine Freundin zu warten, ich erkunde die neue Umgebung und freue mich einfach, dass ich den Tag gemütlich verbringen kann.

Irgendwann entdecke ich auf der Straße dann doch einen Liebling. Es geht allerdings nicht um Kleidung, sondern um Essen. Als wir Feel Good Guru betreten, fühle ich mich sofort aufgehoben und verstanden. Schon der Untertitel hat mich voll und ganz überzeugt: „Hyper-local super-awesome organic plant-powered food“. Feel Good Guru ist ein veganes Imbisslokal, das seine Zutaten teils selbst im Garten und sogar im Lokal anbaut, und teils von lokalen Bauern bezieht. Das Unternehmen möchte so wenig Wasser und Müll wie möglich verbrauchen. Alle Zutaten sind biologisch und die Speisekarte ist weitestgehend rohköstlich, sehr grün und sehr gesund. Kurz gesagt also genau das Essen, das ich jeden Tag essen möchte. Neben unterschiedlichsten grünen Smoothies gibt es viele Salate, Gemüse-Spaghetti, Sprossen im Mangold-Wrap, rohköstliche Falafel, roh-vegane Desserts und vieles mehr. Ich bin hellauf begeistert und kann mich kaum entscheiden, weil einfach die gesamte Speisekarte gut klingt.

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Letztendlich wähle ich das Avocado-„Käse“-Sandwich. Klingt erst einmal nicht so gesund, oder? Tatsächlich besteht das Brot allerdings aus getrockneten Tomaten und Sprossen. Ich bin hin und weg. So etwas möchte ich auch machen können. Ich nehme mir vor, hierfür auf jeden Fall ein Rezept heraus zu finden. Aber wahrscheinlich benötigt man dafür ein Dörrgerät, womit man Essen schonend trocknen kann, welches mir hier natürlich nicht zur Verfügung steht. Gefüllt ist das leckere Sprossenbrot mit Avocado, Cashewcreme, Tomaten, Salat, Sprossen und veganem, selbst gemachten, Senf. Es schmeckt wie ein Gedicht. Sitzgelegenheiten gibt es leider insgesamt nur vier, aber wir haben Glück und schauen direkt auf den verschneiten Park gegenüber, in dem sich vier schwarze Eichhörnchen tummeln. Gurkenwasser gibt es gratis dazu. Mein erster Tag in Toronto hat gleich mit einer tollen Entdeckung angefangen. Ich freue mich über die nächsten Teile meines Abenteuers im großen weißen Norden. Bei meinen nächsten grünen Erlebnissen in Kanada entführe ich euch unter anderem in einen eiskalten Winter und zum besten Schokoladengenuss, den ich je hatte.

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Die Inspektorin: Ode ans Brotbacken

In diesem Kolumnenbeitrag will ich euch die Vorzüge von selbst gebackenem Brot näher bringen. Obwohl ich mir Brot backen bevor ich es selbst probierte als sehr langwierigen Prozess vorgestellt hatte,…

In diesem Kolumnenbeitrag will ich euch die Vorzüge von selbst gebackenem Brot näher bringen. Obwohl ich mir Brot backen bevor ich es selbst probierte als sehr langwierigen Prozess vorgestellt hatte, habe ich mich aus verschiedenen Gründen doch getraut, den Versuch zu wagen. Zum einen war ich sehr neugierig was dabei herauskommt, wenn ich etwas, das ein Großteil der Bevölkerung im Supermarkt kauft, selber herstelle. Darüber hinaus habe ich mich an das absolut köstliche Brot erinnert, das meine Mutter einmal in meiner Kindheit selbst gebacken hat. Es war ein Traum in das noch warme, flaumige Brot zu beißen, es schmeckte einfach viel köstlicher als das gekaufte. Ein weiterer Grund, mich für die Selbstherstellung zu entscheiden war, dass man oft nicht auf den ersten Blick sagen kann, ob man ein Vollkorngebäck oder eines aus Weißmehl vor sich hat. Die dunkle Farbe alleine kann täuschen. Der Kornspitz, den ich lange Zeit für ein Vollkorngebäck gehalten habe, hat seine Farbe sehr oft vom beigefügten Malz. Die restlichen Zutaten ähneln denen in einer weißen Semmel beziehungsweise eines weißen Brötchens.

Da ich versuche mich gesund zu ernähren, wollte ich mich nicht länger auf die täuschende Optik verlassen. Als ich vor gut fünf Jahren mit dem Brot backen begonnen habe, war es auch noch nicht Standard, dass auf Anfrage ein Zettelchen mit den Zutaten des gekauften Brots ausgehändigt wurde. Daher wusste man – bis auf die offensichtlichen Zutaten wie Sonnenblumenkerne oder Leinsamen – nicht einmal, welche Mehlsorte oder welche Geschmackszusätze verwendet worden waren. Zudem habe ich damals wie auch heute noch sehr oft überlegt, vegan zu leben, und wollte ganz sicher sein, keine tierischen Zutaten in meinem Brot zu haben.

Auf Empfehlung einer brotbackenden, vegan lebenden Freundin hin habe ich also einen ersten Brotbackversuch mit einer fertigen Brotbackmischung gestartet. Sie meinte, dass ja noch kein Meister vom Himmel gefallen wäre, und dass Brot mit einer Fertigmischung immer gelingt. Eine Erfolgsgarantie ist bei einem Erstversuch natürlich immer verlockend. So läuft man nicht Gefahr von einem Misserfolg in die Flucht geschlagen zu werden, und immerhin standen alle Zutaten auf der Verpackung. Meine erste Überraschung war der günstige Preis der Mischung. Um einen Euro bekam ich einen Kilogramm des erfolgsverheissenden Mehlgemenges. Die einzige Zutat die ich selbst beifügen musste war Wasser. Also machte ich mich gleich daran, die Hälfte der Mischung mit der entsprechenden Wassermenge mit Handmixer und Knetaufsatz zu einem Teig zu verarbeiten, um diesen wie auf der Packung angegeben ruhen zu lassen, zu kneten, und dann nochmals ruhen zu lassen. Gut Ding braucht eben Weile.

Nach der zweiten Ruhephase kam der Teig endlich ins Rohr, um – heimeligen Brotduft verströmend – das Versprechen zu einem köstlichen Brot zu werden, einzulösen. Ich war fast restlos begeistert und erstaunt wie einfach Mehl zu Brot wird. Der einzige Nachteil schienen mir die langen Ruhezeiten des Teiges zu sein. An die zwei Stunden haben die Knet- und Ruhephasen des Teiges gut und gerne beansprucht. Dass es auch Brotrezepte mit Backpulver gibt, wo einfach alle Zutaten vermischt und dank des Backpulvers, das den Teig auf Anhieb aufgehen lässt, sofort ins Rohr kommen, wusste ich damals noch nicht. Andererseits war gerade Winter, also verwendete ich gern zwei Stunden eines verschneiten Samstagnachmittags für meine wärmenden Brotbackexperimente. Außerdem musste ich mich ja nicht durchgehend zwei Stunden mit dem Brot beschäftigen, sondern hatte den Teig zwischen den Ruhezeiten in jeweils fünf Minuten wieder durchgeknetet. Das Ergebnis sprach für sich, denn das Brot schmeckte herrlich.

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Bild: Katrin Morenz / flickr.com

Ich war mir sicher, das Brotbacken und ich sollten eine dauerhafte Beziehung eingehen. Die Samstagnachmittage mit Brotbacken zu verbringen durfte aber keine Dauerlösung werden. Also entschied ich mich zur Anschaffung einer Brotbackmaschine. Die Vorteile waren mehr als überzeugend. Die Arbeitsschritte beschränken sich nämlich darauf, alle Zutaten in die Brotbackmaschine zu geben und auf den Startknopf zu drücken, um das Brot fix und fertig aus der Maschine zu entnehmen. Das Kneten, Ruhenlassen und Backen des Teiges steuert die Maschine automatisch. Falls man an einem Sonntag frisches Brot zum Frühstück will, kann das Ende des Backvorgangs vorprogrammiert werden. Ich entschied mich für ein günstiges Modell und bestellte gleich zwei Bücher mit Brotrezepten dazu, weil ich mich von den fertigen Brotbackmischungen weg, hin zu selbsthergestellten Mischungen entwickeln wollte. Die Bücher öffneten Türen in neue Brotbackdimensionen. Als Zutaten waren nicht einfach nur Mehl, Hefe und Salz angegeben, sondern Vollkornschrot (den ich gerne selbst im Bioladen mit der Kornmühle schrote), Karottenraspel, Buchweizen, gequollene Leinsamen mit Hirse oder gar Kürbismus. Seitdem bin ich dem Brotbacken verfallen.

Die Vorteile sind für mich, dass man auf diese Weise sehr günstig Bio-Brot herstellen kann; dass man ganz genau weiß, was im Brot enthalten ist; das Vermeiden von Müll, weil ich seitdem nur äußerst selten fertige, in Plastik verpackte Brote gekauft habe; der Duft von frischem Brot in der Wohnung; die gesundheitsfördernden Eigenschaften von Vollkornbrot und die längere Haltbarkeit. Während gekauftes Brot bei mir manchmal schon nach zwei Tagen schlecht war, hält das selbstgebackene eine Woche durch. Ein oft genannter Nachteil mag sein, dass man die Knethaken der Brotbackmaschine erst aus dem Brot ziehen kann, wenn es schon fertig gebacken ist und so unschöne Löcher hinterlässt. Daran gewöhnt man sich aber sehr schnell, und sollte das wirklich extrem störend sein, kann man zu einem Brotbackautomaten greifen, der die Knethaken automatisch vor dem Backvorgang aus dem Teig zieht, oder einfach bei Rezepten bleiben, die es erlauben, das Brot gleich ohne Ruhephasen ins Rohr zu schieben.

Falls ihr jetzt Lust auf Brotbacken bekommen habt und es zuerst mit einer Mischung versuchen wollt, empfehle ich euch einfach in den Supermarkt oder Bio-Supermarkt eures Vertrauens zu pilgern und euch die sympathischste Mischung mit nach Hause zu nehmen. Der Brotbackversuch gelingt garantiert. Sollte wider Erwarten doch etwas schief gehen, habt ihr bestimmt schon mal Geld für Sinnloseres ausgegeben. Mit der nächsten Mischung klappt’s dann bestimmt.

Für alle, die schon einen Automaten zu Hause haben, verrate ich hier mein absolutes Lieblingsrezept für ein Vollkorngewürzbrot aus dem Brotbackautomaten. Die Zutaten sind für 750 Gramm Brot.

90g Dinkelschrot in 90ml heißem Wasser mindestens zehn Stunden einweichen. Danach wandern noch folgende Zutaten in den Brotbackautomaten:
– 220ml Wasser
– 50ml Weinessig (ersatzweise Balsamico)
– 300g Dinkelvollkornmehl
– 10g Salz
– Bei Bedarf 10g Ahornsirup, dann bekommt das Brot einen sehr speziellen Geschmack
– 1 1/2 TL Trockenhefe
– 1 EL Brotgewürz (z.B. Kardamon, Fenchel oder Kümmel)

Einfach auf die Starttaste drücken, den Brotduft genießen und das fertige Brot aus dem Automaten entnehmen.

Was sind eure liebsten Brotrezepte? Habt ihr schon einmal überlegt selbst Brot zu backen, und habt euch bisher noch nicht getraut? Bekommt ihr an kalten Wintertagen auch besonders große Lust die Küche in eine warme Backstube zu verwandeln?

Eure Inspektorin

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Ein Monat vegan – und jetzt?

Viele Geschichten beginnen mit „Es war einmal“ und enden mit „und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage“. Es war einmal – genauer gesagt im Sommer letzten Jahres –…

Viele Geschichten beginnen mit „Es war einmal“ und enden mit „und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage“. Es war einmal – genauer gesagt im Sommer letzten Jahres – ein sonniger Tag, den ich wie so oft mit einer lieben Freundin Sonne tankend auf ihrem Balkon verbrachte. Wie häufig zuvor unterhielten wir uns über die schönen Dinge des Lebens: Unsere Katzen, Menschen, die wir schätzen, gemeinsame Erinnerungen und Pläne und natürlich auch Essen. Sie, die Vegetarierin, und ich, die von Steak mit Chicken Wings und Spareribs als Beilagen schwärmte. Ein Gespräch wie so oft zuvor. Die gleichen Ansätze, die gleichen Argumente. „Bio. Artgerecht. Glücklich.“ Und am Ende dann ein Satz, der noch Tage später wirken sollte: „Aber es ist ja trotzdem tot.“ So einfach, so banal und so wirkungsvoll. Es dauerte keine Woche, bis ich beschloss ebenfalls Vegetarierin zu werden.

Die Umstellung fiel mir überraschend leicht. Ich fühlte mich gesund und fit. In meiner Begeisterung habe ich sämtliche Artikel, Studien, Erfahrungsberichte, Forenbeiträge und Blogs gelesen, die auch nur irgendwie in Verbindung mit der vegetarischen Lebensweise standen. Immer wieder streifte ich dabei das Thema Veganismus. Ganz unverständlich war es mir zu Beginn, die von Kindesbeinen an gelernten Denkweisen noch zu fest verankert. Wie soll man auch allen Ernstes ohne Milch und Käse überleben können? Ohne Eier? Oder gar ohne Schokolade? Das ist ja schlichtweg unmöglich! Mit diesen Gedanken versuchte ich die leise Stimme zu überzeugen, die mir immer wieder einflüsterte, dass da irgendetwas nicht stimmen könne. Nice try, könnte man sagen. Die Stimme wurde lauter, das Jahr ging dem Ende zu. Der Genuss beim Verspeisen von Käse und Ei wollte sich auch nicht mehr so recht einstellen. Es war ein guter Zeitpunkt, von alten Gewohnheiten abzugehen und Neues zu probieren. Der Entschluss war gefasst, im Januar würde ich einen veganen Probemonat einlegen!

So viel zu „Es war einmal“. Es war also einmal ich, die ich beschlossen hatte, alte Muster aufzugeben. Meinen Probemonat läutete ich zu Silvester ein. Ein veganes Feiertagsmenü musste her. Nach stundenlangem Kochbuch wälzen konnte ich einen Spicy Chili Burger mit Rosmarinkartoffeln und Kartoffel-Karotten-Rösti und als Dessert weißes Schokomousse servieren. Die Begeisterung war groß, die Erleichterung über das gelungene Festmahl ebenso. Gut zu wissen, dass man ganz hervorragende vegane Feiertagsmenüs zaubern kann. Schade allerdings, dass nicht jeder Tag ein Feiertag ist. Vor Mitternacht mussten dann doch noch einige Schokokekse dran glauben. Nur für den Fall, dass ich den ganzen Januar über ohne Schokolade überstehen müsste.

Der Alltag und seine Tücken

Natürlich habe ich jedem, den es interessiert hat (oder auch nicht), von meinem Probelauf schon im Vorfeld erzählt. Es gab viel Zuspruch, noch mehr Neugierde und wunderbarerweise nur ganz wenig Skepsis und Kopfschütteln. Während der letzten vier Wochen habe ich viele wertvolle Tipps erhalten und das eine oder andere Aha-Erlebnis gehabt. Das Essen zu Hause war wie erwartet kein Problem, tagsüber im Büro sah es da schon anders aus. Auf meine Anfrage bei unserem Caterer, ob es denn vegane Menüs gäbe, bekam ich die äußerst unbefriedigende Antwort: „Haben wir nicht, planen wir auch nicht.“ Aha. Danke. Nun gut, dann muss es anders gehen. Dann wird eben daheim vorgekocht. Gesagt, getan. Dummerweise fiel mir meine tolle Jause, die zu Hause in meinem Kühlschrank auf mich wartete, recht häufig erst wieder ein, als ich schon hungrig im Büro saß. Es klebt nun also seit einigen Tagen ein Zettel an der Wohnungstür, der mich an mein Essen erinnert. Für den Fall, dass auch der kluge Zettel nicht hilft, habe ich allerdings mittlerweile einen großen Vorrat an Vollkornbrot und Aufstrichen in meiner Schreibtischschublade.

Das Essen zu Hause wie auch im Büro stellte sich als relativ einfach durchzuführende Mission heraus. Restaurant- und Kaffeehausbesuche bereiteten mir aber dennoch ein wenig Sorgen. Weitgehend zu Unrecht. In jedem Restaurant, das ich besuchte, wurde mir eine fabelhafte vegane Speise aufgetischt. Entweder, weil es bereits eine Auswahl in der Karte gab, oder weil das Küchenpersonal kreativ und hilfsbereit war. Ich konnte gar nicht glauben, dass Pizza ohne Käse so lecker sein kann! Einzig auf Desserts musste ich häufig verzichten. Was aber viel schlimmer und für mich ganz und gar unverständlich war und ist, ist die Tatsache, dass es in vielen Kaffeehäusern, Bars und anderen Lokalen keine Sojamilch gibt. Ich trinke nur selten Kaffee, treffe mich aber wirklich gerne mit Freunden um eben das zu tun. Das ist ein Event, das muss zelebriert werden! Wie bitte soll ich einen Espresso ohne Milch zelebrieren und mich dann entspannt zurück lehnen? Selbst mit Mini-Schlucken ist die Tasse in allerhöchstens zehn Minuten leer. Sich länger Zeit zu lassen funktioniert auch nicht, weil der Kaffee dann kalt wird. Zelebrieren geht anders! Glücklicherweise gibt es aber doch einige Lokale, die nicht nur Pflanzenmilch, sondern ab und zu auch vegane Süßspeisen im Angebot haben. In den letzten vier Wochen habe ich einige entdeckt, die ich in Zukunft sicher häufiger besuchen (und natürlich auch darüber berichten) werde. Dort kann ich meinen Caffè latte nämlich gebührend feiern und ganz entspannt den Tag genießen.

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Bild: Jennifer / flickr.com

Der Januar ist vorbei. Und jetzt?

Jetzt ist Februar. Ich habe mir vier Wochen lang überlegt, wie ich mich denn fühlen würde, wenn der Probemonat vorbei wäre. Gesünder? Dünner? Besser? Der Erleuchtung einen Schritt näher? Würde ich mich voller Freude auf eine Käseplatte stürzen und als Nachtisch ein Glas Schokocreme auslöffeln, wenn vier Wochen voller Verzicht vergangen wären? Nichts von alledem. Ich bin gleich gesund oder ungesund, gleich dünn oder dick und gleich weit von der Erleuchtung entfernt wie vor einem Monat. Ich bin auch nicht besser. Weder besser als ich es vorher war, noch besser als irgendjemand anderer es ist. Achtsamer bin ich allerdings geworden. Achtsamer mit meinem Essen (Eh klar, wenn man überall das Kleingedruckte lesen muss), aber auch achtsamer mit anderen Menschen. Ich habe so viel Verständnis und Zuspruch erhalten. Mir ist aber auch Unsicherheit begegnet. „Jetzt kann ich beim Essen gar nicht mehr neben dir sitzen. Du findest mich jetzt bestimmt nicht mehr sympathisch. Wahrscheinlich glaubst du jetzt, ich bin ein schlechter Mensch.“ Liebe alle Menschen, die ihr mir im letzten Monat unsicher gegenübergetreten seid: Ich mag euch noch immer, genieße eure Gesellschaft weiterhin und nein, ich halte euch nicht für schlechte(re) Menschen. Ich erwarte auch nicht, dass sich jeder in meiner Gegenwart vegan oder vegetarisch ernährt. Ihr genießt euer Schnitzel oder Brathuhn? Wunderbar! Dann freut euch und seid dankbar, dass euch dieser Genuss gewährt wird. Ob die Herkunft eures Genussobjekts in Ordnung ist oder nicht, habe nicht ich zu entscheiden.

Was mich betrifft, werde ich meine Ernährung wohl weiterhin so gestalten, wie ich es im letzten Monat getan habe. Ich spüre weder Verzicht noch Versuchung. Neugier und Vorfreude sind die Gefühle, die meinen Gemütszustand am besten beschreiben. Neugier und Vorfreude auf unbekannte Nahrungsmittel, spannende Rezepte, überraschend auftauchende Lokale und neue Weggefährten.

Es ist Februar und ich bin nicht vegan. Ich brauche kein Label, um zu sein wer ich bin. Ich bin ich und ich ernähre mich weitgehend pflanzlich. Und wenn ich irgendwann das Verlangen nach einem Stück Milchschokolade oder einem Brot mit Honig haben sollte, dann werde ich das auch essen. Und ich werde genießen, mich bedanken und trotzdem kein schlechter Mensch sein. So endet auch meine Geschichte mit einem „und sie lebte glücklich bis ans Ende ihrer Tage“. Denn genau das gedenke ich zu tun.

Habt ihr eure Ernährung auch schon einmal komplett umgestellt? Ernährt ihr euch vegan? Ich freue mich auf eure Kommentare!

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Vegan Guerilla – Die Revolution beginnt in der Küche

Jeder von uns kennt sie. Menschen, die man um vier Uhr morgens aus dem Bett läuten kann und die innerhalb kürzester Zeit und unter Berücksichtigung sämtlicher Vorlieben und/oder Allergien aller…

Jeder von uns kennt sie. Menschen, die man um vier Uhr morgens aus dem Bett läuten kann und die innerhalb kürzester Zeit und unter Berücksichtigung sämtlicher Vorlieben und/oder Allergien aller Überraschungsgäste ein Sieben-Gänge-Menü inklusive passender Weinbegleitung auf den Tisch zaubern. KüchengöttInnen. Ich gehöre nicht zu dieser Spezies. Deshalb stapeln sich in meiner kleinen Küche unzählige Kochbücher. Kurz vor Weihnachten hat sich ein neuer Stapel gebildet: Vegane Kochbücher. Über eines davon – Vegan Guerilla – möchte ich gerne meine Gedanken mit euch teilen.

Vegan Guerilla – Die Revolution beginnt in der Küche. Ein Kochbuch, das aus einem privaten Food-Blog entstanden ist. Rezepte, die sich eine Studentin zu ihrem höchstpersönlichen Genuss ausgedacht hat. Bilder, die im eigenen Wohnzimmer ohne viel Chichi geknipst wurden. Ein Buch, das mich sofort angesprochen hat – sympathisch und einladend. Und das noch dazu auf 100 Prozent Recyclingpapier gedruckt ist. Herz, was willst du mehr? Die Autorin, Sarah Kaufmann, schreibt in ihrem Vorwort, dass sie die Frage „Vegan – was kannst du denn dann noch essen?“ als Ansporn versteht, alle möglichen Gerichte zu veganisieren und sich neue Rezepte auszudenken. Wunderbar! Denn auch ich stelle mir die Frage „Vegan, was kann ich denn dann eigentlich noch essen?“.

Sarah Kaufmann gibt in ihrem Buch Antworten auf diese Frage. Und was für welche! Bunte, abwechslungsreiche, fantasievolle, das Wasser im Mund zusammenlaufen lassende, leckere Antworten! Von Quinoa-Mango-Seitan-Salat, über Quiche Lorraine und Süßkartoffelburger, bis hin zu Nussecken und Cake Balls findet man in Vegan Guerilla alles, was das vegane Feinschmeckerherz begehrt. Die Autorin hat in ihrem Buch Rezepte veröffentlicht, die leicht nachzukochen sind. Die Zutaten sind in beinahe jedem Super- oder Biomarkt erhältlich, außergewöhnliches Zubehör wird nicht benötigt. Vegan Guerilla ist ein Kochbuch für jedermann. Spaß am Kochen und ein wenig Experimentierfreude vorausgesetzt.

Ich gestehe, ich habe erst ein Rezept ausprobiert. Erdnuss-Bananen-Cookies. Ganz recht, Kekse. Warum? Weil Kekse der Härtetest sind. Suppen, Salate und Hauptspeisen haben mich schon auf den Bildern überzeugt. Aber Kekse! Können vegane Süßspeisen denn wirklich so toll sein? Geht das denn? Wenn es um Süßigkeiten geht, wird der innere Schweinehund laut. Denn daran könnte eine Ernährungsumstellung scheitern. Bei mir zumindest. Wenn also die Kekse überzeugen, kann ja nichts mehr schief gehen. Ich habe sie also nachgebacken. In Mamas Omni-Küche, die eigentlich nicht für veganes Backen ausgerichtet ist. Und siehe da, alles war vorhanden (nur die Erdnüsse musste ich durch Mandeln ersetzen, aber hey, ich bin halt ein Freigeist). Erster Pluspunkt. Der Aufwand hielt sich in Grenzen. Alle Zutaten in einer Schüssel mixen, kleine Fladen formen und ab ins Backrohr damit. Dann noch schnell die Füllcreme rühren, die fertigen Kekse auskühlen lassen, mit der Creme zusammenkleben und draußen kaltstellen. Großartig, so mag ich das. Noch ein Pluspunkt.

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Bild: Nadine

Keine Stunde später waren sie fertig. Meine ersten, selbstgebackenen, veganen Kekse. Doppeldecker-Cookies mit Schoko-Bananen-Cremefüllung. Schon während des Zusammenklebens haben die Herren des Hauses heimlich Kekshälften stibitzt. Natürlich nur, um ihrer Aufgabe als Geschmacksjuroren ordentlich nachkommen zu können. Und sie waren sich einig: Die besten Après-Christmas-Cookies überhaupt. Eine Küchengöttin bin ich zwar noch immer nicht, aber mit Vegan Guerilla bin ich dem Küchenolymp schon einen Schritt näher.

Wenn ihr auf den Geschmack gekommen seid, könnt ihr Vegan Guerilla direkt über compassion media bestellen. Sarahs Blog mit vielen tollen Rezepten findet ihr hier: Vegan Guerilla

Der innere Schweinehund liegt übrigens satt in einer Ecke und träumt von veganem Schokomousse. Das steht nämlich als nächstes auf meiner „To-Cook-List“. Darüber und über meine vegane Probezeit im Jänner werde ich aber ein anderes Mal berichten.

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Als Vegetarierin durch Brasilien: Teil 1 einer Versuchsreihe

„Wir müssen unbedingt zu Mercado Municipal“, meint meine Freundin Daniela in Sao Paulo und nimmt mich gleich an der Hand, „da gibt es ein riesiges Sandwich, das sehr bekannt ist.“…

„Wir müssen unbedingt zu Mercado Municipal“, meint meine Freundin Daniela in Sao Paulo und nimmt mich gleich an der Hand, „da gibt es ein riesiges Sandwich, das sehr bekannt ist.“ „Klar, warum nicht?“, denke ich und will noch fragen: „Das ist vegetarisch!?“ Ich hätte die Frage besser stellen sollen, denn natürlich blitzte dick und fett „Mortadella Sandwich“ von der Leuchttafel des Standes. Eine Geschichte, wie sie typisch ist für Brasilien. Nein, für ganz Südamerika – ich habe es ja nach neun Monaten in Kolumbien, Ecuador, Bolivien, Argentinien und Uruguay vor zwei Jahren beinah vermutet . Manchmal ist es gar nicht so schön, recht zu haben…

Pizza auf dem Markt: Vorne mit Ruccola, hinten mit Palmita. Bild: Doris N.
Statt Fleisch-Sandwich gibt es Pizza auf dem Markt: Vorne mit Rucola, hinten mit Palmita.

Tatsächlich kann ich nach fast einer Woche in Brasilien sagen: Vegetarier haben es nicht einfach. (Veganer noch viel schwerer, aber das ist eine andere Geschichte.)

„Ich habe aber einige vegetarische Freunde – und die überleben“, versprach mir meine Freundin Cristiane, bei der ich in Rio de Janeiro untergekommen bin. Bei ihrer Familienfeier hoch über der Copacabana mit Blick aufs Meer und Zuckerhut konnte ich auch tatsächlich überleben. Wenn bloß mit Salat und Co, denn das Familienrezept eines Fisch-Kuchens war nicht ganz im Sinn einer Vegetarierin. Auch wenn es verdammt gut ausgesehen hat, wie ich gestehen muss. Doch mit Bohnen, Reis, Grünzeug und Käse kommt man hier schon weiter.

Familienbuffet: Einiges davon ist sogar für VegetarierInnen essbar. Bild: Doris N.
Familienbuffet: Einiges davon ist sogar für VegetarierInnen essbar.

Meine Rettung: Wie gut, dass in Brasilien überall in den Städten Kilo-Restaurants Furore gemacht haben. Da lädt man sich einfach alles, was man vom Buffet mag, auf den Teller und zahlt das, was man isst. Abgewogen. Je nach Kilo. Klar, es gibt auch hier vorwiegend Fleisch… aber auch Palmita, Manjioka (Maniok in jeder Form), Polenta oder Reisbällchen. Und natürlich die schön leichten, ähm, in Fett herausgebratenen oder frittierten Pasteles. Wer Glück hat, erwischt eines mit Käse – oder lässt sich von Freunden beraten. Beschriftet ist alles bloß in Portugiesisch. Wer Spanisch spricht wie ich (naja, okay, ansatzweise) hat einen klitzekleinen Vorteil.

Hoch über der Copacabana beim Familienessen mit Aussicht. Bild: Doris N.
Hoch über der Copacabana beim Familienessen mit Aussicht.

Fazit einer Woche: Vegetarier haben es nicht einfach – aber ich werde überleben. Vor allem, wenn ich mich weiterhin von Açaí mit Granola ernähre. Das Beste (und Teuerste, 13 Reals, fast vier Euro!) gibt es übrigens in Baby Lanches an der Copacabana. Ich heiße Doris und ich bin süchtig!

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Völlerei: Die vegane Kolumne rund um Essen und andere Notwendigkeiten

Ein neuer Tag, eine neue Kolumne, eine neue Pizza. Im zweiten und vorerst letzten Teil meines veganen Pizzatests in Wien habe ich Pizza on Tour ausprobiert. Pizza on Tour Das weit…

Ein neuer Tag, eine neue Kolumne, eine neue Pizza. Im zweiten und vorerst letzten Teil meines veganen Pizzatests in Wien habe ich Pizza on Tour ausprobiert.

Pizza on Tour

Das weit entfernt von der Innenstadt in Wien 22 beheimatete Unternehmen „Pizza on Tour“ besteht schon seit über 30 Jahren und wächst beständig. Zu diesem Lieferdienst und der Lokalkette gehört nicht nur der Pizzakeller am Kaisermühlendamm, sondern auch das Cara Mia, Rossini’s – die älteste Pizzaria Wiens – und das Campanile, alle in Wien-Donaustadt und -Floridsdorf gelegen.

Was diese verschiedenen Filialen eint: Gute Pizza und ein Lieferdienst, bei dem man seit einigen Jahren auch vegane Pizzaoptionen bestellen kann. Schon vieles hatte ich darüber gehört. Aber wie das eben so ist, von den verschiedensten Meinungen – von sehr gut bis hin zu mittelmäßig und gar ungenießbar – war alles dabei, also war es an der Zeit, einmal endlich selbst zu testen.

An einem Samstagabend auf einer Geburtstagsparty von lieben Freunden war es dann soweit: Endlich mal Pizza on Tour! Da das Unternehmen nur in die Bezirke 2, 19, 20, 21 und 22 liefert (weitere Bezirke nur auf Anfrage/bei Großbestellungen) hat sich die Bestellung angeboten, denn wir befanden uns in 1220 Wien.

Zur Auswahl stehen bei den vegetarischen und veganen Optionen natürlich Klassiker wie Rucola, Toscana oder einfach Margherita welche preislich bei um die sieben Euro liegen. Extra Zutaten wie Mais oder Spinat kosten einen kleinen Aufpreis von 1,20 Euro mit zwei bis drei Zutaten kommt man also auf gute zehn Euro.

Nach rund einer halben Stunde kamen die runden Dinger und die Spannung stieg. Erstes großes Plus: Die Größe und der Belag waren mehr als ausreichend und bei knapp zehn Euro pro Pizza auch völlig in Ordnung, auf jeden Fall nicht zu wenig. Zudem kann man sich auf einen durchaus intensiven und eher dicklichen veganen Käse einstellen, der sicherlich nicht den Geschmack aller Pizzaliebhaber trifft. Mir persönlich hat gerade das aber sehr zugesagt, weil ich bei meinem letzten Pizzatest in der Casa Piccola für mein Empfinden zu wenig Käse auf der Pizza hatte.

Das Gemüse ist (wie meistens) natürlich nicht das frischeste aus dem Biogarten, aber durchaus in Ordnung. Da kann man es schlimmer erwischen. Für den Preis und das durchaus schnelle Lieferservice war ich zufrieden gestellt, gerade wenn man eine Sammelbestellung – zum Beispiel auf einer Party – macht, ist es sinnvoll, liefern zu lassen. Vorausgesetzt natürlich man befindet sich in einem der oben erwähnten Bezirke, was in meinem Fall nicht oft vorkommt.

Zu den diversen Filialen mit Sitzmöglichkeiten kann ich leider nichts sagen, da mir diese alle ein wenig zu weit weg liegen. Aber mein Fokus richtet sich hier auch auf den Lieferdienst, an dem wenig zu bemängeln ist.

Fazit: Eine willkommene Alternative für all diejenigen, die etwas weiter weg von der Wiener Innenstadt wohnen und Bock auf leckere und preiswerte vegane Pizza haben. Für alle anderen: Sucht euch Freunde, die in den Liefergebieten wohnen!

Pizza on Tour
1220 Wien, Bellegardegasse 2
Telefon: +43-1-2693157
Fax: +43-1-26931571

Bewertung: 8/10

 

Zu allen meinen bisher getesteten Lokalen muss man aber grundsätzlich sagen: Hier geht es keinesfalls um Ethik und vegane Lebenseinstellungen, sondern mehr um reine Geschäftsmodelle. Mich persönlich stört das zwar nicht, aber es bleibt zu hoffen, dass der Trend zu veganem Essen nicht abnimmt und die Pizzerias wieder auf ausschließlich konventionelles Essen umsteigen.

Nächstes Mal bei Völlerei: Endlich keine Pizza! Es wird hochpreisiger und fancy, ein Besuch im vegetarischen Restaurant „Hollerei“ steht an, mit einem Drei-Gänge-Menü. Lasst euch überraschen!

Bis dann, euer Florin

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