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Schlagwort: Brot

Süßes veganes Apfelbrot – An Apple a day… und den verbacken im Brot

Hi, ich bin Kirsten von kiraton. Ich mag neben der Fotografie DIY-Projekte und Backen. Und ich freue mich, nun ein erstes meiner Lieblings-Rezepte auf The bird’s new nest veröffentlichen zu…

Hi, ich bin Kirsten von kiraton. Ich mag neben der Fotografie DIY-Projekte und Backen. Und ich freue mich, nun ein erstes meiner Lieblings-Rezepte auf The bird’s new nest veröffentlichen zu dürfen. Es passt zum Herbst und eigentlich auch zu jeder anderen Jahreszeit: süßes Brot mit Äpfeln.

Warum nicht mal ein süßes Brot backen, dachte ich mir und überlegte, welche Zutaten sich dafür eignen würden: Äpfel und Nüsse müssen hinein. … und Zimt. – Wie passend zur Herbstsaison. – Anstatt Wasser würde ich  Soja-Reis-Drink verwenden (alternativ ginge auch Mandel- oder Hafer-Drink).
Somit standen die Grundzutaten fest. Ich nahm mir ein Grundrezept für ein Hefebrot und ersetzte Wasser durch Soja-Reis-Drink und packte einfach die restlichen Zutaten dazu. Fertig.

Süßes Apfelbrot.

Süßes Apfelbrot.

Und hier nun das Rezept für euch:

Die Zutaten

  • 500 g Mehl (Dinkel und Weizen (voll))
  • 2 EL Essig
  • 2 TL Salz
  • 2 TL Zucker
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Würfel frische Hefe
  • bis zu 250 ml Soja-Reis-Drink
  • 2 EL Olivenöl
  • 1-3 in Stücke geschnittene Äpfel (je nach Größe)
  • Eine Hand voll Wallnusskerne, Mandeln, wer mag Rosinen
  • Kokosflocken
  • 1-2 EL gemahlenen Zimt

 

Süßes Apfelbrot: der Teig in Form gebracht.

Süßes Apfelbrot: der Teig in Form gebracht.

Die Umsetzung

Mehl, Essig, Salz, Zucker, Öl, Zimt, die Nüsse, Kokosflocken und die geschnittenen Apfelstücke in eine Rührschüssel geben und den klein gebröselten Hefewürfel dazu geben. Nun etwas  Soja-Reis-Drink dazu geben und entweder mit der Hand oder mit dem Knethaken gut durchkneten bzw. -walken. Nach und nach den restlichen  Soja-Reis-Drink dazu geben, bis ein kompakter Teig entstanden ist. Wenn der Teig zu trocken ist: mehr  Soja-Reis-Drink hinzu geben. Sollte er zu klebrig sein: mit etwas Mehl bestäuben und durchkneten.
Den fertigen Teig mit einem feuchten Tuch abdecken und für mindestens eine halbe Stunde an einem warmen Ort stellen (z.B. auf der Heizung oder bei 50 °C im Backofen). In dieser Zeit geht der Teig auf und erreicht meist das Doppelte der Ausgangsgröße.

Süßes Apfelbrot.

Süßes Apfelbrot.

Nun den Teig noch einmal durch- und in Form kneten. Den Teig in ein- und zwei Broten auf ein Backblech legen. Alternativ kann man auch Brötchen formen. Oben die Brote bzw. Brötchen mit einem Messer mehrfach leicht einschneiden, mit etwas Zimt bestäuben und nochmals für 15-30 Minuten ruhen lassen. Anschließend das Backblech mit dem Teig bei 175 °C, Umluft ( 200 °C Ober- und Unterhitze) für 25-30 Minuten in Backofen schieben. Zwischendurch das Brot mal kurz heraus ziehen und mit einem, vorher in Wasser eingetauchten, Pinsel bestreichen. So trocknet das Brot nicht aus.
Wenn das Brot eine leicht goldig-bronzene Farbe angenommen hat, ist es fertig.

Wer mag kann es bereits jetzt anschneiden oder warten bis es abgekühlt ist. Na dann: Guten Hunger.

Leckeres Apfelbrot.

Leckeres Apfelbrot.

Habt ihr weitere Ideen für leckere Brote? Was gehört für euch in ein süßes Brot? Eure Anregungen rein in die Kommentare.

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Und weiter geht’s mit dem Brotbacken

Nach den gelungenen Weizenvollkornbroten mit Hefe wollte ich mich daran wagen, ein Roggenvollkornbrot zu backen. Den hierzu benötigten Sauerteig gibt es zwar auch in Pulverform zu kaufen, aber wenn ich…

Nach den gelungenen Weizenvollkornbroten mit Hefe wollte ich mich daran wagen, ein Roggenvollkornbrot zu backen. Den hierzu benötigten Sauerteig gibt es zwar auch in Pulverform zu kaufen, aber wenn ich schon selbst backe, dann ganz. Voller Motivation suchte ich mir im Internet einfache Rezepte zum Ansatz eines Sauerteiges. Bald kam der gebührende Respekt dazu, da es sich hier fast schon um eine Wissenschaft zu handeln scheint. In vielen Foren werden verschiedensten Arten der „Teigführung“ beschrieben und diskutiert und vor allen möglichen Fehlern wird gewarnt.

Doch da zeigt sich wieder, man darf sich nicht abschrecken lassen, auch wenn etwas im Internet kompliziert beschrieben wird. Bei mir hat es einfach geklappt, vielleicht Anfängerglück. Theoretische Fachfrau werde ich wohl nicht in dieser Materie, mein Ansatz heißt: Herumexperimentieren und daraus lernen. Mein erstes Roggen-Weizenvollkorn-Brot mit Sauerteig (und keiner zusätzlichen Hefe) ist jedenfalls auf Anhieb gelungen und wurde innerhalb von kürzester Zeit verzehrt, so lecker war es. Weitere Backversuche sind allesamt lecker geworden, insofern kann ich euch – zum Glück – keine Bessermacher-Tipps geben.

Wie setzt man Sauerteig an?

Schön der Reihe nach. Um einen neuen Sauerteig erstmals herzustellen braucht man Zeit und Geduld – und sonst gar nicht viel: Roggenvollkornmehl und lauwarmes Wasser. Meine Anleitung hier ist sehr einfach, bei mir hat es so funktioniert ohne daraus eine physikalische Abhandlung zu machen, ich hoffe bei euch auch. Am ersten Tag einfach 100 Gramm Roggenvollkornmehl (zum Beispiel von Alnatura) und 100 Milliliter lauwarmes Wasser mit einer Gabel in einer Schüssel gut mischen, bis sich eine dünnflüssige Teigmasse ergibt. Dann den Deckel locker darauflegen, man kann auch ein Küchentuch nehmen, sodass noch etwas Luft dazu kommt, das Ganze an einen warmen Platz stellen und 24 Stunden warten. Am zweiten Tag wiederholt sich die Prozedur: 100 Milliliter lauwarmes Wasser und 100 Gramm Roggenvollkornmehl dazugeben, umrühren und wieder locker zudecken. Der Teig riecht schon etwas säuerlich und an der Oberfläche sind bereits Bläschen zu sehen, da sich Milchsäurebakterien und Hefepilze gebildet haben. Am dritten Tag kann man den Sauerteig je nach gewünschter Menge füttern, zum Beispiel mit 150 Milliliter lauwarmen Wasser und 150 Gramm Roggenvollkornmehl und nach weiteren zwölf bis 24 Stunden (das hängt von der Wärme ab) sind sehr viele kleine Bläschen an der Oberfläche sichtbar und es hat sich eine fast schaumartig aussehende Teigoberfläche gebildet. Fertig ist der Sauerteig!

Damit man diese Prozedur nicht ständig wiederholen muss, kann man von diesem Sauerteig ungefähr 100 Gramm in ein leeres Glas (zum Beispiel ein gut ausgespültes Marmeladenglas) geben, den Deckel nur locker verschließen und so im Kühlschrank aufbewahren. Dann muss man beim nächsten Mal Brot backen diesen Sauerteig-Ansatz nur mehr wie gehabt mit warmen Wasser und Mehl vermengen und zugedeckt in der Wärme stehen lassen. Ein paar Stunden später – ich finde es zum Beispiel praktisch ihn in der Früh herauszuholen und abends zu backen, dann ist der Sauerteig schon sehr kräftig, ist einfach Geschmacksache – kann man ihn bereits wieder verwenden. Zuvor nicht vergessen wieder etwas fürs nächste Backen wegzugeben! Mich erinnert mein Sauerteig ja an ein kleines Lebewesen, erst schlummert es brav im Kühlschrank dahin, bis es aufgeweckt wird, dann geht es an die Fütterung und bald blubbert es fröhlich dahin und freut sich am weiteren Teig-Futter. Jetzt fragt ihr euch sicher, wie lange der Sauerteig im Kühlschrank gelagert werden kann. Ich backe so ungefähr einmal in der Woche Brot und nach einiger Zeit setzt er sich etwas ab und riecht schärfer, aber das schadet nicht. Ich habe in Sauerteig-Foren im Internet gelesen, dass andere ihren Teig ein paar Wochen im Kühlschrank lassen. Alles kein Problem, ihr könnt also auf Urlaub fahren und braucht keinen Sauerteig-Sitter.

Wie wird aus dem Sauerteig ein leckeres Brot?

Mit mehr Mehl, Wasser und Geduld und der Hilfe des Backofens. Die Sauerteigmasse je nach gewünschtem Geschmack mit Roggenvollkornmehl oder Weizenvollkornmehl und lauwarmem Wasser verkneten. Wenn man ausschließlich Sauerteig ohne zusätzliche Hefe verwendet, benötigt man in etwa 200 Gramm Sauerteig auf 400 Gramm Mehl – dieses Grundrezept kann beliebig erweitert werden. Diesmal sollte der Teig keine flüssige Konsistenz haben, sondern so sein, dass er sich vom Rand der Schüssel löst. Nach Belieben können Salz und Körner (Sonnenblumenkerne, Leinsamen, Sesam, Hanfsamen, etc.) dazugeben werden, dann ab damit in eine mit Öl ausgestrichene Kastenform oder einfach einen Laib formen und auf ein Backpapier legen, mit einem Küchentuch zudecken, und an einem warmen Platz stehen lassen, bis das Brot ordentlich aufgegangen ist.

Leider ist es schwer eine pauschale Abschätzung abzugeben, wieviel Zeit hier verstreichen kann, das hängt einerseits von der Menge und auch Stärke des Sauerteigs ab, andererseits von der Temperatur – bei mir sind es meistens so um die zwei Stunden herum. Hier hat sich bei meinen Backexperimenten die Fingerprobe bewährt: Bereit für den Ofen ist das Brot dann, wenn man mit dem Finger hineinstupsen kann, und der Teig gerade noch (langsam) in seine alte Form zurück geht. Wenn er sofort zurückspringt, gebt ihm noch etwas Zeit.

Zu guter Letzt das Brot für eine knusprige Kruste oben mit Wasser bestreichen, dann die Oberfläche einritzen, das ist rein kosmetisch, damit das Brot beim Aufgehen nicht seitlich reißt und ab geht es damit in den Backofen. Hier sollte man noch eine Schüssel, zum Beispiel eine Müslischale, mit etwas Wasser dazustellen und das Brot bei 200 Grad 60 bis 70 Minuten backen. Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob das Brot wirklich durch ist, dann einfach nach Ende der Backzeit herausholen und eine Klopfprobe machen – ist das Brot fertig gebacken, klingt es hohl, sonst am besten nochmals hinein in den warmen Ofen damit und geduldig bleiben. Anschließend überkühlen lassen und dann erst anschneiden – falls ihr es schafft solange zu warten, bei dem leckeren Duft nach frisch gebackenem Brot.

Warum Sauerteig?

Bei Roggenbroten benötigt man Sauerteig, um den Teig überhaupt backfähig zu machen, sonst würde das Brot wegen der fehlenden Säure flach bleiben. Die Milchsäurebakterien des Sauerteigs produzieren die benötigte Milchsäure und Essigsäure. Außerdem verbessern Sauerteige die Verdaulichkeit, Aroma, Geschmack und Haltbarkeit der Backwaren – das Brot ist weniger anfällig für Schimmel.

Ich liebe den leicht säuerlichen Geschmack des Brotes, er erinnert mich sehr an die klassischen Schwarzbrote aus meiner Kindheit. Zusätzlich gebe ich gerne Sonnenblumenkerne, Leinsamen, Sesam, Haferflocken oder Hanfsamen in den Teig, um ein leckeres, körniges Brot zu bekommen. Also, daran denken, gutes Brot braucht seine Zeit!

Ich wünsche euch viel Spaß beim Backen, gutes Gelingen und dann geht es auch schon ans Genießen!

Was kommt als nächstes zum Thema Brotbacken? Nun, demnächst will ich einen Versuch mit angekeimtem Getreide starten. So eine Art Rohkost-Fladen soll sich so herstellen lassen. Ich halte euch auf dem Laufenden!

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Brot einfach selber backen

Während meiner basischen Woche – mehr über meine ersten Erfahrungen mit basischer Ernährung könnt ihr in diesem Artikel lesen – habe ich überhaupt kein Brot gegessen. Das ist mir zuerst als…

Während meiner basischen Woche – mehr über meine ersten Erfahrungen mit basischer Ernährung könnt ihr in diesem Artikel lesen – habe ich überhaupt kein Brot gegessen. Das ist mir zuerst als unglaublich schwierig erschienen, dieser Verzicht auf etwas, das ich gerne esse. Ob mit verschiedensten veganen Aufstrichen oder zu Salat – Brot ist einfach perfekt um satt zu werden. Im Laufe des Kein-Brot-Essens träumte ich bisweilen von frisch gebackenem Brot, doch wo bekommt man heutzutage noch so ein richtig leckeres Vollkornbrot?

In den meisten Supermärkten und Filial-Bäckereien sind die Brote und Semmeln maximal frisch im Backautomaten auf- beziehungsweise fertig gebacken, die Teiglinge werden zugeliefert. Damit die Backwaren auf dem Weg frisch bleiben, werden Zusatzstoffe benötigt. Die Industriebäckerei verwendet Enzyme, die den Teig lockerer und die Kruste knuspriger machen, Emulgatoren binden das Wasser im Teig und verhindern, dass das Brot austrocknet. Auch einige der sogenannten Handwerksbäcker greifen auf Teiglinge und Fertigbackmischungen zurück um Zeit zu sparen, gleichbleibende Qualität garantieren zu können und das Sortiment zu erweitern. Im Regelfall stecken in Backwaren vom Handwerksbäcker noch mindestens fünf Zusatzstoffe. Dieser Artikel in der Zeit beschreibt die Problematik.

Wem bei solchen Informationen das Brot im Hals stecken bleibt, der kann zu einer echten Bäckerei seines Vertrauens gehen. Die Hofpfisterei in Bayern zum Beispiel bäckt ohne Zusatzstoffe. Alternativ kann man sein gewünschtes Brot auch selber backen. Das wollte ich ausprobieren – ohne fertige Brot-Backmischung. Also machte ich mich auf die Suche nach einem passenden, das heißt einfachen und schnellen Rezept für den Anfang meiner Hobby-Bäcker-Karriere. Die Grund-Anleitung habe ich dann mit Körnern verfeinert und kann euch dieses Brot nur weiterempfehlen.

Zutaten

500g Weizenvollkornmehl
500ml lauwarmes Wasser
1 Packung Trockenhefe oder frische Hefe
Körner nach Belieben, ich mag zum Beispiel 60g Sesamkörner, 60g Sonnenblumenkörner und 60g Leinsamen oder ein paar Hanfkörner (diese bleiben knackig, also besser nicht zu viele verwenden)
1 TL Salz
Falls ihr eine dunklere Farbe wünscht, einfach etwas Carob-Pulver dazugeben – die meisten Back-Brote haben Malz oder ähnliches um das Brot dunkler zu machen, damit es vollkörniger aussieht (Ich verwende Carob-Pulver der Marke Biovegan, das gibt es zum Beispiel von Alnatura)
Etwas Öl für die Kastenform

Anleitung

In einer Schüssel das Weizenvollkornmehl mit der Trockenhefe, dem Salz und den Körnern vermischen, dann das lauwarme Wasser dazu gießen. Der pragmatische Ansatz für abwasch-faule Menschen wie mich empfiehlt, alle Zutaten mit einer Gabel gut zu verrühren; für eine feinere Arbeitsweise kann auch ein Mixer, eine Küchenmaschine oder ähnliches verwendet werden. Anschließend die Schüssel mit einem Küchentuch abgedeckt auf die Heizung stellen oder einfach im warmen Raum stehen lassen – hier reichen ungefähr 15 Minuten, der Teig sollte etwas aufgehen. Zwischenzeitlich eine Kastenform mit Öl ausstreichen – ich gebe etwas Sonnenblumenöl auf ein Stück Küchenrolle und trage es innen auf die Form auf, so wird nur eine sehr kleine Menge Öl benötigt. Den Teig in die Form geben und ab ins kalte – jawohl, hier wird Energie gespart – Backrohr. Den Herd auf 200°C aufdrehen und schon während der Ofen warm wird, beginnt die Hefe zu wirken und das Brot wächst etwas. Faszinierend anzusehen – diejenigen, die in den Herd hineinschauen können, dürfen sich freuen! Das Brot benötigt ungefähr 60 Minuten Backzeit – also von der Zeit an gerechnet zu der ihr die Kastenform in den kalten Herd gebt.

Für die Hungrigen unter euch: Nicht zu früh herausnehmen, selbst wenn es schon so lecker duftet und man nicht erwarten kann, hineinzubeißen. Mich hat die Ungeduld beim ersten Backversuch gestraft, ich habe das Brot zu früh herausgeholt und nicht gewartet bis es etwas abkühlt und es war innen noch etwas klebrig. Dem Geschmack hat es zum Glück nicht geschadet. Schon der zweite Versuch war perfekt, mit schön knuspriger Kruste – ein Brot-Traum! Mmmmh!

Euphorisiert vom Back-Erfolg und fast schon etwas übermütig, habe ich dann das nächste Mal beim Alnatura Markt statt des Weizenvollkornmehls ein Roggenvollkornmehl gekauft. Nach dem Motto: Mal was anderes ausprobieren, wird doch keinen großen Unterschied machen. Meiner Geistesgegenwart habe ich es zu verdanken, dass ich nochmals gegoogelt habe, ob man Weizen und Roggen austauschen kann. Antwort: Leider nein! Um aus Roggenmehl ein Brot zu backen, benötigt man nicht nur Hefe, sondern Sauerteig. Wieder ein Fremdwort für mich als Novizin in der hohen Kunst des Brotbackens.

Nach dem Lesen einiger Hobbybäcker-Blogs bin ich jetzt eine theoretische Fachfrau, wie es in der Praxis aussieht berichte ich in der Fortsetzung „Eli bäckt Roggenbrot„. Momentan blubbert und gärt – der Geruch erinnert an die Brauereien hier in München! – mein erster selbst angesetzter Sauerteig schon munter vor sich hin, vielleicht geht es morgen schon ans Backen – ich kann es kaum mehr erwarten!

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Die Inspektorin: Ode ans Brotbacken

In diesem Kolumnenbeitrag will ich euch die Vorzüge von selbst gebackenem Brot näher bringen. Obwohl ich mir Brot backen bevor ich es selbst probierte als sehr langwierigen Prozess vorgestellt hatte,…

In diesem Kolumnenbeitrag will ich euch die Vorzüge von selbst gebackenem Brot näher bringen. Obwohl ich mir Brot backen bevor ich es selbst probierte als sehr langwierigen Prozess vorgestellt hatte, habe ich mich aus verschiedenen Gründen doch getraut, den Versuch zu wagen. Zum einen war ich sehr neugierig was dabei herauskommt, wenn ich etwas, das ein Großteil der Bevölkerung im Supermarkt kauft, selber herstelle. Darüber hinaus habe ich mich an das absolut köstliche Brot erinnert, das meine Mutter einmal in meiner Kindheit selbst gebacken hat. Es war ein Traum in das noch warme, flaumige Brot zu beißen, es schmeckte einfach viel köstlicher als das gekaufte. Ein weiterer Grund, mich für die Selbstherstellung zu entscheiden war, dass man oft nicht auf den ersten Blick sagen kann, ob man ein Vollkorngebäck oder eines aus Weißmehl vor sich hat. Die dunkle Farbe alleine kann täuschen. Der Kornspitz, den ich lange Zeit für ein Vollkorngebäck gehalten habe, hat seine Farbe sehr oft vom beigefügten Malz. Die restlichen Zutaten ähneln denen in einer weißen Semmel beziehungsweise eines weißen Brötchens.

Da ich versuche mich gesund zu ernähren, wollte ich mich nicht länger auf die täuschende Optik verlassen. Als ich vor gut fünf Jahren mit dem Brot backen begonnen habe, war es auch noch nicht Standard, dass auf Anfrage ein Zettelchen mit den Zutaten des gekauften Brots ausgehändigt wurde. Daher wusste man – bis auf die offensichtlichen Zutaten wie Sonnenblumenkerne oder Leinsamen – nicht einmal, welche Mehlsorte oder welche Geschmackszusätze verwendet worden waren. Zudem habe ich damals wie auch heute noch sehr oft überlegt, vegan zu leben, und wollte ganz sicher sein, keine tierischen Zutaten in meinem Brot zu haben.

Auf Empfehlung einer brotbackenden, vegan lebenden Freundin hin habe ich also einen ersten Brotbackversuch mit einer fertigen Brotbackmischung gestartet. Sie meinte, dass ja noch kein Meister vom Himmel gefallen wäre, und dass Brot mit einer Fertigmischung immer gelingt. Eine Erfolgsgarantie ist bei einem Erstversuch natürlich immer verlockend. So läuft man nicht Gefahr von einem Misserfolg in die Flucht geschlagen zu werden, und immerhin standen alle Zutaten auf der Verpackung. Meine erste Überraschung war der günstige Preis der Mischung. Um einen Euro bekam ich einen Kilogramm des erfolgsverheissenden Mehlgemenges. Die einzige Zutat die ich selbst beifügen musste war Wasser. Also machte ich mich gleich daran, die Hälfte der Mischung mit der entsprechenden Wassermenge mit Handmixer und Knetaufsatz zu einem Teig zu verarbeiten, um diesen wie auf der Packung angegeben ruhen zu lassen, zu kneten, und dann nochmals ruhen zu lassen. Gut Ding braucht eben Weile.

Nach der zweiten Ruhephase kam der Teig endlich ins Rohr, um – heimeligen Brotduft verströmend – das Versprechen zu einem köstlichen Brot zu werden, einzulösen. Ich war fast restlos begeistert und erstaunt wie einfach Mehl zu Brot wird. Der einzige Nachteil schienen mir die langen Ruhezeiten des Teiges zu sein. An die zwei Stunden haben die Knet- und Ruhephasen des Teiges gut und gerne beansprucht. Dass es auch Brotrezepte mit Backpulver gibt, wo einfach alle Zutaten vermischt und dank des Backpulvers, das den Teig auf Anhieb aufgehen lässt, sofort ins Rohr kommen, wusste ich damals noch nicht. Andererseits war gerade Winter, also verwendete ich gern zwei Stunden eines verschneiten Samstagnachmittags für meine wärmenden Brotbackexperimente. Außerdem musste ich mich ja nicht durchgehend zwei Stunden mit dem Brot beschäftigen, sondern hatte den Teig zwischen den Ruhezeiten in jeweils fünf Minuten wieder durchgeknetet. Das Ergebnis sprach für sich, denn das Brot schmeckte herrlich.

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Bild: Katrin Morenz / flickr.com

Ich war mir sicher, das Brotbacken und ich sollten eine dauerhafte Beziehung eingehen. Die Samstagnachmittage mit Brotbacken zu verbringen durfte aber keine Dauerlösung werden. Also entschied ich mich zur Anschaffung einer Brotbackmaschine. Die Vorteile waren mehr als überzeugend. Die Arbeitsschritte beschränken sich nämlich darauf, alle Zutaten in die Brotbackmaschine zu geben und auf den Startknopf zu drücken, um das Brot fix und fertig aus der Maschine zu entnehmen. Das Kneten, Ruhenlassen und Backen des Teiges steuert die Maschine automatisch. Falls man an einem Sonntag frisches Brot zum Frühstück will, kann das Ende des Backvorgangs vorprogrammiert werden. Ich entschied mich für ein günstiges Modell und bestellte gleich zwei Bücher mit Brotrezepten dazu, weil ich mich von den fertigen Brotbackmischungen weg, hin zu selbsthergestellten Mischungen entwickeln wollte. Die Bücher öffneten Türen in neue Brotbackdimensionen. Als Zutaten waren nicht einfach nur Mehl, Hefe und Salz angegeben, sondern Vollkornschrot (den ich gerne selbst im Bioladen mit der Kornmühle schrote), Karottenraspel, Buchweizen, gequollene Leinsamen mit Hirse oder gar Kürbismus. Seitdem bin ich dem Brotbacken verfallen.

Die Vorteile sind für mich, dass man auf diese Weise sehr günstig Bio-Brot herstellen kann; dass man ganz genau weiß, was im Brot enthalten ist; das Vermeiden von Müll, weil ich seitdem nur äußerst selten fertige, in Plastik verpackte Brote gekauft habe; der Duft von frischem Brot in der Wohnung; die gesundheitsfördernden Eigenschaften von Vollkornbrot und die längere Haltbarkeit. Während gekauftes Brot bei mir manchmal schon nach zwei Tagen schlecht war, hält das selbstgebackene eine Woche durch. Ein oft genannter Nachteil mag sein, dass man die Knethaken der Brotbackmaschine erst aus dem Brot ziehen kann, wenn es schon fertig gebacken ist und so unschöne Löcher hinterlässt. Daran gewöhnt man sich aber sehr schnell, und sollte das wirklich extrem störend sein, kann man zu einem Brotbackautomaten greifen, der die Knethaken automatisch vor dem Backvorgang aus dem Teig zieht, oder einfach bei Rezepten bleiben, die es erlauben, das Brot gleich ohne Ruhephasen ins Rohr zu schieben.

Falls ihr jetzt Lust auf Brotbacken bekommen habt und es zuerst mit einer Mischung versuchen wollt, empfehle ich euch einfach in den Supermarkt oder Bio-Supermarkt eures Vertrauens zu pilgern und euch die sympathischste Mischung mit nach Hause zu nehmen. Der Brotbackversuch gelingt garantiert. Sollte wider Erwarten doch etwas schief gehen, habt ihr bestimmt schon mal Geld für Sinnloseres ausgegeben. Mit der nächsten Mischung klappt’s dann bestimmt.

Für alle, die schon einen Automaten zu Hause haben, verrate ich hier mein absolutes Lieblingsrezept für ein Vollkorngewürzbrot aus dem Brotbackautomaten. Die Zutaten sind für 750 Gramm Brot.

90g Dinkelschrot in 90ml heißem Wasser mindestens zehn Stunden einweichen. Danach wandern noch folgende Zutaten in den Brotbackautomaten:
– 220ml Wasser
– 50ml Weinessig (ersatzweise Balsamico)
– 300g Dinkelvollkornmehl
– 10g Salz
– Bei Bedarf 10g Ahornsirup, dann bekommt das Brot einen sehr speziellen Geschmack
– 1 1/2 TL Trockenhefe
– 1 EL Brotgewürz (z.B. Kardamon, Fenchel oder Kümmel)

Einfach auf die Starttaste drücken, den Brotduft genießen und das fertige Brot aus dem Automaten entnehmen.

Was sind eure liebsten Brotrezepte? Habt ihr schon einmal überlegt selbst Brot zu backen, und habt euch bisher noch nicht getraut? Bekommt ihr an kalten Wintertagen auch besonders große Lust die Küche in eine warme Backstube zu verwandeln?

Eure Inspektorin

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