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Schlagwort: Bewusstsein

Der Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und Fitness

Manch einer mag sich vielleicht fragen, wie Training und Fitness zu einem Magazin über Nachhaltigkeit passen. Auch ich setzte mich zunächst mit dieser Frage auseinander, nachdem ich mich entschieden hatte,…

Manch einer mag sich vielleicht fragen, wie Training und Fitness zu einem Magazin über Nachhaltigkeit passen. Auch ich setzte mich zunächst mit dieser Frage auseinander, nachdem ich mich entschieden hatte, einen Artikel über dieses Thema zu verfassen. Nach kurzem Überlegen kam ich jedoch dahinter, dass sich Fitness und Nachhaltigkeit wunderbar vereinen lassen.

Eine nachhaltige Wahl von Fitnessgeräten.

Am meisten auf der Hand liegend ist die Verbindung zwischen Fitness und Nachhaltigkeit sowohl beim Kauf von Fitnessgeräten als auch bei der Art der Ausübung. Wähle ich beispielsweise für meine morgendliche Yogaroutine eine Matte aus schadstoffhaltigem, billigem Plastik und Weichmachern, wirkt sich das ungünstiger auf die Umwelt und meine Gesundheit aus, als wenn ich eine Matte aus 100 Prozent Bio-Baumwolle oder schadstofffreiem Nitrilkautschuk mit langer Lebensdauer wähle. Dieselben Kriterien lassen sich auch auf den Kauf von Hanteln über Fitnesskleidung bis hin zu großen Trainingsgeräten anwenden.

Aber auch die Art und Weise, wie ich Sport ausübe, spielt eine Rolle. Jogge ich draußen in der Natur, verwende ich wesentlich weniger Ressourcen, als wenn ich im hell beleuchteten Fitnessstudio auf dem Laufband laufe, zu dem ich womöglich noch mit dem Auto gefahren bin. Nachhaltigkeit kann also wie in allen anderen Lebensbereichen auch bei der Fitness ein hilfreicher Wegweiser sein.

Ein nachhaltiger Umgang mit dem eigenen Körper.

Unter Nachhaltigkeit versteht man eine ressourcenschonende, zukunftsfähige und bewusste Lebensweise. Während wir dieses Konzept meistens gesamtgesellschaftlich betrachten, lässt es sich auch auf den einzelnen Menschen übertragen. Unser Körper ist als Organismus für uns unser Lebensraum. Er bietet uns alle Ressourcen, um erfolgreich mit der Umwelt interagieren zu können. An diesen Lebensraum sind wir allerdings ein Leben lang gebunden. Wir können nicht in einen anderen Körper wechseln. Mit diesem Lebensraum nachhaltig umzugehen, bedeutet also, dafür Sorge zu tragen, dass unser Körper jetzt und auch in fernerer Zukunft gesund und in seiner Funktionalität erhalten bleibt.

Es ist hinlänglich bekannt, dass körperliche Fitness sich nicht nur signifikant positiv auf unsere körperliche, sondern auch geistige Gesundheit auswirkt. Wer regelmäßig Sport treibt, stärkt sein Herz und Immunsystem und beugt Osteoporose vor. Außerdem führt körperliche Fitness zu einem geringeren Risiko fettleibig zu werden sowie an Diabetes, Herz- und Gefäßkrankheiten, Bluthochdruck und sogar Krebs zu erkranken. Zudem werden durch Sport Glückshormone freigesetzt und das Risiko einer Depression vermindert. Fitness, sofern man den Sport richtig betreibt, ist also ein nachhaltiger Umgang mit dem eigenen Körper.

Darüber hinaus kann ein trainierter Körper aber auch auf gesellschaftlichem Niveau zu einer Schonung von Ressourcen beitragen. Durch die verminderte Anfälligkeit für physische und psychische Krankheiten sind erheblich weniger Medikamente notwendig. Außerdem spart Fitness auf eine ganz simple Weise Strom und andere Ressourcen. Wer die Treppe nimmt statt den Aufzug, oder das Fahrrad anstelle des Autos, macht die Welt mit ein wenig Fitness ein Stück grüner. Hierdurch könnte auch eine erhöhte Nachfrage nach Parks oder Radwegen entstehen. Diese könnten, wenn gebaut, auch andere zu mehr Bewegung motivieren. Ein grüner Dominoeffekt ist entstanden.

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Bild: Sterosize / pixabay.com

Fitness schult ein nachhaltiges Mindset.

Fitness kann aber auch einen sehr subtilen Einfluss auf die Nachhaltigkeit unserer Umwelt ausüben. Während wir im Allgemeinen davon ausgehen, dass unsere Einstellung unser Handeln bestimmt, zeigen langjährige Erkenntnisse aus der Psychologie, dass das Gegenteil der Fall ist. Wenn wir viel Sport betreiben (das Verhalten), wird sich mit der Zeit unsere Einstellung dahingehend ändern, dass wir Fitness als wichtiger erachten als früher. Jemand, der regelmäßig trainiert, ist geneigt, sich auch mit dem Thema Gesundheit auseinander zu setzen. Dabei wird er oder sie zunächst einmal vielleicht nur aus rein eigennützigen Motiven auf beispielsweise chemische Zusätze in Essen und Kleidung verzichten. Langfristig wird aber auch dieses Handeln seine oder ihre Einstellung verändern können. So entwickelt jemand, der zunächst ausschließlich aus Eigennutz begann, biologisch einzukaufen, nun auch eine allgemein nachhaltige Einstellung: Eine Einstellung, die nicht nur nachhaltig für den eigenen Körper sorgen möchte, sondern für den gesamten Planeten.

Vielleicht fühlt ihr euch bereits motiviert euch zu bewegen. Kleine Veränderungen können manchmal viel bewirken.

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Sonntagslektüre: Nimm dir Zeit für Gutes

Die Krux mit dem Überfluss – In Anlehnung an John Naishs „Genug“ Laut Wörterbuch bezeichnet Überfluss den Zustand, wenn eine Menge von etwas vorhanden ist, die viel größer ist als…

Die Krux mit dem Überfluss – In Anlehnung an John Naishs „Genug“

Laut Wörterbuch bezeichnet Überfluss den Zustand, wenn eine Menge von etwas vorhanden ist, die viel größer ist als der Bedarf. Soviel zur Erklärung. Die Frage, die sich mir aufdrängt: Wo ist das bei uns der Fall? Wovon haben wir möglicherweise zu viel? Haben wir überhaupt zu viel?

Ausgehend von meinem Leben fiel mir beginnend bei Verschleißmaterial wie Stifte oder Papier über Schmuck und Bücher bis hin zu Dekorationsmaterial gleich mal einiges ein. Und ja, ich denke jeder Mensch der westlichen Gesellschaft besitzt zu viel. Ich habe alleine vier Paar schwarze Stöckelschuhe, wobei ich doch ohnehin nur eines auf einmal tragen kann. Warum kaufe ich mir Bücher anstatt sie auszuleihen, obwohl ich mir nur selten die Zeit nehme, ein Exemplar erneut zu lesen? Aus welchem Grund dekoriere ich mein Heim mit Figuren, wenn ich mich doch insgeheim ärgere, da sie mich auf den Verstaubungsgrad meiner Möbel aufmerksam machen?

Ein großer Schritt, um der eigenen Konsumtretmühle ein Ende zu setzen, ist zu hinterfragen, was mir meine Habseligkeiten bedeuten. Sofern sie für mich emotionalen oder finanziellen Wert oder einen Verwendungszweck haben, werde ich sie behalten. Die Kunst liegt darin, die übrigen Dinge herauszufiltern und sich von ihnen zu trennen. Damit meine ich bedeutungslose Dinge, denen keine Beachtung geschenkt wird und die im Keller verstauben.

Ich persönliche verfolge die Absicht, von Zeit zu Zeit zehn Sachen aus meinem Heim zu entfernen, die ich nicht mehr benötige. Darunter fallen ungelesene Magazine, nie eingelöste Gutscheine, Schmuck und Kleidung, die ich nicht mehr trage – oder auch nie getragen habe – und ähnliches. Des Weiteren kategorisiere ich gerne. Beispielsweise habe ich Kisten mit den Aufschriften „Dinge, die ich liebe“, „Dinge, die einen zweitrangig sentimentalen Wert für mich haben“ und „Dinge, die ich immer mal tun wollte“. Somit fällt es mir leichter, die Spreu vom Weizen zu trennen.

Weg damit! Aber wohin?

Um den ausgewählten Sachen noch ein zweites Leben einzuhauchen, verschenke ich sie. Dies erfordert zwar Mühe, doch meines Erachtens lohnt sich der Aufwand im Nachhinein sehr. Für Bekleidung und Bettwäsche gibt es in jedem größeren Ort meist Container von Hilfsorganisationen. Bücher können in offenen Bücherregalen einen neuen Besitzer finden – oder ihr ein neues Buch. Für größere oder speziellere Dinge eignen sich Tauschbörsen im Internet oder Share&Care-Gruppen auf Facebook. Durch solche Aktionen bin ich schon vielen Menschen begegnet, die mir durch ihre Dankbarkeit den Aufwand des Verschenkens und den Verlust des Gegenstandes allemal zurückgezahlt haben.

Bereits nach kurzer Zeit machte mir dieses Entrümpeln und Aussortieren viel Spaß. Mittlerweile genieße ich es, mich von alten Dingen zu trennen und sie weiter zu geben. Nachdem ich wieder einmal ein oder zwei Schachteln verschenkt habe, fühle ich mich in meinem Zuhause noch wohler, da den verbliebenen Sachen mehr Ausdruck verliehen wird und sich ein befreiendes Gefühl in mir einstellt.

„Genug – Wie Sie der Welt des Überflusses entkommen“

Für all jene unter euch, die jetzt auf den Geschmack gekommen sind, kann ich John Naishs „Genug – Wie Sie der Welt des Überflusses entkommen“ sehr empfehlen. Es behandelt gleich mehrere Aspekte des Überflusses wie Informationen, Essen, Auswahl, Glück und Wachstum. Naish ergründet die menschlichen Verhaltensmuster des Sammelns, zeigt dem Leser Bereiche auf, an die er wahrscheinlich nie gedacht hätte und gibt am Ende jedes Kapitels Anleitungen und Hilfestellungen für sinnvolle Reduktion.

Durch dieses Buch wurde ich sensibilisiert, dass es allerhand neue Technologien gibt, die uns nur suggerieren, dass sie einen positiven Einfluss auf unser Leben haben. Anstatt dessen werden wir subtil davon abhängig. Viel zu oft rauben uns Kommunikationsmittel und Informationsmedien unsere kostbarsten Güter: Zeit, Aufmerksamkeit und Energie. Der Autor stellt die richtige Frage, deren Antwort niemand von uns in einem Katalog oder Einkaufszentrum finden sollte. Was ist wirklich wichtig?

Das Buch ist versehen mit vielen themenspezifischen Zitaten, die zum Nachdenken anregen. Eines davon führe ich hier an: „Sie hatte Freunde, die ernsthaft mit Yoga begonnen hatten oder Antidepressiva schluckten oder Survival-Expeditionen in die Wildnis unternahmen, wo man Trinkwasser gewinnt, indem man Tau auf Plastikplanen sammelt. Sie verstand, dass sie sich selbst nicht genug waren. Dass sie fürchteten, nicht glücklich genug oder wertvoll genug oder hübsch genug zu sein – und nicht genug, um eine Leere auszufüllen.“ Jean Thompson, „Wide Blue Yonder“

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Nachhaltigkeit: Trend oder Veränderung?

Nachhaltigkeit scheint eine immer größer werdende Aufmerksamkeit und damit verbundene Beachtung zu bekommen. Der Grund ist vermutlich die auch von Politikern angesprochene negative Veränderung unserer Umwelt. Eine bereits nicht unerhebliche…

Nachhaltigkeit scheint eine immer größer werdende Aufmerksamkeit und damit verbundene Beachtung zu bekommen. Der Grund ist vermutlich die auch von Politikern angesprochene negative Veränderung unserer Umwelt. Eine bereits nicht unerhebliche Anzahl von Menschen hat längst begonnen, bewusster zu leben: Bewusster umweltbewusst.

Ist das Interesse an Nachhaltigkeit nun einfach nur ein Trend oder eine langfristige Veränderung? Ein Trend ist eine neue Meinung beziehungsweise Ansicht, die in der Vergangenheit nicht präsent war oder nur durch Wenige vertreten wurde. Stößt ein Trend auf das Interesse von vielen Menschen, löst dies eine gesellschaftliche Bewegung aus. Eine Veränderung ist in der Regel mit einem Ziel verbunden, das erreicht werden soll. Demnach lässt sich Nachhaltigkeit der Veränderung zuordnen, da es das Ziel ist, der Umwelt nicht mehr zu entnehmen, als verfügbar ist. Zusätzlich beschäftigt sich Nachhaltigkeit durch die Nutzung natürlicher Ressourcen auch damit, die Umwelt nicht oder nicht mehr als überhaupt nötig zu belasten. Doch wie lässt sich dies tatsächlich umsetzen?

Vor allem sollte man berücksichtigen, dass kein Mensch perfekt ist, aber jeder die Möglichkeit hat, bei sich selbst zu beginnen. Ob man ab sofort recyclingfähige Verpackungen kauft oder zu einem Ökostrom-Anbieter wechselt spielt letzten Endes keine Rolle. Das Wichtigste ist, dass man sich mit Nachhaltigkeit auseinandersetzt und einen Schritt in die Richtung geht, die man für sich gewählt und als richtig befunden hat. Vorwürfe hingegen helfen nicht, sie verleiten nur zu Diskussionen und Streitereien, die nicht nur kraftraubend sind, sondern auch unnötig. Schließlich kann man niemanden dazu zwingen – in diesem Punkt lebt es sich mit dem Motto „Leben und leben lassen“ am Besten.

Um zurück zur eigentlichen Frage zu kommen, wie sich Nachhaltigkeit tatsächlich umsetzen lässt, hier einige Anregungen:

• Energiesparlampen benutzen

• Beim Kauf von Waschmitteln darauf achten, dass keine Weichmacher enthalten sind – die übrigens auch die Kleidung strapazieren

• Statt zur Post mit dem Auto zu fahren, laufen oder das Fahrrad benutzen

• Weniger Fleisch essen: „Eine Senkung der Fleischproduktion würde den Klimawandel bremsen und gleichzeitig Hunderttausende Todesfälle durch Herzerkrankungen verhindern.“ Sueddeutsche.de

• Vorausschauende Fahrweise im Auto: Spart Sprit und schont die Umwelt, zum Beispiel wenn von weitem eine rote Ampel in Sicht ist, Fuß vom Gas nehmen und den Schwung ausnutzen

• Elektronische Geräte komplett abschalten, Stecker ziehen oder Schalter an Mehrfachsteckern umlegen. Auch im Standby-Modus wird Strom verbraucht.

• Regionale Lebensmittel einkaufen, Transporte stoßen viel CO2 aus.

• Stofftaschen statt Plastiktüten kaufen, diese sind stabiler und wesentlich umweltfreundlicher.

• Wäsche mit niedriger Temperatur waschen, für die meisten Waschmittel reichen 30 bzw. 40 Grad aus um die Wäsche zu reinigen. AEG führt übrigens seit neuestem Öko-Waschmaschinen.

• Fenster abdichten lassen, sodass weniger geheizt werden muss.

• Unter Tags lieber ein- bis zweimal mit offenen Fenstern für zwei Minuten lüften, anstatt Fenster ständig gekippt zu lassen.

• Innerorts im vierten oder fünften Gang fahren. Fahren mit hoher Drehzahl erhöht den Treibstoffverbrauch.

Mein letzter Punkt ist gegenseitiger Respekt. Gegenseitiger Respekt ist insofern nachhaltig, da so zwischenmenschlicher Stress reduziert werden kann, was einerseits das Leben angenehmer macht und uns andererseits so mehr Energie über bleibt, um Rücksicht auf unsere Umwelt zu nehmen. Und dies auch gegenüber Menschen, die sich nicht so sehr mit Nachhaltigkeit auseinandersetzen, schließlich ist das Leben kein Wettbewerb und niemand sollte zu etwas gezwungen werden, das er nicht möchte. Jeder Mensch findet seinen eigenen Weg, ob mit oder ohne Fleisch oder Ökostrom. Jeder kann, aber niemand muss!

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Die Inspektorin: Bürokaffee – vom Schloderwasser zur geschmacklichen Offenbarung

Fast jeder Arbeitstag beginnt für die Inspektorin mit ihm: Dem Bürokaffee. Die Bürokaffeemaschine an einem gut zugänglichen Ort, gefüllt mit Bohnenkaffee mittlerer Qualität. Die Kaffeemaschine hat den müden Kollegen schon…

Fast jeder Arbeitstag beginnt für die Inspektorin mit ihm: Dem Bürokaffee. Die Bürokaffeemaschine an einem gut zugänglichen Ort, gefüllt mit Bohnenkaffee mittlerer Qualität. Die Kaffeemaschine hat den müden Kollegen schon tausende Tassen spendiert. Dementsprechend entkalkungs- und pflegebedürftig ist dieser Wachheit spendende Extraktions- und Filterautomat. Mit fortschreitender Benutzung desselben lässt der Geschmack des braunen Warmgetränks zu wünschen übrig.

Manch einer hat höhere Ansprüche an Genuss und gönnt sich und den engsten Kollegen eine Portionskaffeemaschine. In den letzten Jahren ist die Auswahl an ebensolchen rasant gestiegen. Vorreiter ist ohne Zweifel Nespresso, dank des Charmes von George Clooney, dem Gefühl von Exklusivität, der großen Auswahl an verschiedenen Kaffeesorten und limitierten Sondereditionen haben die Nespressomaschinen Büros und Privathaushalte überschwemmt. Der gemahlene Kaffee ist in kleinen Aluminiumkapseln portioniert, so wird das Aroma des braunen Wachmachers geschützt und so mancher Konsument erkennt seinen Lieblingskaffee an der Farbe der kleinen bunten Kapseln. Eine Bio-Edition ist der Inspektorin nicht bekannt. Da die Nespressokapseln alleine schon aufgrund der Aluminiumkapseln alles andere als nachhaltig sind, fällt diese Art der Kaffeezubereitung bei der Inspektorin ohnehin durch. Nespresso nimmt zwar gebrauchte Kapseln zurück um diese einem Recyclingsystem zuzuführen, eine Rücklaufquote von 100 Prozent scheint aber utopisch. Basteleien mit den gebrauchten Kapseln sind zwar nette Möglichkeiten den Sinn der Aluminiumkapseln zu erweitern und die lange Lebensdauer des Rohstoffs zu rechtfertigen, erscheinen aber doch als Tropfen auf den heißen Stein.

Eine weitere Möglichkeit Kaffee portioniert zu genießen bietet Tassimo. Plastikkapseln beherbergen eine große Auswahl an Kaffeesorten, heißer Schokolade und Tee. Bio-Kaffeesorten sind der Inspektorin auch hier keine bekannt. So mancher Kollege zieht diesen Portionskaffeeautomaten der Nespressomaschine vor, weil hinter Nespresso Nestlé, der Konzern mit „Dreck am Stecken“ steht. Da der Kaffee für das Tassimo-System in kleinen Plastikkapseln beherbergt wird, fällt auch diese Art der Kaffeezubereitung bei der Inspektorin durch. Über das Problem der langen Lebens-, aber mehr als kurzen Nutzungsdauer von Plastik wurden bereits Filme gedreht – zum Beispiel Plastic Planet. Also ist auch diese Möglichkeit Portionskaffee zu genießen für die nachhaltig konsumierende Inspektorin nur eine theoretische.

Zu guter Letzt prüft die Inspektorin das Senseo-System. Der Kaffee befindet sich in einem Pad aus Filterpapier. Kaffee und Pad sind also vollständig kompostierbar. Da die Pads von vielen Kaffeeherstellern angeboten werden, ist die Auswahl groß. Eine österreichische Supermarktkette bietet sogar eine Bio-Sorte an. Dies scheint für die Inspektorin der beste Kompromiss zu sein, wenn man auf eine Portionskaffeemaschine besteht. Die Umverpackung der Pads verursacht aber trotzdem mehr Müll als Bohnenkaffee, der für die gute alte Büroespressomaschine oder Filterkaffeemaschinen verwendet wird.

Das Fazit der nachhaltig konsumierenden Inspektorin ist, die Chefs zu einer neuen Espressomaschine für alle Kollegen zu überreden, oder – viel aussichtsreicher – sich beim Kaffeegenuss auf die Wurzeln zu besinnen und wie in den guten alten Tagen auf eine Filterkaffeemaschine umzusteigen und den so gebrauten Kaffee den Kollegen hip als „Drip Coffee“ zu verkaufen. Auch aus dem guten alten Filterkaffee lässt sich eine Wissenschaft machen, indem man über die ideale Temperatur (laut Science Buster und Universitätsprofessor Werner Gruber 92 Grad) mit der der Kaffee zubereitet werden soll diskutiert und sich auf die Suche nach einer Filterkaffeemaschine begibt, die diese Idealtemperatur garantiert. Bohnenkaffee gibt es sowohl aus biologischem Anbau als auch offen zu kaufen. Der Gang in das Kaffeegeschäft des Vertrauens mit persönlicher und oft wiederverwendbarer Kaffeeblechdose lässt das Abfallvermeidungsherz der Inspektorin höher schlagen. Eine neue Sicht auf den Kaffeegenuss mit Nachhaltigkeit ist garantiert.

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Sort of Sophie – Dieses Jahr wird irgendwie alles besser.

Mein erster Artikel zum Thema „Besser werden“ bildet genau den richtigen Aufhänger für meine Kolumne „Sort of Sophie – Dieses Jahr wird irgendwie alles besser.“, die ihr ab sofort alle…

Mein erster Artikel zum Thema „Besser werden“ bildet genau den richtigen Aufhänger für meine Kolumne „Sort of Sophie – Dieses Jahr wird irgendwie alles besser.“, die ihr ab sofort alle zwei Wochen auf The bird’s new nest lesen könnt.

Wie der Titel schon erkennen lässt, geht es mir keineswegs darum, perfekt zu sein. Perfekt sein wollen vielleicht andere, aber mein Anspruch war das nie. Trotzdem möchte ich – für mich selbst – BESSER werden und im nächsten Jahr in den verschiedensten Bereichen meines Lebens so einiges ändern. Es würde mich daher freuen, wenn ihr mich auf meiner „Reise“ begleitet, auf der mir garantiert viele Steine und Steinchen in Form von Faulheit, alten Gewohnheiten oder anderen Ausreden im Weg liegen werden. Hier werde ich auf jeden Fall nicht nur die positiven Erkenntnisse, sondern auch mögliche negative Erlebnisse und Erfahrungen mit euch teilen. Denn vielleicht findet sich darin die eine oder andere Inspiration oder Motivation für euch. Und wenn nicht, dann kann ich euch doch hoffentlich zumindest ein Lächeln entlocken.

Meine ganz persönlichen kleinen und großen Themen und die damit verbundenen Fragen für das kommende Jahr gestalten sich – ohne jeglichen Anspruch auf Vollständigkeit – aktuell wie folgt:
Bewusste Ernährung: Warum essen, was einem nicht so richtig schmeckt, nur weil es vermeintlich einfach und schnell verfügbar ist? Warum ungesunde Lebensmittel zu sich nehmen und damit die Gesundheit ruinieren?
Bewegung im Alltag und in der Natur: Warum faul auf dem Sofa liegen und den Weg des geringsten Widerstands wählen anstatt dem Körper die Aktivität zu gönnen, die er so dringend braucht und die ihm so gut tut?
Zeit für Auszeit: Warum durch das Leben hetzen, wenn ein gesunder Geist einen gesunden Körper braucht und beides nur mit ausreichend Entspannungsphasen zwischendurch erreicht und in weiterer Folge erhalten werden kann?
Mülltrennung: Ein kleiner Schritt für mich, ein großer Schritt für die Umwelt. Warum nicht einfach angehen, statt nur darüber nachzudenken?
Einkaufsverhalten: Warum alles selbst doppelt und dreifach besitzen, wenn Teilen doch viel mehr Sinn und Freude mit sich bringt? Warum Dinge kaufen, die man eigentlich überhaupt nicht braucht und die einem nach kurzer Zeit schon mehr Energie rauben, als sie spenden, weil sie einfach nur Platz wegnehmen?
Kauf von Dosen und (Plastik-)Verpackungen reduzieren: Warum blind zum erstbesten Produkt greifen, wenn es so viele Alternativen gibt, die nicht nur besser sind, sondern auch noch umweltschonender verpackt?
Regionales und vor allem saisonales Obst und Gemüse kaufen: Warum müssen es unbedingt Südfrüchte sein, wenn wir hier – quasi vor der eigenen Haustür – jede Menge tolle Obst- und Gemüsesorten finden, die uns in der jeweiligen Jahreszeit mit allem versorgen, was wir brauchen?
Den nächstgelegenen Bio-Markt erkunden: Warum sind die am leichtesten erreichbaren Einkaufsstätten selten die beste Wahl? Warum nicht einfach etwas Neues ausprobieren und nachhaltigere, gesündere Alternativen für sich entdecken?

Einige Punkte dieser Liste werden sehr einfach umzusetzen sein, andere hingegen in mehreren Schritten und über einen längeren Zeitraum. Ich weiß auch noch nicht, ob ich jemals jeden einzelnen dieser Punkte abhaken kann, aber ich will und werde es versuchen. In kleinen, aber umso nachhaltigeren Schritten.

Was ich bereits seit Herbst verstärkt forciere, ist das Thema Mülltrennung. Viel zu lange bin ich an den Altglas-Sammeltonnen vorbei gegangen, ohne sie wirklich wahrzunehmen. Und habe leere Glasflaschen meistens zusammen mit dem Restmüll entsorgt, weil es ja „nur“ eine einzelne Flasche ist und ich um eine sinnvolle Menge für den Altglas-Container zu sammeln, viel zu lang brauchen würde, ich mir also die meiste Zeit nur den Abstellraum zumüllen würde. Irgendwann hat es zum Glück doch noch „Klick“ gemacht. Seitdem greife ich morgens auch nach einer einzigen Leerflasche, die ich am Weg zur Arbeit im sechzig Meter von der Haustür entfernten Container ablade.

Es kann so einfach sein. Man muss es nur tun.

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