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Schlagwort: Bewusstsein

Sort of Sophie – Dieses Jahr wird irgendwie alles besser.

Frühjahrsputz für den Körper Der Frühling ist nun endgültig bei uns angekommen. Grund genug also, mit dem Frühjahrsputz in die nächste Runde zu gehen! In meinen letzten beiden Beiträgen ging…

Frühjahrsputz für den Körper

Der Frühling ist nun endgültig bei uns angekommen. Grund genug also, mit dem Frühjahrsputz in die nächste Runde zu gehen! In meinen letzten beiden Beiträgen ging es schon um das Entrümpeln der Wohnung, sowie um das nur allzu oft vergessene oder verdrängte digitale Ausmisten. Aber wenn ihr glaubt, dass das schon alles war, habt ihr euch getäuscht! Die Frühlingszeit ist auch die perfekte Gelegenheit, den eigenen Körper zu „entrümpeln“.

Dabei möchte ich an dieser Stelle in keinster Weise eine konkrete „Entschlackungs“-Kur, Diät oder Ähnliches anpreisen. Ich möchte lediglich Anregungen bieten, wie ihr euren Alltag mit wenigen Umstellungen gesünder gestalten könnt, ohne ein Gefühl des Verzichts zu erleben. Essenziell ist, was für ein Ziel ihr verfolgen wollt. Geht es euch darum, die Bikini- oder Badehosenfigur für den Sommer zu erreichen? Darum, die Kilos der Weihnachtsfeiertage, die immer noch an den Hüften kleben, loszuwerden? Oder wollt ihr einfach nur ein allgemein besseres Körpergefühl und einen Frischekick für die Haut? Je nachdem, was ihr erreichen wollt, könnt und solltet ihr in der Intensität variieren.

Worauf ihr grundsätzlich achten solltet:

Hochwertige Lebensmittel!
Lest die Inhaltsstoffe auf diversen Verpackungen und nehmt Abstand von E-Nummern, künstlichen Aromen und Geschmacksverstärkern, Konservierungsstoffen, verstecktem Zucker und Fett. Denn je weniger etwas industriell verarbeitet wurde, desto lebendiger und wertvoller ist es. Eigentlich logisch, oder?

Frische Lebensmittel!
Natürlich ist es immer noch gesünder, Erbsen aus der Dose zu essen, als gar kein Gemüse – aber wen wundert es, wenn man beim Anblick des mehr grauen als grünen Gemüses so gar keine Lust darauf verspürt und stattdessen lieber zur „hübschen“ Tiefkühlpizza greift? Na eben. Ein guter Gradmesser ist der eigene Appetit. Seht euch in der Obst- und Gemüseabteilung um und entscheidet euch für das, was euch anlacht. Meistens weiß der Körper ganz genau, welche Nährstoffe er gerade braucht und führt euch zielstrebig dorthin. Denn – obwohl ihr das vielleicht gerade nicht hören wollt – wenn der Körper beispielsweise unstillbaren Heißhunger auf Schokolade anzeigt, braucht er genau genommen gar keine Schokolade. Viel wahrscheinlicher fehlt ihm das darin enthaltene Magnesium, das er auch in Nüssen, Samen und vielen Gemüsesorten findet.

Frisch und vor allem selbst kochen!
Ich bin immer wieder erstaunt, wenn ich höre, wie Menschen davon erzählen, dass sie „jeden Tag frisch kochen“ und ich dann feststellen muss, dass „frisch kochen“ im Aufreißen und Mischen von Packungen und Tüten besteht, mit dem eigentlichen Begriff also nichts zu tun hat. Dabei ist es so einfach und muss nicht länger dauern, als Fertiggerichte zuzubereiten. Wenn man selbst oder miteinander frisch kocht, bekommt man ein ganz anderes Verhältnis zum Thema Ernährung. Spaß und stolz macht es obendrein! Inspiration könnt ihr euch beispielsweise hier holen.

Wasser, Wasser, Wasser!
Der menschliche Körper besteht zu über 75 Prozent aus Wasser. Gerade deswegen ist es so wichtig, ihn damit ausreichend zu versorgen und nicht darauf zu warten, bis er Durst signalisiert. Aber Vorsicht! Nur Wasser ist Wasser. Auch wenn viele Getränke Wasser beinhalten oder damit zubereitet werden, solltet ihr euch angewöhnen, es so pur wie möglich zu trinken und so wenige Zusatzstoffe wie möglich zu euch zu nehmen. Wenn ihr das – aus welchem Grund auch immer – nicht könnt oder wollt, dann versucht, dem Wasser mit frischen Zutaten Geschmack zu geben. Also beispielsweise mit Zitronenscheiben oder möglichst frisch gepressten Fruchtsäften. Versucht aber, das Verhältnis von Wasser zu Saft nach und nach zu reduzieren. Sogenannte „Functional Drinks“, wie es sie heutzutage zuhauf gibt und die Jugend, Schönheit und Gesundheit versprechen, beinhalten meist sehr viele Aromen, unverhältnismäßig viel Zucker (!) und andere Zusatzstoffe, die kein Körper braucht. Die benötigte Wassermenge variiert von Mensch zu Mensch und ist von vielen Faktoren wie beispielsweise Ernährungsgewohnheiten, Temperatur und Tätigkeit abhängig, mit einer Menge von zwei bis drei Litern kann man aber normalerweise nichts falsch machen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen im Durchschnitt 35 Milliliter Wasser pro Tag und pro Kilogramm Körpergewicht.

Bewegung ist Leben!
Um den Körper so richtig in Schwung zu bringen, darf Bewegung nicht fehlen. Ob Yoga, Laufen, Radfahren, Schwimmen, Wandern oder etwas anderes – macht, was euch Freude bereitet. Aber macht es. Jede Form von bewusster Bewegung hilft dem Körper, fitter und gesünder zu werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt pro Woche mindestens 150 Minuten Sport, aber von solchen Vorgaben halte ich wenig. Das Wichtigste ist und bleibt das persönliche Befinden, denn Glück und Zufriedenheit sind mehr wert als jede Zahl. Wer partout keinen Sport machen möchte, kann dennoch zusätzliche Bewegung in den Alltag einbauen: Am Weg zur Arbeit eine Station früher aussteigen und zu Fuß gehen oder gleich mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, auf den Lift verzichten und stattdessen die Treppe nehmen. Gartenarbeit kann ebenfalls ein gutes Workout darstellen.

Gewöhnt euch Rituale an!
Morgens direkt nach dem Aufstehen ein großes Glas lauwarmes Wasser zu trinken, bringt euch und euren Verdauungstrakt in Schwung. Überlegt nicht lange, ob ihr gerade Durst habt, oder nicht. Trinkt einfach. Genauso könnt ihr zum Beispiel Werbepausen im Fernsehen für Körperübungen nützen oder am Wochenende ausgedehnte Spaziergänge einplanen. Lasst es euch gut gehen.

Fühlt ihr euch schon frühlingsfit?

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Seele 2.0 – Fühl‘ dich besser!

Wie du dich sofort besser fühlen kannst in drei Schritten In meinem Kolumnenbeitrag über positive Ansteckung hast du gelernt, wie du die Welt um dich herum positiv anstecken kannst. Toll, sagen…

Wie du dich sofort besser fühlen kannst in drei Schritten

In meinem Kolumnenbeitrag über positive Ansteckung hast du gelernt, wie du die Welt um dich herum positiv anstecken kannst. Toll, sagen manche, würde ich ja gern tun, aber ich bin selbst überhaupt nicht gut drauf – wie soll ich dann an die anderen denken?

Daher gibt es heute einen Crashkurs in „Gute Laune“. Die Ideen sind unsortiert und in beliebiger Reihenfolge anwendbar bis die gewünschte Wirkung eintrifft. Du kannst auch mehrere davon kombinieren (zum Beispiel beim Lesen lächeln), und ich verspreche dir, dass die bessere Laune in maximal fünf Minuten eintrifft, wenn du dich diesem Mini-Workout widmest. Lachmuskeln ahoi!

(Drucke dir diesen Artikel aus für den Fall, dass du ihn irgendwann brauchst oder schicke ihn an jemanden, der mal wieder gute Laune brauchen könnte.)

Notprogramm, wenn du gerade im Büro oder an anderen Orten bist, wo du nicht weg kannst:

1. Schicke dir selber eine E-Mail mit vielen Smileys. Wenn du die E-Mail bekommst, öffne sie, schaue dir die Smilies an, zähle sie und bedanke dich anschließend mit einer Antwort-Mail, ebenfalls mit Smilies. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass um 90 Grad gedrehtes und nur zeichenhaft dargestelltes Lächeln die gleiche Wirkung auf uns hat wie ein echtes Lächeln.

2. Schaue dir Tierfotos an. Ich weiß, du tust so etwas sonst nie. Aber mache es heute – dir zuliebe. Google „lustige Tierfotos“ und gucke ein paar Minuten in die Tieraugen. Wie schnell wirkt es bei dir?

3. Räume auf. Fange direkt da an wo du gerade bist – vor dem PC? Wie sieht dein Schreibtisch aus? Was steckt in deinen Taschen? Was ist in der Küche los? Etwas aufzuräumen lenkt zum einen gut ab, zum anderen siehst du sofort die Ergebnisse deines Tuns – und fühlst dich besser.

Wenn du weg kannst:

1. Gehe raus. Wetter ist keine Ausrede. Stelle dich dem Wind, den Temperaturen, den Geräuschen. Spüre deine Beine und Arme. Sei einfach ein paar Momente ganz bei dir im Hier und Jetzt.

2. „Russische Kurztherapie„: Suche dir einen ruhigen Platz. Strecke einen Arm ganz weit hoch, so hoch du kannst, und dann schmettere ihn mit voller Wucht nach unten und sage dabei den Schimpf-Spruch deiner Wahl auf. Bei Bedarf wiederholen.

3. Gehe zum Kindespielplatz und betrachte spielende Minimenschen. Schaue, wie unbeschwert und angstfrei diese mit der Welt umgehen. Frage dich, was du von ihnen lernen kannst (oder warum du es im Laufe des Lebens verlernt hast).

Wenn du allein bist:

1. Singe aus vollem Hals zu einem frechen Lied, tue das, bis du richtig warm wirst durch das Einatmen und Singen.

2. Tanze Ballett. Sei anmutig. Strecke deine Beine und Arme. Es geht nicht darum, ob du es kannst, stelle es dir einfach vor und sei ein Meistertänzer oder eine Prima Ballerina.

3. Rufe jemanden an, den du magst und sage ihm, dass du ihn magst. Besprecht etwas aus der alten Zeit (das kann auch etwas von letzter Woche sein). Verabredet euch wieder.

Fühl dich ausgezeichnet!

Jetzt bist du wieder du, aufgetankt und voller Lebensenergie und dein Lächeln kann den Nordpol zum Schmelzen bringen. Vergiss nicht, die Welt um dich herum wissen zu lassen, wie gut es dir geht!

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Mein (fast) plastikfreies Leben – Die gute Tüte: Bioplastik als Alternative?

Hallo ihr Lieben, erst einmal möchte ich mich über die rege Anteilnahme an meiner Kolumne bedanken. Ich freue mich über jeden einzelnen Kommentar und eure vielen interessierten Nachfragen. Nachdem ich…

Hallo ihr Lieben,

erst einmal möchte ich mich über die rege Anteilnahme an meiner Kolumne bedanken. Ich freue mich über jeden einzelnen Kommentar und eure vielen interessierten Nachfragen. Nachdem ich sehr oft auf das Thema „Bioplastik“ angesprochen wurde, möchte ich mich diesem heute einmal näher widmen.

Als ich im letzten Jahr mit meiner „Plastik-Diät“ begann, erhielt ich eine freudige SMS von einer Freundin. Sie erzählte mir ganz begeistert, dass sie beim Einkaufen zu einer Bioplastiktüte gegriffen hätte. Diese wäre ganz einfach kompostierbar und würde damit eine tolle Alternative darstellen. Ich war skeptisch, hatte ich doch nie zuvor von Bioplastik gehört. Dennoch hegte ich eine zaghafte Hoffnung – vielleicht wäre das ja die Lösung aller Probleme für mich? Ich könnte unbekümmert einkaufen gehen, Müllbeutel verbrauchen und dabei noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen haben.

Was soll ich sagen – es kam natürlich ganz anders – doch noch einmal zum Anfang zurück. Was hat es mit diesem Bioplastik eigentlich auf sich? Können Bioplastiktüten wirklich eine Alternative sein? Ich habe mich umgehört und euch das Ergebnis meiner Recherchen einmal zusammengefasst. Mein Fazit ist folgendes:

Das Wörtchen „Bio“ hört sich zunächst einmal toll an, aber dass Bio nicht immer gleich umweltfreundlich ist, wissen die meisten von uns spätestens seit der Debatte um Biokraftstoffe. Bioplastik wird aus nachwachsenden Rohstoffen wie zum Beispiel Mais oder Rüben hergestellt. Diese sind allerdings nicht immer der alleinige Bestandteil von Bioplastik. Oft mischt sich doch noch ein wenig konventionelles Plastik aus Erdöl mit den pflanzlichen Bestandteilen – Bioplastik ist nämlich leider keine geschützte Bezeichnung.

Doch könnte man sich nicht immerhin freuen, dass Bioplastiktüten zumindest ein wenig umweltfreundlicher sind als ihre konventionellen Kollegen? Diese Theorie des kleineren Übels bestätigt sich meiner Meinung nach leider nicht. Für die Produktion von Bioplastik ist nämlich, ähnlich wie bei Biokraftstoffen, jede Menge Ackerland erforderlich. Dieses fehlt dann letztendlich im Nahrungsmittelanbau. Überspitzt gesagt: Angenommen, wir würden im großen Stil Pflanzen zur Produktion von Plastiktüten anbauen, dann hätten wir unter Umständen ganz tolle Plastiktüten, könnten diese aber nicht mehr so leicht mit bezahlbaren Lebensmitteln füllen.

Es mag Zweifel an dieser Theorie geben, aber es gibt einen weiteren Punkt, der mich nachdenklich stimmt. Bioplastik ist selten ganz normal kompostierbar. Das hat auch damit zu tun, dass der Begriff Bioplastik so viele unterschiedliche Materialien umfasst und die Definition keine eindeutige ist. Eine Bioplastiktüte verrottet selten im Handumdrehen auf dem Komposthaufen, sie braucht je nach Material und Bedingungen Monate dafür – ganz davon abgesehen, dass man sich in einer kleinen Stadtwohnung den Luxus eines Komposthaufens leider oft nicht leisten kann. Es fehlt einfach ein Garten. Und noch etwas: Man sollte Bioplastik aufgrund dieser Problematik nicht in die Biotonne werfen.

Für eine effektive Entsorgung benötigen die Müllentsorgungsfirmen spezielle Anlagen, die sehr teuer sind und daher oftmals erst gar nicht angeschafft werden. Wenn wir unser Bioplastik dann zum Beispiel in den Recycling-Müll geben, erschwert es den Recycling-Prozess des konventionellen Plastik sogar, muss es doch erst einmal aussortiert werden. Also muss man Bioplastik letztendlich zum Restmüll geben, der verbrannt wird. Im Gegensatz zu einer normalen Plastiktüte kann eine Bioplastiktüte also noch nicht einmal ordentlich recycelt werden.

Meiner Meinung nach taugt das Label „Bioplastik“ zurzeit leider nur dazu, den Verbrauchern ein gutes Gefühl zu geben – mehr leider noch nicht. Momentan sind Biokunststoffe konventionellen Kunststoffen nicht überlegen – zu diesem Ergebnis kommt auch das deutsche Umweltbundesamt. Ich hoffe zwar, dass sich in der Zukunft dort noch viel tun wird – zum Beispiel wird bereits über Lebensmittelreste als Bestandteil von Plastiktüten diskutiert – ich nehme jedoch weiterhin meinen Einkaufskorb oder meine uralten Jutebeutel mit.

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Seele 2.0 – Positive Ansteckung

Wenn wir uns nicht anstecken wollen, versuchen wir, bei einem hustenden Menschen auf Distanz zu bleiben. Und auf öffentlichen Toiletten kann man oft beobachten, wie wir und andere versuchen, möglichst…

Wenn wir uns nicht anstecken wollen, versuchen wir, bei einem hustenden Menschen auf Distanz zu bleiben. Und auf öffentlichen Toiletten kann man oft beobachten, wie wir und andere versuchen, möglichst nicht in Berührung mit Keimen zu kommen. Doch was, wenn wir andersherum denken? Wenn wir statt der Vermeidung der Ansteckung eine Ansteckung beabsichtigen?

Und das geht so:

Schritt eins: Setze dir ein bezauberndes Lächeln auf und halte es für mindestens zehn bis 15 Sekunden. Solltest du vorher schon gute Laune haben, wird sich diese verstärken und stabilisieren. Solltest du vorher unentschieden oder sogar schlecht drauf sein, wird sich dein Gemüt heben. Dafür sorgt die propriozeptive Rückmeldung. Diese ist folgendermaßen zu erklären: Unser Verhalten folgt unseren emotionalen Empfindungen. Wenn wir traurig sind, weinen wir. Wenn wir glücklich sind, lächeln wir. Das tolle an uns Menschen ist: Es geht auch andersherum! Daher, Schritt eins: Setze dir ein bezauberndes Lächeln auf und merke, was mit deinen Empfindungen passiert.

Schritt zwei: Gehe auf die Straße, irgendwohin, wo es viele Menschen gibt. Lächle die dir entgegenkommenden Passanten an, halte dabei eine Zeit lang den Augenkontakt. Mit der Zahl der Augenkontakte wirst du in deiner Wirkung sicherer, und bereits nach wenigen Minuten beginnt das Wunder der positiven Ansteckung: Die anderen Passanten beginnen, dich ebenfalls anzulächeln. (Übrigens, falls du einen Assistenten für diese Übung gewinnen kannst: Manche Menschen brauchen länger, bis sie sich angesteckt fühlen und lächeln erst, wenn ihr bereits aneinander vorbei gegangen seid. Lass deinen Assistenten fünfzig Meter hinter dir laufen und notieren, wie viele Menschen anfangen zu lächeln, wenn du selbst diese gar nicht mehr siehst.)

Schritt drei: Mache einen Tag in der Woche zum Gute-Laune-Tag. Sei eine Sonne für alle um dich herum. Besonders am Anfang wird es manchen seltsam vorkommen, und es mag sein, dass die Reaktion eher verhalten ist. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Gewöhnen sich deine Kollegen daran, dass man deine Laune ab und zu mit nichts kaputt machen kann, werden sie neugierig. Und wenn sie erst einmal neugierig sind, hast du sie bereits vollbracht: Die positive Ansteckung!

Chamäleon-Effekt

So erklären die Wissenschaftler dieses Phänomen: Dein Gegenüber ahmt deine Gestik und Mimik nach – das tun wir alle unbewusst – und tut es dir gleich. Schaffst du es, dass dein Gegenüber ungefähr zehn bis 15 Sekunden lächelt, realisiert das Gehirn deines Gegenübers dieses Verhalten und macht Rückschlüsse auf das Befinden. Du kannst sicher sein, dass er oder sie sich besser fühlt.

Was hast du davon?

Schaffst du es, deine Umgebung an einem Tag in der Woche positiv anzustecken, brauchst du einfach nur bei deinen Gute-Laune-Tagen bleiben, und schon in Kürze werden es andere sein, die dich mit guter Laune anstecken. Du und deine Umgebung habt dann eine Woche voller Lächeln, guter Gespräche, produktiver Zeit und entspannter Gesichtszüge.

Entspannte Gesichtszüge wiederum – wir erinnern uns an die propriozeptive Rückmeldung – führen zu einer entspannten Seele. Und ist die Seele erst einmal entspannt, bleiben deine Ressourcen weiterhin verfügbar und einsatzbereit für die Überraschungen, die in unserem Leben immer vorkommen.

Bist du bereit, deine Welt positiv anzustecken? Dann los!

 

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Birgit Dierker entstanden.

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Mein (fast) plastikfreies Leben – Keine Plastiktüte, bitte!

Keine Plastiktüte, bitte! oder: Wie ich lernte, freundlich Nein zu sagen und dabei eine Diskussion in Gang zu setzen. Jahrelang war ich es zwar gewohnt, meinen Jutebeutel für den Einkauf…

Keine Plastiktüte, bitte! oder: Wie ich lernte, freundlich Nein zu sagen und dabei eine Diskussion in Gang zu setzen.

Jahrelang war ich es zwar gewohnt, meinen Jutebeutel für den Einkauf im Supermarkt zu benutzen, alle anderen Plastiktüten waren für mich aber in Ordnung. Ich nutzte sie als Mülltüten, machte mir wenig Gedanken und verdrängte das Problem in meinem Schrank voller Plastiktüten – auch wenn ich stets mehr Mülltüten als Müll hatte.

Mit dem „Plastikfasten“ setzte ein Umdenken bei mir ein. Zum ersten Mal ging ich in ein Buchgeschäft, ohne es mit einer Plastiktüte zu verlassen. (Ja, ich erkläre mich für schuldig. Ich bin besessen von Buchläden und sollte aus eigenem Schutz von ihnen fern gehalten werden.) Die Verkäuferin war so schnell, dass sie mir meine neueste literarische Errungenschaft in eine Tüte gepackt hatte, bevor ich etwas dagegen sagen konnte. Etwas zögerlich holte ich meinen Jutebeutel hervor und bat sie, das Buch heraus zu nehmen. Ich erklärte ihr, dass ich gerade „plastikfasten“ würde und die Tüte daher nicht annehmen könnte – ihre Reaktion: Unverständnis. „Aber dann wird das Buch doch nass“, entgegnete sie mir fast ein wenig vorwurfsvoll. Ich zeigte ihr wortlos meinen tropfenden Regenschirm, sie zuckte etwas beleidigt mit den Schultern und ich verließ den Laden mit hochroter Birne.

Diese Situation sollte sich in der Zukunft noch einige Male wiederholen. Meist sind die Verkäufer so routiniert und schnell, dass man sie bitten muss, die Ware wieder aus der Tüte zu nehmen. Das mache ich mittlerweile zum Glück, ohne dass es mir peinlich ist. Am Anfang versuchte ich noch, Leute von meiner Idee zu überzeugen und erzählte ihnen sofort und ungefragt, dass ich versuchen würde, ohne Plastik auszukommen. Damit traf ich zwar oft auf tolle Reaktionen, genauso häufig aber auch auf Unverständnis – gerade bei Personen, die sich eben noch nicht so sehr mit dem Thema Plastikmüll auseinandergesetzt haben. Vielleicht klingt „Plastikfasten“ für den einen oder anderen etwas zu extrem, vielleicht schwingt für sie auch der erhobene Zeigefinger mit – ich weiß es nicht. Was mir jedoch bewusst wurde: Man lässt die Verkäufer mit einem Fragezeichen im Gesicht, im schlimmsten Falle sogar mit dem Gefühl, unfreundlich behandelt worden zu sein, im Laden stehen. Genau das wollte ich verhindern.

Wie bei den Plastikbestandteilen in Einmachglasdeckeln, einem Thema meines letzten Kolumnenbeitrags, komme ich daher auch diesmal zu einem eher pragmatischen Schluss. Ich sage einfach: „Nein, danke. Ich habe schon so schrecklich viele Plastiktüten zu Hause.“ Aus irgendeinem Grund scheint diese Aussage ein wahrer Eisbrecher zu sein. Fast immer entgegnen mir die Verkäufer, dass es ihnen genauso geht. Oft schließt sich daran sogar eine wirklich konstruktive Diskussion an.

Das ist auch mein Tipp an alle, die es mir gleich tun wollen. Wenn man selber ohne Plastik auskommen will, setzt man sich selbstverständlich sehr damit auseinander und denkt viel daran. In dem ganzen Eifer will man seine Überzeugung natürlich an andere weitergeben – man muss nur sehr aufpassen, dass man nicht zu übereifrig daher kommt, sonst wird die Diskussion oft bereits im Keim erstickt. Ein vorsichtiges Herantasten über ein recht unverfängliches Thema wie „Wir haben viel zu viele Plastiktüten zu Hause.“ funktioniert oft besser als den Leuten ins Gesicht zu sagen „Ich lebe ohne Plastik“.

Wie seht ihr das, ist es euch auch schon einmal so gegangen, zum Beispiel auch bei den Themen Vegetarismus und Veganismus? Würdet ihr genauso handeln oder bevorzugt ihr eine offensivere Herangehensweise?

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Seele 2.0 – Fordern und verlangen

Wer denkt heute noch bei der Heirat an die Diamantene Hochzeit als Ziel? Wir sind in einer Ära angekommen, in der Heiraten nicht obligatorisch, Partnerwechsel selbstverständlich und Patchwork- und polyamore…

Wer denkt heute noch bei der Heirat an die Diamantene Hochzeit als Ziel? Wir sind in einer Ära angekommen, in der Heiraten nicht obligatorisch, Partnerwechsel selbstverständlich und Patchwork- und polyamore Familienstrukturen normal sind. Es gibt einen guten TED Talk dazu, in dem die Autorin sagt, von einem Partner wird heute erwartet, was früher ein ganzes Dorf geleistet hat.

Er/Sie soll sowohl erotisch als auch freundschaftlich sein, alles können, philosophisch die gleichen Werte vertreten und natürlich auch noch gut aussehen und klug sein. Und weil kaum einer so ein Supermensch ist, tauschen wir und suchen den nächsten Partner. Einen, der besser passt. Mein Vater ist jetzt zum vierten Mal verheiratet. Und obwohl er seine Muster erkannt hat und genau weiß, dass er auf der Suche nach etwas ist, was es nicht gibt, kann er nicht damit aufhören.

Wir verlangen und fordern.
Und wenn das Ergebnis nicht zu unseren Forderungen passt, gehen wir weiter. Was passiert dabei mit unseren Seelen? Die Seele lernt, sie muss die Bedürfnisse „draußen“ stillen. Irgendjemand kommt und gibt mir etwas, was ich brauche. Irgendwann. Manche finden tatsächlich diese „externen“ Befriedigungen. Und genau an dieser Stelle kommt das Wort Nachhaltigkeit ins Spiel.

Es ist nicht nachhaltig, auf andere zu hoffen.
Denn mal bekommt man etwas, mal nicht, und die Seele, die sich ausgerichtet hat auf die Suche da draußen, hungert immer wieder. Ernährt sich von Müll („Seelenmüll“ wie hohle Statusmeldungen aus Facebook oder sinnlose Soaps im Fernsehen) und wird krank. Es trägt nicht zur Stabilität der Psyche bei, sich von äußeren Faktoren abhängig zu machen.

Lerne dich selbst kennen
Wie kannst du dir aus so einer Situation helfen? Lerne dich selbst kennen und lerne, dich selbst zu stärken. Und damit kannst du direkt hier und heute anfangen. Gehe zum Spiegel, schaue dich an und sage laut und deutlich: „Ich bin toll!“ Und der nächste Schritt?

Weniger fordern und verlangen.
Schaue, wo in deinem Alltag du Forderungen an deine Umwelt stellst und wie es deiner Seele damit geht. Fütterst du sie gut genug? Gibst du dir selbst genug Bestätigung oder suchst du Bestätigung von anderen? Gehst du schonend mit deinen seelischen Ressourcen um oder verbrauchst du diese tagtäglich in Streit und Ärger? Fange einfach mit deiner nächsten persönlichen Begegnung an und schaue, wie du da weniger fordern und verlangen kannst.

Und wenn dir Ideen, Fragen oder Erkenntnisse kommen, die du teilen möchtest, schreibe mir!

Nächstes Mal: Positive Ansteckung

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Nadine sucht das Glück: Glück ist unsterblich

„Menschliches Glück stammt nicht so sehr aus großen Glücksfällen, die sich selten ereignen, als vielmehr aus kleinen glücklichen Umständen, die jeden Tag vorkommen.“ So die Worte Benjamin Franklins. Manchmal nehme…

„Menschliches Glück stammt nicht so sehr aus großen Glücksfällen, die sich selten ereignen, als vielmehr aus kleinen glücklichen Umständen, die jeden Tag vorkommen.“ So die Worte Benjamin Franklins. Manchmal nehme ich mir die Zeit, die Menschen in meiner Umgebung still zu beobachten und mich an ihrem Glück zu erfreuen. Auch als unbeteiligter Außenstehender ist es schön mit anzusehen, wenn die Augen vor Freude leuchten und sich Zufriedenheit in den Gesichtern breit macht.

Vergangene Woche habe ich eine Konferenz besucht. Ich habe ein buntes Sammelsurium an Menschen vorgefunden, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Menschen aus verschiedenen Ländern und verschiedenen Branchen, Alte und Junge, Männer und Frauen, Studenten, Experten, Interessierte und Vortragende. Ein bunt gemischter Haufen, der sich aufgrund einer gemeinsamen Leidenschaft zusammengefunden hat. So viele Glücksmomente habe ich dort erlebt, dass gar nicht alle in Erinnerung geblieben sind. Von manchen ist nur noch die Ahnung vorhanden, dass es sie gab. Manche sind ganz präsent und bringen mich noch immer zum Lächeln.

Viele Teilnehmer sind in Gruppen angereist, manche allein oder zu zweit. Beinahe alle haben im Laufe der Konferenz alte Freunde getroffen und neue Freundschaften geschlossen. „Schön, dass du da bist.“, „Ich freue mich, dich zu sehen.“, „Wie gut, dass wir uns kennen gelernt haben.“, diese Sätze hab ich oft gehört, begleitet von Umarmungen, Schulterklopfen und freudestrahlenden Gesichtern. So simpel diese Worte auch sind, so gut tut es, sie zu hören. An allen Ecken und Enden wurden die Köpfe zusammengesteckt und über Gott und die Welt geredet. Man schwelgte in gemeinsamen Erinnerungen an vergangene Tage, schmiedete Pläne, besprach neue Projekte. Es wurde gescherzt und gelacht, über Fauxpas der letzten Konferenz geschmunzelt und ganz nebenbei noch gut gegessen und getrunken. Die Wiedersehensfreude, die neuen Bekanntschaften und die gemeinsame Leidenschaft sorgten für eine wundervolle Atmosphäre.

Die Vortragenden stammten aus den unterschiedlichsten Fachgebieten. Allen gemein war die Begeisterung. Ich habe Referenten gesehen, die gefühlte 120 Jahre alt waren. Vor Menschen zu sprechen, die ihr größtes Interesse teilen und über Jahre angesammeltes Wissen weitergeben zu können, zauberte vielen von ihnen ein Leuchten in die Augen. So viel Engagement, so viel Liebe zum Detail, so viele angeregte Diskussionen habe ich miterleben dürfen. „Wenn jemand meine Arbeit fortführen würde, das wäre ein großes Glück.“ Dieser Satz ist mir im Gedächtnis geblieben. Wenn man viele Jahre Energie und Zeit in ein Projekt investiert, sich immerwährend Gedanken macht, wie man es noch besser machen könnte und ständig Lösungen für die kleinsten Probleme sucht, dann steckt viel Herzblut darin. Wenn nun Andere, Jüngere sich dieses Projekts annehmen und es weiter entwickeln, mit eigenen Ideen schmücken und ihre eigene Begeisterung darin einbringen, dann ist das tatsächlich ein großes Glück. Dann ist man ein Glied in einer Kette, die nicht endet. Man ist unvergessen und unsterblich. Ein bisschen zumindest.

Einer dieser Referenten wurde ob seiner Verdienste besonders geehrt. Junge und alte Kollegen haben gemeinsam eine Festschrift für ihn verfasst. Ein Glück für den Geehrten, der voller Stolz auf seine Arbeit blicken darf. Der die Anerkennung von Fremden und Freunden genießen kann und die Gewissheit hat, etwas Wichtiges geleistet zu haben. Ein Glück auch für den Freund, der die Ehrung verkünden und das Buch überreichen durfte. „Du hast Großes vollbracht. Ich bin stolz auf dich.“ Das einem Freund sagen zu können, ihm im eigenen Namen und (wie in diesem Fall) im Namen vieler anderer seine Wertschätzung aussprechen zu dürfen, fühlt sich wundervoll an. Auch diese Anerkennung macht unvergessen.

Andere Referenten waren genauso unerfahren und jung wie ich. Einige waren genauso nervös wie ich, andere konnten ganz gelassen auftreten. Jeder einzelne hat seinen Vortrag mit Bravour gemeistert und durfte sich über den Applaus der Zuhörer freuen. Vor so vielen Menschen zu stehen, die sich für das gleiche Thema begeistern und vielleicht zum ersten Mal eine eigene Theorie vorzustellen oder ein selbst entwickeltes Projekt zu präsentieren ist aufregend. Wenn aus diesem Vortrag eine Diskussion entsteht, ist das umso aufregender. Wenn einem danach wohlwollend auf die Schulter geklopft wird und man ein „Das hast du gut gemacht.“ hört, dann ist man glücklich. Glücklich über den eigenen Mut, über das gute Gelingen, über das Lob der Gleichgesinnten.

Benjamin Franklin hatte Recht. Es sind die kleinen Glücksmomente, die zählen. Jeder einzelne für sich und alle in ihrer Summe sind der Grund für strahlende Augen, lachende Gesichter, zufriedenes Zurücklehnen. Diese kleinen Momente sind es, die die Menschen und das Glück unsterblich machen. Für mich waren es die Gespräche mit Menschen, die mir wieder oder zum ersten Mal begegnet sind. Mit ihnen allen teile ich eine Erinnerung, die uns gemeinsam unsterblich macht.

Seid ihr auch der Meinung, dass es die kleinen Momente sind, die zählen? Habt auch ihr das Gefühl, dass solche Momente unsterblich machen? Oder seht ihr das ganz anders? Ich freue mich auf eure Kommentare!

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selber. machen. denken

Stell dir vor, du hast zu einem gemütlichen Filmabend eingeladen, sogar irgendwo einen Beamer organisiert um das echte Kinofeeling zu kreieren. Chips und Dips und Popcorn stehen bereit, die DVD…

Stell dir vor, du hast zu einem gemütlichen Filmabend eingeladen, sogar irgendwo einen Beamer organisiert um das echte Kinofeeling zu kreieren. Chips und Dips und Popcorn stehen bereit, die DVD ist mittels Konsensentscheidung (Oh, dazu bald einmal mehr) ausgewählt und alle warten gespannt. Und dann – die DVD hakt, obwohl sie ganz neu ist. Muss am Player liegen. Drei andere Menschen versuchen es, aber die beste Technikaura bringt nichts, der Player ist kaputt. „Weiß irgendjemand auf die Schnelle, wie der repariert werden könnte?“ „Äh, nee. Musste halt zu Mediamarkt, aber da kannste dir dann auch gleich nen Neuen kaufen.“ Deine Gäste sind ganz cool mit der Sache und entscheiden, dann eben noch feiern zu gehen. Dir hat das ganze Ding aber ordentlich die Laune strapaziert. „Ja, nächstes Mal dann, aber wie kann es denn sein, dass so ein kleines technisches Teufelsding mich so zum Narren macht? Wahrscheinlich hängt nur irgendwo ein Kabel schief, aber was weiß ich schon. Und überhaupt, warum weiß ich das nicht? Und was hat mir technischer Fortschritt und Spezialisierungswahn noch alles abgenommen?“

„Wieso genommen? Uns ist heute doch so viel möglich, daran war nie zu denken, nicht mal in den Science-Fiction-Romanen unserer Kindheit. Computer, die so einfach zu bedienen sind, dass so gut wie alle Menschen diese nutzen können; die Möglichkeit für Familien und Freunde über unfassbar weite Entfernungen miteinander in Kontakt zu bleiben; die Welt zu entdecken, ohne dafür Jahre auf Schiffen unterwegs zu sein; unabhängig von Ort und Zeit miteinander zu kommunizieren, Gleichgesinnte zu finden und sich zu organisieren; Autos, die mit Strom oder Mais fahren; kleine Minicomputer, die alles Wichtige deines Lebens in deiner Hosentasche speichern können; stylische Klamotten, die mensch sich auch leisten kann; die Möglichkeit auch um 22 Uhr noch dein neues Lieblingsobst für das morgige Frühstück kaufen zu können – du verstehst was ich meine?“

„Ja, ich verstehe. Und trotzdem! Ganz abgesehen von den Produktionsbedingungen und der Chemie auf meiner Haut, lasse ich mir von H&M vorschreiben, was für Klamotten ich tragen kann. Ich treffe eine Wahl aus einer nicht von mir getroffenen Wahl und manchmal ist das ein echt beschissener Kompromiss. Ich kann mit dir reden, egal, wo auf der Welt du und ich gerade sind. Das ist großartig, aber auch Google und die NSA und was weiß ich noch wer, wissen wo wir sind und wo wir hinwollen. Maracuja ist eindeutig das leckerste Obst, das ich kenne, aber ich hab keine Ahnung wie die Apfelsorte heißt, die bei mir vorm Haus steht. Ich bin superfroh darüber, dass auch meine Mama durch die intuitive Oberfläche ihres Betriebssystems gern die Möglichkeiten des Internets nutzt und Spaß daran hat, Neues zu entdecken, aber mir wird mulmig bei dem Gedanken, dass weder sie noch ich wirklich verstehen und kontrollieren können, was da in diesen Datennetzen wirklich abgeht.
Ich fühle mich manchmal echt machtlos! Ich muss darauf vertrauen, dass da Menschen (oder Dinge?) am Werk sind, die es gut mit mir und der Welt meinen, die mir helfen, wenn das Fernlicht meines Autos kaputt ist, die meinen DVD-Player reparieren und mich nicht zu einem Neukauf überreden, nur weil es für sie rentabler ist. Ich bin so verstrickt in die Strukturen in meinem Alltag und erlebe Bedürfnisse und Wünsche als meine, die mir in einigen lichten Momenten doch eher fremd vorkommen. Ich will das nicht mehr.

Ich hab Bock. Ich hab Bock selber zu denken. Ich will Dinge verstehen und selber machen können. Ich möchte anderen mein Wissen weitergeben können, anstatt mich zu freuen, dass ich mehr weiß, mehr kann und vielleicht sogar mehr Chancen habe als sie. Und was ich nicht verstehen kann, bin ja nu keen Superbrain, das will ich zumindest immer mal wieder kritisch hinterfragen oder schauen, ob ich darauf in meinem Leben und in meinem Glücklichsein wirklich so angewiesen bin. Ich mag Ohnmacht und Unmündigkeit nicht. Ich hab doch eine Stimme und graue Zellen zum Denken und eine Bauch-Herz-Connection für das wirklich Wichtige. Und ich hab Bock auf andere Menschen, die sich auch Fragen stellen, die selber denken und lernen wollen und denen das Leben auf diesem Planeten am Herzen liegt, denn ich glaube gemeinsam geht da was; mehr als ich mir allein vorstellen kann. So stell‘ ich mir übrigens Demokratie vor. Wieso Herrschaft? Es geht um Selbstermächtigung, Teilhabe und Gerechtigkeit.“ „Klingt voll nach ’nem Plan. Du solltest darüber schreiben.“ Mach ich! Hier. Für euch. Und nun gehen wir feiern und beim nächsten Mal gibt es eine gepflegte Runde Munchkin.

Dies war Ausgabe 1 der Kolumne Anie will selber. machen . denken

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Mein (fast) plastikfreies Leben – Wo steckt überall Plastik drin? Einstieg in die Verwirrung.

Bei meinem allerersten plastiklosen Einkauf stürzte ich mich voller Eifer, Optimismus und bepackt mit Jutetüten in die Geschäfte. So schwer kann das doch wohl nicht sein, dachte ich mir. Als…

Bei meinem allerersten plastiklosen Einkauf stürzte ich mich voller Eifer, Optimismus und bepackt mit Jutetüten in die Geschäfte. So schwer kann das doch wohl nicht sein, dachte ich mir. Als ich zu Hause meine Ausbeute näher begutachtete, musste ich zu meinem Entsetzen feststellen: Ich bin reingelegt worden!

Aber jetzt noch einmal ganz von vorne. Mein erstes Ziel als plastikmeidende Konsumentin waren natürlich diverse Bioläden und Supermärkte. Entschlossen griff ich zu Pappschachteln, Papierbeuteln und Gläsern. Soweit so gut. Zu Hause angekommen wollte ich mich sofort über eine Packung Sojageschnetzeltes hermachen. Also riss ich die Pappschachtel auf und fand – drei Mal dürft ihr raten – in Plastik eingeschweißtes Soja. Mein Frust war riesig. Statt Verpackung zu sparen (früher griff ich immer zu Soja-Geschnetzeltem aus der Plastikverpackung), hatte ich doppelt so viel Müll produziert. Gleiches passierte mir bei drei weiteren Packungen. Immerhin hatte ich eines gelernt: Wenn man sicher gehen will, dass ein Produkt in einer Pappschachtel nicht doch noch eine zusätzliche Plastikschicht enthält, muss man es ordentlich schütteln. Der eine oder andere mag euch dabei vielleicht komisch anschauen, aber daran gewöhnt man sich – oder ihr fangt einfach mit der Packung in der Hand zu tanzen an. Das ist eine lohnenswerte, von mir erprobte Alternative.

Auch bei vermeintlichen Papierverpackungen muss man aufpassen. Einige sind innen noch mit einer Plastikfolie beschichtet. Das kommt zum Beispiel bei einigen Produkten wie Zucker, Tee oder Buchweizen vor. Dies kann man im Vorfeld leider ganz schwer feststellen. Wenn man die Verpackung ein wenig knautscht, hört man es unter Umständen. Auch ein Sichtfenster aus Plastik kann ein Hinweis darauf sein. Man muss allerdings aufpassen, dass man nichts kaputt macht, sonst muss man dafür zahlen. Oft hilft daher nur die Devise „Lerne aus deinen Fehleinkäufen!“ und der Vorsatz, die überflüssige Verpackung wenigstens zur Entsorgung im entsprechenden Laden zu lassen. In den meisten Supermärkten kann man Papier und Plastik in Recycling-Containern verstauen. Dann müssen sich die Betreiber mit dem Müllproblem auseinandersetzen. Wenn das viele Kunden machen, müssen die Supermärkte im Zweifelsfall sogar höhere Müllgebühren zahlen – und beim Geld hört für die meisten Unternehmen bekanntlich der Spaß auf.

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Der zweite große Schock kam für mich, als mir ein Bekannter davon erzählte, dass selbst meine geliebten Glasverpackungen nicht gänzlich ohne Plastik auskommen. Die meisten Deckel enthalten nämlich PVC. Das könnt ihr an der Gummierung auf der Innenseite des Deckels erkennen. Der einzige mir bekannte Hersteller, der darauf verzichtet, ist Zwergenwiese. Deren Aufstriche, Saucen und Senf-Sorten kann man also zum Glück reuelos genießen.

Aber was mache ich mit den restlichen Gläsern? Diese Frage quälte mich noch einige Tage. Das Problem ist, dass man gewisse Dinge einfach nicht 100 Prozent plastikfrei bekommt. Seien es Speiseöl-Flaschen, die eine Gießvorrichtung aus Plastik haben, Essigessenz-Reiniger mit Plastikkappe oder mein geliebtes Kokosfett im Glas mit PVC im Deckel – manchmal findet man leider einfach keine vollkommen perfekte Alternative. Aus diesem Grund beschloss ich, mich zwar weiterhin nach Produkten umzusehen, deren Verpackungen gänzlich ohne Plastik auskommen und so viel wie möglich selbst herzustellen, aber ich drücke in den oben genannten Fällen gezwungenermaßen auch einmal ein Auge zu. Schade, dass es für die Verpackungsbestandteile keine Kennzeichnungspflicht gibt. Immerhin kann man Gläser und Flaschen wunderbar wiederverwenden – zum Beispiel als Soßen- und Speisenbehälter, als Windlicht oder um seine eigenen Limonaden, Smoothies oder Kräuteröle zu machen.

Wie seht ihr das? Haltet ihr meinen Kompromiss für faul? Und wie erkennt ihr, ob eine Verpackung tatsächlich plastikfrei ist? Vielleicht habt ihr ja noch den einen oder anderen Tipp für mich parat.

3 Kommentare zu Mein (fast) plastikfreies Leben – Wo steckt überall Plastik drin? Einstieg in die Verwirrung.

Was ist eigentlich… Recycling?

Anschließend an meinen Artikel zum Thema Recycling, Upcycling und Downcycling möchte ich nach dem Thema Upcycling nun in der Serie über jede der einzelnen Formen des nachhaltigen Produzierens und Wiederproduzierens…

Anschließend an meinen Artikel zum Thema Recycling, Upcycling und Downcycling möchte ich nach dem Thema Upcycling nun in der Serie über jede der einzelnen Formen des nachhaltigen Produzierens und Wiederproduzierens auf Recycling eingehen.

Recycling kennt jeder, zumindest hat jeder dieses Wort schon einmal gehört. Was schießt einem als Erstes durch den Kopf, wenn man an Recycling denkt? Große Müllpressen, Sammelstellen oder die Leergutannahme im heimischen Supermarkt? Vielleicht sogar der eigene Mülleimer? Ja, Recycling beginnt schon im eigenen Haushalt, das ist vielen leider nicht bewusst. Warum das so ist, und wie die Kette weitergeht, klären wir jetzt.

Was also ist Recycling genau?

Vor der Industrialisierung bestand Recycling schlicht aus der Wiederverwertung von Gülle und Ernteresten als Düngemittel oder dem Umwandeln von Lumpen zu Papier. Doch seit die Menge an Müll immer mehr anstieg und die Menschen nach den Weltkriegen zu größerem Wohlstand gelangten, wurde es notwendig, Deponien und Müllsammelplätze zu errichten, da Wiederverwertung damals nicht durchgeführt wurde. Erst 1970/80 wurde das Bewusstsein für Mülltrennung und Recycling wieder entdeckt und nach und nach wurden Systeme entwickelt, um auch in großen Städten eine gewisse Stabilität beim Recycling zu erreichen.

Facts about Austria

In der Gesamtrecyclingquote ist Österreich schon seit Jahren auf einem der Spitzenplätze im europäischen Ranking. Unter anderem ist dafür die ARA (Altstoff Recycling Austria) verantwortlich, die wohl bekannteste Recyclingfirma. Mehr als 85% der gesammelten Verpackungen werden verwertet und zu neuen Verpackungen verarbeitet. Der Rest wird als Brennstoff für zum Beispiel Fernwärme verbraucht. Auch bei der Verwertung von biologischen Abfällen belegt Österreich mit einer Quote von 33% im Bereich der kommunalen Abfälle einen europäischen Spitzenwert. Natürlich geht der Nachhaltigkeitsgedanke an vielen Firmen nicht vorbei und so werben Marken wie beispielsweise Vöslauer mit Umweltschutz durch Abfallvermeidung.

Artikel 1.2 recyclingstation

Bild: Moni

Do it!

Große Firmen tun es, doch wie bei vielen Bereichen im Leben heißt es: „Kleinvieh macht auch Mist!“ Also liegt es an uns, dem „kleinen Mann“, mit richtiger Mülltrennung und im besten Fall Müllvermeidung etwas Gutes für die Umwelt und für das eigene Bewusstsein zu tun. Das beginnt beim Einkauf und geht im täglichen Leben weiter: Plastikmüll so gut es geht vermeiden und den Müll richtig trennen. Je genauer jeder Einzelne seine Abfälle trennt, umso besser funktioniert das Abfallsystem! Plastik zu vermeiden ist insofern wichtig, da es als Kunststoff mehrere hundert bis tausend Jahre benötigt, um zu verrotten.

Ein paar Tipps für die Praxis:
– Beim Einkauf darauf achten, wie das Produkt verpackt ist. Kann man die Verpackung wieder verwenden? Ist es recycelt oder nachhaltig produziert?
– Einkaufstaschen wiederverwenden. In manchen Geschäften kann man recycelte Stoffbeutel kaufen und wenn diese kaputt gehen, kostenlos austauschen!
– In der Küche eine kleine Recyclingstation einrichten (wenn es der Platz zulässt) und einfach mal sammeln um zu sehen, wie viel Müll man innerhalb von beispielsweise einer Woche oder einem Monat produziert und dann analysieren was man vermeiden oder einschränken könnte.
Last, but not least:
– In einem Laden einkaufen, in dem man das Verpackungsmaterial selbst mitbringen darf beziehungsweise zur Verfügung gestellt bekommt wie zum Beispiel in Lunzers Maß-Greißlerei.

Fazit

Im Vergleich zum Upcycling, bei dem man sich kreativ ausleben kann, ist Recycling vielleicht langweiliger, aber trotzdem wichtig und nicht schwer umzusetzen. Ein bisschen bewusster einkaufen und vielleicht zweimal hinschauen bei Verpackungsmaterialien schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Ein kleiner Schritt für jeden einzelnen ist ein großer Schritt für ein nachhaltigeres Leben. Und mal ganz ehrlich, nerven euch die Mengen an Kunststoffverpackungen, Dosen und sonstigen vermeidbaren Verpackungsmaterialien nicht auch, genauso wie die ständige Diskussion: „Wer trägt jetzt endlich den Müll runter?“

Wer bringt bei euch den Müll aus dem Haus und was tut ihr um weniger davon zu produzieren? Ich freue mich auf Kommentare!

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