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Schlagwort: Bauer

Rettet den Biobauern: Jetzt Petition unterschreiben!

Bei der Plattform Avaaz.org läuft zur Zeit eine Petition, die der Familie Kargl helfen soll, ihren Grund zu behalten. Gib auch du deine Stimme für Familie Kargl und zeige so…

Bei der Plattform Avaaz.org läuft zur Zeit eine Petition, die der Familie Kargl helfen soll, ihren Grund zu behalten. Gib auch du deine Stimme für Familie Kargl und zeige so der Behörde, dass es nur eine richtige Entscheidung gibt: Zur Petition

Worum geht es dabei?

Die niederösterreichische Agrarbezirksbehörde plant zurzeit in Großglobnitz eine Zusammenlegung (ungangssprachlich Kommassierung). Das bedeutet, dass die Agrarbehörde sämtliche Felder über die Grundeigentümer hinweg in einem gewissen Bereich neu aufteilt. So sollen aus vielen kleineren und verstreuten Feldern große, für die Landwirtschaft optimal nutzbare Flächen entstehen. Das große Problem: Auch die Flächen eines Biobauern sollen so auf diesem Weg neu zugewiesen werden.

Die Familie Kargl aus Großglobnitz führt seit nun mehr 33 Jahren einen bio-landwirtschaftlichen Betrieb. Sie bewirtschaften 17 Felder, die insgesamt eine Größe von 30 Hektar haben und vertreiben mittlerweile ihre Erzeugnisse über ein „Gemüsekisterl“ durch welches derzeit rund 50 bis 60 Kunden direkt in den Genuss der Bio-Erzeugnisse kommen.

Was bedeutet die Feldzusammenlegung für die Familie Kargl?

Im Gesetz ist zwar verankert: „Jede Partei, deren Grundstücke der Zusammenlegung unterzogen werden, hat Anspruch, unter Anrechnung der Grundaufbringung gemäß Abs. 6 entsprechend dem Wert ihrer in das Verfahren einbezogenen Grundstücke mit Grundstücken von tunlichst gleicher Beschaffenheit abgefunden zu werden.“ Die Behörde unterschiedet jedoch nicht zwischen konventionell angebauten und biologisch angebauten Feldern. Viel schlimmer, die Felder der Familie Kargl sind innerhalb der Zusammenlegung die einzigen Felder, die den biologischen Kriterien entsprechen.

Dies bedeutet zwangsläufig, dass die Familie Kargl nur Nachteile aus einer Zusammenlegung ziehen kann. Denn gegen welche biologischen Landflächen möchte die Behörde so tauschen? Ein Feld muss mindesten drei Jahre biologisch bewirtschaftet werden, also beispielsweise ohne künstlichen Dünger oder giftige Schädlingsbekämpfungsmittel, bevor sie tatsächlich für den biologischen Anbau verwendet und zertifiziert werden können. Es bleibt lediglich noch die Möglichkeit einer Abfindung.

Trotzdem würde ein Tausch der biologischen Felder gegen konventionell angebaute der Familie ihre Existenz berauben. Die Familie möchte nichts weiter als auf ihrem eigenen Grund und Boden ihren Bio-Hof weiterhin so zu bewirtschaften, wie sie es bereits die letzten 33 Jahre getan haben.

Bereits positive Reaktion

Obwohl der Einspruch der Familie bereits abgewiesen wurde hat die Agrarbehörde aufgrund der vielen Medienberichte bereits zurückgerudert und räumt ein die Familie könne ihre Felder behalten. Derzeit steht der Entscheid über die Herausnahme der Grundstücke aus. Umso wichtiger ist es nun nicht nachzulassen: Zur Petition

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Vom Samen bis zur Ernte: Kompost liefert den besten Dünger

Pflanzen beziehen die meisten ihrer Nährstoffe aus dem Boden. Wenn sie sterben, verrotten sie und ihre Pflanzenteile zerfallen wieder in die Bausteine aus denen sie gebildet wurden. Diese wandern zurück…

Pflanzen beziehen die meisten ihrer Nährstoffe aus dem Boden. Wenn sie sterben, verrotten sie und ihre Pflanzenteile zerfallen wieder in die Bausteine aus denen sie gebildet wurden. Diese wandern zurück in die Erde und bilden die Nahrungsquelle für die nächste Generation von Pflanzen. Das allein wäre schon ein gut funktionierender Kreislauf, bei dem sich immer mehr fruchtbare Erde bilden würde. Wenn nun aber ein Tier oder der Mensch einen Teil der Pflanze vom Ort entfernt, verschwinden diese Bausteine aus dem Kreislauf. Das funktioniert nur so lange, bis die Pflanzen am Ort nicht mehr genug Nährstoffe haben, um zu überleben. Für Pflanzen ist ein Boden ohne Nährstoffe, auch als ausgelaugter Boden bezeichnet, wie eine Mangelernährung für Menschen. Es geht eine Weile lang gut, dann kommen die ersten Beschwerden und wenn man zu lange wartet, wird der Zustand kritisch und kann bis zum Tod führen.

Damit das nicht passiert, düngen Bauern ihre Böden regelmäßig oder lassen sie unbenutzt, um dem Boden Zeit für zur Erholung zu geben. In der konventionellen Landwirtschaft wurden dafür vor allem chemischen Dünger verwendet. Chemischer Dünger machte es einfach, den Nährstoffverbrauch auszugleichen und über lange Zeiten ein und dieselbe Pflanze am gleichen Standort anzubauen. Oft kam es dabei zur Überdüngung, zu viel Dünger machte die Böden giftig für die Pflanzen oder gelangte ins Grundwasser, wo er zum Problem für alle Lebewesen wurde. In den letzten Jahren schaffte es ein neuer Trend, den chemischen Dünger zu vertreiben. Abfallprodukte aus der Landwirtschaft lassen sich zu natürlichem Dünger verarbeiten und bieten eine Möglichkeit für die Pflanzen, wichtige Nährstoffe wieder zurück in den Boden zu bringen. Beispiele für natürliche Dünger sind Jauche, Guano, Wurmkompost und Kompost. Bevor der chemische Dünger erfunden wurde, wurde Guano als Dünger in großen Mengen gehandelt. Guano bildet sich aus dem Kot von Seevögeln und Pinguinen. Im Jahr 1869, am Ende der Guano Ära, verkaufte Peru 575.000 Tonnen Guano. Es gab eine riesige Industrie für den wertvollen Dünger. Es wurde von Klippen gekratzt und war ein wertvolles Exportgut.

Um Abfälle zu kompostieren, sollte man ein paar Grundlagen kennen. Es reicht nicht, einfach alle pflanzlichen Abfälle auf eine Stelle zu schmeißen und zu warten. Das ist kein Komposthaufen und er wird nicht kompostieren, sondern einfach nur langsam verrotten. Das dauert nicht nur länger als nötig, die entstehende Erde wird keine gute Qualität besitzen. Darum möchte ich dir die wichtigsten Regeln und ein paar Möglichkeiten vorstellen, pflanzliche Abfälle effizient zu kompostieren und als Dünger zu verwenden.

Nicht alles darf in den Kompost

Fleisch, und Fisch sind organisches Material und verrotten auch, aber auf ihnen wachsen sehr gefährliche Bakterien und Pilze. Diese bilden meistens giftige Stoffwechselnebenprodukte die nicht nur schlecht riechen, sondern auch Ratten und andere Tiere anlocken. Selbst wenn sie erfolgreich abgebaut werden, werden sich danach einige sehr ungesunde Mikroorganismen und chemische Verbindungen in deinem Kompost befinden, nichts, was du deinen Pflanzen geben möchtest. Für Milch und Milchprodukte gilt dasselbe. Eischalen sind hingegen gut für deinen Kompost.

Die meisten Pflanzen und Pflanzenteile sind für Kompost gut geeignet. Solltest du eine kranke Pflanze aus deinem Garten entfernen, solltest du diese nicht kompostieren, sondern im Hausmüll entsorgen. Was auch immer die Pflanze krank gemacht hat, es kann sich auch in deinem Kompost breit machen und von dort auf deine anderen Pflanzen übertragen werden. Gehe lieber kein unnötiges Risiko ein. Ob Zitrusfrüchte und Bananenschalen auf den Kompost dürfen, da scheiden sich die Geister. Viele Menschen meinen, die starke Pestizidbelastung auf der Schale wäre problematisch. Das Thema ist meiner Meinung nach kontrovers. Es stimmt sicher, dass diese Früchte chemisch behandelt werden, ob das für uns Menschen nun gefährlich ist oder nicht, kann ich leider nicht mit Sicherheit beurteilen. Deshalb meine Empfehlung: Lieber ein wenig zu vorsichtig, die Schalen kommen in die Biotonne, aber nicht auf den Kompost. Außer natürlich es handelt sich um Bio-Obst.

Bei Papier musst du aufpassen. Wenn es sich nach Plastik anfühlt, wie zum Beispiel bei Hochglanzmagazinen, dann sollte es nicht auf den Kompost. Unbehandeltes Papier kann aber ein guter Ersatz für die braunen Teile eines Komposts sein. Zumindest, wenn man sonst nichts hat. Asche aus Kohle und unbehandeltem Holz solltest du unbedingt auf deinen Kompost geben, Kaffeesatz, Tee, Rasenschnitt, Laub, Blumen- und Pflanzenreste, das alles kommt aus der Erde und kann auch wieder zu Erde werden, deshalb ruhig auf den Kompost damit.

Thermokompostierung

Thermokompostierung ist eine Methode, bei der man seinen Kompost durch richtiges Aufschichten und Trennen der Materialien in grün (frisches, stickstoffhaltiges Material wie Gras, Schalen, Gemüse-, Frucht- und Pflanzenabfälle) und braun (Holz, Papier, Laub, kohlenstoffhaltiges Material) auftrennt und schichtweise stapelt. Dabei sollte man darauf achten, dass man ein ausgewogenes Verhältnis von grünen zu braunen Teilen erhält. Dadurch bilden sich im Kompost sehr hohe Temperaturen, die für optimale Bedingungen für Bakterien sorgen. Über 100 Grad Celsius sollen damit möglich sein, wobei mir empfohlen wurde, den Kompost nicht heißer als 40 Grad Celsius werden zu lassen. Angeblich ist das die beste Temperatur, damit sich vor allem nützliche Bakterien im Kompost vermehren. Thermokompostierung braucht nur Platz, man sollte den Kompost gelegentlich wenden und umsetzen, dann ist es eine sehr schnelle und günstige Variante, um seinen Biomüll wieder in gesunde und hochqualitative Erde zu verwandeln.

Der Tumbler

Es gibt viele Geräte für den Garten, die als Komposter verkauft werden. Das Modell, welches mir mit Abstand am besten gefällt, ist ein sogenannter Kompost-Tumbler. Der Name kommt vom englischen tumble, zu deutsch purzeln, und beschreibt sehr gut was mit dem Kompost im Gerät passiert. Ein Tumbler ist in der Regel eine Tonne, die man öffnen kann um seinen Kompost einzufüllen, und die man dann wie ein Hamsterrad dreht. Im Inneren befinden sich meistens Klingen oder Bleche, die beim Zerkleinern und Mischen des Inhalts helfen. Dabei geht es dem Inhalt wohl ähnlich wie der Wäsche in der Waschmaschine. Wenn man den Tumbler gefüllt hat, dreht man ihn etwa einmal pro Woche für etwa drei Monate. Das macht nicht nur Spaß, sondern man erhält am Ende zur Belohnung gute Erde. Der Vorteil eines Tumblers liegt darin, dass er einfach zu benutzen ist, schneller Erde liefert und Spaß in der Anwendung bereitet. Nachteilig ist der hohe Preis und dass man trotzdem darauf achten muss, ihn mit einer ausgewogenen Menge von grünen und braunen Teilen zu füllen.

Tumbler.skips
Bild: Red58bill / commons.wikimedia.org

Wurmkompostierung

Wurmkompostierung ist die für mich schönste und natürlichste Form der Kompostierung. Man kauft oder baut sich eine Wurmfarm, füllt sie mit Erde und Regenwürmern und füttert sie mit seinen pflanzlichen Abfällen. Dabei kann ein einfacher Regenwurm täglich sein eigenes Körpergewicht in Obst und Gemüse fressen. Wenn man Regenwürmern eine Freude bereiten möchte, dann füttert man ihnen Kaffeesatz. Den scheinen sie besonders zu lieben. In der Natur ziehen Regenwürmer meistens Blätter in ihre Tunnelsysteme, um darauf Pilze wachsen zu lassen, von denen sie sich anschließend ernähren. Das erinnert an das Verhalten von Blattschneiderameisen und sorgt dafür, dass die Erde aufgelockert und die pflanzlichen Abfälle wieder zu nützlicher Erde umgewandelt werden. Nach drei bis sechs Monaten füttert man die Würmer regelmäßig auf einer Seite der Farm und kann die Erde von der anderen Seite entfernen, ohne seine Würmer zu stören. Die gewonnene Erde zählt mitunter zur besten verfügbaren Erde und kann natürlich auch als Dünger verwendet werden.

Ich hoffe, es hat dich interessiert ein wenig über das Kompostieren zu lernen. In meinem nächsten Beitrag gebe ich Tipps zum erfolgreichen Umsetzen und Umtopfen deiner Pflanzen. In den Kommentaren kannst du wie immer gerne Fragen, Anmerkungen und Kritik hinterlassen, ich werde sie gerne beantworten. Gutes Gelingen und lass dich nicht pflanzen!

Links zum Thema:
Kompostierung auf Wikipedia
Wurmkompostierung auf Wikipedia
Guano Eraauf Wikipedia
Anleitung zum Tumbler-Bau auf Englisch

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Vom Samen bis zur Ernte: Aussaat

Der Frühling steht vor der Tür und das bedeutet es ist Zeit mit deiner Aussaat zu beginnen. Ich werde ab jetzt in meiner Kolumne jeden Monat die Pflanzen erwähnen, die…

Der Frühling steht vor der Tür und das bedeutet es ist Zeit mit deiner Aussaat zu beginnen. Ich werde ab jetzt in meiner Kolumne jeden Monat die Pflanzen erwähnen, die du säen, anpflanzen oder an denen du wichtige Arbeiten verrichten kannst.

Hier die Liste für den März:

Gemüse:
Säen: Brokkoli, Erbsen, Möhren, Petersilie, Porree, Radieschen, Rettich, Salat, Schwarzwurzeln, Sellerie, Spinat und Zwiebeln
Pflanzen: Blumenkohl, Kohlrabi, Meerrettich, Rhabarber und Spargel

Obst:
Erdbeeren pflanzen/pflegen, Kernobst veredeln, Frühjahrspflanzung (empfindliche Obstarten) ausführen, Pflanzschnitt vornehmen, sanitären Baumschnitt durchführen, Kräuselkrankheit bekämpfen und Bodenbearbeitung bei Beerenobst durchführen

Zurück zum Thema Aussaat. Wenn wir an die Vermehrung von Pflanzen denken, dann denken wir in der Regel an Samen und jemanden, der sie großflächig über den Boden verstreut. Das Säen ist wahrscheinlich die bekannteste Methode, um Pflanzen zu vermehren und wird bei sehr vielen Arten angewandt. Es gibt natürlich noch andere Methoden, wie etwa mit Zwiebeln (Zwiebel, Knoblauch), Knollen (Kartoffel), oder mit Ablegern (Erdbeere).

Die richtige Technik

Die Technik ist denkbar einfach: Man nimmt ein paar Samen, verteilt sie auf wenigstens vier bis fünf Zentimeter hohe Erde und bedeckt sie mit einer Erdschicht, die etwa drei Mal so hoch ist wie der Samen breit. Die dünne Erdschicht sorgt dafür, dass der Wind die Samen nicht davon weht. Außerdem schützt sie vor der Sonne, denn der junge Sämling oder Keimling ist lichtempfindlich, und auch vor hungrigen Mäulern. Dann gießt man das Ganze einmal gründlich (falls du im Topf pflanzt, langsam gießen, bis das Wasser aus den Löchern an der Unterseite kommt) und sorgt dafür, dass die Erde immer feucht ist. Gießen ist ab dem Zeitpunkt nicht mehr nötig, es reicht, die Pflanzen zweimal am Tag zu besprühen, oder wirklich nur kleine Mengen zu gießen. Solltest du zu viel gegossen haben, bildet sich wahrscheinlich Schimmel auf der Erde. Aber auch das ist kein Problem. Einfach in nächster Zeit nicht gießen bis die Erde wieder trocken ist und dann die Erde wieder leicht feucht halten.

Wenn du Probleme hast, die Samen mit etwas Abstand zu verstreuen, dann kannst du einen alten Gewürzstreuer verwenden, um die Samen fein zu verteilen. Wenn die Löcher zu klein sind, kannst du sie bei Plastikdeckeln einfach mit einer dünnen Nadel, einem spitzem Messer oder einer Schere vergrößern. Auch eine heiße Nadel kann sehr hilfreich sein. Bei Metall wirst du wahrscheinlich einen Bohrer verwenden müssen. Dann aber bitte nur einen relativ kleinen und für Metall geeigneten Bohrer verwenden. Außerdem solltest du das Werkstück in diesem Fall in einer Schraubzwinge einspannen, damit du nicht beim Bohren abrutschst und dich verletzt.

Keimen

Wenn der Embryo des Samen durch die Samenschale bricht, dann nennt man das Keimen oder Keimung. Du erkennst es meistens daran, dass sich auf deiner Erde die ersten grünen Pflänzchen bilden. Um zu keimen brauchen Samen eine gewisse Temperatur und Luftfeuchtigkeit, meistens um die 20 Grad Celsius. Ein Treibhaus ist optimal, um deine Samen zu motivieren, aber ein Platz am Fensterbrett tut es auch. Die meisten Samen haben eine Keimruhe, oder auch Dormanz genannt, sie brauchen erst gewisse Voraussetzungen, um keimfähig zu werden. Das heißt, sie müssen eine gewisse Temperatur über- oder unterschritten haben, teilweise bis zu Minusgraden, oder brauchen viel Licht, aber manche Samen müssen auch erst einmal gefressen und wieder ausgeschieden werden.

Ich werde mich mit dem Thema Keimruhe in einem anderen Artikel beschäftigen. Mit diesem Wissen und ein paar anderen Tricks kannst du die Fruchtbarkeit deines Saatguts verbessern. Aber momentan reicht es wahrscheinlich noch, wenn nicht jeder Samen keimt.

Pikieren

Etwa zwei Wochen nach der Keimung kannst du deine Keimlinge „pikieren“. So nennt man das Umsetzen von Keimlingen um ihnen frische Erde, mehr Platz oder einen neuen Standort zu gönnen. Dazu sticht man mit einem Bleistift, einer Haarnadel, einem Pikierholz oder einem ähnlichen Werkzeug neben dem Keimling in die Erde, bohrt sich unter den Keimling und hebt ihn vorsichtig aus der Erde. Dann kann man ihn an einer anderen Stelle, in einem anderen Topf oder direkt im Freien wieder einsetzen. Wichtig ist dabei, den Keimling immer tiefer einzusetzen als er vorher war, aber maximal so, das die Ansätze der ersten Blätter, dort wo die Blätter aus dem Stängel wachsen, nicht in der Erde sind. Sonst könnte es sein, dass der Keimling erstickt. Grabe dazu einfach ein kleines Loch, meistens reicht es schon, einen Finger in die Erde zu stecken oder mit dem Werkzeug ein kleines Loch zu graben. Halte den Keimling vorsichtig in der gewünschten Höhe in das Loch und schaufle es mit zwei Fingern von beiden Seite zu. Drücke dabei die Erde vorsichtig ein wenig fest. Wenn der Keimling umkippt, dann hast du die Erde nicht fest genug zusammengedrückt. Wenn du fertig bist, solltest du vorsichtig um den Keimling herum gießen. Es ist meistens besser, Pflanzen nicht direkt zu gießen, sondern das Gebiet um die Pflanze. Auch Pflanzen können krank werden und besonders Früchte sind sehr anfällig auf Wasser.

Beim Umsetzen gilt grundsätzlich immer die Regel, tiefer zu setzen als die Pflanze vorher war. Der Teil den du unter die Erde setzt wird wahrscheinlich bald neue Wurzeln bilden, dadurch bekommt deine Pflanzen mehr Wurzeln, ist somit stärker im Boden verankert und kann mehr Nährstoffe aufnehmen.

Bis zum nächsten Mal:
Ich hoffe, du nutzt die Gelegenheit, selbst aus Samen deine eigenen Pflanzen zu ziehen. Keine Angst, es ist leichter als du denkst und diese Pflanzen sind gesünder als die, die du im Supermarkt zu Kaufen bekommst. Du bist dann damit vermutlich die nächsten zwei Wochen beschäftigt. Dann werde ich mich mit dem Thema „Veredelung“ beschäftigen und dich mit einer beeindruckenden Technik des Bauern vertraut machen. In den Kommentaren kannst du wie immer gerne Fragen, Anmerkungen und Kritik hinterlassen, ich werde sie gerne beantworten. Gutes Gelingen und lass dich nicht pflanzen!

Links zum Thema:
Buchtipp: Rat für jeden Gartentag, Franz Bömig
Same
Sämling
Dormanz
Pikieren

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Vom Samen bis zur Ernte: Mischkultur

Was sind Mischkulturen? Schon frühe Hochkulturen haben Mischkulturen genutzt um Ertrag und Gesundheit ihrer Pflanzen zu verbessern. Trotzdem sind Mischkulturen keine Erfindung des Menschen sondern kommen auch wie von selbst…

Was sind Mischkulturen?

Schon frühe Hochkulturen haben Mischkulturen genutzt um Ertrag und Gesundheit ihrer Pflanzen zu verbessern. Trotzdem sind Mischkulturen keine Erfindung des Menschen sondern kommen auch wie von selbst in der Natur vor. Pflanzen und Lebewesen beeinflussen sich unvermeidlich durch ihre gegenseitige Anwesenheit. Dabei spricht man in der Biologie von einer Symbiose. Eine Symbiose bedeutet, dass zwei Lebewesen sich gegenseitig beeinflussen. Bei einem positiven Effekt von zwei Lebewesen aufeinander, spricht man von „Mutualismus“ und genau den versuchen Bauern schon seit tausenden Jahren für sich zu nutzen.

Zu den ersten Völkern die Mischkulturen nutzten, zählen die Maya. Sie bildeten eine frühe Hochkultur in Mittelamerika und Nachkommen dieser Völker leben bis heute. Man spricht ihnen viele Errungenschaften zu. Aber ihr Wissen über Mischkulturen war wahrscheinlich einer der wesentlichsten Gründe für ihr beeindruckendes Bevölkerungswachstum und hat geholfen, den Nahrungsbedarf für riesige Völker zu sichern. Sie bauen bis heute Kürbisse, Mais und Bohnen gemeinsam an. Diese Kombination heißt Milpa, oder auch „die drei Schwestern“ und zählt zu den bekanntesten Beispielen für eine gut funktionierende Mischkultur.

Wenn du eine Mischkultur nutzen möchtest, solltest du darauf achten, welche Pflanzen gut zusammen passen und welche nicht. Dazu bieten sich sogenannte Mischkulturtabellen an, in denen eingezeichnet ist, welche Pflanzenpaare gut zusammen passen und welche nicht. Leider finden sich hier häufig auch widersprechende Informationen, weshalb einem oft nichts anderes übrig bleibt, als selbst mit verschiedenen Kombinationen Erfahrungen zu sammeln.

Die Grundregeln der Mischkultur

Eng verwandte Pflanzen sollten nicht gemeinsam angebaut werden. Sie haben gemeinsame Vorfahren und damit auch sehr ähnliche Bedürfnisse und sind meistens auch noch auf die gleichen Schädlinge anfällig. Sie müssen sich also nicht nur die limitierten Rohstoffe teilen, sondern bieten selbst eine gute Nahrungsquelle für Läuse, Schnecken und Fliegen. Pflanzen mit unterschiedlich viel Anspruch an Sonnenlicht können gute Partner sein. Basilikum zum Beispiel wächst sehr gut im Schatten und Halbschatten, solange wenigstens eine Temperatur von 12°C vorherrscht und bildet mit Tomaten eine gute Gemeinschaft. Tomaten haben es gerne sehr sonnig und heiß und können anderen Pflanzen Schutz vor zu starker Sonneneinstrahlung bieten.

Man kann Pflanzen auch anhand ihrer Wurzelbildung unterscheiden. Flachwurzler breiten ihre Wurzeln tellerförmig in den oberen Bodenschichten aus. Pfahlwurzler bilden eine Hauptwurzel, die tief in den Boden wächst und von der sich Seitenwurzeln bilden. Die verschiedenen Wurzelformen beziehen ihr Wasser und ihre Nährstoffe aus unterschiedlich tiefen Bodenschichten und konkurrieren dadurch weniger um die gleichen Nährstoffe. Wenn du ein Problem mit einem bestimmten Schädling hast, kann es sich lohnen nach einer Pflanze zu suchen, die dieser Schädling nicht mag. Zum Beispiel ist Knoblauch ein altes Hausmittel gegen Blattläuse. Man kann ihn direkt neben anfälligen Pflanzen setzen, aber auch Knoblauchblätter vorsichtig um befallene Pflanzen binden, oder sie mit Knoblauchsud einsprühen.

Nächstes Mal beschäftige ich mich mit dem Thema Pflanzkalender und Aussaat. Welche Pflanzen du wann anbauen kannst und wie du aus deinen Samen am besten Keimlinge gewinnst. Gutes Gelingen und lass dich nicht pflanzen!

 

Nützliche Links:
Mischkulturtabelle
Knoblauch gegen Blattläuse
Milpa
Pfahlwurzel
Flachwurzel

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