Eco. Life. Style.

Schlagwort: Arbeitsplatz

Aus der Redaktion: Plan und Realität

Eigentlich wollte ich in diesem Kolumnenbeitrag die oft gestellte Frage beantworten, wie The bird’s new nest entstanden ist. Möglicherweise ist einigen von euch auch aufgefallen, dass dieser Beitrag schon vor…

Eigentlich wollte ich in diesem Kolumnenbeitrag die oft gestellte Frage beantworten, wie The bird’s new nest entstanden ist. Möglicherweise ist einigen von euch auch aufgefallen, dass dieser Beitrag schon vor einer Woche auf dem Plan gestanden wäre. Aus aktuellem Anlass möchte ich deshalb heute erklären, warum sich der Beitrag verspätet hat und wie oft sich Pläne nicht mit den tatsächlichen Geschehnissen vereinbaren lassen und man zeitweise sehr flexibel planen und immer wieder umplanen muss, um sein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Einiges zu der Geschichte von The bird’s new nest werdet ihr hier aber trotzdem lesen.

Dafür möchte ich nun etwas weiter ausholen, und zwar zurück zum Juni 2012. Damals hatte ich nach über vier Jahren in einem großen internationalen Konzern den Wunsch, mein eigenes Projekt auf die Beine zu stellen, und wollte mir die Zeit nehmen, herauszufinden, in welche Richtung es gehen sollte. Doch dann lag auf einmal ein Jobangebot auf meinem Tisch, und nachdem ich auf eine zündende Idee vergeblich gewartet hatte, war ich in Kürze wieder mit einer neuen Aufgabe beschäftigt und das eigene Projekt wurde beiseite gelegt.

Um Weihnachten 2012 herum hatte ich auf einmal wieder die schon viele Jahre zurückliegende Idee im Kopf, eine Homepage für nachhaltige Produkte zu machen. Offenbar der richtige Zeitpunkt, die Energie und Motivation waren so groß, dass ich sofort loslegen wollte. Und weil es einige Wochen dauert, um eine gute Homepage zu erstellen, bin ich auf facebook ausgewichen, und so entstand am 1. Januar 2013 The bird’s new nest. Und wieder wurde ich so daran erinnert, dass ich eigentlich mein eigenes Projekt verfolgen wollte, wobei The bird’s new nest für mich nur ein Hobby war, an dem ich mich ausprobieren und eigene Ideen leicht umsetzen konnte.

Nach einem Jahr war der Wunsch wieder so groß geworden, dass ich beschloss, ab Juli 2013 den Plan wieder aufzunehmen, mir etwas eigenes aufzubauen. Leider zerbrach genau zu dem Zeitpunkt meine damalige Beziehung, und anstatt dass ich wie geplant motiviert am Schreibtisch Pläne schmiedete, fühlte ich mich nicht mehr in der Lage kreative Ideen zu verfolgen – ganz ohne Job und Beziehung kam ich mir einfach nur verloren vor.

Liebe Freundinnen in Deutschland und der Schweiz boten mir über die Sommermonate an, sie besuchen zu kommen, und nachdem ich mir eingestehen musste, dass ich erst einmal Abstand zu allem brauchte, war ich im Sommer unterwegs und die Pläne mussten warten. Als ich Anfang September aus Deutschland zurückkehrte um voll loszulegen, wurde mir wieder ein Strich durch die Rechnung gemacht. Ich bekam eine Kehlkopfentzündung, mit der ich schon früher immer wieder zu kämpfen hatte. Und diese war so stark, dass ich über längere Zeit meine Stimme komplett verlor und bis zu 20 Stunden am Tag nur schlief. An Arbeit war überhaupt nicht zu denken, und jedes Mal, wenn es so aussah, als würde es etwas besser werden, kam die Krankheit am nächsten Tag mit voller Wucht zurück. Erst nach zwei Monaten wurde es besser und richtig gesund war ich Mitte November.

Nun überkam mich aber nicht Erleichterung, sondern Panik. Anstatt die letzten vier Monate an eigenen Projekten zu arbeiten, hatte ich praktisch nichts Brauchbares zustande gebracht. Und noch schlimmer – abgesehen von der verschwendeten Zeit hatte ich noch immer keine Idee, wohin es gehen sollte. Ich hatte das Gefühl, absolut ziellos herumzuirren. Trotz fehlender zündender Idee wollte ich aber endlich Nägel mit Köpfen machen, also beschloss ich, The bird’s new nest eine eigene Homepage zu bescheren, denn das wollte ich auf jeden Fall umsetzen. Und daraus wurde die Seite, auf der ihr nun diesen Beitrag lest.

Nun aber nochmals schnell zurück ins Jahr 2013. Im Frühling letzten Jahres hatte ich nach jahrelanger Suche endlich eine neue Wohnung gefunden, denn dass ich aus meiner jetzigen Wohnung ausziehen wollte, war mir schon länger ein Anliegen. Schon arbeitstechnisch war es sehr mühsam, mit nur einem Raum zurechtzukommen – die gesamte Wohnung misst 34 Quadratmeter. Und im Sommer steigen die Temperaturen auf fast 40 Grad an, was das Arbeiten mehr zu einem Bio-Sauna Besuch macht. Die Wohnung sollte im Mai 2014 fertig sein, insofern ein perfekter Zeitpunkt, um noch vor dem Sommer umzuziehen und endlich ein eigenes Home-Office zu haben.

Zurück zum Februar diesen Jahres. Die Resonanz nach dem Start von The bird’s new nest war viel höher als ich es mir erwartet hatte und mir wurde bewusst, dass genau dieses Projekt, das quasi nebenher entstanden ist, genau das war, was ich machen wollte. Der Plan sah nun wie folgt aus: Februar, März und April sollte die Seite fertiggestellt werden, vor allem was die Struktur im Hintergrund und einiges an Finetuning betrifft, im Mai würde der Umzug stattfinden und ab Juni 2014 wollte ich The bird’s new nest von einem Hobby zu einem Unternehmen verwandeln.

Aber wieder kam es erstens anderes und zweitens als man denkt. Aufgrund von Problemen mit der Bauzulassung wurde die Fertigstellung der Wohnung immer weiter nach hinten verschoben. Zur Zeit rechne ich mit einer Übergabe im Oktober diesen Jahres – genaueres erfahre ich hoffentlich noch diesen Monat. Also wieder umplanen, natürlich mit der entsprechenden Flexibilität, da noch kein fixer Termin feststeht. Und mit entsprechenden Verzögerungen, da ein Mietbüro oder Shared Office für mich nicht leistbar ist – der Sommer wird also nicht zu den produktivsten Zeiten zählen. Juni 2014 war als Startzeitpunkt also passé, durch den angenommenen Umzug im Oktober wurde aus Juni 2014 nun November 2014. Einerseits waren die ständigen Änderungen und Verzögerungen ziemlich frustrierend, andererseits war mir mittlerweile schon klar geworden, dass kaum ein Plan so durchgeführt wird, wie anfangs erstellt. Denn die Änderungen, von denen ihr hier lest, waren nur die großen, praktisch täglich ändern sich irgendwelche kleineren oder größeren Dinge, von Kooperationsmöglichkeiten, über neue Teammitglieder bis zu technischen Änderungen oder Problemen die Homepage betreffend, ist ständiges Umdenken gefragt.

Wieso ist nun aber der Kolumnenbeitrag zu spät? Vor einem Monat hatte meine Mutter eine schwere Gehirnblutung, ein Ereignis, das sowohl mich als auch meine Pläne erst einmal vollkommen aus der Bahn geworfen hat. Meine Mutter war auf der Intensivstation im Koma und ich war komplett arbeitsunfähig und versuchte irgendwie zu begreifen, dass meine Mutter im Sterben liegt. Gleichzeitig die Sorge um meinen Vater, der mit seinen bald 76 Jahren nun ohne meine Mutter zurechtkommen muss, die alles geregelt hatte: Essen kochen, Wäsche waschen, aber auch Dinge wie Finanzen oder Arztbesuche.

Es ist schwer zu beschreiben, wie so ein Ereignis jemanden aus der Bahn werfen kann, aber die emotionale Belastung kann so groß sein, dass es schwer ist, einen klaren Gedanken fassen zu können. Es fühlt sich an, als hätte man einem das Herz herausgerissen. Im Schock taumelt man durch den Tag und ist dankbar, dass es noch möglich ist, sich Essen zubereiten zu können, auch wenn man sonst nichts mehr auf die Reihe bekommt. Dann die Nachricht aus dem Krankenhaus: Meine Mutter könnte die Gehirnblutung überleben. Eine gewisse Erleichterung macht sich breit. Vermutlich wird sie aufgrund der zu erwartenden schweren Hirnschäden aber im Rollstuhl sitzen und ein schwerer Pflegefall werden. Trotzdem ist Hoffnung da, man möchte nicht das Schlimmste annehmen.

Endlich schaffe ich es, das Redaktions-Team zu informieren, alle reagieren sehr verständnisvoll und unterstützend auf die Information, dass dies nun auch bedeutet, dass es wieder zu Verzögerungen kommen wird. Schuldgefühle machen sich breit – ich fühle mich dem mittlerweile über 60 Personen starken Team gegenüber verpflichtet, so gut und effizient zu arbeiten wie möglich, und im Moment fühle ich mich davon so weit entfernt wie noch nie in meinem Leben.

Mein Ziel: Trotz allem die Homepage weiterhin mit Artikeln zu befüllen, damit The bird’s new nest weiter läuft. Und gleichzeitig so oft wie möglich bei meiner Mutter im Krankenhaus zu sein. Dann eine Nachricht aus dem Spital – meine Mutter hat eine Infektion, was bei Komapatienten beziehungsweise bei einem langen Aufenthalt im Krankenhaus nicht unüblich ist. Oft endet so eine Infektion tödlich, weil das Immunsystem durch das Koma schon sehr stark angegriffen ist. Doch die Infektion verschwindet wieder und eine Operation steht an – die künstliche Beatmung soll über einen Luftröhrenschnitt durchgeführt werden, denn bei einer zu langen Beatmung über den Hals können die Stimmbänder irreparabel geschädigt werden. Kurz vor der OP kommt es wieder zu einer Infektion, die OP wird verschoben. Die Infektion legt sich wieder und es wird operiert, alles verläuft gut.

Endlich können die Narkosemittel, die das künstliche Koma aufrechterhalten haben, damit sich das Gehirn leichter regenerieren kann, zurückgefahren werden. Ich habe mittlerweile komplett aufgehört zu planen und versuche einen Tag nach dem anderen zu bewältigen. Dann die nächste Hiobsbotschaft: Meine Mutter reagiert nicht schnell genug, die so genannte Aufwachphase verläuft nicht ordnungsgemäß und es besteht die Gefahr, dass sie zu einem Wachkomapatienten wird. Nach dieser Nachricht geht bei mir auf einmal gar nichts mehr. Ich bringe alles durcheinander, übersehe alles mögliche und bei den einfachsten Routinetätigkeiten schleichen sich Fehler ein. Ich habe das Gefühl gar keine Kraft mehr zu haben und nicht mehr zu wissen, wie es weitergehen soll.

Wieder kann ich mich durch die Unterstützung von lieben Freunden halbwegs erholen. Meine Mutter beginnt, die Augen zu öffnen. Doch sie sieht ins Leere und scheint nichts zu erkennen. „Weißt du, wer wir sind?“, fragt mein Vater. Meine Mutter schließt als Antwort nur wieder die Augen.

Noch ist unklar, ob meine Mutter jemals wieder das Krankenhaus verlassen wird. Das wird sich erst in den nächsten Monaten herausstellen, denn je länger jemand im Koma liegt, umso länger kann die Aufwachphase daraus dauern. Jetzt steht die nächste Operation an, eine Magensonde wird gelegt. Wenn das gut verläuft, wäre der nächste wichtige Schritt, dass sie wieder soweit zu Bewusstsein kommt, dass sie mit der Rehabilitation beginnen kann. Bis dahin kann noch viel Zeit vergehen. Die Reha selber dauert soweit ich mich erinnern kann auch an die sechs Monate. Und ich möchte natürlich weiterhin meine Besuche fortsetzen.

Auch mit dem Planen habe ich wieder begonnen. Unter der Annahme, dass Oktober oder November 2014 dem Umzug gewidmet sind, verschiebt sich der angedachte Start nun auf Januar 2015. Immer mit den Worten meiner Vaters im Kopf: „Dein Projekt ist wichtig, ich möchte nicht, dass du es vernachlässigst.“ Ich versuche, mein Bestes zu geben, auch wenn das an manchen Tagen nicht viel ist, denn The bird’s new nest liegt mir nach wie vor sehr am Herzen.

An dieser Stelle möchte ich all meinen lieben FreundInnen danken, die in dieser Zeit für mich da sind, dem gesamten Team von The bird’s new nest für das Verständnis und die Mithilfe sowie bei allen anderen für die Geduld, wenn sie auf die Antwort auf Mails oder anderen Dinge zur Zeit etwas länger warten müssen. Danke euch allen!

Und danke auch allen, die den langen Beitrag bis zum Ende gelesen haben. Was mir in letzter Zeit auch geholfen hat, war das Wissen, nicht allein zu sein mit solchen Problemen. Ich würde mich freuen, wenn der eine oder andere, der sich in einer ähnlichen Situation befindet sich dadurch auch weniger alleine mit seinen Problemen fühlt.

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Aus der Redaktion: Wie nachhaltig sind wir?

Dass The bird’s new nest den Zusatz Eco. Life. Style. Magazine. trägt, bedeutet nicht nur, dass sich alle Artikel – abgestimmt auf den jeweiligen Themenbereich – rund um das Thema…

Dass The bird’s new nest den Zusatz Eco. Life. Style. Magazine. trägt, bedeutet nicht nur, dass sich alle Artikel – abgestimmt auf den jeweiligen Themenbereich – rund um das Thema Nachhaltigkeit drehen, sondern dass auch im Hintergrund alles möglichst ökologisch ablaufen soll.

Deshalb dreht sich mein heutiger Kolumnenbeitrag darum, wie „eco“ The bird’s new nest hinter den Kulissen ist. Und wie wir den Öko-Faktor noch höher schrauben können. Der Schwerpunkt liegt dabei einerseits auf meinem eigenen Home-Office, andererseits auf der Online-Redaktion. Nachdem man ja immer zuerst vor der eigenen Türe kehren soll, beginne ich mal mit meinem Arbeitsplatz zu Hause.

Wie es oft bei Start-ups üblich ist, ist das Budget knapp bemessen. Deshalb ist mein Schreibtisch ein Vollholz-IKEA-Teil, das ich vor über zehn Jahren gebraucht gekauft habe. Auch wenn er optisch kein Glanzstück (mehr) ist, erfüllt der Tisch doch alle Aufgaben, die man an oder auf ihn stellt. Für Vollholz und Second Hand bekommt der Schreibtisch schon einmal eine gute Öko-Note.

Mein Computer, der sich auf dem Schreibtisch befindet, hat schon einige Jährchen auf dem Buckel, was man vor allem bei Bild- und Videobearbeitung merkt. Auch wenn es schon einige Schwachstellen wie kaputte USB-Ports gibt, sollte der Computer noch einige Zeit seinen Dienst erfüllen. Es wird sicher spannend werden, wenn ich mich irgendwann einmal auf die Suche nach einem nachhaltigen Computer machen muss.

Geheizt wird in meinem Home-Office nicht, da ich mich im Dachgeschoss befinde und es immer überdurchschnittlich warm ist. Beispielsweise hat es jetzt, Mitte Februar gegen 20:30 genau 26,5 Grad. Das hat auch Auswirkungen auf meine Arbeitskleidung, im Moment sitze ich hier in Boxershorts und Tank-Top. Das bedeutet auch, dass weniger Stoffmenge gewaschen werden muss. Der Strom, mit dem Waschmaschine und natürlich auch Computer, Licht, Musikanlage – ich höre fast immer Musik beim Arbeiten – betrieben werden, kommt vom Ökostrom-Anbieter AAE, Alpen Adria Energie: aae-energy.at

Natürlich brauche auch ich Energie, um durch den Arbeitstag zu kommen. Deshalb nun zu meiner üblichen Nahrungszufuhr. Den Tag starte ich üblicherweise mit einem Kaffee und Marmeladebrot, dazu gibt es ein großes Glas Wasser. Zubereitet wird der Kaffee in einer Espressokanne auf dem Herd, der Kaffee selber stammt von Alnatura, meiner Meinung nach der mit Abstand beste Espresso. Das Wasser stammt aus der Leitung und Brot und Marmelade sind immer vegan und bio, auf Margarine verzichte ich schon seit Jahren. Mittags gibt es üblicherweise nur einen kleinen Snack, da ich sonst für gute zwei Stunden nicht arbeitsfähig wäre, weil sich mein gesamter Körper auf Verdauungsmodus stellt. Mein All-Time-Klassiker ist Brot mit Hummus, und dazu einen Salat, natürlich wieder alles bio und vegan. Am Nachmittag gibt es dann nochmals einen Kaffee und abends wird dann warm gegessen, und das in deutlich grösseren Portionen, da ich komischerweise später am Tag durch reichliches Essen nicht so müde werde wie zu Mittag. Gekocht wird, was der Kühlschrank hergibt, zum Beispiel gebratenen Tofu mit Paprika und Reis, Pasta mit Tomatensoße, Polenta mit Rotkohl, Linsensuppe, Linsencurry mit Reis, Gebratene Zucchini mit Tofu oder – mein Abendessen nachdem ich diesen Artikel geschrieben hatte – Vogerlsalat (Feldsalat) mit Apfel und gebratenem Tofu.

Welche Bereiche lassen sich noch näher beleuchten? Was den Anfahrtsweg zu Meetings, Besprechungen und anderen Terminen angeht bin ich mit meinem Auto relativ unökologisch unterwegs. Zwar versuche ich, so wenig wie möglich mit dem Auto zu fahren, wenn ich aber etwas zu transportieren habe, oder der Anfahrtsweg mit öffentlichen Verkehrsmitteln dreimal so lang wäre, siegt das Auto – und damit letzten Endes die Zeitersparnis. Nachdem das ökologischste Auto das ist, das nicht produziert wird, bin ich mit meinem 13 Jahre alten Gebrauchtwagen im Vergleich zumindest besser unterwegs als mit einem Neuwagen.

Alle Give-Aways werden mit wiederverwendetem Versandmaterial verpackt, an dieser Stelle ein Dankeschön an alle, die für mich gebrauchtes Verpackungsmaterial sammeln und mich immer wieder damit versorgen! Versandt wird mit der Österreichischen Post, alle Sendungen werden hier CO2 neutral zugestellt: post.at/co2neutral Listen und Notizen werden auf Schmierpapier gemacht, Blöcke und Büromaterial habe ich zum Teil noch vom Studium und auch von Freunden bei Tauschpartys ertauscht.

Nun noch zur Online-Redaktion. Der Anfahrtsweg ist für alle Teammitglieder denkbar kurz. Die Online-Redaktion liegt auf einem anderen Server als The bird’s new nest, und zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich erst vor kurzem erfahren habe, dass es auch ökologische Provider gibt. Sobald sich die Möglichkeit eines Wechsels ergibt, werde ich mir diese Thematik näher ansehen. Nachdem die Redaktion nur virtuell existiert, ist das aus meiner Sicht auch der einzige Faktor bei der ökologischen Bewertung.

Ich hoffe, ich habe alle Bereiche bedacht und nichts vergessen – falls euch noch etwas einfällt oder ihr Tipps habt, wie ich The bird’s new nest noch umweltfreundlicher gestalten kann, hinterlasst mir bitte einen Kommentar, ich freue mich sehr über eure Ideen und Anregungen!

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Aus der Redaktion: Home Office

Ich schreibe diesen Kolumnenbeitrag, während ich neue Autoren auf der Teamseite anlege und eine Statistik über die Artikel und Beiträge, die bis jetzt verfasst wurden, erstelle. Es ist Montagabend, 23…

Ich schreibe diesen Kolumnenbeitrag, während ich neue Autoren auf der Teamseite anlege und eine Statistik über die Artikel und Beiträge, die bis jetzt verfasst wurden, erstelle. Es ist Montagabend, 23 Uhr, ich esse Schokolade und aus dem Radio dröhnt Dance-Musik. Das ist ein typischer Abend, seit ich nicht mehr als Angestellte in einem Unternehmen mit einem Schreibtisch fernab meines Heimes arbeite. Ich sitze aber nicht nur unter der Woche vor dem Computer, sondern auch am Wochenende. Jeden Tag. Wenn mich Freunde fragen, was ich mache, antworte ich manchmal: „Arbeits-Party!“ Das klingt dann nicht ganz so nach „vor dem Computer vereinsamen“.

Womit wir schon bei der ersten Nebenwirkung des Arbeiten von zu Hause, auf neudeutsch auch Home-Office genannt, zu sprechen kommen, dem Alleinsein. Ich habe prinzipiell nichts gegen Zeit für mich alleine, aber wo man früher jeden Tag automatisch zig Leute persönlich getroffen und mit ihnen interagiert hat, muss man nun außer Haus gehen – und das kommt bei mir zur Zeit recht selten vor. Deshalb habe ich begonnen, mit mir selber zu sprechen. Wenn ich etwas absende, rufe ich: „Und ab die Post!“ Wenn etwas funktioniert, schmeiße ich die Arme in die Luft und schreie: „YES!!!“ Das Problem dabei ist, dass man sich diese Verhaltensweisen angewöhnt, und sie dann ganz automatisch aus einem herausbrechen. Den Ok-Button beim Bankomaten an der Kasse gedrückt? „Ab die Post!“ Die letzte Packung Sojamilch im Supermarkt aus dem Regal gefummelt? „YES!!!“ Alleine von zu Hause aus zu arbeiten macht nicht zwingend traurig. Aber ziemlich sicher komisch.

Ein weiterer Nachteil des Arbeitens von zu Hause ist, dass Arbeit und Freizeit verschwimmen, sie lösen sich quasi ineinander auf. Vor allem, wenn man wie ich nur in einer Ein-Zimmer-Wohnung gelebt hat. Mit Ausnahme von Essenspausen wird rund um die Uhr gearbeitet. Wenn die große Motivation einsetzt, ist es ein Leichtes, den ganzen Tag vor dem Computer zu verbringen, denn der Computer läuft von früh bis spät und zu tun ist genug. Wenn aber einmal Flaute herrscht, dann ist Ablenkung sofort in Reichweite. Die Wäsche muss gemacht werden, das Geschirr stapelt sich in der Küche, der Staub tanzt zum Takt der Musik im Radio. Zum Glück bin ich nun meiner neuen Wohnung, in der ich ein Zimmer zum Arbeitsraum auserkoren habe. Auf dem Bild zu diesem Beitrag seht ihr meine Vision von einem zukünftigen Home-Office – das ist aber wieder eine andere Geschichte.

Ein Pluspunkt ist, dass man sich die Arbeit frei einteilen kann. Freiheit, juhu! Leider erfordert das auch jede Menge Disziplin. Ohne eine umfassende Planung und selbst gesetzte Deadlines, bunte ToDo-Listen und einen akribisch geführten Kalender würde ich im Chaos versinken. Und ich muss zugeben, auch mit diesen Tools kann es ab und zu vorkommen, dass man die erledigten Tasks vor lauter weiteren ToDos nicht mehr sieht. Und dann beginnt, keine Essenspausen mehr zu machen, sondern am Computer zu essen. Und private Termine abzusagen, weil man das Gefühl hat, dass man noch mehr erledigen muss. Der innere Chef ist oft strenger als gedacht, und genauso wie Disziplin benötigt wird, um die Aufgaben effizient zu erledigen, ist nun auch bei der Erholung Disziplin gefragt. Mein Tipp: Arbeiten, bis man vor lauter Erschöpfung nicht mehr kann, ist keine gute Idee!

Ein weiterer eindeutiger Vorteil ist der stark verkürzte Arbeitsweg. Bei mir betrug er zu Beginn ungefähr vier Meter – vom Bett um den Lesesessel und den Couchtisch herum zum Computer. Und ja, obwohl ich nicht jeden Tag aus dem Haus gehe oder andere Menschen treffe, wasche ich mich täglich zwei Mal. Die Kleidung wiederum hat Stay-at-home-Style – zur Zeit eine graue Jogginghose und ein rostfarbenes Tanktop. Meine Ausgaben für schicke Business-Teile haben sich seitdem auch stark reduziert, was wiederum gut für mein etwas strapaziertes Budget ist. Freizeitlook ist doch deutlich günstiger als Business-Dresscode.

Ein zusätzlicher Vorteil ist die Abwesenheit von lästigen Chefs und mühsamen Arbeitskollegen. Wobei ich von diesen in den letzten Jahren zum Glück relativ verschont geblieben bin – doch aus früheren Jahren habe ich noch so einiges in Erinnerung. Zum Beispiel die Kollegin, die schon so lange in der Firma war, dass es ihr gestattet war, im Büro zu rauchen. Als Nichtraucherin mit trockenen Augen und häufigen Atemwegsproblemen trauere ich dieser Episode meines Arbeitslebens keineswegs nach. Oder die Zeit, als ich zwei Chefs hatte, mit beiden im Zimmer saß und den Streitereien zuhören durfte, ob ich nun zuerst die Aufgaben des einen oder doch die des anderen erledigen soll. Auch über die Raumtemperatur gibt es nun keine Diskussionen mehr. Nicht mehr ständig den Thermostat kontrollieren, wenn die Klimaanlage im Sommer mal wieder von überhitzten Kollegen auf 18 Grad gestellt wurde. Wobei ich zugeben muss, dass die 40 Grad, die es in meiner Dachgeschosswohnung im Sommer bekommen hat, auch ein sehr alternatives Arbeitserlebnis geboten hat.

Was man auch nicht außer Acht lassen darf: Man kann sich sein eigenes Essen zubereiten. Nachdem ich jeden Tag mit Kollegen essen gegangen bin, war Kantinenessen an der Tagesordnung – und das war leider oft hart an der Grenze der Genießbarkeit. Jetzt kann ich ohne Probleme meinen veganen Gelüsten frönen. Dies trifft auch auf die Qualität des Kaffees zu, den ich nun in meiner Espressokanne am Herd zubereite. Der Automat in der Kaffeeküche, der lösliches Kaffeepulver mit heißem Wasser vermischt hat, und für die widerliche Brühe auch noch Geld wollte, ist somit Geschichte!

Mein Fazit zum Home-Office: Es ist definitiv anders als das Arbeiten mit Kollegen in einem Büro, und es ist schwer, die Vor- und Nachteile abzuwiegen. Den Vorteil, den ich habe ist, dass ich mehr oder weniger ständig mit unserem Team in Kontakt bin, sei es per Mail, Facebook, Twitter, Google+, Skype und natürlich über die Online-Redaktion. Denn auch wenn unsere Gespräche primär im virtuellen Raum stattfinden ist es beim Plaudern fast genauso wie früher in der Kaffeeküche, wenn die Kollegen von der Nachbarabteilung dazugestoßen sind um zu schauen, wieso die Edda denn wieder so laut lacht. In diesem Sinne: Let’s Arbeits-Party!

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Die Inspektorin: Bürokaffee – vom Schloderwasser zur geschmacklichen Offenbarung

Fast jeder Arbeitstag beginnt für die Inspektorin mit ihm: Dem Bürokaffee. Die Bürokaffeemaschine an einem gut zugänglichen Ort, gefüllt mit Bohnenkaffee mittlerer Qualität. Die Kaffeemaschine hat den müden Kollegen schon…

Fast jeder Arbeitstag beginnt für die Inspektorin mit ihm: Dem Bürokaffee. Die Bürokaffeemaschine an einem gut zugänglichen Ort, gefüllt mit Bohnenkaffee mittlerer Qualität. Die Kaffeemaschine hat den müden Kollegen schon tausende Tassen spendiert. Dementsprechend entkalkungs- und pflegebedürftig ist dieser Wachheit spendende Extraktions- und Filterautomat. Mit fortschreitender Benutzung desselben lässt der Geschmack des braunen Warmgetränks zu wünschen übrig.

Manch einer hat höhere Ansprüche an Genuss und gönnt sich und den engsten Kollegen eine Portionskaffeemaschine. In den letzten Jahren ist die Auswahl an ebensolchen rasant gestiegen. Vorreiter ist ohne Zweifel Nespresso, dank des Charmes von George Clooney, dem Gefühl von Exklusivität, der großen Auswahl an verschiedenen Kaffeesorten und limitierten Sondereditionen haben die Nespressomaschinen Büros und Privathaushalte überschwemmt. Der gemahlene Kaffee ist in kleinen Aluminiumkapseln portioniert, so wird das Aroma des braunen Wachmachers geschützt und so mancher Konsument erkennt seinen Lieblingskaffee an der Farbe der kleinen bunten Kapseln. Eine Bio-Edition ist der Inspektorin nicht bekannt. Da die Nespressokapseln alleine schon aufgrund der Aluminiumkapseln alles andere als nachhaltig sind, fällt diese Art der Kaffeezubereitung bei der Inspektorin ohnehin durch. Nespresso nimmt zwar gebrauchte Kapseln zurück um diese einem Recyclingsystem zuzuführen, eine Rücklaufquote von 100 Prozent scheint aber utopisch. Basteleien mit den gebrauchten Kapseln sind zwar nette Möglichkeiten den Sinn der Aluminiumkapseln zu erweitern und die lange Lebensdauer des Rohstoffs zu rechtfertigen, erscheinen aber doch als Tropfen auf den heißen Stein.

Eine weitere Möglichkeit Kaffee portioniert zu genießen bietet Tassimo. Plastikkapseln beherbergen eine große Auswahl an Kaffeesorten, heißer Schokolade und Tee. Bio-Kaffeesorten sind der Inspektorin auch hier keine bekannt. So mancher Kollege zieht diesen Portionskaffeeautomaten der Nespressomaschine vor, weil hinter Nespresso Nestlé, der Konzern mit „Dreck am Stecken“ steht. Da der Kaffee für das Tassimo-System in kleinen Plastikkapseln beherbergt wird, fällt auch diese Art der Kaffeezubereitung bei der Inspektorin durch. Über das Problem der langen Lebens-, aber mehr als kurzen Nutzungsdauer von Plastik wurden bereits Filme gedreht – zum Beispiel Plastic Planet. Also ist auch diese Möglichkeit Portionskaffee zu genießen für die nachhaltig konsumierende Inspektorin nur eine theoretische.

Zu guter Letzt prüft die Inspektorin das Senseo-System. Der Kaffee befindet sich in einem Pad aus Filterpapier. Kaffee und Pad sind also vollständig kompostierbar. Da die Pads von vielen Kaffeeherstellern angeboten werden, ist die Auswahl groß. Eine österreichische Supermarktkette bietet sogar eine Bio-Sorte an. Dies scheint für die Inspektorin der beste Kompromiss zu sein, wenn man auf eine Portionskaffeemaschine besteht. Die Umverpackung der Pads verursacht aber trotzdem mehr Müll als Bohnenkaffee, der für die gute alte Büroespressomaschine oder Filterkaffeemaschinen verwendet wird.

Das Fazit der nachhaltig konsumierenden Inspektorin ist, die Chefs zu einer neuen Espressomaschine für alle Kollegen zu überreden, oder – viel aussichtsreicher – sich beim Kaffeegenuss auf die Wurzeln zu besinnen und wie in den guten alten Tagen auf eine Filterkaffeemaschine umzusteigen und den so gebrauten Kaffee den Kollegen hip als „Drip Coffee“ zu verkaufen. Auch aus dem guten alten Filterkaffee lässt sich eine Wissenschaft machen, indem man über die ideale Temperatur (laut Science Buster und Universitätsprofessor Werner Gruber 92 Grad) mit der der Kaffee zubereitet werden soll diskutiert und sich auf die Suche nach einer Filterkaffeemaschine begibt, die diese Idealtemperatur garantiert. Bohnenkaffee gibt es sowohl aus biologischem Anbau als auch offen zu kaufen. Der Gang in das Kaffeegeschäft des Vertrauens mit persönlicher und oft wiederverwendbarer Kaffeeblechdose lässt das Abfallvermeidungsherz der Inspektorin höher schlagen. Eine neue Sicht auf den Kaffeegenuss mit Nachhaltigkeit ist garantiert.

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