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Grundkurs Spreewald: Stadt – Land – Fluss

“Und wo bleibt die Haselnuss?” Mit einer meditativen Gedankenreise hin zu Mammuts, Büffel und zu zugefrorenen Eisdecken wollte uns unser Tourguide von den Spreescouts die Eiszeit und somit die Entstehungszeit des Spreewalds näher…

“Und wo bleibt die Haselnuss?” Mit einer meditativen Gedankenreise hin zu Mammuts, Büffel und zu zugefrorenen Eisdecken wollte uns unser Tourguide von den Spreescouts die Eiszeit und somit die Entstehungszeit des Spreewalds näher bringen. Und dann diese Frage.

Nein, dass unsere Gruppe – ein paar erwachsene JournalistInnen aus Österreich – bei Eiszeit sofort an den Film “Ice Age“ denken muss, das hat unser Guide wohl nicht erwartet. Er könnte sich aber schon einmal daran gewöhnen, zeigen die Spreescouts doch vor allem Kindern und Jugendlichen die “Schatzkammer Spreewald”, machen Exkursionen zu Blockhäusern und Radtouren mit Kochkursen. Nachhaltige Aktiv-Führungen und Touren, die in Zusammenarbeit mit dem Spa Hotel “Zur Bleiche” auch für TouristInnen verstärkt angeboten werden sollen.

Eine davon durften wir gestern schon mit unserem Spreescout erleben: “Colonisten für den König” lautet der klingende Name einer Radtour, die uns von Burg, dem flächenmäßig größten (und sicher weit verstreutesten) Ort Deutschlands, durch das UNESCO Biosphärenreservat Spreewald geführt hat. Ja, jeder kennt den “alten Fritz”, spricht liebevoll von ihm wie von einem Kindheitsfreund. Er ist einfach omnipräsent, der Preußenkönig Friedrich der Große, der “Ausländer” aus dem Nachbarland Sachsen und anderen Regionen im Spreewald angesiedelt hat. Land, Steuerfreiheit, Geld… er musste wohl einiges versprechen, um ihnen das ursprüngliche Sumpfland schmackhaft zu machen.

Wie viel Arbeit dahinter gesteckt haben muss (und wohl noch immer steckt), die so genannte “Obst- und Gemüsekammer Berlins” zu bewirtschaften, das können wir nur erahnen. So radeln wir auf “Mina”, “Kito” und Co – unsere schicken blau-grauen ROTOR-Räder aus Leipzig tragen typische alte Namen des hier ansässigen westslawischen Volksstammes der Sorben – vorbei an üppigen Apfelbäumen, feuchten Wiesen ohne Umzäunung, kleinen Beeten mitten in großen Feldern und schmucken Blockhäusern. Nur das Rauschen der Erlen und das Plätschern des Wassers in den Fließen, wie die Nebenflüsse der Spree genannt werden, durchbrechen die Stille.

“Ideal für Burnout-Kandidaten, hier lenkt nichts ab.”, treffender als meine Kollegin könnte ich es nicht ausdrücken. Ja, hier könnten wir uns so richtig entspannen, in dieser schön aufgeräumten, sauberen, weitläufigen Landschaft, wo selbst in noblen Hotels Wi-Fi ein Fremdwort ist. Könnten – wäre da nicht der Faktor Zeit. Denn wir möchten einiges unterbringen auf unserer Reise. Dementsprechend kurz fallen auch die zahlreichen Stopps auf der Radtour aus: Streuobstwiesen, das ehemalige Bleichhaus und jetzige Spa Hotel, in dem Hemden für die Armee weiß gemacht wurden oder ein typisches Stallhaus, wo sowohl Tiere als auch Menschen zusammen gewohnt haben und das von einem sächsischen Paar renoviert wurde – Geschichten von Friedrichs Wirken werden im Schnelldurchlauf erledigt.

“Ab in die Kiste”, dass der Ausdruck genauso wie “den Löffel abgeben” aus dieser Zeit stammt, lernen wir erst später beim Besuch des Freilandmuseums Lehde. Da können wir nämlich in ein solches Stallhaus und andere ursprüngliche Gebäude hinein, die von überall in Brandenburg abgetragen und hierher nach Lübbenau in den Spreewald gebracht wurden. Wir erfahren, dass in einem Bett alle Generationen Platz hatten – und in einer ausziehbaren Kiste die Jüngsten schliefen. Und dass aus einer Schüssel gegessen und der Löffel weitergereicht, eben abgegeben wurde.

Nein, dass wir nicht genug Neues und Wissenswertes erfahren hätten, das können wir von unserem ersten Tag im Spreewald nicht sagen. Und auch unser Spreescout Guide feiert eine doppelte Feuertaufe: Für den gebürtigen Hessen, der – wie die meisten Guides des jungen Unternehmens – in Berlin wohnt, war es nicht nur die erste Radtour, auch die heutige Paddeltour ist für ihn neu. Genauso wie für uns “Ösis”: Auf Zweier- und Dreierteams aufgeteilt rudern wir einige Stunden in Kanus mit Namen wie „Tschummi“ oder „Bluschnitza“ über die Spree und in die Seitenarme.

Es ist ganz anders als das Erlebnis, das wir gestern bei einer gemeinsamen Fahrt mit einem Kahn hatten. Während am Vortag ein Kahnführer für uns die Arbeit erledigt hat, heißt es jetzt für jeden Einzelnen: Gegen die Strömung steuern, darauf achten, weder links noch rechts gegen das Ufer zu stoßen, teilweise im dichten Gras und Schilf paddeln, durch Schleusen durchfahren und den anderen Booten sowie Kähnen ausweichen. Im Schweiße meines Angesichts und die Jammerlaute meines Kollegen im Ohr, der wieder einmal die schnelle Strömung verflucht, fällt es mir ganz schön schwer, das Hier und Jetzt zu genießen. Dabei wäre es so romantisch, durch die Ortsteile von Burg zu gleiten und an Häusern vorbeizuströmen, die teilweise nur mit Boot erreichbar sind. Ja, solche Gebiete gibt es tatsächlich noch, in Lehde nämlich, wo dann auch die Post auf dem Flussweg verteilt wird.

“Einfach immer dem Wasser nach!” empfiehlt einer der vielen Kahnfahrer, als wir uns mit den Kanus verirren und nach der Richtung fragen. Ein echt heißer Tipp bei den 6.700 Kilometer Wasserstraßen und 3.500 Seen, die es in Brandenburg gibt! Dem könnten wir sogar morgen folgen, wenn wir es weitergeht nach Berlin. Mitten in einem Binnendelta der Spree gelegen, kann man von Burg direkt in die Bundeshauptstadt paddeln. Drei bis vier Tage dauert das “Vergnügen”, für das uns aber leider die nötige Schulterstärke Zeit fehlt. Also geht es mit dem Bus vom ländlich-stillen Brandenburg ins hippe Berlin, das auch mit dem Zug nur eine Stunde von hier entfernt liegt. Dann hätten wir alles: Stadt – Land – Fluss.

Eingeladen von Deutsche Zentrale für Tourismus in Kooperation mit Tourismus Marketing Brandenburg, Fly Niki und visitBerlin durfte ich einige Tage in Brandenburg und Berlin verbringen. Herzlichen Dank dafür. Die Meinungen und Ansichten in dieser Geschichte bleiben meine Eigenen. 

Nähere Informationen zum Reisen in Brandenburg findet ihr hier: Tourismus Marketing Brandenburg

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Meditation in der U-Bahn: Augen zu und – Stille!

„Reumannplatz! Achtung, Türen schließen!“, so die Stimme in den Wiener Linien. Wie auf Kommando gehen nicht nur die Türen der U-Bahnlinie U1 zu, sondern es schließen sich auch die Augen…

„Reumannplatz! Achtung, Türen schließen!“, so die Stimme in den Wiener Linien. Wie auf Kommando gehen nicht nur die Türen der U-Bahnlinie U1 zu, sondern es schließen sich auch die Augen meiner SitznachbarInnen. Ein paar Fotos später mache ich es ihnen gleich und versinke ebenfalls in der Stille. Schließlich sitze ich genau deshalb hier: Nicht, um von A nach B zu kommen, sondern um beim fünften UrBan Meditation Flashmob mit 21 anderen das gemeinsame Meditieren in der U-Bahn zu erleben.

Sich mit einer Gruppe zu treffen, um gemeinsam zwischen Anfangsstation und Endhaltestelle in der U-Bahn demonstrativ die Augen zuzumachen und zu meditieren? Als ich vor einigen Monaten von der Idee gehört habe, war ich wenig begeistert. Für mich ist Meditieren etwas Stilles. Etwas Privates. Etwas, das ich nicht zur Schau stellen möchte. Warum sollte ich das dann mit anderen in der U-Bahn tun?

Aber neugierig wie ich bin, wollte ich das Ganze einmal ausprobieren: Und endlich, letzten Donnerstag hat es geklappt.

Ich war überrascht! Davon, wie selbstverständlich und natürlich diese Reise in die Stille war. Kein lautes Zur-Schau-Stellen, kein Beweisen-Wollen. Ich habe einfach in der U-Bahn die Augen geschlossen, versucht, bei mir zu bleiben und mich durch die Handy-Streitgespräche neben mir genauso wenig ablenken zu lassen wie durch Gedränge in der Hauptverkehrszeit. Dass ich das zufällig zeitgleich mit anderen getan habe, das ist wohl bloß den anderen Mitfahrenden aufgefallen – wie mir die skeptischen Blicke meines Gegenübers beim Aussteigen aus der U-Bahn verraten haben.

„Innehalten. Vorleben. Inspirieren.“, so beschreibt Shaohui, der Gründer von iMeditate, der selbst regelmäßig Atem- sowie Achtsamkeitsmeditation (Vipassana-Meditation) praktiziert, seine Initiative. Warum er Meditieren zum „Volkssport“ machen möchte, und wie er das mit dem Lärm in der U-Bahn sieht, das verrät er mir im Interview:

Doris: Shaohui, wie kamst du auf die Idee zu iMeditateVienna?

Shaohui: Zuerst war die Idee der U-Bahn-Flashmobs. Sie entstand im April 2012 während des zweiten Moduls des Lerngangs „Pioneers of Change„. In jenem Modul ging es darum, mit Prototypen nach außen zu treten. Inspiriert von dem kreativen Aktionismus der Pioneers wurde in mir der Impuls ausgelöst, Meditations-Flashmobs in der U-Bahn zu organisieren. Das Ziel dieser Aktionen ist es, mit Meditation und Stille einen bewussten Kontrastraum zu Hektik, Ablenkung und Anspannung zu schaffen.

Aus diesem Impuls wurde dann die Idee geboren, Meditation als „Volkssport“ zu etablieren und sie einer breiteren Masse zugänglich zu machen. In diesem Prozess ist iMeditateVienna als Name für diese Bewegung entstanden. Inspiriert zu dem Namen hat mich die Meditationsbewegung „I Meditate NY“ in New York, auf die ich im Internet gestoßen bin.

Was ist für dich Meditation?

Meditation ist für mich ein bewusstes mit mir selbst in Verbindung gehen und meine Achtsamkeit auf das, was im gegenwärtigen Moment präsent ist, zu richten. Dabei beobachte ich meinen Atem, meine Körperempfindungen, meine Emotionen, meine Sinneswahrnehmungen oder meine Gedanken ohne sie zu bewerten und an ihnen anzuhaften.

Meditation kenne ich vor allem in der Stille und für sich: Ist es nicht ein Widerspruch, diese Form der Reise nach Innen im öffentlichen Raum zu praktizieren und somit zur Schau zu stellen?

Ich sehe für mich keinen Widerspruch. Meditation ist für mich eine innere Haltung, wie ich dem Leben begegne. Mir geht es darum, den Alltag als Übungsfeld für Meditation zu entdecken und anzunehmen. Wenn ich zuhause auf meinem Meditationskissen sitze, übe ich in äußerer Stille. Wenn ich unterwegs in der U-Bahn sitze, übe ich mich in innerer Stille. Hier möchte ich gerne ein Zitat von Eckhart Tolle einbringen: Jeder störende Lärm kann ebenso hilfreich sein wie äußere Stille. Inwiefern? Wenn du den inneren Widerstand gegen den Lärm aufgibst, so dass er sein darf, wie er ist, führt dich dieses Annehmen auch in den Bereich des inneren Friedens, der inneren Stille.“ Der vietnamesische Mönch Thich Nhat Hanh sieht keine Trennung zwischen dem formellen Sitzen in Stille und der Achtsamkeitspraxis im Alltag. Er hat fünf konkrete Achtsamkeitsübungen für den Alltag formuliert, wie zum Beispiel aufmerksames Zuhören oder achtsamer Konsum.

Hast du ein besonderes Erlebnis auf der Reise nach Innen gehabt, das du als Schlüsselmoment für dich bezeichnen würdest? 

Bei meiner ersten Begegnung mit Meditation 2006, während eines Zehn-Tage-Vipassana-Retreats in einem Kloster in Thailand, hatte ich am siebten Tag einen kurzen Moment eines Vertiefungszustands. Eine intensive Freude, wie ich sie noch nie empfunden habe, ist durch meinen Körper geströmt. Dieses Erlebnis hat mich neugierig gemacht, mich selbst und meine innere Natur mit Meditation zu erforschen. Ein anderes Erlebnis hatte ich vor zwei Jahren bei einer Vipassana-Meditation. Ich habe eine tiefe Präsenz erfahren und meine Sinneswahrnehmungen waren von intensiver und klarer Qualität.

Was sind deine nächsten Pläne? Ich habe davon gehört, dass du Wien als Meditationshauptstadt positionieren möchtest. 

Die nächsten Pläne sind für mich meine Vision einer „achtsamen“ Stadt niederzuschreiben. Darunter verstehe ich eine Kultur der Achtsamkeit im Miteinander und öffentliche Orte des Rückzugs für Stille und Meditation in der Stadt. Mit dieser Vision will ich konkret Initiativen und Leute, die öffentliche Meditationen machen oder Stille in den öffentlichen Raum bringen, einladen um daraus einen gemeinsamen Traum zu entwickeln. Außerdem arbeite ich gerade an meiner Idee, ein internationales Festival für Meditation und kontemplative Künste in Wien auf die Beine zu stellen. Dies würde sich wunderbar dafür eignen, die Stadt Wien als „Hauptstadt der Meditation“ international zu bewerben.

Wie sind die Reaktionen der Leute bei den Flashmobs?

Die Leute reagieren mit Dankbarkeit, Begeisterung und großem Interesse. Ich habe das Gefühl mit Meditation im öffentlichen Raum das Bedürfnis vieler Menschen gerade im urbanen Alltag nach Entschleunigung, nach Innehalten und nach Zurück-zu-sich-Selbst-finden anzusprechen. Eine schöne Reaktion bei den Flashmobs hatten wir einmal bei einer Schülerin gesehen, die zugestiegen war und einen iMeditateVienna Flyer in die Hand gedrückt bekam. Als ein Sitzplatz frei wurde, setzte sie sich nieder und meditierte bis zur Endstation mit. Beim Aussteigen fragte sie noch nach weiteren Flyern.

Riesig gefreut hat mich auch folgender Erfahrungsbericht einer Teilnehmerin: „Es war sehr berührend für mich, dabei zu sein! Nach dem Einstieg in Hütteldorf versank der Waggon, in dem wir uns befanden, von Augenblick zu Augenblick mehr in Freude. In Schönbrunn war ich so berührt von dieser liebevollen Stille-Welle, in die ich mich eingehüllt fühlte, dass ich Tränen in den Augen hatte. Fahrgäste, die einstiegen, irritierten das Energiefeld – oder waren es wir selber, die sich irritieren ließen? Ich weiß es nicht, ich spürte nur, dass die „Neuen Unbekannten“ bis zur nächsten Station integriert waren. Bis Heiligenstadt ist dann die Zeit stehen geblieben, weil wir maximal zehn Minuten min unterwegs waren. Jetzt, drei Stunden später, strahlt noch immer alles in mir Ruhe, Liebe, Glück und Entschlossenheit aus. Entschlossenheit, solche Kräfte und Initiativen weiterhin zu stärken! Danke!“

Ich sage auch Danke für deine Antworten, Shaohui! Und wir sehen uns wieder, beim Meditieren in der U-Bahn!

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Espinho bei Porto: Wo Montage zu Lieblingstagen werden

Es ist so eine Sache mit dem Montag – wer mag ihn, den ersten Arbeitstag nach einem ach so herrlichen, aber ach so kurzen Wochenende? Und auf Reisen: Wie oft…

Es ist so eine Sache mit dem Montag – wer mag ihn, den ersten Arbeitstag nach einem ach so herrlichen, aber ach so kurzen Wochenende? Und auf Reisen: Wie oft mir da passiert ist, dass ich am Montag vor verschlossenen Türen gestanden bin, daran möchte ich nicht mal denken! Museen, Ausstellungen, Galerien – Montag ist für die meisten Ruhetag.  Schmerzhaft habe ich das wieder festgestellt, als ich diesen Montag in Porto war. Endlich Freizeit nach einem wirklich intensiven Konferenzwochenende mit anderen Reisebloggern! Endlich Zeit, den Papierworkshop zu besuchen, den mir meine Freundin schmackhaft gemacht hat, oder das Castelo Santa Maria da Feira von Innen anzusehen? Nein, natürlich nicht, es war ja schließlich Montag!

Aber wisst ihr was: Diesmal habe ich den Montag geliebt, dann ist nämlich Markttag in des Portuensers liebstem Badeort, in Espinho. Nur 35 Minuten mit der Bahn von Porto entfernt warten dort breite Strände mit hellem Sand auf Sonnenhungrige und SurferInnen. Dass diese im Sommer übervoll sind, das brauche ich nicht extra zu erwähnen. Vor allem, weil es abgesehen davon und einem von drei Casinos in Land recht wenig zu tun gibt im portugiesischen New York, das nur deshalb so heißt, weil die Straßennamen aus Nummern bestehen. Wenig zu tun? Stimmt, es sei denn, es ist Montag!

„Kommt, kommt, nur hier und jetzt alles um einen Euro!“, „Rote, große Tomaten wie nie gesehen!“ – ach, ich liebe Märkte! Wenn überall Menschen herum wuseln, Kostproben angeboten werden, hier sich noch jemand durchdrängt, da sich jemand vorbei schlängelt, und ich kaum weiß, wohin ich schauen soll vor lauter Angebot! Genauso ein Markt findet jeden Montag – es sei denn, es ist Feiertag, dann ist er dienstags – in Espinho statt. Was normalerweise in Boutiquen oder Geschäften verkauft wird, das sucht man montags besser auf dem Markt. Da schließen Shops sogar ihre Verkaufslokale und verlagern eben diese auf die Straßen des Ortes. Holz, Obst, Gemüse, süße und salzige Leckereien, Kleidung, Hüte, Lampen, Blumen, natürlich Fisch und Meerestiere – ich kann an nichts denken, was ich nicht gesehen habe.

Gemüse zu Gemüse, Obst zu Obst. Was anfangs noch sehr nach Sachgebiet geordnet ist, löst sich in Chaos auf, je tiefer man in den Markt vordringt. Das Highlight für die Portugiesen, die in wirtschaftlich knappen Zeiten wie diesen noch mehr auf ihr Geld schauen müssen, befindet sich am Ende: Dort, wo die Zigeuner ihre Ware anbieten – um fünfzig Cent die zwei T-Shirts, um einen Euro der Schuh. Reinste Markenware, versteht sich…

Ein paar Stunden später habe ich dann aber genug. Vom Geschrei. Vom Gezerre. Vom Markt. Der beginnt sich gegen 16.00 Uhr ohnehin aufzulösen. Also heißt es, den Rest von Espinho zu erkunden. Und ich habe dem Edelort fast ein bisschen unrecht getan, denn es gibt – neben dem wirklich herrlichen, aber zu Sommerende noch immer überfüllten – Strand doch ein paar Dinge zu sehen, ideal nach einem Markttag wie diesem.

Zum Beispiel eines von zur Zeit drei (!) vegetarischen Lokalen in Espinho: Das Grao de Soja wurde vor fünf Jahren gegründet, weil die Inhaberin aus gesundheitlichen Gründen im fleischlastigen Portugal genau darauf verzichten musste und das Essen der Konkurrenz nicht mochte. Mittlerweile hat sich das Imbisslokal, das mittags Menüküche und Take-Away anbietet, etabliert – auch wenn die Wirtschaftskrise natürlich nicht spurlos vorbei geht. Geöffnet normalerweise nur von 12.00 bis 15.00 hatten wir Glück, auch um 16.00 einige „Reste“ zu bekommen.

Oder die Casa Alves Ribeiro, ein Greisslergeschäft, wie man es – laut meiner portugiesischen Freundin – sonst nirgendwo mehr sehen kann. Es gibt alles, oder besser gesagt: Alles, was schmeckt. Kaffee, Portwein, Snacks…  Allein der Geruch nach frisch gemahlenem Kaffee ist einen Abstecher wert – und keine Sorge, in Espinho ist alles gut zu Fuß erreichbar.

Zum Schluss gingen wir doch am Strand spazieren, dessen Promenade mit Shops und Restaurants zum Konsumieren einlädt. Das taten wir dann auch: Im Café Esquimó, wo selbst meine sparsame Freundin aus Porto ihre Prinzipien über Bord wirft. Bei einer Kostprobe des Portwein-Eises gemischt mit ihren Lieblingssorten Kaffee und Banane schmelzen die Schmerzen ob der vier Euro für drei Kugeln buchstäblich dahin. Bei mir sowieso. Außerdem haben wir zuvor gespart – beim Markttag in Espinho.

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Warum ich (trotzdem) reise!

„Wir sollten wieder sesshaft werden, statt permanent unterwegs zu sein und CO2 zu emittieren.“ Die Aussage war noch eine der harmloseren, die der Volkswirt und Attac-Berater Niko Paech im Interview…

„Wir sollten wieder sesshaft werden, statt permanent unterwegs zu sein und CO2 zu emittieren.“ Die Aussage war noch eine der harmloseren, die der Volkswirt und Attac-Berater Niko Paech im Interview mit der Süddeutschen Zeitung getroffen hat. Der Standpunkt von jemandem, der selbst nur ein einziges Mal in seinem Leben in einem Flieger gesessen ist, rüttelt ganz schön an mir. Und nein, das liegt nicht daran, dass ich sie im Flugzeug auf dem Weg nach Porto zu meiner ersten Travel Blogger Konferenz lese. Aber paradoxer könnte die Situation wohl kaum sein.

Ein Gespräch über eine Reise nach Bali hier, Erzählungen vom Yoga-Retreat in Mexiko dort und eine Autoralley durch die Mongolei als Einstiegspräsentation, dazwischen Suchmaschinen-Websites, PR-Agenturen, Tourismusbüros etc. die mit uns BloggerInnen über noch bessere Vermarktungsmöglichkeiten sprechen. Hier geht es um eine meiner größten Leidenschaften, darum, wofür ich morgens aufstehe und wovon ich nächstens träume. Hier geht es um das Geschäft, das wohl eine der negativsten Klimabilanzen aufweist, die es gibt: Ums Reisen!

Der internationale Flugverkehr trägt mittlerweile mit sieben Prozent zur globalen Erwärmung bei, die Treibhausgaswirkung der Flugemission ist dreimal so hoch wie bei Kohlendioxid, das auf der Erde produziert wird – bei diesen Fakten dreht sich mir der Magen um! Und wenn man der aktuellen – vermutlich realistischen – Airbus-Prognose, die der Flugzeughersteller in London veröffentlicht hat, Glauben schenkt, wird allein die Zahl der Passagiermaschinen in den nächsten 20 Jahren von derzeit rund 15.000 auf mehr als 32.000 ansteigen. Dass man das auch mit der höchsten Ausgleichszahlung an atmosfair und Co nicht kompensieren kann, sagt uns der Hausverstand. Eine lahme Gewissensberuhigung, was sonst? 

Chart der David-Suzuki-Foundation

„Klimabewusst zu fliegen heißt wohl eher nicht zu fliegen.“, die Lösung, die Attac-Geschäftsführer Wilhelm Zwirner liefert, ist kurz und radikal. Oder um wieder Paech zu zitieren, der sich auch weigert, bei Klimakonferenzen im fernen Rio dabei zu sein: „Die beste Energie ist die, die wir nicht verbrauchen.“ Und ich kann nur sagen: Ich gebe beiden Recht.

Genauso Recht wie Chris Haslam, Autor und Reiseberichterstatter, der sagt: „Es ist so: Hör nicht auf zu fliegen. Hör nicht auf, das Außergewöhnliche und Exotische zu besuchen. Hör nicht auf, dein Hart-Verdientes zu den Menschen zu bringen, deren Leben und Zukunft genau davon abhängt und hör nicht auf, hinaus zu gehen und Zeugnis davon abzugeben, die Änderungen zu sehen, denen unser Planet ausgesetzt ist.“ Das ist nämlich die andere Seite des Reisens: Abgesehen davon, dass Tourismus eine Lebensgrundlage für Menschen darstellt, öffnet Unterwegssein die Augen, lässt uns wachsen, Begegnung findet statt, inspiriert, macht uns toleranter… Zumindest das Reisen, das ich kenne!

Radikale Aussagen und Ansichten wie die von Paech, der den“vor der Fassade der Weltoffenheit komfortablen und globalen Lebensstil“ an den Pranger stellt, sind vermutlich wichtig für Diskussion, fürs Umdenken, fürs Schlechte-Gewissen-Schaffen. Und keine Frage: Hochachtung, dass er so lebt! Aber ich weiß nicht, wie es euch geht, doch mich schrecken solche Aussagen ab: So sehr, dass ich dann gar nichts ändere und so weitermache wie bisher, weil ich dieses hehre Ziel ja ohnehin nicht erreiche. Und das ist dann wohl die völlig falsche Reaktion!

Für mich gibt es nur diesen Weg: Mich zu bemühen, so bewusst, so nachhaltig, so klimaschonend, so ausgleichend, kurz, so gut wie möglich zu reisen. Ja, ich fliege – aber nicht bei jeder Gelegenheit einfach irgendwo hin, meistens bin ich öffentlich unterwegs. 24/7 Klimaanlagen gibt es nicht, unter anderem deshalb, weil ich meist bei Einheimischen schlafe, ich ernähre mich vegetarisch und ja, ich mache Fehler! Aus Unwissenheit, weil ich nicht besser darüber nachgedacht habe, weil ich ein Mensch bin und weil ich – hoffentlich – laufend dazu lerne.

„Was kann ein Reisender tun? Der Zynische sagt nichts, der Hoffende sagt viel.“, ganz klar, Dan und Audrey von Uncornered Market zählen zu letzteren. Das Ehepaar arbeitet als Reiseblogger und -consultants mit Non-Profit-Organisationen zusammen, macht grüne Initiativen in aller Welt bekannt, reist selbst so nachhaltig wie möglich und sind United Nations Botschafter für das Sustainable Tourism Council (GSTC) – auch auf einer Travel Blogger Konferenz wie der in Porto.

Dreimal dürft Ihr raten, zu welcher Kategorie ich gehöre…

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Cabo Polonio: Einsamkeit, die Uruguayer und ich…

Vor ein paar Minuten bin ich nach über acht Stunden Schlaf aus dem Bett gerollt. Die Morgensonne hat mich wach gekitzelt, sanfter, als jeder Wecker es jemals könnte. Und wäre…

Vor ein paar Minuten bin ich nach über acht Stunden Schlaf aus dem Bett gerollt. Die Morgensonne hat mich wach gekitzelt, sanfter, als jeder Wecker es jemals könnte. Und wäre da nicht die Tasse mit frisch gebrühtem Kaffee in meiner Hand, könnte man meinen, ich wäre direkt in den Strandsessel gewechselt. So sitze ich hier, die schuhlosen, mittlerweile beachtlich braun gebrannten Beine ausgestreckt, und schaue auf der einen Seite auf das endlose Blau des Meeres, auf der anderen Seite auf die nicht minder unendliche Weite der gelben Sanddünen. Einmal tiiiiief durchatmen.

Immer wieder muss ich jetzt – Monate später – an solche friedlichen Morgen denken, wie ich sie im kleinen, abgeschiedenen Dorf Cabo Polonio in Uruguay verbracht habe. Vor allem, wenn ich so wie heute um halb vier Uhr in der Früh aus dem Bett getaumelt bin, um eine Stunde zum Flughafen zu fahren, einzuchecken – ihr kennt das Prozedere – und nun mit verquollenen Augen am Flughafen sitze, wo ich auf meinen Anschlussflug warte. Ich möchte tauschen. Jetzt! Sofort!

Cabo Polonio – der Ruf dieser Ortschaft ist ihr vorausgeeilt: Lange bevor ich überhaupt in ihre Nähe kam, haben schon andere Reisende, vor allem aber Uruguayer selbst ganz glänzende Augen bekommen, sobald nur der Name Cabo Polonio gefallen ist. Ja, es ist ein besonderes Fleckchen Erde, dieses Fischer- und Handwerkerdorf an der Atlantikküste, und wie ich später erfahren habe, liegt es gar nicht so sehr auf der Touristenstrecke wie vermutet. Stattdessen nehmen sich vor allem Einheimische dort gern ein Wochenende „Auszeit vom Alltag“. Wer Cabo kennt, der weiß: Kaum ein Ort wäre dafür besser geeignet.

„Wo sich Uruguayer und Aussteiger gute Nacht sagen“, so hätte ich den Blogpost auch nennen können. Schon die Hinfahrt stimmt auf das ein, was man dort nicht erleben kann. Zur Bushaltestelle vor Cabo Polonio, das zwischen den Badeorten Valizas und La Pedrera liegt, kommt man noch mit einem regulären Bus. „Terminal“ nennt sich die Station großspurig, doch von einem Bahnhof fehlt jede Spur: Es handelt sich vielmehr um zwei kleine überdachte Haltestellen mit Stopptafel. Wo geht’s weiter? Diese Frage habe wohl nicht nur ich mir gestellt, nachdem ich dort in aller Herrgottsfrüh abgesetzt wurde. Allerdings nicht lang, dann war ich nämlich doch mehr damit beschäftigt, die hinter den Bäumen über dem Nichts aufgehende Sonne zu bewundern. Das Licht hat etwas Magisches, lässt sich nicht in Worte fassen, und ja, ich bin verzaubert!

Auch das Rätsel des Weiterkommens löst sich schnell: Es gibt einen zweistöckigen, offenen 4×4-Shuttle, eine Art Laster, wie ich ihn bisher nur in Cabo gesehen habe. Den müssen übrigens alle nehmen (oder zu Fuß gehen), denn Autos gibt es im Dorf nicht. Dass man das Gefährt dringend braucht, wird bei der holprigen Einfahrt über sieben Kilometer lange Dünen und nicht vorhandene Wege offensichtlich. So richtig durchgerüttelt komme ich an und bin froh, mich dafür, statt für den zwei- bis dreistündigen Marsch entschieden zu haben. Die Sonne prallt auch zu Tagesbeginn schon kräftig auf mich herunter und der schwere Rucksack hängt sich mit aller Macht auf meine Schultern.

Mehr oder weniger kleine Holzhäuser, alle bunt bemalt, mal hier, mal da verstreut und die meisten mit der Aufschrift „Hostel“, so zeigt sich mir Cabo Polonio auf den ersten Blick. Eine Unterkunft hätte ich vermutlich nicht buchen müssen, bei DER Auswahl, habe es aber auf Anraten gemacht: Gerade am Wochenende sind die Betten schnell ausgebucht. Mein Hostel ist gleich gefunden und – Freude – es liegt direkt in der ersten Reihe, keine zehn Schritte vom Meer entfernt.

Das Meer! Der Ozean, die traumhaften Strände und vor allem die Wanderdünen, die mit einer Höhe von bis zu 50 Metern zu den größten Südamerikas zählen, dominieren in Cabo. 1976 wurde die Region rund um den Ort, in dem nur wenige Fischer, Handwerker und die Betreiber des Leuchtturms das ganze Jahr über leben, in das UNESCO-Programm „Mensch und Biosphäre“ aufgenommen. Das hat aber nicht verhindert, dass das einzigartige Ökosystem durch Bebauung und unkontrollierte Forstwirtschaft bedroht wurde. Nicht zuletzt auch wegen des Zustroms an TouristInnen. Mittlerweile ist die Gegend zum Nationalpark erklärt worden und hat, zumindest von außen, den natürlichen und geschützten Charakter erhalten.

Weder Elektrizität noch Internet noch Bankomat gibt es vor Ort, ja noch nicht einmal die viel gerühmten Robben zeigen sich mir – es ist einfach nicht die richtige Saison dafür. Viele Möglichkeiten habe ich tatsächlich nicht, mich in Cabo von der Entspannung und dem süßen Leben abzulenken. Ein Spaziergang über die mit Muscheln bedeckten Strände hier, ein Herumirren durch die (und sich Verirren in den) Dünen da, Tagedösen in der Hängematte, Lesen der mitgebrachten und gefundenen Bücher, Tratschen mit den Hostelbetreibern und MitbewohnerInnen auf Zeit, Matetrinken mit Einheimischen, Sonnenuntergang-Schauen, Träumen…

…seht ihr auch so, oder?

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Laufen für die Umwelt: 5.000 Meilen durch Südamerika

Beim Duschen, beim Beobachten der Wellen auf dem Ozean oder beim Autofahren – das sind Situationen, in denen oft die besten Ideen kommen. Katharine und David, ein 34-jähriges britisches Ökologen-Ehepaar…

Beim Duschen, beim Beobachten der Wellen auf dem Ozean oder beim Autofahren – das sind Situationen, in denen oft die besten Ideen kommen. Katharine und David, ein 34-jähriges britisches Ökologen-Ehepaar wurden zu ihrem unglaublichen Reise-Projekt inspiriert, als sie gerade Seevögel in der Karibik untersuchten. Das war 2009, und drei Jahre später verwirklichen sie ihren Traum. “Wir wollten etwas tun,”, sagen sie in den FAQs auf ihrer Website, “um auf die Weltwunder in Südamerika aufmerksam zu machen und dabei eine einzigartige Expedition unternehmen.” Genau das machen sie gerade. Seit 28. Juli 2012 sind sie auf dem Weg, ohne Unterstützung 5.000 Meilen, also rund 8,047 Kilometer, durch Südamerika zu laufen. Ja, zu laufen!

Im Interview erzählen mir die beiden Abenteurer mehr über ihre Einjahresreise und die körperliche Herausforderung, ihre ganze Ausrüstung – Haus, Büro, Küche, Labor – in einem eigens gebauten Trailer aus Recycling-Material hinter sich her zu ziehen.

Doris: Welche Absicht verfolgt ihr mit eurem Projekt?

Die Motivation sind die Natur und die Tiere darin: Wir möchten für unsere Organisationen “Conservacion Patagonia” und “Birdlife International” Geld sammeln, damit sie bedrohte Lebensräume auf dem Kontinent besser schützen können. Wir möchten außerdem dazu anstiften, selbst für die Umwelt aktiv zu werden und Menschen aus aller Welt mit Südamerika verbinden und sicherstellen, dass unsere täglichen Entscheidungen eher der Natur und dem Ökosystem helfen als ihnen zu schaden.

Wie kamt ihr darauf, die 5.000 Meilen zu laufen?

Wir dachten zuerst daran, von West nach Ost durch den Amazonas zu gehen, doch dann haben wir herausgefunden, dass ein britischer Kollege, Ed Stafford, genau das gerade tut und es gut tut. Wir dachten dann daran, die Länge des Kontinents zu durchwandern oder auf jedem Kontinent auf einen alten Baum zu klettern, aber nach einigen Wochen im Amazonas auf einer ungeführten Expedition war uns klar, dass das Jahre und nicht nur ein Jahr dauern würde. Dann war da das Laufen. Können es unsere Körper monatelang auf diesen schlechten Straßen aushalten und daneben noch unsere ganze Ausrüstung mitschleppen? Wir finden das gerade heraus…

Ihr habt eure Reise gerade erst begonnen, was hat euch bisher am Meisten überrascht?

Die Art, wie Chilenen und Argentininier hupen und uns zuwinken – wir hatten keine Idee davon, dass es so aufregend sein würde, uns auf diesen Straßen laufen zu sehen! Uns wurden Empanadas und Milkshakes durch Autofenster gereicht und ständig fragt uns jemand, ob wir mitfahren möchten! Die Polizei – sowohl in Chile als auch in Argentinien. Wir würden in Großbritannien nicht zur Polizei gehen, um Hilfe zu holen, aber hier bleiben die Polizisten sie stehen, um zu prüfen, ob es uns gut geht, bieten uns Autofahrten an, Essen, heißes Wasser, Campingplätze… Unglaubliche und sehr schöne Überraschungen!

Wie sind die Reaktionen der Leute, die ihr trefft, und hat euch schon eine Person besonders beeindruckt?

Wir liefen vor kurzem nach Puerto Natales in Chile und jemand, der von unserer Expedition gehört hatte, fuhr rund 60 Kilometer, nur um uns zu treffen, ohne zu wissen, ob sie uns wirklich finden würde, ohne uns jemals vorher getroffen zu haben, nur um mit uns einen heißen Kaffee zu trinken und Kuchen zu essen. Wir haben in dieser Nacht unser Zelt im Schnee aufgestellt und dann wunderschöne Stunden mit ihr in ihrem Auto verbracht, dabei gegessen, Kaffee getrunken und ihren lieben, aber etwas faulen Hund gestreichelt.

Wie würdet Ihr euren Trip in drei Worten beschreiben?

Entdecke mehr laufend…

Wenn jemand in eure Fußstapfen treten möchte, was würdet ihr ihm/ihr sagen?

1. Es ist wirklich schwierig, Websites und Verbindungen auf dem Laufenden zu halten – trotz aller modernen Mittel, also halte deine Erwartungen niedrig!
2. Mach dich auf kulturelle Differenzen gefasst – und wirf deine Uhr weg!
3. Du brauchst weniger als du denkst. Bereite deine Reise vor, dann verbringe die ersten paar Wochen damit, festzustellen, was du wirklich brauchst und werde den Rest los – jedes Gramm zählt!
4. Kontakte in jeder Stadt sind wichtig!
5. Du wirst nie fertig und bereit sein, also lauf einfach los!

Was habt ihr bereits gelernt, was ihr den zu Hause Gebliebenen mitteilen möchtet?

Komfort und Bequemlichkeit stehen zwischen dir und der echten Erfahrung, Leben, Ehrgeiz, Wissen, allem! Brich da durch oder verbringe dein Leben schlafwandelnd!

Was ist die größten Herausforderung auf der Reise?

Motiviert und in Verbindung zu bleiben. Die Reise soll erst in einem Jahr fertig sein, aber wir sind so ungeduldig und wollen einen Unterschied machen, sodass wir jetzt schon das Gefühl haben, die Zeit rinnt uns durch die Finger – wir müssen konzentriert und vor allem geduldig bleiben.

Was ist die Belohnung, die Freude, die ihr erwartet?

Zu wissen, dass wir schon durch kleine Schritte schützen und einen kleinen Teil von Südamerika vor der Zerstörung bewahren können.

Abgesehen von den drei Missionen „Raise, connect, inspire“ auf Eurer Website, was möchtet ihr jeder für sich erreichen?

David: Laufend zum anderen Ende zu kommen ist mir schon genug!
Katharine: Dass jeder von uns etwas für die Umwelt und die Natur tun kann. Alle unsere Entscheidungen beeinflussen sie, hier die richtigen für die Umwelt zu treffen ist anfangs sicher hart, aber es ist so zufriedenstellend und verblüffend auf lange Sicht gesehen.

Danke für das Gespräch und viel Glück für den Rest der 5.000 Meilen!

Mehr über das Projekt und wie man die beiden unterstützen kann findet ihr hier: 5000mileproject.org

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Petition zur Grundausstattung von Ho(s)telzimmern

An die Ausstattungsbehörde von Hostel- und Hotelzimmern Überall und Nirgendwo Im Hier und Jetzt Sehr geehrte Damen und Herren, Ich protestiere vehement und wenn es sein muss auch penetrant: Fehlende oder…

An die
Ausstattungsbehörde von Hostel- und Hotelzimmern
Überall und Nirgendwo

Im Hier und Jetzt

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich protestiere vehement und wenn es sein muss auch penetrant:

  • Fehlende oder zu wenig vorhandene Steckdosen,
  • Keine Ablagemöglichkeiten für Jacken, Koffer und Co,
  • Kein Stromanschluss im Bad

Mängel wie diese sind in Hotel- und Hostelzimmer aller Welt Standard. Aber ich frage Sie, wie sollen wir Reisende unsere Laptops, WLAN-Geräte, Handys, Diktiergeräte, Foto- und Videokameras, iPods, iPads, Kindles und Co aufladen, wenn in einem Zwölf-Bett-Zimmer nur eine Steckdose zu finden ist? Abgesehen von der Zeit für die stundenlange Suche derselben und ohne die Kraftanstrengung zu erwähnen, die ich für das Freilegen von einer Ansteckmöglichkeit durch das Wegschieben von Betten oder Schränken auf mich nehme. Wie sollen wir mit unseren Lieben in der Ferne in Kontakt bleiben, wenn unsere Akkus leer sind? Wie können wir als Schreiberlinge, Websitemacher oder Pokerspieler ohne Strom unser Reisebudget aufbessern?

Auch Ablagemöglichkeiten sind eine Seltenheit. Laut einer selbst durchgeführten Statistik (N=41) waren nur in fünf von 41 Hostelzimmern – somit in einer signifikant geringen Menge – Regale oder Schränke in ausreichendem Ausmaß vorhanden. Das Über-die-Koffer-Stolpern beim nächtlichen WC-Besuch wird mir jedoch keine Versicherung abdecken, und wenn ich ob mangelnder Ablagemöglichkeit in einer zerknitterten Hose bei einem konservativen CouchSurfing-Host erscheine, wer wird sie/ihn davon überzeugen, dass sie/er mich dennoch bei sich zu Hause aufnehmen kann?

Das Gleiche gilt für fehlende Steckdosen in Badezimmern. Oder denken die Ho(s)telzimmer-Anbieter, dass Bart- und Beinbehaarung unterwegs von selbst ausfallen bzw. beim Reisen auch bei Minusgraden das Lufttrocknen der glatten Mähne am Gesündesten ist?

Als Sofortmaßnahme fordere ich einen Pflicht-Ausstattungskatalog für Betreiber von Ho(s)telzimmer mit

1. Mindestens vier frei zugänglichen Steckdosen im Zimmer
2. Einem für einen 75-Liter-Rucksack ausreichendem Regal oder einer anderen Ablagefläche im Raum
3. Einer Steckdose im Badezimmer

Ich danke Ihnen im Voraus für die Umsetzung – am besten spätestens bis zu meiner nächsten Reise!

Ihre littlemissitchyfeet

P.S.: Unterschriften für diese Petition werden gern entgegengenommen!

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Bolivianisches Abenteuer von Tupiza nach Uyuni

Also diese Arbeit hätte ich mir sparen können, denke ich, als wir zum zweiten Mal innerhalb von fünf Minuten stehen bleiben, um dem Auto vor uns aus dem Schlamm zu…

Also diese Arbeit hätte ich mir sparen können, denke ich, als wir zum zweiten Mal innerhalb von fünf Minuten stehen bleiben, um dem Auto vor uns aus dem Schlamm zu helfen. Die letzten Wochen habe ich damit zugebracht, mir in mühsamer E-Mail-Kleinstarbeit den richtigen und von allen empfohlenen Anbieter für die Tour von Tupiza zum berühmten Salzsee von Uyuni auszusuchen. Ich habe ihn mit Hostal los Salares auch bekommen. Hilft aber alles nichts, sind wir doch gemeinsam mit allen anderen Tour-Guides sämtlicher Anbieter im Konvoy unterwegs. Es ist Regenzeit in Bolivien, und da ist alles ein bisschen anders.

“Auf der Straße helfen wir uns alle gegenseitig,”, erklärt mir unser Guide Segundino, der unsere vierköpfige Truppe für die nächsten vier Tage begleitet, “da sind wir Kollegen. Es macht keinen Unterschied, bei welchem Unternehmen du gebucht hast.” So löblich diese Einstellung ist, bin ich doch etwas mürrisch: Wir haben ein gutes Fahrzeug, unser Jeep scheint auch dem ärgsten Matsch – und davon gibt es hier genug – Stand zu halten und sich auf den unwegigsten Straßen zurecht zu finden. Warum müssen wir auf offensichtlich veraltete, ungewartete Fahrzeuge und Chauffeure mit schlechten Fahrtkenntnissen Rücksicht nehmen? Aber gut, mitgehangen, mitgefangen. Den drei 18-jährigen Briten, die mit an Bord sind, scheint das nichts auszumachen. Ganz im Gegenteil: „Wir sind froh, einmal Abenteuer zu erleben.“, meinen sie , wenn sie wieder einmal dem einen Auto anschieben oder den Schutt unter den Reifen eines anderen wegschaufeln. Die Drei kommen gerade aus Argentinien und haben dort fast schon europäische Ordnung erlebt, da ist das bolivianische Chaos durchaus ein Ereignis.

Täglich wird unser Jeep zur Küche umfunktioniert.

Für mich weniger. Ich bin müde von meiner Reise und Bolivien war bisher ausschließlich anstrengend. Ich habe den Fehler gemacht, mir einen genauen Plan für das südamerikanische Land – das vierte auf meiner Route nach Kolumbien, Ecuador und Peru – zurechtzulegen. Und der scheint nicht und nicht klappen zu wollen. Von verlorenen Bankomat-Karten bis hin zu nicht-stattfindenden Touren aufgrund von Straßen-Streiks – wirklich funktioniert hat in den letzten Wochen kaum etwas. Am meisten aber irritiert mich die stoische Ruhe der Leute hier, die im Gegensatz zu vorherigen Ländern einfach nicht (mit mir) sprechen. Trotz gemeinsamer Sprache Spanisch. Manchmal hätte ich Lust, sie zu schütteln, um zu schauen, wo ihr südamerikanisches Temperament bleibt. Diese Frage könnte ich auch unserem Fahrer Segundino stellen, der uns zwar in geübter Gelassenheit und mit wahrem Können über die vom Regen matschigen Straßen führt, aber leider zu den wenigsten Sehenswürdigkeiten und Landschaften etwas erklärt. Seine Frau ist da schon etwas lebhafter. Sie begleitet uns auf der Tour als Köchin – und hat spontan auch für einen zweiten Wagen die Verköstigung übernommen, weil deren Köchin am Morgen nicht aufgetaucht ist. „Der Fahrer des anderen Wagens ist mein Bruder.“, für Segundino ist die Hilfe deshalb eine Selbstverständlichkeit.

Die Landschaft ändert sich immer wieder: Von trockener Wüste bis hin zu schneebedeckten Gipfeln.

„It’s the best.“, höre ich eine Stimme an meinem Ohr – und widme mich wie meine Mit-Insassen wieder dem, worum es eigentlich geht: Der Landschaft nämlich. Diese war der Grund, warum ich die etwas teurere Tour von Tupiza nach Uyuni gebucht habe, statt von Uyuni direkt an den Salzsee und dessen nahe Umgebung zu fahren. Während man bei Letzterer mehrere Routen-Möglichkeiten hat, sieht die Tour von Tupiza nach Uyuni, die vielmehr eine Tour durch den Südwesten Boliviens ist, immer ähnlich aus:

Da wird ganz schön viel Staub aufgewirbelt…

1. Tag: Der erste Tag beginnt für alle gegen neun Uhr in Tupiza und ist der, an dem man am meisten fährt. Vorbei an tollen Felsformationen über die Berge der Cordillera de Lipez bis zur Landschaft von La Silla, wo man auch den Ausblick auf eine Art Mondtal (Valle de la Luna) genießen kann. Der Weg geht übrigens die ganze Zeit ziemlich bergauf: Dass wir nicht an Höhenkrankheit leiden hat vielleicht auch mit dem Kauen der Coca-Blätter zu tun, die uns die Fahrer während der Tour immer wieder zustecken. Sie selbst scheinen sich jedenfalls voll und ganz auf deren Wirkung zu verlassen.

Übernachtet wird wie an den folgenden Tagen in einem der kleinen Dörfer, in denen nur wenige Familien wohnen und die wohl bloß von den „Touri-Truppen“ leben. Wir sorgen auch für die Unterhaltung der bolivianischen Kinder, die es sich zum Spaß gemacht haben, mit den Fremden Fußball zu spielen und ihnen – gegen eine kleine Spende – Lieder vorzusingen. Die Unterkünfte sind dementsprechend spartanisch: Kein Warmwasser, kein bzw. nur geringfügiger Strom. Wie die KöchInnen da jedesmal ein durchaus gutes Drei-Gänge-Mahl auch für mich als Vegetarierin zaubern können, das bleibt mir während der ganzen Zeit ein Rätsel.

Bei einer unserer Mittagspausen: Wenn es nicht so kalt wäre, wäre es fast schon gemütlich.

2. Tag: 4.30 aufstehen! Nachdem wir aufgrund der vielen Un- sowie Zwischenfälle am ersten Tag unserem Zeitplan hinterherhinken, geht der zweite Tag sehr zeitig los. Leider nicht besser als der Erste, bleiben wir doch schon bei der Ortsausfahrt stecken, und es dauert rund eine Stunde, bis alle 14 Fahrzeuge des Konvoys sicher über den Weg, der jetzt mehr einem reißenden Fluss gleicht, gekommen sind.

Die Höhepunkte an diesem Tag sind die Llamas, die überall grasen, und die seltsamen Steinformationen in der wüstenähnlichen Landschaft. Berge, die den Namen Dalí nicht umsonst tragen, und unendliche Sandstraßen sorgen für Ahs und Ohs. Bei einem anderen Höhepunkt, dem Besuch der Ruinen einer 700 Jahre alten Stadt, San Antonio Viejo haben wir leider Pech: Die Ruinen konnten wir genauso wenig genießen wie den höchsten Punkt auf rund 4.800 Meter Seehöhe. Beim Einen war der Zugang verschüttet, beim Anderen die Sicht vernebelt.

Die Laguna Colorada war für mich einer der Höhepunkte der Reise.

3. Tag: Der ist in Sachen Sehenswertem eindeutig der Höhepunkt der bisherigen Zeit. Da fällt auch das Aufstehen um 4.30 nicht so schwer, geht es doch gleich zu heißen Quellen, um sich dort etwas im dampfenden Bad zu erwärmen – das ist auch dringend notwendig. Gefrühstückt wird diesmal ebenfalls vor Ort. Dann geht es weiter zur grünen Lagune (Laguna Verde), die ihre intensive Farbe durch Algen bekommt, die im See wachsen. Am Intensivsten ist das Smaragdgrün um die Mittagszeit. Die Laguna befindet sich übrigens unter dem Vulkan Lincancabur und ganz nah der chilenischen Grenze. Von dort geht es weiter zu bestialisch schwefelig-riechenden Geysieren und schließlich zur Laguna Colorada (bunte Lagune), an der zahlreiche pinke Flamingos hausen und wo wir unsere Mittagspause machen. Mit all den Eindrücken versorgt, fahren wir weiter bis nach Uyuni, wo wir übernachten. Aus der angekündigten heißen Dusche wurde leider in dem Hotel, das man als „basic“ bezeichnen könnte, wieder nichts. Aber gut, nach einigen Tagen sind wir mittlerweile daran gewöhnt.

Für diesen Anblick lohnt es sich, um 4.30 aufzustehen und den Sonnenaufgang im Salar de Uyuni zu erleben.

4. Tag: Der startet auch bei „normalen“ Touren um 4 bis 4.30 Uhr, weil man für den Sonnenaufgang in der Salzwüste, der berühmten Salar de Uyuni, wach sein muss. 30 Minuten liegt der „Salzsee“, wo auch heute noch Salz gewonnen wird, von der Stadt entfernt. Bei der Einfahrt merken wir schon: Aus unserem Spaziergang über den Salzboden wird wohl nichts, denn überall steht Wasser. „Das ist in der Regenzeit normal.“, versichert uns Segundino und erklärt uns auch zum ersten Mal, dass deshalb die Isla del Pescado, die Felsinsel in der Wüste, ebenfalls nicht zugänglich sei. Nachdem wir den wirklich beeindruckenden Sonnenaufgang erlebt haben, werden wir beim Salzhotel abgesetzt. Es lockt das Frühstück mit Palatschinken im Gebäude, das durch und durch aus Salz besteht. Mittlerweile ist es mehr Museum als Hotel, wobei auch noch – teure – Übernachtungen möglich sind. Das scheinen sich vor allem AsiatInnen zu gönnen, die mit Gummistiefeln ausgerüstet ihre Wanderungen um das Salzhaus ziehen. Wir haben an solches Equipment leider nicht gedacht und können deshalb wegen des Wasserspiegels über dem Boden bloß von Salzinsel zu Salzinsel hüpfen. „Dafür werden die Fotos in der Regenzeit besser.“, tröstet uns einer der Führer, und nimmt ein paar von uns mit, um die Reflexion für die eine oder andere spezielle Aufnahme zu nutzen. Nach zirka zwei Stunden ist unser Besuch in der Salar de Uyuni vorbei – und für mich ist das auch das Ende der Tour: Ich fahre mit einem der Guides zurück nach Tupiza, um von dort über die Grenze nach Argentinien weiterzureisen – zu argentinischen Abenteuern.

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Sternderl schauen, Stockerl werfen und Seele baumeln lassen: Idyll ist!

Die gute Nachricht: Das Idyll gibt es, und es ist gar nicht einmal so weit entfernt. Die schlechte Nachricht: Ich darf euch hier nicht verraten, wo – ich habe es…

Die gute Nachricht: Das Idyll gibt es, und es ist gar nicht einmal so weit entfernt. Die schlechte Nachricht: Ich darf euch hier nicht verraten, wo – ich habe es versprochen.*

Also gibt es nur ein paar Bilder von einem Ort mitten in Österreich, wo man noch in aller Ruhe wahlweise in den Sternenhimmel oder ins Feuer starren und träumen kann. Wo die größten Herausforderungen des Tages darin bestehen, sich mit der Holzschaukel vom Baum ins kühle Nass zu schwingen oder mit dem Ruderboot ans andere Seeufer zu paddeln. Wo auf besonders Mutige abends Erkundungstouren durch alte Gemäuer in der nahen Burg warten. Wo NacktbaderInnen genauso willkommen sind wie schicke Stadtflüchtige, spanische Trommelgruppen genauso ihr Zuhause finden wie fanatische FischerInnen. Von einem Campingplatz, der Idyll ist.

 

* Wer wissen möchte, wo sich dieses Idyll befindet, schreibt mir am besten eine E-Mail. Persönlich darf ich euch nämlich ins Geheimnis einweihen.

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Marokkanischer Kichererbsensalat – Und der Sommer wird bunt

Farbenfroh! Wenn ich an Marokko denke, so läuft mein inneres Auge über vor bunten Bildern: Reges Markttreiben, üppige Farbenpracht und verspielte Reize für die Sinne – das ist Marokko für…

Farbenfroh! Wenn ich an Marokko denke, so läuft mein inneres Auge über vor bunten Bildern: Reges Markttreiben, üppige Farbenpracht und verspielte Reize für die Sinne – das ist Marokko für mich. Genauso reich an Farben ist auch der marokkanische Kichererbsensalat, den es heute bei mir auf meiner Reise durch die Küchen der Welt gibt. Von den reichen Geschmäckern gar nicht zu sprechen. Genau das Richtige für den heißen Sommer!

Hier gibt’s das Rezept (für 4 Portionen)

250g Kichererbsen (aus der Dose)
1 Karotte
1 kleiner Karfiol
3 Knoblauchzehen
1 Bund Petersilie
1 kleiner Radicchio (optional)
1 Bio-Zitrone
1/2 TL Cumin bzw. Kreuzkümmel
1 EL weißer Balsamico Essig (Alternativ ein anderer Essig)
1 EL gerösteter Sesam
Salz, Pfeffer und Olivenöl zum Abschmecken beziehungsweise kochen

Die Kichererbsen in einem Sieb abspülen und abtropfen lassen. Karotte schälen und in dünne Scheiben, den Karfiol in Röschen schneiden. Knoblauch schälen und zerkleinern. Petersilie abzupfen und ebenfalls schneiden. Radicchio putzen und in Blätter teilen. Danach ca. 250 ml Salzwasser mit einem Stück Zitronenschale aufkochen. Karotte dazugeben, zugedeckt rund zwei Minuten kochen. Dann den Karfiol beigeben und so lange kochen, bis er bissfest ist. Gemüse abseihen und mit zwei Esslöffel Zitronensaft sowie einem Esslöffel Olivenöl vermischen. Abkühlen lassen. Das Kochwasser auffangen, zurück in den Topf geben und köcheln lassen, bis nur noch die Hälfte da ist. Danach mit dem Gemüse vermischen.

In der Zwischenzeit ein Esslöffel Olivenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Knoblauch darin kurz anrösten. Cumin und Kichererbsen hinzu geben, mit Salz und Pfeffer abschmecken und einen Moment braten. Dabei das Ganze rühren. Mit Balsamico ablöschen, wieder kurz erhitzen und das restliche Gemüse dazu geben. Den Salat durchziehen lassen, mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken. Petersilie dazu und mit Raddicchio anrichten. Den Sesam kurz anrösten und danach darüber streuen.

Fertig ist das ideale Sommergericht! Oder بالهنا و الشفاء!, wie man vermutlich in Marokko hören kann!

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