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Kategorie: Knowledge.

Symbolisches Tierblut auf meiner Haut: Umzingelt von Tierversuchen? (Teil 1)

Mein Zugang: Nichts ahnend. An einem gemütlichen Abend saß ich in der Badewanne und weil ich nichts zu Lesen bei der Hand hatte, griff ich nach dem Duschgel in der Hoffnung, einen…

Mein Zugang: Nichts ahnend. An einem gemütlichen Abend saß ich in der Badewanne und weil ich nichts zu Lesen bei der Hand hatte, griff ich nach dem Duschgel in der Hoffnung, einen interessanten Text auf der Rückseite zu finden. Diesen habe ich dann, neben einem kurzen Marketing-Absatz und den Inhaltsstoffen, auch tatsächlich gefunden: „Hergestellt ohne Tierversuche“ stand da. Das war nicht die Art von Text, die ich erwartet hatte. Zuerst dachte ich noch, dass das in der heutigen Zeit logisch sei, die Wissenschaft müsse doch schon längst soweit sein, auf diese verzichten zu können. Leider weit gefehlt.

Die ersten Zweifel kamen auf, als ich mein zweites Duschgel – die gleiche Marke, andere Sorte – unter die Lupe nahm: „Hergestellt ohne künstliche Aromen“ stand auf dem Platz, der bei der anderen Flasche den Tierversuchen vorbehalten war. Es folgte eine langwierige und umfassende Online-Recherche zu dem Thema und die Feststellung, dass vermutlich so gut wie all meine Kosmetikprodukte mit Tierversuchen in Verbindung stehen. Was leider auf den Großteil der im Fernsehen und in den glänzenden Magazinen beworbenen Kosmetika zutrifft. Unternehmen, die gänzlich ohne Tierversuche auskommen sind offensichtlich eine Seltenheit – und entsprechende Produkte ein Glücksgriff im Drogeriemarkt-Regal oder aber eher eine gezielte Suche nach diesen. Die Liste dieser Artikel ist quasi genau das Gegenteil von bekannten und vielfach beworbenen Produkten.

Kurzer Exkurs: Geschichtliches

Die Thematik der Tierschutz-Gesetze geht bis zur Zeit vor Christi Geburt zurück, wurde aber speziell im 19. Jahrhundert vermehrt aufgegriffen, mit der Forderung, diese zu verstärken. 1930 gab es diesbezüglich bereits mehr als 700 Vereine und Organisationen in Deutschland und schließlich machten sich die Nationalsozialisten das beliebte Thema zu Nutze: Viele Pelzhändler, Mediziner und Biologen waren Juden, in deren Kultur auch das Schächten (Ausbluten) verankert war. Dieses wurde, ebenso wie sämtliche Tierexperimente, vom NS-Regime per Gesetz verboten.
Für „kriegswichtige“ Projekte und für die „Volksgesundheit“ wurden aber schon zu dieser Zeit Ausnahmen zugelassen.

Aktuelles

Seit 11. März 2013 gibt es ein neues EU-Gesetz, welches Tierversuche für kosmetische Endprodukte sowie deren Rohstoffe verbietet. Entsprechende Produkte dürfen auch nicht mehr eingeführt werden. Ein schönes Zwischenziel, bei dem es allerdings noch einige offene Fragen und Unklarheiten gibt. Rohstoffe, die ihren Anwendungspunkt beispielsweise nicht ausschließlich (!) in kosmetischen Produkten finden, gelten als Chemikalie. Und Chemikalien fallen unter die Chemikalien-Richtlinie, für die europaweit Tierversuche verlangt werden, sofern es nicht zumindest sehr ähnliche, bereits getestete Stoffe gibt, durch die eine Vorhersage der Eigenschaften möglich wird. Auch wenn ein Inhaltsstoff in den medizinischen Bereich eingeordnet werden kann, sind Tierversuche meist gesetzlich vorgeschrieben.

Ebenso dürfen Konzerne nach wie vor außerhalb Europas Tiertests für Beauty-Produkte und deren Inhaltsstoffe durchführen, solange betroffene Einzelartikel nur nicht am europäischen Markt landen. Auf der anderen Seite gibt es nämlich Länder wie China – Hongkong & Taiwan ausgenommen -, die (erneute) Tierversuche zwingend vorschreiben und auch keine anderswo bereits anerkannten Alternativmethoden akzeptieren. Dies führt nun dazu, dass sich Unternehmen entscheiden müssen, an Tieren getestete Produkte am chinesischen Markt zu verkaufen und dafür auf den europäischen zu verzichten, oder umgekehrt.

Anmerken möchte ich auch, das sich dieses EU-Gesetz lediglich auf Produkte bezieht, die nach dem 11. März 2013 auf den Markt eingeführt wurden. Alle davor erschienenen Artikel sind von der Tierversuchsfreiheit ausgeschlossen und müssen auch nicht gesondert gekennzeichnet werden. Zu guter Letzt bleibt diesbezüglich noch zu sagen, dass die Durchsetzung und Kontrolle dieses Verkaufsverbots jedem einzelnen EU-Staat obliegt, wobei davon ausgegangen werden darf, dass nicht alle die Mittel hierfür haben.

Tierversuche? Nein, danke!

Man könnte nun natürlich sagen, dass das egal ist und für das eigene (europäische) Duschgel eventuell keine Tierversuche stattgefunden haben, sofern die Inhaltsstoffe nicht auch zum Beispiel Verwendung in Waschmitteln oder ähnlichem finden und somit als Chemikalie gelten, aber so lange ein Unternehmen irgendwo auf der Welt Tierversuche für irgendetwas durchführen lässt, finanziere ich mit dem Kauf dessen Produkte auch genau dies. Tierleid und die Firmen, die diese Tests in irgendeiner Form „gut heißen“ oder als notwendig erachten, möchte ich nach Möglichkeit aber nicht unterstützen, mit keinem noch so geringen Beitrag. Es gibt Alternativen und es gibt Firmen, die ohne Tierversuche auskommen.

Mehr dazu im zweiten Teil dieser Artikelserie.

 

Quellenangaben und weitere Infos:
http://de.wikipedia.org/wiki/Tierversuch
http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/infos/kosmetik-chemikalien/118-kosmetik-und-tierversuche
http://www.tierschutzbund.de/kosmetik-positivliste.html
http://www.kontrollierte-naturkosmetik.de/richtlinie.htm
http://kosmetik.peta.de/

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Petitionen wirken! Saatgutverordnung endlich ad acta gelegt

Lange hat es gedauert, aber nun zeigt sich: Kämpfen und nicht aufgeben lohnt sich! EU-weit unterschrieben rund 900.000 Menschen Petitionen gegen die europäische Saatgutverordnung, allein in Österreich unterstützten rund 500.000…

Lange hat es gedauert, aber nun zeigt sich: Kämpfen und nicht aufgeben lohnt sich! EU-weit unterschrieben rund 900.000 Menschen Petitionen gegen die europäische Saatgutverordnung, allein in Österreich unterstützten rund 500.000 Personen die Petition „Freiheit für die Vielfalt“ von ARCHE NOAH und GLOBAL 2000. Am 11. März 2014 war es dann so weit: Das EU-Parlament lehnte die Verordnung ab.

Mit einer ersten Ablehnung war die neue Saatgutverordnung aber noch lange nicht vom Tisch. Die EU-Kommission hatte erwogen die gescheiterte EU-Saatgutverordnung abgeändert nochmals vorzulegen statt sie zurückzuziehen und durch einen gänzlich neuen Entwurf zu ersetzen. Der wesentliche Unterschied: Während bei einem neuen Entwurf eine Folgenabschätzung und das Anhören aller Stakeholder, wie zum Beispiel auch der NGOs, zwingend sind, fallen sie bei einer Überarbeitung weg.

Saatgutverordnung zurückgezogen

Doch der Apell der BürgerInnen hat gewirkt. Am 25. Februar 2015 hat das EU-Parlament in Straßburg mit einer Mehrheit von 511 Stimmen gegen 130 Stimmen die EU-Saatgutverordnung zurückgezogen. Dieses Beispiel zeigt: Wir alle können EU-Gesetzgebungen mitgestalten, wenn wir uns rechtzeitig einbringen!

Die in Brüssel von der Generaldirektion für Gesundheit und Verbraucherpolitik vorbereitete EU-Saatgutverordnung hätte viele negative Entwicklungen bewirkt. Seltene und alte Sorten von Obst, Gemüse und Getreide wären vom Markt verschwunden – ein Bauer hätte Saatgut ohne Auflagen nicht einmal herschenken können. Einzig Industriepflanzen sollten gefördert und damit die Macht der Agrarindustrie weiter gestärkt werden. Diese sollte durch großen bürokratischen Aufwand bei der Zulassung von Pflanzensorten erreicht werden, die sich große Konzerne ohne weiteres leisten könnten, nicht jedoch kleine Bauern oder Organisationen, die die Vielfalt fördern.

Chance für die Vielfalt

Die EU-Kommission hat jetzt die historische Chance, die Reform von neuem zu starten und die Saatgutgesetze zukunftstauglich zu machen. ARCHE NOAH setzt sich dafür ein, dass in einer neuen Fassung alte Sorten und Raritäten einen gleichberechtigten Zugang zum Markt bekommen. Das bedeutet: Saatgut von Sortenraritäten darf nicht auf Nischen, kleine Mengen oder kleine Anbieter beschränkt werden.

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Der ökologische Fußabdruck – Definition, Berechnung, Ziel

Der ökologische Fußabdruck wird oftmals verschieden definiert, wobei diesen Definitionen überwiegend dieselbe Bedeutung innewohnt. „Der Indikator „Ökologischer Fußabdruck“ ist weltweit einer der erfolgreichsten Indikatoren zur Vermittlung des Konzeptes der ökologischen…

Der ökologische Fußabdruck wird oftmals verschieden definiert, wobei diesen Definitionen überwiegend dieselbe Bedeutung innewohnt. „Der Indikator „Ökologischer Fußabdruck“ ist weltweit einer der erfolgreichsten Indikatoren zur Vermittlung des Konzeptes der ökologischen Nachhaltigkeit und der physischen Begrenztheit des Planeten Erde.“ (Giljum und andere 2007:2). Wie auch in diesem Zitat angeführt, liest man diesen Fußabdruck als Messwert.

Warum beschäftige ich mich nun mit diesem Fußabdruck? Um genauer darauf einzugehen, werde ich davor eine neue Frage aufwerfen. Oft wird uns aufgezeigt, dass es immer noch das Denken des „Sollen doch die anderen machen, denn wenn ich als Einzelner es nicht mache, dann stirbt schon niemand davon.“. Natürlich kann man hier auch abermals die Debatte lostreten bezüglich des „Wenn das jeder sagt, macht es niemand.“, aber worauf ich hinweisen will ist, dass es nicht darum geht, sofort Ergebnisse erwarten zu können, sondern vorausblickend zu denken.

Somit kommen wir auch zu meiner Fragestellung. Wie ist die Definition des ökologischen Fußabdrucks, was soll er bewirken, was sind seine Ziele und wie wird er gemessen.

Die Berechnung des ökologischen Fußabdrucks

Wie kommt man auf die Ergebnisse dieses speziellen Abdruckes? Hierbei werde ich nur auf die klassische Berechnungsmethode zurückgreifen. Es ist natürlich ebenfalls möglich, einige Faktoren zu ändern. Dies ist zum Beispiel dann erforderlich, wenn man diese Berechnung für ein bestimmtes Land durchführen will. Die klassische Methode beinhaltet die Ausarbeitung der „ […] globalen Durchschnittserträge, [dafür] wurden nur diese berücksichtigt“ (Erb-Krausmann-Schulz 2002).

Der ökologische Fußabdruck wird nun dadurch berechnet, dass man das Inlandsaufkommen mit dem Import addiert und die Exporte abzieht. Dieses Ergebnis teilt man durch den Ertrag im Weltdurchschnitt. Die Werte nehmen Bezug auf die Elemente im Jahr. Jenen Wert stellt man nun den Ertragsfaktoren gegenüber. Diese bekommt man, indem man den lokalen Ertrag der jeweiligen Kategorie mit dem Weltertrag der jeweiligen Kategorie dividiert. Diese Werte gelten nur für Ackerland, Grünland, Wald und versiegelte Flächen (Erb-Krausman-Schulz 2002).

Soviel zu der Berechnung des ökologischen Fußabdrucks. Dies soll helfen zu verstehen, wie sich diese Werte zusammensetzen. Dennoch finden Kritiker auch hier schnell neuen Nährboden für ihre Beanstandungen sowie fehlerhafte Berechnungen. So wurden auch gesondert unabhängige Untersuchungen durchgeführt. „Die Regierung hatte ein Panel aus fünf skandinavischen Akademikern beauftragt, eine externe, unabhängige Evaluation einiger umstrittener Berichte des Instituts vorzunehmen, darunter auch der zum ökologischen Fußabdruck, und sie kamen zu dem Schluss, dass alle Berichte oder Methoden mehr oder weniger fehlerbehaftet sind.“ (URL 1 Nachhaltigkeit.info).

Ob manche Berichte Fehler enthalten oder eventuell auch Zahlen gefälscht werden, will ich hier gar nicht weiter thematisieren, sondern nun weiterführen zu dem eigentlichen Ziel des ökologischen Fußabdrucks. Dazu noch ein Untersuchungsergebnis, das von Greenpeace veröffentlicht wurde: „In Deutschland verursacht jeder Mensch zurzeit durchschnittlich 12,5 Tonnen. Dabei wäre sparen so einfach.“ (URL2: greenpeace.de).

Das Ziel – Wo wollen wir hin?

Die Berechnung des ökologischen Fußabdrucks zeigt uns, welche Komponenten dafür gebraucht werden. Obwohl Kritiker darauf hinweisen, dass es zu fehlerhafter Berechnung beziehungsweise zu Missbrauchn kommen kann, gibt es dennoch ein Ziel, welches verfolgt wird, Nachhaltigkeit. „Nachhaltigkeit ist vielmehr ein ganzheitlicher Entwurf. Er zielt auf das große Ganze. Er verbindet die drei Dimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales organisch. Und zwar so eng, dass neue Muster des Produzierens und Konsumierens sichtbar werden.“ (URL 3: Grober 2012).

Das Ziel ist, für mehr Bewusstsein für das Thema Nachhaltigkeit zu sorgen. Der Fußabdruck soll versinnbildlicht ein Spiegel unseres Selbst sein. Er soll uns zeigen, ob wir auf dem richtigen Weg sind oder ob wir uns mehr bemühen müssen. „Der Ökologische Fußabdruck ist kein allumfassender Indikator für Nachhaltigkeit, sondern wird von seinen Proponenten als ein wichtiges Kriterium für ökologische Nachhaltigkeit gesehen.“ (Giljum und andere 2007).

Ob wir nun den Zahlen Glauben schenken oder nicht, soll nicht der springende Punkt für jene sein, die sich um Nachhaltigkeiten bemühen, sondern aufzeigen, ob wir genug an uns arbeiten oder ob wir bewusster dafür sorgen müssen, dass auch langfristig gesehen der Wohlstand, irrelevant dessen, wie jeder einzelne diesen für sich definiert, gegeben ist.

Dabei will ich auch nochmals darauf hinweisen, dass Nachhaltigkeit keine „gute Tat“ ist, deren Folgen man sofort nach Beendigung dieser sieht, sondern es ist eine Entscheidung, die uns begleitet und der ökologische Fußabdruck ist dabei ein Richtwert, der uns helfen soll.

 

Urlographie

URL 1, LEXIKON DER NACHHAILTIGKEIT, Nachhaltigkeit.info, http://www.nachhaltigkeit.info/artikel/kologischer_fussabdruck_733.htm (14.12.2014, 23:52)
URL 2, GREENPEACE, http://www.greenpeace.de/presse/publikationen/unser-co2-fussabdruck-2014 (14.12.2014, 23:56)
URL 3, ULRICH GROBER DIE ENTDECKUNG DER NACHHALTIGKEIT – KULTURGESCHICHTE EINES BEGRIFFS, http://freiraum-godelmann.de/uploads/media/Ulrich_Grober_Entdeckung_der_Nachhaltigkeit.pdf (15.12.2014, 0:05)

Literaturverzeichnis

GILJUM Stefan, HAMMER Mark, STOCKER Andrea, LACKNER Maria, BEST Aaron, BLOBEL Daniel, INGWERSEN Wesley, NAUMANN Sandra, NEUBAUER Alexander, SIMMONS Craig, LEWIS Kevin, SHMELEV Stanislav. Dessau-Roßlau. Wissenschaftliche Untersuchung und Bewertung des Indikator „Ökologischer Fußabdruck“. Umweltbundesamt.de. 2007
ERB Karlheinz, KRAUSMANN Fridolin, SCHULZ B. Niels. Wien. Der Ökologische Fußabdruck des österreichischen Außenhandels. Synthesebericht. WWF Österreich. 2002

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Illegaler Welpenhandel, Teil 3: Erfolge im Kampf gegen den illegalen Tierhandel

In den vergangenen Artikeln zum illegalen Welpenhandel, Teil 1: Was kann ich tun? und Teil 2: Was muss ich beim Kauf beachten?, habe ich bereits die grundlegenden Informationen zum Thema mit euch geteilt….

In den vergangenen Artikeln zum illegalen Welpenhandel, Teil 1: Was kann ich tun? und Teil 2: Was muss ich beim Kauf beachten?, habe ich bereits die grundlegenden Informationen zum Thema mit euch geteilt. Sowohl Fakten zum Welpenhandel, als auch was man selbst beim Kauf eines Welpen beachten muss, um diese Machenschaften nicht zu unterstützen. Es gibt aber auch positive Nachrichten zu vermelden: 2014 sind in Österreich mehrere Meilensteine gegen den illegalen Welpenhandel gesetzt worden.

Keine privaten Tierverkäufe auf bazar.at und tieranzeigen.at mehr

Seit September werden auf bazar.at keine Privatanzeigen in der Kategorie „Tiere“ mehr geschalten. Damit setzt die Seite als erstes Kleinanzeigenportal einen wichtigen Schritt im Kampf gegen den illegalen Online-Handel von Welpen. Anfang 2015 durfte sich bazar.at über einen Verbündeten in diesem Kampf freuen. Das Onlineportal tieranzeigen.at zog jetzt nach und geht ebenfalls neue Wege in der Online-Tiervermittlung, um den illegalen Tierhändlern die Möglichkeit zu nehmen, ihre lukrativen Privatanzeigen online zu stellen.

Ganz konkret bedeutet das, dass nur noch behördlich gemeldete Züchter, landwirtschaftliche Betriebe und Tierschutzvereine mit einer gültigen Vereinsregisternummer Tiere auf diesem Weg verkaufen dürfen. Verlangt wird eine behördliche Bestätigung der Zuchtmeldung, nur dann erfolgt eine Freigabe für die entsprechenden Anzeigenkategorien.

Privatpersonen dürfen weiterhin verschenken

Privatpersonen dürfen natürlich weiterhin Tiere verschenken. Somit hat nach wie vor jeder die Möglichkeit, ein gutes Plätzchen für sein Tier zu finden. Illegalen Tierhändlern nimmt es aber die Möglichkeit, auf diesem Weg Geschäfte zu machen.

Verurteilung im Welpenhändler-Prozess

Im März 2014 wurden im Wiener Landesgericht für Strafsachen zwei Welpenhändler aus Wien nicht rechtskräftig verurteilt. Nach einer Berufung wurde zwar der Tatbestand des schweren Betrugs auf einfachen Betrug geändert, gemeinsam mit der bereits rechtskräftigen Strafe wegen Tierquälerei und einfachen Betrugs ergäbe sich dennoch für jeden der Angeklagten eine Freiheitsstrafe von insgesamt vier Jahren. Der Richter begründete seine Strenge damit, dass das Paar keine Reue gezeigt hatte und noch dazu bereits wegen desselben Delikts verurteilt worden war. Zudem erklärte er, dass die Tierquälerei sich auf jedes individuelle Tier bezieht und dies im gegenständlichen Fall ebenso erschwerend zu beurteilen sei, da ja mehrere Welpen betroffen waren.

Das Besondere an diesem Urteil ist, dass neben dem Tatbestand des gewerblichen Betrugs am Konsumenten erstmals auch die Tierquälerei berücksichtigt wurde. Die Verurteilten haben sich auf Kosten der Tiere bereichert und dafür großes Leid in Kauf genommen. In Massenzuchtanlagen geboren, werden Hunde in finsteren und schmutzigen Unterkünften gehalten und bekommen nur unzureichend Wasser und Futter. Welpenhandel ist also kein Kavaliersdelikt!

Das Urteil ist vor allem auch ein wichtiges Signal in Richtung Welpenhändler. Es soll signalisieren, dass dieser Geschäftszweig zu riskant und nicht mehr lukrativ ist, da man nicht mehr mit kleinen Geldbußen davon kommt, sondern die Gerichte auch saftige Freiheitsstrafen verhängen.

Das Angebot bestimmt die Nachfrage

Aber auch in Zukunft gilt: Das Angebot bestimmt die Nachfrage. Wenn keine Welpen mehr aus unseriösen Quellen gekauft werden, rentiert sich dieses Geschäft auch nicht und das Leid nimmt ein Ende. Deshalb ist es so wichtig, sich unbedingt vor dem Kauf gut zu informieren und auch Freunde, Verwandte und Bekannte über dieses Thema aufzuklären. Was ihr beim Verdacht auf illegalen Welpenhandel tun könnt und was ihr beim Kauf eines Welpen beachten müsst, könnt ihr in den ersten beiden Teilen nachlesen:
Teil 1: Was kann ich tun?
Teil 2: Was muss ich beim Kauf beachten?

 

Weitere Informationen:
www.illegalerwelpenhandel.at
www.stopptwelpendealer.org
www.peta.de/welpenhandel
www.tierschutzbund.de/kampagne-welpenhandel.html

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Volunteer Correct, Project Cape Town: Mutige Journalisten

Vor 40 Jahren – ich war wohl gerade zehn Jahre alt – waren mein Bruder und ich bei meiner Schwester (damals schon 19 Jahre alt) zu einer gemütlichen Fahrt mit…

Vor 40 Jahren – ich war wohl gerade zehn Jahre alt – waren mein Bruder und ich bei meiner Schwester (damals schon 19 Jahre alt) zu einer gemütlichen Fahrt mit einem Mann eingeladen, der ein Auge auf sie geworfen hatte. Er war der Chef eines Autohandels und wir fuhren an diesem Tag in einem wunderschönen roten Cabrio. Wir fühlten uns richtig cool! Jahre später gestand unsere Schwester uns den Grund für diesen Ausflug: Sie schätzte den Mann zwar als sehr nett ein, doch ihr gefiel die Idee nicht, dass er irgendetwas versuchen könnte, ganz abgesehen davon, sie in der Enge des Wagens zu berühren. Es war diese Erinnerung die mir wieder einfiel, als ich mit meinem Gruppenpartner Floris ein Interview beendete, das wir für Project Cape Town letzte Woche geführt hatten. Der Gedanke an eine “dritte Partei” um “Ärger zu vermeiden”.

Wir wollten wissen, wo die Kosten hinflossen, die Ehrenamtliche für ihr Arrangement zahlten. Der Beschluss stand fest, wir würden so lange fragen, bis wir zum Kern der Sache vorgedrungen waren. Wir suchten und fanden Ehrenamtliche des teuersten Volunteering Unternehmens und darüber hinaus einem der größten Player im Voluntourism-Markt von ganz Südafrika.

Wir waren gut vorbereitet. Unser Mittel um an den Kern der Sache zu gelangen: Ein Tortendiagramm. Sehr viele Organisationen benutzen diesen visuellen Trick um Transparenz zu simulieren, doch es bleibt was es ist: Ein Trick.

NikoCurry

“40% gehen an die Unterkünfte und die Versorgung, 30% in das Projekt, 25% an das Management und die Organisation und die übrigen 5% sind Spenden für das Projekt!”, erklärt eine Organisation anhand ihres Tortendiagramms. Doch in einem anderen Kreisdiagramm wurden die Kategorien komplett anders verteilt: “70% Organisationskosten.” Was beinhaltet diese Zahl, was schließt sie aus?

Die einzige Sache, die diese unterschiedlichen Diagramme gemeinsam haben, ist ihr psychologisches Ziel: Die Organisation oder Firma als vertrauenswürdig darzustellen. Doch was passiert, wenn du das Geld, das du bezahlt hast, anhand der angegebenen Prozentangaben aufteilst – kommen dir die Zahlen dann immer noch angemessen vor? Außerdem wollten wir den Ehrenamtlichen subtil Fragen über das fehlende Stück des Kuchens stellen: Den Gewinn!

Doch wir, mutige Journalisten die wir waren, hatten mit einer Sache nicht gerechnet: Die Chefin der Organisation gesellte sich gerne zu uns. “Ich hoffe, Sie haben kein Problem damit, wenn ich während des Interviews bei meinen Mädchen bleibe?” Das war Michelle. Ich erwähnte sie in einem meiner früheren Artikel. Vor fünf Jahren hat sie selbst als Ehrenamtliche gestartet und jetzt leitet sie das “Hostel” der Organisation. Sie ist der perfekte Botschafter: Absolut überzeugt von der Mission des Unternehmens und höchstwahrscheinlich vollkommen unwissend über dessen Profit.

Die ehrenamtlichen Helfer, drei junge Mädchen aus Australien, Kanada und den Niederlanden, hatten nicht das leiseste Interesse daran, unserem Weg durch die Aufteilung der Tortendiagramm-Stücke zu folgen. “Wir mögen keine Tortendiagramme, das ist zu 08/15.” Michelle nickte zustimmend mit einem Lächeln auf den Lippen.

Tatsächlich war es auch Michelle, die uns aufklärte und zugleich für ihre Mädchen antwortete: “Für uns zählt die Qualität der Organisation, nicht das Geld. Wir sind überzeugt von dem Guten, das wir tun und (es tut mir sehr leid, dass ich das so sagen muss, aber) es ist nicht so wichtig, dass es mehr kostet als das Projekt des nächstbesten Kerls.”

Plötzlich waren wir nicht mehr so mutig, unfähig die Konversation mit unseren scharfen Fragen aufrecht zu erhalten. Sie wollten nicht dabei mitmachen, die einzelnen Tortenstücke zu zerteilen. Frustriert verließen wir das Schlachtfeld, davon überzeugt, dass alles ganz anders gelaufen wäre, wenn Michelle nicht anwesend gewesen wäre. Zu Recht rieben sich unsere Kollegen an uns auf: Warum nutzten wir nicht unsere Kraft als Journalisten und fuhren fort Fragen zu stellen? Wir schulden ihnen noch immer eine Antwort. Wir sind nicht die mutigen Journalisten, nicht ein kleines Stück.

Volunteer Correct, Project Cape Town: Bold journalists

Forty years ago – I must have been ten years old – my brother and I were invited to join my sister (already 19 years old) on a leisurely ride, together with a man who was quite obviously after her. He was the boss of a car dealership and we rode that day in a beautiful red convertible. How cool we felt that day! Years later my sister confessed why we were taken along: she thought the man was nice enough, but didn’t like the idea of him making a pass, let alone touch her in the confines of the car. It is this memory that came back to me when my group member Floris and I finished an interview that we carried out for Project Cape Town last week. It was the memory of having a ‚third party‘ present to ‚avert danger‘.

We wanted to know where the costs that volunteers pay for their arrangement really went. And we had decided we would really keep asking questions and get to the bottom of it! We had scouted out volunteers of the most expensive volunteer company we could find, and above all, one of the biggest players in the South African voluntourism market.

We were well prepared. Our instrument with which to cut to the heart of it: the pie chart. Often an organisation uses this visual trick to seem transparent towards volunteers, but it’s just that: a trick.

“40% goes to room and board, 30% goes to the project, 25% goes to the management and organization and the remaining 5% area project donation!”, states one organisation in their pie chart. But in another pie chart, the categories are divided completely different: “70% organisational costs.” What does that include and exclude?

The only thing that the different pie charts share is their psychological aim: make the company or organization seems trustworthy. But what if you start dividing the money you have paid towards the percentages mentioned, do those amounts still seem reasonable? And of course we we would subtly like to ask the volunteers about the missing piece of the pie: the profits!

But we, bold journalists that we are, had not counted on one thing: the boss of the volunteers happily joined us. “I hope you don’t mind me staying with my girls during the interview?” That was Michelle. I mentioned her here before in my previous post. Five years ago she had started as volunteer, and now she runs the organization’s ‚hostel‘. She’s the perfect ambassador: an absolute believer in the company’s mission, and probably unaware about the amount of profit for the company.

The volunteers, three young girls from Australia, Canada and the Netherlands, had not the slightest intent to follow us down the path of the partition of the pies: “We don’t like pie charts, we think it’s too cookie-cutter.” Michelle intently nodded agreement, a smile on her face.

It was Michelle who eventually explained it to us, representing her girls: “For us it is about the quality of the project and not about the money. We’re convinced about the good we do and (I’m very sorry to say so, but) it is not that important that it costs a bit more than the next guy’s project.”

Suddenly we weren’t that bold anymore, unable to pepper the conversation with our sharp questions. They didn’t want to join us dividing the pies. Frustrated, we left the battle field, convinced that everything would have gone completely differently if Michelle hadn’t been there. Rightfully so, our colleagues rubbed in our failure: why didn’t we use our power as journalists and kept questioning? We still owe them an answer. We aren’t those bold journalists yet. Not by a long shot.

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Kritischer Konsum: Auf den Spuren des Fairtrade-Ingwers

Wie schwer ist es, als österreichisches Jungunternehmen Fairtrade-Richtlinien einzuhalten, ein nachhaltiges Bio-Produkt zu produzieren und dennoch erfolgreich zu sein? Ein Vorzeige-Unternehmen, das diese Herausforderungen erfolgreich gemeistert hat, ist der österreichische Getränkehersteller all…

Wie schwer ist es, als österreichisches Jungunternehmen Fairtrade-Richtlinien einzuhalten, ein nachhaltiges Bio-Produkt zu produzieren und dennoch erfolgreich zu sein? Ein Vorzeige-Unternehmen, das diese Herausforderungen erfolgreich gemeistert hat, ist der österreichische Getränkehersteller all i need. Im November 2014 gingen die beiden Gründer und Geschäftsführer, Tom und Alex, sogar noch einen Schritt weiter und flogen persönlich nach Sri Lanka, um sich von den Bio-, Fairtrade- sowie menschenrechtlich einwandfreien Bedingungen vor Ort mit eigenen Augen zu überzeugen. „Wir möchten mit unserem Produkt globale Verantwortung übernehmen und allen, die es interessiert, zeigen, welche Zutaten in all i need enthalten sind und woher sie kommen“, erklärt Tom die Motivation, auf diese Art und Weise einen Blick hinter die Kulissen von all i need anzubieten.

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In einem immer noch von den Nachwirkungen des Tsunamis gezeichneten Land möchten Tom und Alex zur Verbesserung der Lebenssituation ihrer Produzenten und deren Kinder beitragen. Für die beiden Jungunternehmer ist klar: Bildung ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben. Deshalb werden mit jeder verkauften Palette ihres Getränks verschiedene Schulprojekte unterstützt. Mit eigenen Augen konnten sie sich davon überzeugen, dass zur Verarbeitung des für all i need benötigten Ingwers in der Spice Factory von Biofood in Jamesvally alle Verarbeitungsschritte unter Einhaltung strengster Hygienevorschriften durchgeführt werden.

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Der Ingwer gedeiht inmitten eines biodivers nachhaltig angelegten Grund und Bodens, frei von schädlichen Düngemitteln und Pestiziden. Dank der Fairtrade-Bedingungen und der so genannten Fairtrade-Prämie können Kleinbauern demokratisch für die Verbesserung ihrer Infrastruktur, Wassergewinnung, Bepflanzung oder auch für eigene Sozialaktivitäten wie zum Beispiel Schulbildung abstimmen und diese fördern. Die verschiedenen Maßnahmen ermöglichen es den Kleinbauern, den vor allem anfangs schwierigeren Weg des biologischen Anbaus zu gehen. Somit werden die Lebens- und Arbeitsbedingungen der lokalen Bauern verbessert und gleichzeitig Bio-Landwirtschaft gefördert.

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Auf dem Blog von all i need findet ihr einen detaillierten Bericht inklusive Fotos der viertägigen Reise. Von einer Schuleröffnung zum Besuch eines Kindergartens und einer Nachmittagsschule bis zur Besichtigung der Spice Factory des all i need Partners Biofood und den Anbaufeldern des Ingwer könnt ihr euch ein Bild von den Ergebnissen des fairem Handels im Zuge der all i need Produktion machen.

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Illegaler Welpenhandel, Teil 2: Was muss ich beim Kauf beachten?

Im ersten Teil meiner Serie über illegalen Welpenhandel habe ich bereits beschrieben, weshalb das Geschäft mit illegalen Welpen boomt und was man tun sollte, wenn einem etwas Verdächtiges auffällt. Nachdem…

Im ersten Teil meiner Serie über illegalen Welpenhandel habe ich bereits beschrieben, weshalb das Geschäft mit illegalen Welpen boomt und was man tun sollte, wenn einem etwas Verdächtiges auffällt.

Nachdem man leider auch in Österreich oder Deutschland nicht automatisch sicher sein kann, an einen seriösen Züchter geraten zu sein, möchte ich euch in diesem Artikel einige Tipps geben, worauf ihr achten solltet, wenn ihr euch einen Welpen zulegt. Auch wenn hier hauptsächlich von Hundewelpen die Rede ist, so gelten die meisten Regeln generell beim Kauf eines Tieres.

Überlegungen vor dem Kauf

Mit dem Kauf eines Tieres übernimmt man die Verantwortung für dieses Lebewesen. Daher sollte man sich vor dem Kauf einige Fragen stellen:

  • Habe ich die nötige Zeit um mich um das Tier zu kümmern?
  • Kann ich dem Tier ein artgerechtes und rassegerechtes Leben bieten?
  • Welche laufenden Kosten kommen auf mich zu? (Ernährung, Tierarzt, Steuern, Versicherung…)
  • Welche Rasse passt zu mir? (Temperament, Veranlagung, zu welchem Zweck wurde die Rasse gezüchtet…)
  • Soll es ein junges oder ein älteres Tier sein?
  • Habe ich mich zur Lebenslänge informiert und kann mich diese gesamte Zeit um das Tier kümmern? Auch im Urlaub oder bei Krankheit?

Wenn all diese Fragen positiv beantwortet werden können, kann man sich auf die Suche nach seinem Begleiter machen.

Ein Tier aus dem Tierheim

Tiere aus dem Tierheim haben leider vielerorts einen schlechten Ruf. Sie gelten als schwierig oder gestört. Natürlich leben sehr viele Tiere im Tierheim, die eine unschöne Vergangenheit hinter sich haben und die dadurch einige Probleme mit sich bringen. Auch wenn man ein Problemtier nicht leichtfertig zu sich nehmen sollte: Viele dieser Tiere entwickeln sich mit einiger Geduld zu wahren Schätzen und tollen Begleitern.

Genauso sitzen aber auch viele Tiere im Tierheim, die ein ganz normales Leben hatten und durch unglückliche Begebenheiten dort gelandet sind. Manchmal entwickeln sich Allergien in einer Familie und das Tier muss aus diesem Grund abgegeben werden oder der Besitzer stirbt. Die Gründe sind sehr vielfältig. Sehr viele Tierheimtiere haben in ihrer Vergangenheit also nichts Negatives erlebt und sind dem Menschen gegenüber genauso aufgeschlossen, wie ein Tier vom einem guten Züchter. Der Gang ins Tierheim lohnt sich also immer!

Dont’s beim Tierkauf

Niemals einen Hund auf der Straße, auf Märkten im Urlaub oder wahllos im Internet kaufen. Auf gar keinen Fall einen Welpen aus Mitleid kaufen! So kurbelt man dieses grausame Geschäft weiter an und macht sich für die weitere Zucht der Tiere mitverantwortlich! Wie ihr euch verhalten solltet, wenn euch etwas Verdächtiges auffällt, findet ihr im ersten Artikel zum illegalen Welpenhandel.

Checkliste: Wie erkenne ich einen seriösen Züchter?

Wenn es wirklich kein Tier aus dem Tierheim sein soll, fängt die Suche nach einem guten Züchter an. Das sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen und sich hier wirklich genau informieren. Vermeintliche Schnäppchen entpuppen sich später oft als Problemtiere, da sie entweder gesundheitliche oder psychische Probleme mitbringen, etwa durch schlechte Sozialisierung.

1. Die Übergabe sollte nur beim Züchter zu Hause stattfinden

Es ist wichtig, dass man die genaue Herkunft der Welpen kennt und ihre Geburtsstätte besichtigen darf. Wenn sich der Anbieter stattdessen irgendwo treffen oder den Welpen zum zukünftigen Besitzer nach Hause bringen möchte, hat er sehr wahrscheinlich etwas zu verheimlichen. Ebenso kann man bei einer Besichtigung das Umfeld beurteilen, in dem die Tiere aufwachsen – Werden die Tiere an verschiedene Umwelteinflüsse gewöhnt? Werden sie gut gepflegt und artgerecht gehalten? – und kann gegebenenfalls die Tiere schon öfter besuchen, bevor man seinen Welpen abholt.

2. Sieh dir die Elterntiere an

Für die Welpen ist der Kontakt zur Mutter und den Geschwistern überaus wichtig. Gemeinsam lernen sie soziales Verhalten und bekommen die nötige Geborgenheit. Aber auch Verhalten und Ängste können von der Mutter erlernt und übernommen werden. Daher sollten auch die Elterntiere einen aufgeschlossenen und gesunden Eindruck vermitteln. Weigert sich der Anbieter, kann das verschiedene Gründe haben: Oftmals werden Hündinnen als reine „Gebärmaschinen“ missbraucht und vegetieren nicht selten in armseligen Verschlägen vor sich hin. Es kann aber auch sein, dass die Welpen aus dem Ausland kommen, wo sie ihrer Mutter vorzeitig entnommen wurden.

3. Keine riesige Anzahl an Tieren nur derselben Rasse

Aufgrund des großen Zeitaufwands einer verantwortungsvollen und individuellen Betreuung der Mutter und Welpen, zieht ein seriöser Züchter nur ein bis drei Würfe pro Jahr auf. Außerdem spezialisieren sich Züchter im Normalfall auf eine bestimmte Rasse. Bei einer großen Auswahl an Welpen verschiedenen Alters ist daher Vorsicht geboten. Bietet ein und derselbe Verkäufer sogar Welpen verschiedener Rassen an, ist davon auszugehen, dass er lediglich als Zwischenhändler fungiert.

4. Die Welpen sollten bei der Abgabe mindestens acht Wochen oder älter sein

Auch wenn sie noch so süß sind: Gib deinem Welpen die nötige Zeit, die er braucht. Laut Gesetz darf ein Welpe bei der Abgabe nicht jünger als acht Wochen sin. Deutlich besser ist aber ein Abgabealter von neun oder zehn Wochen. Bei Katzenwelpen sollten es sogar 12 Wochen sein. Erst dann sind sie in ihrer Entwicklung soweit, dass sie von ihren Wurfgeschwistern und von der Mutter getrennt werden können.

Achtet ebenfalls darauf, dass die Welpen bei der Abgabe mehrfach entwurmt, altersmäßig geimpft und gechipt sind und einen EU-Pass haben. Je nach Rasseverband kommen Augenuntersuchungen oder andere Tests hinzu. Dies lässt sich beim jeweiligen Rassehundeclub erfragen.

Hände weg von Tieren aus Zoofachhandlungen

Der Verkauf von Welpen in Zoofachhandlungen ist leider nicht gänzlich verboten. Zwar bedarf es einer speziellen Bewilligung und ein paar Auflagen, die zu erfüllen sind, dennoch bedeutet die Zurschaustellung in Zoofachhandlungen vor allem eines für die Tiere: Stress!

Jedem sollte klar sein, dass ein Tier in einer Zoofachhandlung nie artgerecht gehalten werden kann. Nicht nur deshalb kann man nur davon abraten, dieses Geschäft zu unterstützen. Vor allem kann man in einer Zoofachhandlung keinen der oben genannten Punkte beachten, die man bei der Auswahl seines Züchters eigentlich berücksichtigen sollte.

In den letzten Jahren haben sich des Öfteren Geschädigte gemeldet, deren Hund kurz nach dem Kauf erkrankte oder sogar verstarb. Es ist daher nicht auszuschließen, dass auch Zoofachhandlungen Hunde von unseriösen Züchtern aus dem Ausland beziehen. Somit besteht die Gefahr, dass man ungewollt den illegalen Welpenhandel unterstützt und folglich ein krankes Tier erwirbt oder sogar mit dem Verlust des Welpen konfrontiert wird.

 

Im dritten und damit letzten Teil über illegalen Welpenhandel möchte ich euch einige positive Schritte vorstellen, die bereits im Kampf gegen den illegalen Welpenhandel gelungen sind. -> Jetzt weiter lesen <-

Weitere Informationen:
www.illegalerwelpenhandel.at
www.stopptwelpendealer.org
www.peta.de/welpenhandel
www.tierschutzbund.de/kampagne-welpenhandel.html

Keine Kommentare zu Illegaler Welpenhandel, Teil 2: Was muss ich beim Kauf beachten?

Volunteer Correct, Project Cape Town: Ehrenamtliches Arbeiten mit Kindern

Wie schnell die Zeit vergeht! Vor wenigen Tagen erst sind wir hier in Kapstadt gelandet und jetzt geht es schon fast wieder nach Hause. Doch das letzte Video, das wir gemacht…

Wie schnell die Zeit vergeht! Vor wenigen Tagen erst sind wir hier in Kapstadt gelandet und jetzt geht es schon fast wieder nach Hause. Doch das letzte Video, das wir gemacht haben, hat eine Explosivität in sich, die uns mit einem Knall verabschiedet!

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Für dieses Video haben wir uns über ehrenamtliche Arbeit mit Kindern befasst, ein sehr heißes Thema. Nicht nur, weil die Arbeit mit Kindern der grösste Bereich des Volunteering ist, sondern auch, weil belegt ist, dass es vielen Kindern schadet, denen es eigentlich helfen sollte. Für das Video begaben wir uns zum Masicgine Waisenhaus um einen Sozialarbeiter, einen Mitarbeiter und einen Volunteer zu interviewen. Dieses spezielle Waisenhaus sah wirklich gut aus! Die Kinder hatten ihre eigenen Betten und viel Platz zum Spielen. Auch waren die Mitarbeiter sehr nett und hilfsbereit. Als wir mit Lydia sprachen, die seit 25 Jahren dort arbeitet, erzählte sie uns wunderschöne und rührende Geschichten über ihre Fürsorge und Liebe zu den Kindern. Es brachte uns alle zum Weinen.

Um die tägliche Realität des Waisenhauses von einer anderen Perspektive zu betrachten, sprachen wir auch mit Experten. Prof. Lauren Wilde ist eine Psychologin, die sich viel mit Anpassungsproblemen beschäftigt. Eines der Probleme ist, dass das Verhalten von Kindern, die verletzt wurden, nicht von jedem zu erkennen ist. Mit Prof. Harry Garuba hatten wir jemanden, der uns darüber informierte, wie die Verwendung von dunkelhäutigen Kinder in Werbungen mit der Kolonialgeschichte zusammenhängt. Es machte uns klar, wie das selbstverständliche Zeigen von afrikanischen Kindern – von Brangelina’s Adoptionen bis hin zu Kindern in Bono’s Weihnachtslied – auf schädlichen Klischees aufbaut.

Als wir das Material bearbeiteten, hatten wir unsere eigene Diskussion darüber, was wir einfügen und was wir weg lassen sollten. Sollten wir Kinder zeigen oder nicht? Da uns die Probleme nun bekannt waren, beschlossen wir, ihre Gesichter unkenntlich zu machen. Doch wir waren alle weiterhin sehr emotional bei der Bearbeitung des Materials. All das, weil wir unsere eigene Schlussfolgerung gefunden hatten: Selbst wenn Menschen Gutes tun wollen, das große Ganze ist sehr komplex. Ganz besonders für die Kinder, die vernachlässigt und verlassen wurden und nie eine Wahl bekommen hatten. Was unsere Diskussion noch intensiver machte, war das Beisein von Lindo, einem unserer ansässigen Teilnehmer. Da er aus der Township Khayelitsha kommt, hat er sehr viele dieser Dinge miterlebt. Es war gut, seine Ansichten zur Situation und das Video auf seine Weise zu sehen.

Was haben mir meine Erfahrungen als ehrenamtlicher Filmemacher gebracht? Ich fand meine Nike-Schuhe nicht mehr, ich lernte nicht, wie eine afrikanische Frau zu tanzen und ich hatte kein traditionelles afrikanisches Essen gegessen. Aber abgesehen davon habe ich ein paar Worte in Xhosa gelernt, viele neue Menschen kennen gelernt und habe sehr viele interessante, wundervolle und emotionale Geschichten gehört. Außerdem sah ich einige atemberaubende Landschaften, erklomm den Table Mountain und war Bungeejumpen von der höchsten Brücke der Welt! Das war so cool!

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Unsere letzten Tage hier sind angebrochen und niemand denkt mehr an etwas anderes. Manche von uns fahren nach Hause und mieten sich ein Auto um zu reisen und manche bleiben einfach und verbringen die letzten Tage entspannt. Aber wir sind uns alle einig: Die Tage vergingen zu schnell! Um uns also gebührend zu verabschieden, hier nun der Film über die Gefahren bei der ehrenamtlichen Arbeit mit Kindern.

Volunteer Correct, Project Cape Town: The dangers of volunteering with children

How time has passed so fast. Not long ago did we land in Cape Town, and now we’re almost on our way home. But the last video we’ve made had the explosiveness in it to send us off with a bang!

For this video, we looked at volunteering with children, a really hot topic. Not only because most volunteering happens with children, but also because there is proof that it regularly damages the children it is supposed to help. For the video, we went to the Masicgine orphanage to interview a social worker, a staff member and a volunteer. This particular orphanage looked really good! The children had their own beds, with a lot of places to play. Also the staff members were so nice and helpful. When we talked with Lydia, who has been working at the orphanage for 25 years, she told us beautiful stories about her care and love of the children… We all had to cry.

To put the everyday reality of the orphanage into perspective, we spoke with experts. Prof. Lauren Wilde is a psychologist who knows everything about attachment problems. One of the things is that the behaviour of hurt children can not be seen by everyone. With Prof. Harry Garuba, we were informed about how using images of black children in commercials is related to the colonial history. It made clear how much of the normal way of showing African children – from Brangelina’s adopting of children to Bono’s christmas song – is built on harmful cliches.

When editing this item we had our own discussion about what to include and leave out. Should we show children in our item or not? Informed about the problems, we decided we will blur all the faces of the children. But we were still a little emotional when we were editing this item. All because we had found our own conclusion: even though people want to do good, everything is still really complex. Especially for the children, who were neglected, abandoned and never asked for any of what they face. What made our discussion more real, was that we were joined by Lindo, one of our local particpants. As he is from the township Khayelitsha, he sees a lot of these things happen. It was good to see the situation and the video from his eyes as well.

So what did I get from my experience as a volunteer filmmaker? I didn’t find my Nikes back, I didn’t learn to dance like an African woman and I didn’t eat the real African food. But besides that I have learnt some words in Xhosa, met a lot of new people and heard a lot of interesting, wonderful and emotional stories. I also saw some amazing landscapes, went up at the Table mountain and went bungeejumping from the highest bridge of the world! I feel so cool!

The last days of our stay are here and everybody is thinking about it. Some of us are getting home, renting a car to travel and some of us are staying here to relax the last days. But we all agreed: those days went by so soon! So to show you out with great goodbye, enjoy our film about the dangers of volunteering with children.

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Illegaler Welpenhandel, Teil 1: Was kann ich tun?

Leider boomt der illegale Welpenhandel, der vor allem im Internet eine perfekte Plattform für seine betrügerischen Machenschaften gefunden hat. Besonders Rassewelpen werden preiswert und unter falschen Angaben online angeboten. Am öftesten sind…

Leider boomt der illegale Welpenhandel, der vor allem im Internet eine perfekte Plattform für seine betrügerischen Machenschaften gefunden hat. Besonders Rassewelpen werden preiswert und unter falschen Angaben online angeboten. Am öftesten sind davon Hundewelpen betroffen, aber auch Katzenwelpen wechseln oft auf diese Weise ihren Besitzer.

In Osteuropa werden die armen Tiere unter schlimmsten Bedingungen produziert. Sowohl die Welpen, aber auch die Mütter, die als Gebärmaschinen missbraucht werden, leiden unvorstellbare Qualen. Die Tiere werden nicht gepflegt, bekommen unzureichend Nahrung und Wasser und keine tierärztliche Versorgung. Viel zu früh werden die Welpen von ihrer Mutter getrennt um anschließend hunderte von Kilometer durch Europa gekarrt zu werden. Verluste kalkulieren die Händler dabei ein.

Die neuen, ahnungslosen Besitzer hingegen, die sich ein Schnäppchen erhofft haben, werden oft mit hohen Tierarztkosten oder dem frühen Tod der Welpen konfrontiert. Psychische Schäden tragen viele Welpen ihr Leben lang mit sich, da sie viel zu früh von ihrer Mutter und ihren Wurfgeschwistern getrennt werden und keinerlei vernünftige Sozialisierung erleben durften.

Illegaler Welpenhandel wird oftmals unbewusst unterstützt

Viele Menschen unterstützen mit ihrem Kaufverhalten oftmals ganz unbewusst den illegalen Welpenhandel, indem sie sich aus verschiedenen Gründen für einen Kauf entscheiden. Manchmal ist es das Schnäppchen im Internet, ein anderes Mal ein süßes Hunde- oder Katzen-Baby auf einem Wochenmarkt im Ausland, wieder ein anderes Mal eine vermeintliche Rettungsaktion eines armen Welpen durch einen Spontankauf.

Genau diese Situationen sind von der Welpenmafia messerscharf kalkuliert und bringen ihr lukrative Geschäfte ein! Das Leben und die Gesundheit des Hundes selbst spielen für sie dabei keine Rolle.

Einen kleinen Leitfaden, was beim Hundekauf und bei der Züchterauswahl beachtet werden muss, findest du in Teil 2 der Artikelserie. So kannst du vermeiden das Leid zu unterstützen.

Wie soll ich mich also verhalten?

Eine verdächtige Anzeige im Internet

Wenn dir eine verdächtige Anzeige im Internet auffällt, melde dies dem örtlichen Tierschutzverein (z.B. www.tierschutzverein.at, Tel: 01/897 33 46) oder bei der Tierschutz-Helpline der Stadt Wien (Tel: 01/400 080 60). Die Polizei ist in so einem Fall ebenfalls zuständig oder in Deutschland die Bundesgeschäftsstelle des Deutschen Tierschutzbundes.

Direkt bei einem Verkaufsgespräch

Stellst du beim Kauf vor Ort fest, dass du es anscheinend mit einem illegalen Welpenhändler zu tun hast, heißt es schnell reagieren. Die Person in ein Gespräch verwickeln, Kennzeichen notieren, sofort die Polizei verständigen (Tel: 133), diese informiert in der Folge den Amtstierarzt.

Auf gar keinen Fall sollte man den Welpen aus Mitleid kaufen. Dadurch würde man die Welpen-Mafia unterstützen und finanzieren. Geschätzt wird, dass für jeden verkauften Welpen fünf neue nachproduziert werden. Ein Teufelskreislauf, der unbedingt beendet gehört. Zeigt man den Händler hingegen an, werden die Welpen ins Tierschutzhaus gebracht, medizinisch versorgt und an gute Plätze vermittelt. Der Händler hat somit nichts an seinen Welpen verdient und erhält stattdessen eine Strafe. Leider sind die Strafen oft viel zu niedrig, aber auch hier tut sich tierschutzrechtlich einiges. Sogar unbedingte Freiheitsstrafen wurden bereits für Welpendealer verhängt.

Der Tierarzt äußert einen Verdacht bei einem Welpen

In diesen Fall gibt es ein von der Polizei zur Verfügung gestelltes Formular. Dieses kann gemeinsam mit dem Tierarzt ausgefüllt und der Fall der Bundeskriminalpolizei gemeldet werden.

Dokumentiere so viel wie möglich mit Fotos, Videos, Screenshots von Internet-Anzeigen, Impfpass und wenn vorhanden mit Kontaktdaten des Händlers oder Züchters sowie Autokennzeichen oder ähnliches. Alle Hinweise können wichtig sein, um Welpendealer vor Gericht zu bringen!

Aber Achtung!

So wichtig es ist, illegale Welpendealer anzuzeigen, brauchst du dafür unbedingt Beweise beziehungsweise wirklich ganz eindeutige Indizien. Solltest du tatsächlich an einen illegalen Welpenhändler geraten, sollte dein eigener Schutz oberste Priorität haben. Es gibt durchaus Leute, die nicht vor Maßnahmen gegen vermeintliche Aufklärer zurückschrecken.

 

Im zweiten Teil über illegalen Welpenhandel erfahrt ihr mehr darüber, was ihr beim Kauf eines Welpen beachten müsst und wie ihr einen seriösen Züchter erkennt. -> Jetzt weiter lesen <-

Weitere Informationen:
www.illegalerwelpenhandel.at
www.stopptwelpendealer.org
www.peta.de/welpenhandel
www.tierschutzbund.de/kampagne-welpenhandel.html

7 Kommentare zu Illegaler Welpenhandel, Teil 1: Was kann ich tun?

Volunteer Correct, Project Cape Town: Ein Zuhause abseits von Zuhause

Letzte Woche interviewten wir eine britische Lady, die sich innerhalb von fünf Jahren von einer jungen, blonden Ehrenamtlichen zu einer Hausmutter einer Mini-Jugendherberge, die einer von Südafrikas größten Ehrenamtlichen-Organisationen gehört, verwandelt hat….

Letzte Woche interviewten wir eine britische Lady, die sich innerhalb von fünf Jahren von einer jungen, blonden Ehrenamtlichen zu einer Hausmutter einer Mini-Jugendherberge, die einer von Südafrikas größten Ehrenamtlichen-Organisationen gehört, verwandelt hat. Obwohl sie selbst gerade mal 30 Jahre alt ist, hat sie „ihre Mädchen“ mit einer mütterlichen Art im Blick. Die erwähnten Mädchen sind ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter, aber zur gleichen Zeit auch unsere Befragten und kommen von drei verschiedenen Übersee-Kontinenten. Beim Interview wollten wir genaueres über ihre Arbeit erfahren. Aber Mami, die für die Muttergesellschaft arbeitet, blieb am Tisch mit ihrem wachsamen Blick und ruinierte das Interview. Es muss sich um Mutterliebe gehandelt haben, jedoch mit Selbstgefälligkeit und dem Drang zu beschützen. So blieben all die interessanten Entdeckungen, auf die wir hofften, unausgesprochen. „Wir versuchen ein Zuhause abseits von Zuhause zu errichten.“, sagte die Ehrenamtlichen-Mutter. Ihre Kinder nickten einstimmig.

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Ein Zuhause abseits von Zuhause. Einer meiner Projektteilnehmer bedacht die Idee mit Spott: „Puh, wenn die Organisation sich um jedes unserer Bedürfnisse kümmert, wie viel Abenteuer bleibt dann noch dabei, auf der anderen Seite der Welt zu sein? Wäre es dann nicht einfacher, im eigenen Land ehrenamtlich zu arbeiten?“ Ist es nicht das Ziel, bis ans Ende der Welt zu reisen um von Zuhause weg zu kommen? Um frei zu sein? Um seinen eigenen Weg zu gehen! Um dich selbst kennen zu lernen! Und ist das nicht das komplette Gegenteil von der Idee, irgendwo anders ein neues Zuhause zu finden?

Ein Zuhause abseits von Zuhause. Seltsam genug, ist es eine Situation in der sich nicht nur unsere Interviewpartner befinden. Es zählt für uns genauso. Nolens volens – willig oder widerwillig? Unser Hostel in Observatory, Kapstadt – „The Green Elephant“ – ist unser Zuhause weit weg von Zuhause geworden. Ein gemütlicher Platz mit einigem Angebot. Das Schaukeln des Schaukelstuhls klingt überzeugend und es ist sehr angenehm, dass wir eine Bar haben, wo der freundliche Barkeeper örtlich hergestelltes Bier serviert.

Eine Woche lang bist du hier, und dir wird klar, dass du den Kochplatz täglich beschlagnahmst um für 15 Leute zu kochen, jede Biersorte probiert hast, jeden in dem kleinen, wie ein Cockpit aussehenden, Büro kennst, der dich hinein lässt sobald du an der Außentür läutest. Du bist mit allen Barkeepern befreundet, hast herausgefunden wo das WLAN am besten funktioniert und kennst alle anderen beim Vornamen. Dann weißt du, dass du das Zuhause weit weg von Zuhause gefunden hast. Ja, das fühlt sich gut an.

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Die Menschheit ist beides, mondän und flexibel. Und wenn du nach einem langen, harten Arbeitstag auf den Feldern der Kapstadt-Ehrenamtlichenindustrie mit einem kalten Bier da sitzt, dann akzeptierst du diesen Fakt nicht nur, du weißt ihn sogar zu würdigen. Der mondäne Mensch passt sich der Situation an. In diesem Video wird klar, wie. Würdest du gerne in einer Schule helfen, aber dort Fachwissen vermissen? Es gibt genug andere Dinge zu tun, die wichtig sind. Zum Beispiel Bücher einzubinden.

Home away from home

Last week we interviewed a British lady who transformed herself within five years from a young blonde volunteer into a house mom of the minihostel that belongs to one of South Africa’s larger volunteer companies. Although she is barely 30 years old herself, she oversaw ‚her girls‘ with a motherly air. The girls we are mentioning here were her volunteers, but at the same time they were our interview targets. The girls arrived from three different continents overseas. By interviewing them, we wanted to know specifics about the business. But mummy, working for the mother holding, remained at the table, and with her watchful eye, she destroyed our interview. It must have been the love of a mother, but impregnated with a smug air and need to protect. So all the exciting finds we were aiming for remained unspoken. “We are trying to create a home away from home here” said the volunteer mom. The volunteers nodded in unison.

A home away from home. One of my fellow project participants regarded the idea with scorn: “Whew, if the volunteer company takes care of every single one of our needs, how much of an adventure is staying at the other side of the world that way? Wouldn’t it be easier to volunteer at home this way?” Is it not the aim to travle to the end of the world to be away from home? To be free? To go your own way! To get to know yourself! And isn’t that diametrically opposed to the idea of simply finding a new home elsewhere?

A home away from home. Funnily enough, it isn’t something that only our interview targets have ended up with. It counts for us as well. Nolens volens? Our hostel in Observatory, Cape Town – The Green Elephant – has become our home away from home. A cozy spot with a high concentration of facilities. The swinging of the swinging chair is convincing, and it is very convenient that we have a bar, where a friendly bartender serves local craft beer.

A week in, you realise that you’ve confiscated the kitchen space while cooking for 15 people on a daily base, tried every type of beer, got to know everyone in the little cockpit shaped office who buzzes you in when you ring the doorbell, have become friends with all the bartenders, have figured out where the WIFI signal works best, and know the other guests on a first name basis. And thats when you figure out that you’ve found a ‚home away from home‘. And boy, does it feel good.

Mankind is both mundane and flexible. With a cold one after a long day out in the fields of the Capetonian volunteer industry you don’t just accept that fact, but you appreciate it. Mundane man adjusts to the situation. In this video it becomes clear how. Would you want to volunteer in a school, but miss the expertise? There are many things you can do that are still valuable. Like covering books, for example.

Keine Kommentare zu Volunteer Correct, Project Cape Town: Ein Zuhause abseits von Zuhause

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