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Kategorie: Food.

deli bluem: Pflanzenküche trifft TCM

In Wien sprießen vegane Lokale aus dem Boden wie Pilze nach dem Regen. Mittlerweile wird von asiatischen Currys angefangen, über diverse Braten und Knödel bis hin zu Cupcakes und anderen…

In Wien sprießen vegane Lokale aus dem Boden wie Pilze nach dem Regen. Mittlerweile wird von asiatischen Currys angefangen, über diverse Braten und Knödel bis hin zu Cupcakes und anderen süßen Kleinigkeiten alles angeboten, was das Pflanzenfresserherz begehrt. Ein besonderes Goldstück ist das deli bluem im achten Wiener Gemeindebezirk. Wenn eine erfolgreiche Managerin ihre Position verlässt, um den Kochlöffel zu schwingen, hat sie bestimmt eine gute Idee. Und ganz gewiss auch eine spannende Geschichte. Andrea Vaz-König, die Inhaberin des deli bluem, hat mir ihre bei einem Stück Erdbeer-Rhabarber-Kuchen erzählt.

„Ich war viele Jahre in einer ganz anderen Branche tätig. Nach meinem Studium habe ich begonnen in einer Bank im Bereich Firmenkundenbetreuung zu arbeiten. Das war die Zeit, in der die „Neuentdeckung“ Osteuropas gerade angefangen hat. Ich bin mit einem bereits bestehenden Unternehmen nach Slowenien und in die Ukraine gegangen, um dort am Filialaufbau mitzuarbeiten. Das war eine tolle Möglichkeit zu lernen, wie man etwas aufbaut.“ Ich stelle mir die Arbeit in einer Bank nicht gerade abenteuerlich vor. Gerade deshalb will ich wissen, was Andrea so fasziniert hat, dass sie viele Jahre in dieser Branche geblieben ist. „Ich hatte immer schon Interesse am Aufbauprozess. Die Branche war mir dabei eigentlich egal. Das Spannende am Bank- und vor allem am Firmenkundengeschäft ist, dass man bei jeder Unternehmensfinanzierung einem Menschen gegenüber steht, der gerade seine Idee verwirklicht und Geschichte schreibt. Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich einfach hängen geblieben bin. Gleichzeitig hatte ich immer großen Respekt vor den angehenden Unternehmern am anderen Ende des Tisches. Ich habe sie für ihren Mut bewundert und mir immer wieder gedacht, dass ich auch mal so sein will. Bei jedem Gespräch habe ich etwas Neues gelernt. Es wurde nie langweilig, weil jedes Unternehmen und jeder Mensch anders war. Ich glaube, dass schon sehr früh feststeht, was man gerne macht oder besonders gut kann. Mit 18 oder 23 war das für mich noch ganz ungewiss. Rückblickend betrachtet war der Wunsch etwas zu schaffen, ein Unternehmen zu gründen und kreativ zu sein aber schon immer da. Ich wollte schon immer etwas beitragen, etwas verändern. Das ist auf viele verschiedene Arten möglich, mit 23 habe ich mich aber noch nicht getraut. Ich bin also stattdessen die Karriereleiter hoch geklettert und habe andere bei der Verwirklichung ihrer Ideen unterstützt.“ Aus dieser Perspektive habe ich das Bankgeschäft noch nie betrachtet. Ich kann Andreas Motivation zu bleiben gut nachvollziehen. Warum sie dann trotzdem gegangen ist, interessiert mich nun natürlich umso mehr. „Das Thema Ernährung hat mich schon immer interessiert, als junge Frau, während meiner Schwangerschaft und dann vor allem auch als Mutter. Für mich war das Bild einer Flasche mit aus Pulver angerührtem Brei abschreckend. So wollte ich meine Kinder nicht ernähren. Über das Buch „Ernährung für Mutter und Kind“ bin ich zur TCM gekommen und habe dort die perfekte Folgenahrung gefunden. Congee, ein Reisbrei, den ich selbst heute noch täglich esse. So hat alles angefangen.

Zu meinem 40. Geburtstag habe ich von Freundinnen einen Gutschein für die Ausbildung zur Ernährungsberaterin im Shambala Wien bekommen. Ernährungsberaterin wollte ich zwar nie werden, aber die Ausbildung war trotzdem sehr interessant. 2012 habe ich das Buch „China Study“ gelesen und begonnen, mich vegan zu ernähren. Nach einem Probemonat bin ich dabei geblieben. Ich hatte nie das Gefühl, auf etwas verzichten zu müssen. Ganz im Gegenteil. Die Ernährungsumstellung hatte nur positive Auswirkungen auf meinen Körper, meine Laune und mein gesamtes Wohlbefinden. Kaffeehaus- und Restaurantbesuche gestalteten sich aber schwieriger. Ich gehe gerne essen und sitze auch gerne in Kaffeehäusern, aber das war kaum noch möglich. Das Gefühl der Notwendigkeit, einen Platz zu schaffen, wo alle angebotenen Produkte dem Körper gut tun, wurde immer stärker. Zur gleichen Zeit haben sich die Rahmenbedingungen in der Bank verändert. Ich dachte mir „Wann, wenn nicht jetzt?“. Vorm Scheitern hatte ich keine Angst. Ich habe gewusst, dass ich es mehr bereuen würde, wenn ich es gar nicht erst versucht hätte. Die Bank zu verlassen war also nicht schwer. Am nächsten Tag hatte mein Mann aber einen Motorradunfall und lag daraufhin auf der Intensivstation. Vier Wochen lang habe ich laufend Angebote erhalten. Dieser Verlockung zu widerstehen, war die wirkliche Herausforderung. Ich war auch nicht sicher, ob ich so eine Entscheidung überhaupt allein treffen durfte. Ich habe zwei Kinder, ich musste abwägen, ob ich die Sicherheit der Anstellung für meine Idee aufgeben konnte. Einer Freundin habe ich erzählt, dass ich wegen der Kinder unschlüssig war, ob ich das wirklich machen sollte. „Gerade wegen deiner Kinder“, hat sie gesagt. „Welche Werte willst du ihnen mitgeben? Geht immer auf Nummer sicher oder streckt die Flügel aus?“ Seit diesem Gespräch habe ich keinen Blick zurück geworfen.“

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Während wir in dem schlichten, aber ausgesprochen hübschen Lokal sitzen, Kuchen essen – der übrigens sehr lecker ist – und Lavendelsaft trinken, möchte ich von Andrea wissen, wie es weiter ging. Ein Entschluss ist schnell gefasst, aber wie setzt man ihn dann um? „Ich habe mir überlegt, was ich tun muss, um ein Lokal eröffnen zu können. Mitten in der Nacht habe ich Björn Moschinski ein E-Mail geschrieben und gefragt, ob ich für einen Monat in seiner Küche mitarbeiten dürfte, um Erfahrung zu sammeln. Keine 24 Stunden später hatte ich schon eine Antwort und von Mitte Februar bis Mitte März stand ich im Kopps in Berlin in der Küche. Von Gemüseschnippeln bis Teller waschen habe ich alles gemacht. Das war eine sehr spannende und erfrischende Erfahrung. In der Küche gibt es ja keinen Sessel, man steht den ganzen Tag. Das war ich überhaupt nicht gewohnt, der erste halbe Tag war furchtbar. Nach zwei Wochen ging es dann aber.“ Vom Business-Kostüm in die Kochschürze, das finde ich ja mal richtig gut. „Vorher und nachher habe ich mir unzählige Lokale angesehen und mir Ideen geholt. Ich habe Immobilien und Standorte besichtigt, mir Notizen gemacht und fotografiert. Jeden Tag war ich in einem anderen Lokal. Ich habe eine umfangreiche Marktanalyse gemacht und daraufhin mein eigenes Konzept geschrieben. Allein für das Logo habe ich sicher zwei Monate gebraucht. Zwischendurch war ich auch noch einen Monat lang als Küchenhilfe im Wild Food Cafe von Joel und Aiste in London.“ Einen Vorteil hatte Andrea allerdings. Durch ihre jahrelange Tätigkeit in der Bank kannte sie sich mit Businessplänen aus. Die Erstellung ihres eigenen war also nicht ganz so schwer. Neben all diesen Notwendigkeiten besuchte Andrea auch noch einen WIFI Kurs für die Gastronomie-Konzession, kochte jeden Tag und probierte neue Gerichte aus. „Mein Mann und meine Kinder waren sehr kritische Testesser und sind es auch heute noch. Im März haben wir dann nach eineinhalb Jahren Vorbereitung eröffnet. Nach all den Vorarbeiten, Gesprächen mit dem Magistrat und sonstigen Stellen, die für Förderungen und Budgets zuständig sind, passt dann plötzlich irgendwann alles. Das glaubt man dann fast nicht.“

Da sitzen wir nun also, in dem Anfang März diesen Jahres eröffneten, wirklich gewordenen Traum. Die Einrichtung ist schlicht und ansprechend. Die gut gewählte Deko schafft ein entspanntes Ambiente. Im vorderen Bereich des Lokals gibt es eine große Theke, auf der die Speisen angerichtet sind. Sehr verlockend sieht das alles aus. Die kleinen Tische wirken einladend. Für größere Runden gibt es im hinteren Bereich einen großen Tisch, fast schon eine Tafel. Dort sitzt man ganz nah an der Quelle, man kann hier nämlich den Köchen über die Schulter schauen. So etwas gefällt mir gut. Heute sind zwei junge Köchinnen da, die geschäftig in der kleinen Küche herumwuseln und anscheinend viel Freude an ihren Aufgaben haben. Ich frage Andrea, wie sie ihr Team gefunden hat. „Das hat sich ganz von allein entwickelt, ich habe nicht sehr intensiv suchen müssen. Einige haben sich über Facebook und andere soziale Netzwerke gemeldet. Einen Koch habe ich bei einem Pop-Up-Abendessen kennen gelernt. Den habe nicht ich entdeckt, der hat uns entdeckt. Mittlerweile besteht das Team aus zehn Leuten. Ich glaube, dass auch die Mitarbeiter von einer Idee überzeugt sein müssen, damit alles klappt. Gerade bei einem Lokal wie dem deli bluem.“

Bei einem Lokal wie dem deli bluem – welche Art von Lokal ist das eigentlich? Was ist die Besonderheit des deli bluem? „Wir bieten ausschließlich pflanzliche, frisch gekochte Speisen in Bio-Qualität an, die den Grundsätzen der traditionellen chinesischen Ernährungslehre entsprechen. Wir verwenden auch keinen Zusätze oder Konservierungsstoffe.“ Andrea verwendet den Begriff „vegan“ bewusst nicht. „Ich verwende lieber das Wort „pflanzlich“, weil ich der Meinung bin, dass nicht alles gut ist, nur weil es vegan ist. Schau dir nur mal die Supermarktregale an. Außerdem will ich auch niemanden ausgrenzen. Die Leute essen gerne Dinge, die gut aussehen und gut schmecken, ganz egal ob sie Fleisch mögen oder nicht. Ich will niemandem sagen, wie schlecht sein tierisches Essen ist. Lieber zeige ich ihm, wie gut pflanzliche Nahrung eigentlich sein kann. Allein schon, dass man nach dem Essen nicht müde ist, ist doch toll.“ Mir gefällt dieses Konzept. Das Deli Bluem klebt sich kein Label auf, jeder ist willkommen. Kein Wunder, dass das Geschäft gut geht. „Alles läuft über Plan und besser als ich es mir vorgestellt habe. Besser im Sinne von „es ging leicht, es war nicht mühsam“. Heute kümmere ich mich fast ausschließlich um das Organisatorische. Zum Kochen und Ausprobieren komme ich hier kaum. Das liegt daran, dass die Zeit einfach schlecht planbar ist. Wenn viele Gäste da sind, kann ich nicht anfangen ein neues Rezept auszuprobieren. Da würde ich den anderen nur im Weg stehen. Deshalb wage ich mich zuerst daheim an neue Gerichte.“

Andrea scheint wirklich ein Händchen für die Gastronomie zu haben. Das Lokal läuft gut, das Team scheint motiviert und zufrieden zu sein und für sie selbst hat sich ein Wunsch erfüllt. Bestimmt gibt es aber noch viele andere Wünsche, die auf Erfüllung warten. „Für die Zukunft wünsche ich mir, dass noch viel mehr Plätze wie das deli bluem entstehen. Die Konkurrenz soll wachsen, damit ein hochqualitatives Angebot entstehen kann. Ich wünsche mir, dass sich noch mehr Menschen und vor allem auch Kinder positiv mit Essen auseinandersetzen. Unser Essen soll wieder als LEBENSmittel wertgeschätzt werden. Man soll es im ganzen Körper spüren und jeder soll in sich hinein hören, um herauszufinden, was einem gut tut. Wenn es nach mir ginge, hätte jede Schule einen eigenen Gemüsegarten und alle Kinder würden kochen lernen. Generell sollte in Spitälern, Kindergärten und anderen öffentlichen Einrichtungen nur so gekocht werden wie hier bei uns. Und Ärzte sollten verpflichtet sein, sich ein Jahr lang mit Ernährung zu beschäftigen.“ Aber hallo, da sprudeln die Ideen! Und was für welche! Da könnten sich unsere lieben Entscheidungsträger ruhig inspirieren lassen. Andrea hat bestimmt nicht nur für die Allgemeinheit große Pläne, sondern auch für sich und ihr Team. Auf meine Frage hin, gibt sie bereitwillig Auskunft. „Wir planen eine engere Zusammenarbeit mit Kindern. So machen wir zum Beispiel mit einer Vorschulklasse beim Food Revolution Day mit.“ Kinder sind im Deli Bluem anscheinend gern gesehen. Während unserem Gespräch fällt mir immer wieder Kinderlachen aus dem Hintergrund auf. Ich frage Andrea spaßhalber, ob sie denn einen Kinderspielplatz im Hinterhof hat. Den hat sie zwar nicht, dafür aber einen eigenen Raum, in dem Kinder ungestört spielen und Mütter in Ruhe Kaffee trinken können. Im Deli Bluem ist wirklich jeder willkommen.

Die geplanten Veranstaltungen sind natürlich nicht nur für Kinder zugeschnitten. Andrea hat noch viel mehr in petto. „Wir starten am 26. Juli 2014 mit einem Gemüsezyklus. Immer an Neumond wird der Abend einer bestimmten Gemüsesorte gewidmet. Wir beginnen mit der Artischocke. Sie wird als Zutat in jeder angebotenen Speise sein. Die Artischocken kommen aus dem Marchfeld vom Hof der Familie Theuringer und werden direkt erntefrisch zur Zubereitung angeliefert. Abgerundet wird der Abend von Poesie und Bildern von Andrea Nehring.“ Artischockengedichte und Artischockengerichte, wenn das nicht reizvoll ist. Ich habe vorher noch nie von einem Gemüsezyklus gehört. Andrea erklärt mir, dass viele Menschen manche Gemüsesorten noch nie selbst zubereitet haben und dass sie das sehr schade findet. Ich finde das auch sehr schade, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass ich zu den Menschen gehöre, die noch nie eine Artischocke zubereitet haben. An einem der nächsten Gemüsezyklenabende werde ich bestimmt teilnehmen und vielleicht eine außergewöhnliche Rübe ehren. Dann kann ich mich auch gleich zu einem der Kochkurse anmelden, die zukünftig geplant sind. Und wenn ich doch ganz faul sein sollte, so kann ich darauf hoffen, dass mir das leckere Essen des deli bluem bald auch nach Hause gebracht wird. Andrea denkt nämlich schon an einen Zustelldienst. Wenn diese ausgesprochen wohltönende Zukunftsmusik real wird, werden wir darüber auf der Website informiert. Oder vielleicht auch von einer Köchin vor Ort.

Deli Bluem Theke

Um die Wartezeit auf die geplanten Kochkurse zu verkürzen, frage ich Andrea jetzt schon nach einem Geheimtipp. „Gemüse darf nur ganz kurz gegart werden. Koste alles zuerst roh. Man kann wirklich fast alles roh essen.“ Angeblich sogar Kraut. Ich bin skeptisch, nehme das aber so hin. „Was die Natur hergibt, sollte man möglichst nicht verändern, sondern so gelten lassen wie es ist.“ Wenn ich an die Konsistenz mancher Gemüsesorten denke, wenn ich sie aus dem Kochtopf fische, bin ich sehr geneigt Andrea zu glauben. Der nächste Brokkoli wird nur ganz kurz im Wasserbad verweilen.

Eine Frage, die ich am liebsten jedem Koch und jeder Köchin stellen würde, ist die Frage nach dem eigenen Lieblingsgericht. Wenn man jeden Tag mit den feinsten und außergewöhnlichsten Speisen arbeitet, kann die Antwort nur spannend sein. „Mein Lieblingsgericht ist Milchreis mit einer Mischung aus Kokos- und Sojamilch. Am liebsten pur, das ist ein richtiges Wohlfühlessen für mich. Meinen Congee esse ich aber auch gerne mit Nüssen und Ahornsirup.“ Milchreis. Damit habe ich nicht gerechnet, aber ich kann es verstehen. Grießbrei und Milchreis sind Wohlfühlessen, die an kalte Wintertage auf Mamas Couch erinnern. Jetzt wo ich weiß, was Andrea am liebsten isst, möchte ich natürlich auch noch wissen, mit wem sie denn ihren Milchreis am liebsten essen würde. Sie lacht. „Natürlich mit meinem Mann und meinen Kindern. Aber wenn ich aus allen Menschen auswählen könnte, dann würde ich wohl am liebsten mit Ottolenghi Safranmilchreis essen. Eigentlich würde ich ihn viel lieber mit ihm gemeinsam kochen und dann erst essen.“ Ich habe keine Ahnung, wer Ottolenghi ist und frage nach. „Ottolenghi hat die Gemüseküche in London revolutioniert. Er schreibt auch eine Kolumne im „The Guardian'“ und Kochbücher. „The Cookbook“ („Das Kochbuch“) und „Plenty“ („Genussvoll vegetarisch“) finde ich großartig.“ Und schon habe ich wieder etwas gelernt. Ottolenghis Deli steht schon auf meiner To-Do-Liste für den nächsten Besuch in London.

Bevor ich mich, beladen mit einer Variation aller Hauptspeisen, die heute angeboten werden, auf den Heimweg mache, bitte ich Andrea noch um ihre Botschaft an die Welt. „Die Leute sollen alles ausprobieren und in den eigenen Körper hinein hören. Sie sollen sehen, wie sich ihr Körper nach dem Essen anfühlt. Auch am nächsten Tag und am übernächsten. Sie sollen beobachten, wie Lebensmittel ihre Laune und ihr Wohlbefinden verändern. Alles was wir sind, entsteht aus der Umgebung, die wir uns schaffen. Das möchte ich den Menschen gerne mitgeben.“ Ich mag Andreas Einstellung zu Lebensmitteln und ihre Begeisterung dafür. Mich hat sie schon erreicht, ich werde bald den Wochenend-Brunch im Deli Bluem besuchen und herausfinden, wie gut und gesund man mit einem Schlemmerfrühstück in den Tag starten kann.

Zuhause angekommen serviere ich die mitgebrachten Speisen. Mein Liebster schaut interessiert, aber skeptisch. Die Auberginen in Safransauce scheinen ihn nicht zu überzeugen. Und tatsächlich, seine Begeisterung hält sich in Grenzen. Was für ein Glück, so bleibt mehr für mich. Jetzt habe ich nicht nur ein fantastisches Abendessen, sondern am nächsten Tag auch noch eine großartige Jause. Wie schön, dass die Geschmäcker verschieden sind! Wenn ihr gut und gesund essen oder bei einem Glas Saft oder einer heißen Tasse Kaffee ein Stück Kuchen genießen wollt, kann ich euch das Deli Bluem wärmstens empfehlen. Wenn Genuss nicht nur der Seele gut tut, sondern auch dem Körper, kann man eigentlich nur freudig in die Hände klatschen und die Karte rauf und runter bestellen.

 

Deli Bluem
Hamerlingplatz 2
1080 Wien

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: 9:00 bis 17:00
Samstag und Sonntag: 9:00 bis 18:00
Feiertag: 10:00 bis 15:00

Weitere Informationen und Neuigkeiten zum Lokal findet ihr hier.

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Coffee Circle – Kaffee und noch viel mehr!

Ich liebe Kaffee! Wer mir auf Twitter folgt wird vielleicht wissen, dass ich meiner Liebe zu Kaffee mit einem eigenen Hashtag namens #coffeelove Ausdruck verleihe. Und natürlich bereite ich meinen…

Ich liebe Kaffee! Wer mir auf Twitter folgt wird vielleicht wissen, dass ich meiner Liebe zu Kaffee mit einem eigenen Hashtag namens #coffeelove Ausdruck verleihe. Und natürlich bereite ich meinen Kaffee ganz klassisch in der Espressokanne am Herd zu. Und bei einer Sache bin ich kompromisslos – der Kaffee muss aus kontrolliert biologischem Anbau stammen.

Deshalb war mein Interesse auch sofort geweckt, als ich über Doris auf Coffee Circle gestoßen bin, deren Kaffee nicht nur biologisch, sondern auch unter fairen Bedingungen angebaut wird. Das Angebot, zwei ihrer Kaffeesorten zu testen, habe ich in diesem Fall natürlich sehr gerne angenommen. Aber nun zuerst einmal ein wenig Information über Coffee Circle.

Ich hatte zwar schon einige Male von Coffee Circle gehört, mir war aber nie bewusst, dass das Unternehmen Produkte anbietet, die zu meinem nachhaltigen Einkaufsverhalten passen. Warum sie mir so lange entgangen ist, ist mir ein Rätsel, denn als ich mich über das Unternehmen informiert und im Shop gestöbert habe, war ich sehr angetan vom vielfältigen und ansprechenden Angebot.

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Der Name Coffee Circle ist Programm: Der Kaffee-Kreislauf beginnt in Äthiopien, führt über Hamburg bis zu den Konsumenten nach Hause. Diese wiederum sorgen dafür, dass mit Hilfe von Coffee Circle die Kaffeebauern für ihre Kaffees nicht nur den drei- bis vierfachen Weltmarktpreis, sondern auch eine Projektspende – ein Euro pro Kilogramm verkauften Kaffee – erhalten, die zu 100 Prozent in die Umsetzung vor Ort investiert wird.

Die Idee zum Unternehmen entstand 2009, als das zukünftige Team hinter Coffee Circle im Rahmen eines Sabbaticals in Äthiopien bei der Eröffnung einer Schule für Waisenmädchen mithalf. Vom Geschmack des äthiopischen Kaffees waren alle begeistert, erfuhren aber auch von den wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Kaffeebauern. Denn der in Äthiopien bezahlte Kaffee-Einkaufspreis orientiert sich am Weltmarktpreis für Kaffee. Gerade bei den Kaffees aus den größten Anbauländern Brasilien, Vietnam und Indonesien handelt es sich um auf Plantagen angebaute und von Maschinen geerntete und verarbeitete Bohnen von niedrigster Qualität. Während westliche Handelsketten Spitzenumsätze mit den hochwertigen ägyptischen Bohnen erzielen, reichen die Einnahmen der Kaffeefarmer oft nicht einmal dazu, ihre Familien zu ernähren. Zurück in Deutschland wurde die Grundidee von Coffee Circle entwickelt: Der Verkauf von äthiopischem Gourmet-Kaffee kombiniert mit direkter Aufbauhilfe vor Ort.

Von den zehn Sorten, die Coffee Circle anbietet, wurden mir für die Zubereitung in der Espressokanne der Espresso sowie die Waldkaffee-Sorte Yirgacheffe empfohlen. Nachdem diese vor meinem Geburtstagswochenende eingetroffen sind, habe ich auch gleich Geburstagsgast Verena als Kaffeetesterin rekrutiert, um sie zu ihrer Meinung zu den beiden Kaffeesorten zu befragen.

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Sofort aufgefallen ist uns, dass es sich bei beiden Sorten um sehr milden, würzigen Kaffee mit individuellem Aroma handelt. Dem Espresso habe ich eine fruchtigen Note zugeschrieben, Verenas Empfinden nach hatte er einen leichten Lakritz-Ton. Dem Waldkaffee Yirgacheffe hat Verena das Attribut „süßlich, mit Honigaroma“ verliehen, mich hat er etwas an Chai-Tee erinnert. Yirgacheffe war der mildere von den beiden Sorten, und müssten wir einen Favoriten wählen, würden wir den Espresso küren – vielleicht weil wir beide Espresso-Liebhaber mit Espresso-Kannen sind.

Beim Stöbern im Shop habe ich auch ein paar Produkte auf meine persönliche Wunschliste gesetzt, denn wenn ich Ende diesen Jahres umziehe, habe ich auch endlich mehr Platz, zum Beispiel für eine Erweiterung meiner Tassen-Sammlung mit der Schnurrbart-Tasse.

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Für meinen langgehegten Traum nach einem feinen Milchschaum hätte ich für mich noch diesen Latte Shaker gefunden – das ersetzt vielleicht auch gleich den Morgensport. Im Shop finden sich noch viele weitere interessante, brauchbare und schicke Tools rund um den perfekten Kaffeegenuss.

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Mein Fazit: Ich bin sehr angetan von Coffee Circle. Nicht nur vom modernen und nachhaltigen Konzept, sondern auch von allem, was das Unternehmen rund um Kaffee bietet – von den sehr sorgfältig ausgewählten Produkten im Shop, vom Blog, der einen Blick ins Unternehmen bietet, den umfassenden Hintergrundinfos rund um Kaffee, und last but not least natürlich vom bio-zertifizierten Kaffee selbst. Mich hat Coffee Circle als neuen Kunden dazugewonnen – wir sehen uns spätestens bei meinem Umzug wieder!

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Vegan-Ice me!

Die Temperaturen steigen, die Sonne scheint und bei mir kommt damit auch der Appetit auf ein leckeres Eis! Ich liebe fruchtige aber auch schokoladige Sorten, die möglichst naturbelassen sind, das…

Die Temperaturen steigen, die Sonne scheint und bei mir kommt damit auch der Appetit auf ein leckeres Eis! Ich liebe fruchtige aber auch schokoladige Sorten, die möglichst naturbelassen sind, das heißt ohne Geschmacksverstärker, Farbstoffe und dergleichen auskommen. Zum Glück gibt es auch immer öfter vegane Eissorten, also solche ohne Kuhmilch. Bei herkömmlichem Eis ist diese nämlich leider manchmal sogar bei den Fruchtsorten beigemischt.

Mein absoluter Lieblings-Eisladen in Wien war und ist der Eis-Greissler. Leider komme ich nicht mehr so oft in den Genuss des für mich besten Eis – aber immer wenn ich mal wieder in Wien bin, steht ein Besuch als Pflichttermin am Programm. Im Zentrum Wiens in der Rotenturmstraße 14 befindet sich das kleine Geschäft und seit Kurzem gibt es auch eine Filiale in der Mariahilferstrasse 33 mit einem kleinen Gastgarten. Der Eis-Greissler hat viele, wechselnde Sorten, davon etliche vegan beziehungsweise aus Bio-Milch. Bei den veganen Sorten hervorzuheben sind meinem Geschmack nach die dunkle Schokolade sowie bei den Fruchtsorten Mango. Auch in Graz befindet sich eine Filiale des Eis-Greisslers, und es bleibt zu hoffen, dass er weiter expandiert!
eis-greissler.at

Ein rein veganes Eisgeschäft namens Veganista gibt es in Wien in der Neustiftgasse 23. Leider konnte ich an meinem letzten Wochenende in Wien aus zeitlichen Gründen keine Verkostung vornehmen – die Website lässt auf viele Leckereien schließen. Das Veganista Eis ist absolut natürlich, das heißt ohne künstliche Zusatzstoffe, ohne Farbstoffe und Geschmacksverstärker. Die meisten Sorten werden aus Sojamilch hergestellt, es gibt aber auch Sorten mit anderen pflanzlichen Milchalternativen beziehungsweise Sorbets. Schon alleine die Auswahl aus täglich 18 verschiedenen Sorten verspricht , dass es sicher nicht immer leicht wird, eine Entscheidung zu treffen.
veganista.at

In meiner neuen Wahlheimat München gibt es in der Pestalozzistrasse 21 einen leckeren Eis-Laden, das Eismeer – mit Eis und mehr! Hier gibt es auch ein paar vegane Eissorten und das dunkle Schokolade-Eis (70 Prozent) kann meiner Meinung nach durchaus mit dem vom Eis-Greissler mithalten. Bei den Fruchsorten gibt es zum Beispiel vegane Himbeer-Minze, die sehr fruchtig frisch schmeckt und im Mango-Eis finden sich auch kleine Furchtstückchen.
daseismeer/

Es gibt aber auch ein paar leckere vegane Eissorten, die man im Supermarkt erwerben kann. Mein absolutes Lieblingseis ist von Gildo Rachelli und zum Beispiel im Alnatura Supermarkt erhältlich. Dieses Eis wird aus Demeter-Zutaten ohne jegliche Zusätze und sojafrei hergestellt und ich finde, dass man die Qualität auch schmeckt. An fruchtigen veganen Sorten gibt es Mandarine, Aprikose, Erdbeere, Himbeere, Mango und Zitrone.
bio-eis.de

Andere vegane Creme-Eissorten im Supermarkt sind auf Sojamilch oder Lupinenbasis, zum Beispiel verschiedenste Sorten von Tofutti und SoYeah.

Und wenn ihr ein eigenes Eis oder Sorbet herstellen wollt und keine Eismaschine besitzt, könnt ihr auch einfach Obst wie Banane, Mango oder Erdbeeren einfrieren und dann im Mixer pürieren. Je nach Geschmack und gewünschter Cremigkeit noch Agavendicksaft oder Mandelmilch dazugeben, ab in das Eisfach damit und nach etwas Zeit ist alles gefroren und das Sorbet fertig.

In diesen Sinne – „I scream, you scream, we all scream for ice cream!“

Was ist euer Lieblingseis? Welche Eissalons könnt ihr für gutes veganes Eis empfehlen?

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Im Glas keimt und sprosst es auch im tiefsten Winter

Im Januar bin ich auf die Idee gekommen, selber Sprossen und Keimlinge zu ziehen. Ich hatte zuvor schon öfters fertige Sprossen gekauft, da ich diese vor allem im Winter, wenn…

Im Januar bin ich auf die Idee gekommen, selber Sprossen und Keimlinge zu ziehen. Ich hatte zuvor schon öfters fertige Sprossen gekauft, da ich diese vor allem im Winter, wenn es nicht so viel frisches regionales Gemüse gibt, sehr lecker finde.

Was sind die Vorteile?

Keimlinge und Sprossen enthalten zahlreiche Vitamine – zum Beispiel Vitamin C in 35facher Menge im Vergleich zu den Samen -, Mineralstoffe die vom Körper besser verwertet werden können und sekundäre Pflanzenwirkstoffe. Und das nur nach ein paar Tagen mit etwas Wasser und Licht. Einfach, gesund und sehr lecker! Ihr werdet auch sehen, dass man beim Verkochen der Sprossen auch ganz schön kreativ werden kann, wenn man diese nicht nur über den Salat oder die Suppe streut. Ich berichte weiter unten, was ich schon so alles damit ausprobiert habe.

Was benötigt man?

Meine ersten Versuche habe ich mit einem größerem Becher aus stabilen Plastik gemacht, in dessen Boden ich Löcher gestoßen habe. Das hat bei den größeren Mungbohnen noch funktioniert, kleinere Samen wären allerdings durchgefallen. Insofern kann ich euch den Kauf eines Keimglases (erhältlich zum Beispiel von Alnatura) empfehlen. Hier sind die Löcher im abschraubbaren Deckel gleichmäßig kleiner und das Glas kann außerdem einfach gereinigt werden (angeblich ist es auch spülmaschinenfest). Alternativ ist es sicher möglich beim Selberbasteln ein Fliegengitter oder dergleichen über einem leeren Gurkenglas anzubringen.

Wie wird’s gemacht?

Beim Keimen und Sprossen gibt es folgende drei Phasen:
– Einweichphase: Die Bohnen, Linsen oder Samen werden zuerst mit Wasser abgespült und dann eingeweicht; dies dauert je nach Art nur kurz oder bis zu zwölf Stunden.
– Keimphase: Nach dem Einweichen das Wasser ausgießen und das Glas schräg stellen, sodass das überschüssige Wasser noch gut abtropfen kann und Luft dazu kommt. Die Sprossen zweimal am Tag mit frischem Wasser durchspülen. Ich mache das morgens gleich nach dem Aufstehen und abends nach dem Zähneputzen. Beim Spülen versuche ich das Glas auch etwas zu schütteln, so kommen immer andere Keimlinge oben zu liegen und es wachsen alle in etwa gleich schnell. Je nach Art des Saatguts kann nach drei bis acht Tagen geerntet werden.
– Ernte und Genussphase: Kein Stress mit dem Verzehren, in einem Gefäß im Kühlschrank halten die fertigen Sprossen vier bis fünf Tage, aber dann besser nicht mehr spülen, damit sie nicht zu nass sind und zu schimmeln beginnen (keine Sorge, das ist mir noch nie passiert).

Was habe ich in den wenigen Wochen schon ausprobiert?
– Mungbohnen: Der Klassiker, die sogenannte Sojabohnensprosse beim Asiaten. Diese werden zwölf Stunden eingeweicht und sind nach vier bis fünf Tagen erntebereit. Die grüne Schale schwimmt beim Abspülen teilweise oben im Glas, kann aber auch mitgegessen werden. Die Sprossen habe ich bei asiatischen Gerichten verwendet, aber auch auf Suppen, Salaten oder am Brot schmecken sie lecker.
– Linsen: Werden je nach Größe und Art zwei bis fünf Stunden eingeweicht und sind nach zwei bis vier Tagen bereit zum Ernten. Schmecken gut auf Suppen oder püriert als Aufstrich mit Gewürzen.
– Kichererbsen: Müssen zwölf Stunden eingeweicht werden und benötigen dann noch ungefähr drei bis vier Tage bis der Keimling in etwa doppelt so lange ist wie die Kichererbse. Achtung: Die Sprossen nicht roh essen, sie sind noch hart und enthalten außerdem noch einen Giftstoff. Um diesen abzubauen ist es ausreichend, die gesprossen Kichererbsen noch zehn bis fünfzehn Minuten im heißen Wasser zu blanchieren. Ich habe die gekochten, weichen Keimlinge mit Tahin (Sesampaste) und Gewürzen zu einem Hummus püriert.
– Sonnenblumenkerne: Müssen sechs Stunden eingeweicht werden. Danach drei bis vier Tage keimen lassen und öfters mit Wasser spülen. Mit den fertigen Keimlingen habe ich ein Sonnenblumenkern-Pesto (mit Basilikum und Würz-Hefeflocken) gemacht.
– Buchweizen: Nur ungefähr zwei Stunden einweichen, dann drei bis vier Tage keimen lassen. Die Sprossen schmecken eher süßlich und sind sehr weich, daher habe ich sie zusammen mit Sojajoghurt und Früchten in der Früh als Müsli gegessen.
– Leinsamen: Habe ich wie Kresse auf einem Teller vier bis fünf Tage mit etwas Küchenpapier großgezogen und als Keimlinge mit grünen Blättern gegessen.

Als nächstes möchte ich Alfalfa-Sprossen und Adzuki-Bohnen zum Sprossen bringen, ich bin schon gespannt!

Hat jemand von euch schon Erfahrungen mit anderen Keimlingen und Sprossen gesammelt?

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Kokosöl – Tropisches Wundermittel

Die Hauptanbauländer von Kokosnüssen sind Indonesien, die Philippinen und Indien. Mittlerweile sind Kokosprodukte auch in unseren Breitengraden immer gefragter und die Auswahl wächst stetig. So ist es heutzutage einfach möglich,…

Die Hauptanbauländer von Kokosnüssen sind Indonesien, die Philippinen und Indien. Mittlerweile sind Kokosprodukte auch in unseren Breitengraden immer gefragter und die Auswahl wächst stetig. So ist es heutzutage einfach möglich, an hochwertiges und ökologisch korrektes Kokosöl zu gelangen, welches mit fairer Zusammenarbeit von bio-zertifizierten Kleinbauern produziert wird.

Kokosöl sowie Palmöl sind als Laurinöle stark in Verruf geraten. Für die stetig wachsende Nachfrage nach diesen Produkten, wurden Regenwaldflächen zur Anlage von Plantagen abgeholzt. In den letzten 40 Jahren fanden jedoch keine nennenswerten Vernichtungen von Primärwäldern für den Kokosölanbau mehr statt. Kokosnüsse können also durchaus einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten. Die Palmen lassen sich in diversen, ärmeren Ländern der Tropen einfach anbauen und ihre Produkte können vielseitig verwendet werden. Wenn die Kokosnüsse mit hochstämmigen Kokospalmen angebaut werden, kann der Boden darunter für den Anbau anderer Pflanzen genutzt werden. Eine vielseitige Nutzung der Fläche wird gewährleistet und eine Monokultur verhindert. Hier zwei Beispiele für eine sinnvolle Nutzung der Nüsse: Kokosnussfasern können als umwelt- und klimafreundliches Baumaterial eingesetzt werden. Sie haben eine gute Wärme- und Schalldämmeigenschaft. Außerdem können die Kokosnussfasern als Torfersatz eingesetzt werden. Im Gartenbau können gepresste Kokosnussfasern in gleicher Weise wie Naturtorf verwendet werden. Durch das Ersetzen des Torfs werden für den globalen Kohlenstoffspeicher wichtige Naturmoore erhalten.

Die frischen Kokosnüsse werden direkt nach der Ernte in einem speziellen, sehr schonenden Kaltpressverfahren verarbeitet. Zur Gewinnung von Bio-Kokosnussöl darf ausschließlich das Öl aus der ersten Pressung verwendet werden. Nur so kann der hohe Gehalt an natürlichen Inhaltsstoffen, hochwertigen Fettsäuren und Vitaminen garantiert werden.

Der Unterschied von Kokosöl und Kokosfett

Auf der Suche nach einem passenden Produkt kann aber doch noch einiges schief gehen. Man sieht ein Töpfchen Kokosfett und ein Gläschen Kokosöl vor sich. Und nun? Zugegeben, es ist verwirrend, aber erklärbar. Der Unterschied ist der Schmelzpunkt. Wenn Fett bei Zimmertemperatur flüssig ist, wird es als Öl bezeichnet. Kokosöl hat einen Schmelzpunkt von etwa 23°C. Wenn es im Sommer im Küchenschrank steht, ist es ein Öl, den Winter über ein Fett.

Unbehandeltes, natives und kaltgepresstes Kokosöl – oft sogar in Rohkostqualität – wird aufgrund des natürlich tiefen Schmelzpunktes in Gläsern angeboten. Man findet es vor allem in Reformhäusern und Bioläden. Es riecht und schmeckt intensiv und frisch nach Kokosnuss. Das viel günstigere Kokosfett gibt es in vielen Supermärkten in Plastikeimerchen oder in Alufolie eingewickelt als Speise- und Bratfett zu kaufen. Dabei handelt es sich tatsächlich um ein Fett, es schmilzt erst bei über 40 °C. Es wird raffiniert und industriell gehärtet und ist fast geschmacksneutral, es hat nur ein sehr schwaches Kokosaroma.

Wirkung und Verwendung

Kokosöl kann vielseitig verwendet werden. Es ist hitzebeständig und eignet sich daher zum Kochen, Braten und Backen, außerdem es gibt asiatischen Gerichten eine feine Kokosnote. Kokosöl kann des Weiteren als Massageöl oder zur Pflege von trockenen Hautpartien, Hautausschlägen oder spröden Lippen verwendet werden. Man kann es auch als pflegenden Make-Up Entferner verwenden. Eine Haarkur aus Kokosöl eignet sich besonders bei trockenen, spröden Haaren. Dazu eine kleine Menge Kokosöl bei Körpertemperatur schmelzen lassen und im trockenen oder feuchten Haar verteilen und einige Zeit einwirken lassen – am besten über Nacht. Danach mit einem milden Shampoo waschen und die Haare an der Luft trocknen lassen. Kokosöl kann vorbeugend bei Mensch und Tier als Schutz vor Zecken und anderen Insekten angewendet werden. Bei Pferden mit Sommerekzem wirkt das Öl gleich doppelt: Es macht die Haut weich und geschmeidig und hält gleichzeitig Kriebelmücken fern. Veganer können bei Halsschmerzen den Löffel Honig im Tee einfach durch Kokosöl ersetzen.

Doch warum ist das so? Natives und naturbelassenes Kokosöl enthält viele Mineralien und Vitamine: Vitamin B1, B2, B3, B6, C, E, Folsäure, Kalzium, Eisen, Magnesium, Phosphor, Kalium, Sodium und Zink. Es hat eine feuchtigkeitsspendende Wirkung und einen kühlenden Effekt auf der Haut. Der Hauptbestandteil des Öls sind gesättigte Fettsäuren, davon sind bis zu 60 Prozent Laurinsäure. Über die Laurinsäure und ihre Eigenschaften wird seit den vielen Jahren geforscht. Wissenschaftlich bestätigt ist ihre anti-mikrobielle Wirkung. Weitere Forschungen werden vielleicht in Kürze zeigen, ob Kokosöl nebst der Verwendung in der Küche und als Pflegeprodukt für Haut und Haar auch seinen Platz in der Medizin finden wird.

Wofür verwendet ihr Kokosöl? Hinterlasst uns einen Kommentar unter dem Artikel!

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Held der Woche: Vanja, der Beharrliche

Unterwegs begegne ich vielen Menschen, die mich beeindrucken, mich inspirieren, mir Mut machen oder mich zum Nachdenken anregen. Mal sind es Bekannte oder Leute, mit denen ich mehr Zeit verbringe…

Unterwegs begegne ich vielen Menschen, die mich beeindrucken, mich inspirieren, mir Mut machen oder mich zum Nachdenken anregen. Mal sind es Bekannte oder Leute, mit denen ich mehr Zeit verbringe – ein anderes Mal ist es ein zufälliges, kurzes Zusammentreffen mit einem Fremden, das Spuren hinterlässt. Es ist Zeit, diese – meine – Helden des Alltags vorzustellen!

Wer: Vanja Dujc, Autodidakt, Olivenbauer, Geschichtenerzähler

Nicht irgendeiner, sondern einer, der seit rund zehn Jahren für sein „flüssiges Gold“ weltweit Preise einheimst. Einer, dessen Öl auch meine türkische Freundin (türkisch = mediterran = Expertin) und meine Gourmet-Kollegin (von der ich vermute, dass sie sogar vom Genießen träumt) für das Beste halten, das sie je gekostet haben. Einer, der sich jahrzehntelang von Null zur Spitze empor gearbeitet und trotz anfänglicher Misserfolge nicht aufgegeben hat.

Wo wir uns begegnet sind: In seinem Olivenhain über dem Städtchen Izola nahe Piran an der slowenischen Küste. Womit er mich beeindruckt: Mit seinem Öl natürlich. Viel mehr aber noch mit seiner Beharrlichkeit. Vor dreißig Jahren hat der Ingenieur aus Ljubljana erkannt, dass er im damaligen Jugoslawien nicht auf die Sicherheit seines Jobs vertrauen könne, sondern etwas Eigenes schaffen musste, um unabhängig zu sein. Pilze wollte er züchten – so war die Idee. Zwei Jahre dauerte es, bis er einsehen musste, dass daraus nichts werden konnte. Pilze wachsen in der Region nicht, dafür waren vier Hektar Olivenhain frei. Ohne Ahnung von Oliven zu haben pachtete er den Grund, kaufte Samen, die gerade verfügbar waren, und baute an. Es folgte einer der härtesten Winter seit langem. Die Olivenbäume erfroren. Mit einem neuen Kredit wurden neue Pflanzen gekauft. So ging es weiter, plätscherte vor sich hin. Zehn Jahre lang.

Bis er wusste, er musste eine Entscheidung treffen und alles auf eine Karte setzen. Statt einem Brotverdienst nachzugehen, studierte er die nächsten zehn Jahre Bücher alter italienischer Experten über das Thema, las alles, was er in die Finger bekam, nutzte jede Gelegenheit mit Experten zusammenzuarbeiten und probierte vor allem aus. Mit Erfolg!

Glück war natürlich auch dabei. Dass Vanja ausgerechnet den Hain bekam, auf dem Oliven wachsen, dass er seine Kredite wegen der wachsenden Inflation schnell abzahlen konnte, kurz, dass er zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. Und doch hätte sich wohl so mancher durch die anfänglichen Misserfolge vom Projekt abbringen lassen, wäre vor der harten körperlichen und geistigen Arbeit, etwas so Neues zu beginnen, zurück geschreckt. An einer Idee Jahrzehnte lang zu arbeiten, durch- und festzuhalten an etwas, wofür man anfangs belächelt wird, dazu gehört schon eine beachtliche Portion Geduld und Beharrlichkeit.

Einer, der mutig genug war, seine Begeisterung zu leben. Foto: Doris

Einer, der mutig genug war, seine Begeisterung zu leben.

Wie du ihn treffen kannst: Wer – wie ich – bei dieser Erfolgsgeschichte ein großes, prunkvolles Anwesen erwartet, das schon von Weitem per Schild und Pfeil angekündigt wird, der irrt. Der Hain ist so bescheiden und schwer zu finden, dass mich Najda vom Kempinski Palace Portoroz hin begleitet hat. Und selbst sie musste noch gut darauf achten, den richtigen Feldweg zu nehmen, auch wenn sie schon zigfach dort war. Wer Vanja besuchen möchte, meldet sich am besten via Website des Ölproduzenten. Dann holt der Autodidakt gerne die Gäste von der Hauptstraße ab, führt sie über den Hain, erklärt die Unterschiede zwischen den einzelnen Sorten – und beeindruckt ganz sicher auch sie mit seiner Geschichte.

Das flüssige, grüne Gold! Foto: Doris

Das flüssige, grüne Gold!

Dass Vanja nicht nur bei mir einen Eindruck hinterlassen hat, beweisen die zahlreichen Berichte über ihn. Ich finde das großartig, schließlich sollten wir alle viel öfter über Mutmacher und Helden sprechen!

Vanjas Olivenöl gibt es übrigens weltweit in ausgewählten Läden und Restaurants. In Wien wird es derzeit unter anderem im Vinoe verkauft.

Alle Olivensorten schauen anders aus. Foto: Doris

Alle Sorten von Olivenbäumen schauen anders aus: Die Blätter, wie die Äste wachsen… Vanja kennt sie – jetzt – alle.

Vor dreißig Jahren hat der Ingenieur begonnen, sich mit Oliven zu beschäftigen. Foto: Doris

Vor dreißig Jahren hat der Ingenieur begonnen, sich mit Oliven zu beschäftigen.

Der Blick an die slowenische Küste - der Olivenhain liegt malerisch über der Stadt Izola. Foto: Doris

Der Blick an die slowenische Küste – der Olivenhain liegt malerisch über der Stadt Izola.

Auch essbare Oliven hat Vanja anzubieten. Foto: Doris

Manche Oliven werden nach der Ernte nur zum Essen eingelegt – aus dem Großteil wird Öl gemacht.

 

Offenlegung: Danke an Stromberger PR und Kempinski Palace für die Einladung. Die Ansichten und Meinungen in der Geschichte bleiben meine eigenen. 

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Wongs Reisgewürz von Sonnentor

Wenn man beim Würzen von Speisen nicht so geübt ist, sind Würzmischungen eine feine Sache! Sehr empfohlen wurde mir Wongs Reisgewürz von Sonnentor, das mit einer Kombination aus Zimt, Ingwer…

Wenn man beim Würzen von Speisen nicht so geübt ist, sind Würzmischungen eine feine Sache!

Sehr empfohlen wurde mir Wongs Reisgewürz von Sonnentor, das mit einer Kombination aus Zimt, Ingwer und Kreuzkümmel Reis verfeinert. Die süßlich-würzige Mischung sollte von Beginn an mitkochen, damit sich die Gewürz-Gemüsemischung gut entfalten kann. Am besten passen dazu Tofugerichte oder Currys.

Hier findet ihr Wongs Reisgewürz von Sonnentor.

Verwendet ihr auch – zumindest hin und wieder – Gewürzmischungen?

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