Wieder auf dem Jakobsweg: Tag 24, Figeac

Sunday 07th, September 2014 / 13:13 von
Wieder auf dem Jakobsweg: Tag 24, FigeacAlle Bilder: Alexandra Beck

Gehzeit: 5 Stunden 30 Minuten, Figeac, Hotel Terminus St. Jaques**

Wie gewohnt beginnt der Tag mit einem längeren Anstieg. Die Sonne scheint. Bis Mittag ist die Temperatur gnädig. Den ganzen Tag gibt es wieder einmal weder eine Bar noch ein offenes Restaurant. Ein Dorf hat bei der Kirche einen Raum für Pilger adaptiert. Man kann sich dort Löskaffee oder Tee machen und sich bei den Getränken bedienen. Es wird auf das WC hinter der Kirche hingewiesen. Sehr angenehm für uns – auch der Gedanke, dass sich Leute aus dem Dorf für uns Pilger interessieren. Mit zwei Franzosen aus dem Elsass plaudern wir bei der Mittagsrast. Sie können akzentfrei deutsch. Beide sind 63 Jahre alt und beide haben schon einen Herzinfarkt hinter sich. Heute auch wieder viele einsame Asphaltstraßen. Die Rasenstreifen am Rand entschärfen diese Belastung etwas. Zwischendurch schöne Pfade, die von Steinmauern gesäumt sind. Sehr idyllisch. Auch die großen Schafweiden haben diese, von vielen, vielen Menschen in vielen Jahren errichteten, Begrenzungen aus aufgesammelten Steinen. Wir kommen in die Region Quercy. Die Hügel werden sanfter. Es gibt kleine Eichenwäldchen mit zarten, fast strauchähnlichen Bäumen. Bergab, auf einem sehr schönen Pfad, erreichen wir Livinhac-le-Haut.

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Unser Hotel beim Bahnhof macht im Empfangs- und Restaurantbereich einen guten Eindruck. Der Schein trügt. Im Zimmerbereich schäbige Teppichböden. Der Versuch die Schäbigkeit mit Farbe und Überklebungen zu kaschieren kann als missglückt bezeichnet werden. Ein sehr unpersönliches Haus. In der Stadt treffen wir Barbara ohne Wollmütze mit ihrer Stoppelfrisur und laden eine Französin, die mit uns im Turm übernachtet hat, zu einem Abschiedsbier ein. In einer Schulter hatte sie große Schmerzen und der Rucksack hat das nicht leichter gemacht. Sie fährt heute mit dem Zug nach Hause. Wir plaudern in einer Mischung aus Englisch und Französisch. Mit dem belgischen Ehepaar tauschen wir E-Mail-Adressen aus. Schön sie kennen gelernt zu haben. Sie fahren morgen wieder nach Hause. Die Pilgerschar vermindert sich spürbar.

Über den Autor

Alexandra kommt aus Niederösterreich und ist seit 25 Jahren Vegetarierin, und das mit Genuss. Dementsprechend gerne kocht sie auch. Auf Grund ihres Alters darf sie schon länger auf dem Weg sein - zu einem bewussten und achtsamen Umgang mit allem was sie umgibt. Dafür ist sie sehr dankbar. Außerdem ist sie begeisterte und glückliche Großmutter von vier wunderbaren Enkelkindern. Sie ist auf einem guten Weg und möchte auch anderen Menschen helfen ihren persönlichen Weg zu finden: Lebenswege Beck

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