Wieder auf dem Jakobsweg: Tag 18, St. Chely d’Áubrac

Wednesday 27th, August 2014 / 14:18 von
Wieder auf dem Jakobsweg: Tag 18, St. Chely d’ÁubracAlle Bilder: Alexandra Beck

Gehzeit: 5 Stunden, St. Chely d’Áubrac, Hotel della Valley

Die Sonne scheint und unser Blick ist nicht mehr durch Kapuze und Schirm eingeschränkt. In 30 Minuten sind wir in Nasbinals. Vor der schönen Eglise Notre-Dame-de-la-Carce aus dem 11. Jahrhundert sitzt auf den Stufen ein junger Templerkreuzritter aus Thüringen in Deutschland. Bekleidet ist er mit einem Kettenhemd mit Kapuze, einem gegürteten weißen Kasack mit dem roten Templerkreuz auf der Brust und ledernen Gamaschen, die auch die Oberschenkel bedecken sowie mit Stiefeletten. Ein Bündel mit Decke und eine Fahne runden dieses perfekte Bild ab. Von Barbara erfahren wir, dass er Priester werden möchte und es oft nicht leicht hat mit seiner Verkleidung ein Quartier zu bekommen, da er den Leuten suspekt ist. Neben ihm sitzt ein junger Pilger mit Flip Flops und zerrissener Jeans. Die langen Rastalocken hat er hochgebunden. Statt einem Anorak hat er ein großes braunes Wolltuch über die Schultern geworfen. Wir sehen ihn später barfuss über die Weiden laufen. Die Welt ist bunt! Wir kaufen für unsere Jause ein und schließen uns den Pilgern an, die auch heute wieder zahlreich unterwegs sind. Wunderschön die Hochebene bis Aubrac mit vielen Rinderherden. Hin und wieder bewacht ein respektabler Stier seine Kühe. Sein Gebrüll ist beeindruckend. Áubrac ist ein kleiner Ort mit wenigen dunkelgrauen, düster wirkenden Häusern. Eine Kirche und der Tour (Turm) Anglais erinnern an das ehemalige Kloster Domerie d’Áubrac, das 1120 zur Betreuung der Armen, Kranken und Pilger gegründet wurde. Das Läuten der Glocken wies damals den verirrten Pilgern den Weg.

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Ein Brand und die Revolution vernichteten große Teile der Anlage. 500 Meter geht es auf einem sehr steinigen Weg bergab – bis Saint-Chely-d’Áubrac. Es gibt wieder Wälder und der leuchtend gelb blühende Ginster kann einen Meter hoch werden. Vergissmeinnicht und Hahnenfuß säumen den feuchten, steilen Weg. Das Hotel ist ausgebucht und wir bekommen in der Nähe in einem Haus ein Zimmer vermittelt. Beim Abendessen im Hotel treffen wir die zahlreichen Pilgergruppen wieder.

Über den Autor

Alexandra kommt aus Niederösterreich und ist seit 25 Jahren Vegetarierin, und das mit Genuss. Dementsprechend gerne kocht sie auch. Auf Grund ihres Alters darf sie schon länger auf dem Weg sein - zu einem bewussten und achtsamen Umgang mit allem was sie umgibt. Dafür ist sie sehr dankbar. Außerdem ist sie begeisterte und glückliche Großmutter von vier wunderbaren Enkelkindern. Sie ist auf einem guten Weg und möchte auch anderen Menschen helfen ihren persönlichen Weg zu finden: Lebenswege Beck

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