Was ist eigentlich… Recycling?

Wednesday 19th, February 2014 / 21:13 von
Was ist eigentlich… Recycling?Bild: Kelly Buckley / flickr.com

Anschließend an meinen Artikel zum Thema Recycling, Upcycling und Downcycling möchte ich nach dem Thema Upcycling nun in der Serie über jede der einzelnen Formen des nachhaltigen Produzierens und Wiederproduzierens auf Recycling eingehen.

Recycling kennt jeder, zumindest hat jeder dieses Wort schon einmal gehört. Was schießt einem als Erstes durch den Kopf, wenn man an Recycling denkt? Große Müllpressen, Sammelstellen oder die Leergutannahme im heimischen Supermarkt? Vielleicht sogar der eigene Mülleimer? Ja, Recycling beginnt schon im eigenen Haushalt, das ist vielen leider nicht bewusst. Warum das so ist, und wie die Kette weitergeht, klären wir jetzt.

Was also ist Recycling genau?

Vor der Industrialisierung bestand Recycling schlicht aus der Wiederverwertung von Gülle und Ernteresten als Düngemittel oder dem Umwandeln von Lumpen zu Papier. Doch seit die Menge an Müll immer mehr anstieg und die Menschen nach den Weltkriegen zu größerem Wohlstand gelangten, wurde es notwendig, Deponien und Müllsammelplätze zu errichten, da Wiederverwertung damals nicht durchgeführt wurde. Erst 1970/80 wurde das Bewusstsein für Mülltrennung und Recycling wieder entdeckt und nach und nach wurden Systeme entwickelt, um auch in großen Städten eine gewisse Stabilität beim Recycling zu erreichen.

Facts about Austria

In der Gesamtrecyclingquote ist Österreich schon seit Jahren auf einem der Spitzenplätze im europäischen Ranking. Unter anderem ist dafür die ARA (Altstoff Recycling Austria) verantwortlich, die wohl bekannteste Recyclingfirma. Mehr als 85% der gesammelten Verpackungen werden verwertet und zu neuen Verpackungen verarbeitet. Der Rest wird als Brennstoff für zum Beispiel Fernwärme verbraucht. Auch bei der Verwertung von biologischen Abfällen belegt Österreich mit einer Quote von 33% im Bereich der kommunalen Abfälle einen europäischen Spitzenwert. Natürlich geht der Nachhaltigkeitsgedanke an vielen Firmen nicht vorbei und so werben Marken wie beispielsweise Vöslauer mit Umweltschutz durch Abfallvermeidung.

Artikel 1.2 recyclingstation
Bild: Monika Handl

Do it!

Große Firmen tun es, doch wie bei vielen Bereichen im Leben heißt es: “Kleinvieh macht auch Mist!” Also liegt es an uns, dem “kleinen Mann”, mit richtiger Mülltrennung und im besten Fall Müllvermeidung etwas Gutes für die Umwelt und für das eigene Bewusstsein zu tun. Das beginnt beim Einkauf und geht im täglichen Leben weiter: Plastikmüll so gut es geht vermeiden und den Müll richtig trennen. Je genauer jeder Einzelne seine Abfälle trennt, umso besser funktioniert das Abfallsystem! Plastik zu vermeiden ist insofern wichtig, da es als Kunststoff mehrere hundert bis tausend Jahre benötigt, um zu verrotten.

Ein paar Tipps für die Praxis:
– Beim Einkauf darauf achten, wie das Produkt verpackt ist. Kann man die Verpackung wieder verwenden? Ist es recycelt oder nachhaltig produziert?
– Einkaufstaschen wiederverwenden. In manchen Geschäften kann man recycelte Stoffbeutel kaufen und wenn diese kaputt gehen, kostenlos austauschen!
– In der Küche eine kleine Recyclingstation einrichten (wenn es der Platz zulässt) und einfach mal sammeln um zu sehen, wie viel Müll man innerhalb von beispielsweise einer Woche oder einem Monat produziert und dann analysieren was man vermeiden oder einschränken könnte.
Last, but not least:
– In einem Laden einkaufen, in dem man das Verpackungsmaterial selbst mitbringen darf beziehungsweise zur Verfügung gestellt bekommt wie zum Beispiel in Lunzers Maß-Greißlerei.

Fazit

Im Vergleich zum Upcycling, bei dem man sich kreativ ausleben kann, ist Recycling vielleicht langweiliger, aber trotzdem wichtig und nicht schwer umzusetzen. Ein bisschen bewusster einkaufen und vielleicht zweimal hinschauen bei Verpackungsmaterialien schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Ein kleiner Schritt für jeden einzelnen ist ein großer Schritt für ein nachhaltigeres Leben. Und mal ganz ehrlich, nerven euch die Mengen an Kunststoffverpackungen, Dosen und sonstigen vermeidbaren Verpackungsmaterialien nicht auch, genauso wie die ständige Diskussion: “Wer trägt jetzt endlich den Müll runter?”

Wer bringt bei euch den Müll aus dem Haus und was tut ihr um weniger davon zu produzieren? Ich freue mich auf Kommentare!

Über den Autor

Moni ist Schneiderin und Upcycling-Designerin südlich von Wien. Als Gründerin von Niika Fashiondesign verbindet sie Stil und ausgefallenes Design mit nachhaltiger Produktion und Upcycling, indem sie Taschen, Schmuck und Dekoartikel aus Recycling- und Upcyclingmaterial herstellt. Bei The bird's new nest schreibt sie über Upcycling und alles was damit zusammenhängt.

Alle Artikel von Moni

4 Comments on “Was ist eigentlich… Recycling?

  • Superß, dass du über Recycling schreibst, aber woher hast du die zahl, dass 85% der Verpackungen wiederverwendet werden? Ich habe auch gerade angefangen mich mit dem Thema zu beschäftigen. (Mülltrennen und Müll vermeiden tu ich sowiso, aber ich möchte eben wissen was passiert mit dem Müll danach)
    Meine Mails mit der MA 48 waren da, vor allem was Plastikverpackungen angeht, relativ ernüchternd. Der großteil wird ja doch verbrannt…

    Reply
    • Am Ende des Artikels findest du Links zu den Quellen, die 85% stammen aus dem Wikipedia-Artikel, da findest du auch die weiterführenden Quellen dazu. 🙂

      Reply
      • Danke für die Antwort. Die Quellen habe ich tatsächlich überlesen.

        85% wäre tatsächlich eine super Sache. ich kann es aber noch nicht ganz glauben. Wie gesagt habe ich mit der MA 48 gesprochen, wieso denn nur Plastikflaschen in den gelben Sack kommen. Dies ist weil es nur eine Anlage in ganz Österreich gibt, die Plastikflaschen recyceln kann und in ganz Österreich gibt es keine Recycle-Anlage um anderen Plastik-Müll zu verwerten. Das hat mich ehrlich gesagt schockiert, da die Dame, mit der ich geschreiben habe gemeint hat “Wir haben keine solche Anlage und ins Ausland transportieren ist ökologisch wie ökonomisch nicht vorteilhaft”. Bedeutet also, dass der andere Plastikmüll, abgesehen von Flaschen einfach verbrannt wird.
        Bei den Flaschen hat mich noch weiter schockiert, dass mir die Dame erklärt hat es werde blau, grün und weiß recycelt, da dies die häufigsten Farben sind und die Maschine nur 3 Farben gleichzeitig behandeln kann. Man könnte sie zwar auch auf andere Farben umstellen, aber eben nur könnte. Das bedeutet alle anderen Farben werden ebenfalls nicht recycelt sondern verbrannt, obwohl wir in Österreich die Möglichkeit hätten…

        Es wäre spannend gewesen über diese Aspekte etwas mehr zu erfahren.
        In Deutschland ist es natürlich wieder ganz anders. Aber damit habe ich mich noch nicht beschäftigt.

        Reply
        • Möglicherweise wird es auch mal einen weiterführenden Artikel über Recycling geben – ist ja ein durchaus interessantes Thema! 🙂

          Reply

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