Was ist eigentlich… Downcycling?

Saturday 12th, April 2014 / 19:11 von
Was ist eigentlich… Downcycling?Bild: Ignácio Costa / en.wikipedia.org

Mit diesem Artikel über Downcycling ist die Serie zum Thema Recycling, Upcycling und Downcycling komplett. Hier findet ihr die Artikel zu Recycling und Upcycling.

Recycling kennt jeder, bei Upcycling wird man von Informationen nur so überschwemmt, aber was genau soll Downcycling sein? Ist es überhaupt notwendig für jede Kleinigkeit einen eigenen Begriff zu definieren? Ich sage: Das ist Ansichtssache. Sicherlich macht es eine Definition einfacher, wenn jeder Vorgang eine eigene Bezeichnung hat. Leider führt es aber auch bei vielen zu reichlich Verwirrung. Um ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen, lies einfach weiter.

Was also ist Downcycling jetzt genau?

Sucht man im World Wide Web nach dem Begriff, findet man aus dem deutschsprachigen Raum nur sehr wenige Ergebnisse die sich rein mit Downcycling beschäftigen. Meist wird es nur der Vollständigkeit halber in Artikeln über Upcycling oder Recycling erwähnt, es macht fast den Eindruck, dass Downcycling unnötig wäre. Doch das Gegenteil ist der Fall, denn ohne Downcycling würde es keine Verwertung von Plastik ergo Kunststoff geben. Beim Downcycling werden Rohstoffe wiederverwertet, jedoch sinkt die Qualität des Rohstoffes. Bei Papier werden die Fasern verkürzt so dass das recycelte Papier nicht mehr an die Qualität von neuem Papier herankommt. Bei Kunststoff ist es ähnlich, so dass es eigentlich als Downcycling bezeichnet werden müsste. Und auch wenn die Qualität leidet, ist es nicht weniger wichtig als Upcycling.

Facts

Warum ist Downcycling also genauso wichtig? Bei Kunststoff schon alleine aus dem Grund, dass dieser 400 bis 1.000 Jahre braucht, um zu verrotten. Bei der Menge an Kunststoff, die täglich produziert und auch weggeworfen wird, kommt es auf jede Flasche an, die wiederverwertet wird. Bereits jetzt schwimmt so eine große Menge Kunststoff im Meer, dass sich daraus eine eigene Insel gebildet hat, die geschätzt so groß ist, wie die 16-fache Fläche Österreichs. So viel zum Kunststoff, doch wie sieht es mit anderen Rohstoffen aus? Um die 250 Kilogramm Papier verbraucht ein Österreicher durchschnittlich pro Jahr und Kopf, Tendenz steigend. Das klingt im Vergleich zu den USA mit 335 Kilogramm pro Kopf zwar wenig, doch sind es trotzdem 24 Prozent des durchschnittlichen Mülls, den wir pro Jahr produzieren. Es findet bereits ein Umdenken statt, recyceltes (eigentlich downcyceltes) Toilettenpapier ist nur eines von vielen Beispielen, doch leider schreckt der manchmal höhere Preis von nachhaltigen Produkten viele noch ab.

Do it!

Um selbst tätig zu werden, reichen schon ein paar einfache Regeln aus. Beispiel Papier: Doppelseitig ausdrucken oder bereits bedrucktes Papier auf der Rückseite nochmals verwenden. Beispiel Plastikflaschen: Am besten gar nicht kaufen, aber manche Dinge gibt es leider nicht im Glas. Also kann man den Bedarf reduzieren und dann zumindest richtig recyceln. Am Besten in den gelben Sack und fest zusammendrücken, um Platz zu sparen. Downcycling lässt sich leider nicht so wie Upcycling in den eigenen vier Wänden betreiben, aber die Industrie ist schon sehr gut bei der Sache.

Fazit

Auch wenn es unnötig erscheint, für jede kleinste Tätigkeit eine eigene Bezeichnung zu finden, so ist Downcycling doch eine wichtige Form des Recyclings und sorgt dafür, dass Rohstoffe trotz Qualitätsverlust, weiter verwendet werden können. Um auch beim Einkauf auf Nummer sicher zu gehen hilft es, auf diverse Gütesiegel zu achten. Für nachhaltige Waldwirtschaft steht das FSC Gütesiegel und der Blaue Engel garantiert die Einhaltung ökologischer und sozialer Standards.

Kanntet ihr Downcycling schon vor diesem Artikel und wenn ja, wusstet ihr was es bedeutet? Wenn nein, findet ihr es wichtig, dass es diesen Begriff gibt oder eher unnötig? Achtet ihr aktiv auf Müllvermeidung? Ich freue mich über eure Kommentare, lasst uns ein bisschen diskutieren!

 

Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Recycling
http://en.wikipedia.org/wiki/Downcycling
http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Def … definition
http://www.econcept.org/index.php?optio … &Itemid=29
http://www.umweltberatung.at/papierverb … -weiter-an

Über den Autor

Moni ist Schneiderin und Upcycling-Designerin südlich von Wien. Als Gründerin von Niika Fashiondesign verbindet sie Stil und ausgefallenes Design mit nachhaltiger Produktion und Upcycling, indem sie Taschen, Schmuck und Dekoartikel aus Recycling- und Upcyclingmaterial herstellt. Bei The bird's new nest schreibt sie über Upcycling und alles was damit zusammenhängt.

Alle Artikel von Moni

1 Comments on “Was ist eigentlich… Downcycling?

  • Hey, ich finde die Erklärung rund um das Downcycling fantastisch. Wundervoll geschrieben.
    Da ich momentan an einer Facharbeit diesbezüglich schreibe hat mir dieser Artikel sehr geholfen. Bekannt war mir der Begriff und dessen Bedeutung. Allerdings empfand ich “Downcycling” wie du oben schon beschrieben hast als “unwichtig”. Dank der Beispiele mit dem Kunststoff hat es meinen Blickwinkel großflächig erweitert.
    Ich persönslich achte schon darauf was ich wegwerfe. Aus alten Pappröhren einer Müsliverpackung habe ich mir bereits ein kleines CD-Fach konstruiert :).

    Reply

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