Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen

Friday 21st, February 2014 / 20:34 von
Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehenBild: PublicDomainPictures, LoggaWiggler / pixabay.com

Heute möchte ich euch das Buch einer Autorin vorstellen, die mir persönlich sehr am Herzen liegt. Melanie Joy hat mir das letzte Stück Verbindung gegeben, um vegan zu werden. Ich hatte bereits ein dreiviertel Jahr zuvor einen Teil des Films Earthlings gesehen – ich habe nur den ersten Teil geschafft, weil es zu schmerzhaft war, um weiter zu schauen – und in der Folge kaum noch Milchprodukte oder Eier konsumiert. Dann stolperte ich eines Tages über einen Online-Vortrag von Melanie Joy, in dem sie ihr Buch in kurzer Form zusammenfasst. Einen Tag später war ich vegan, ich konnte gar nicht anders. Kurze Zeit darauf durfte ich Melanie Joy dann auch persönlich kennen lernen und ihren Vortrag noch einmal live hören. Danach kaufte ich mir das Buch.

In ihrem Buch beleuchtet Melanie Joy die psychologischen Mechanismen hinter unserem Umgang mit Tieren. Was mich besonders angesprochen hat, ist ihr sanfter Umgang mit dem Leser und der Gesellschaft. Sie verurteilt nicht und führt keine Hetzjagd gegen Nicht-Veganer, sondern sie versucht zu erklären, wie es möglich ist, dass wir als gesamte Gesellschaft ein so gewalttätiges System tragen, ohne dies wirklich zu hinterfragen. Sie nennt dieses Glaubenssystem Karnismus. Joy ist studierte Psychologin und hat selbst Forschung zu dieser Fragestellung betrieben. Ihre These ist, dass wir unsere Verbindung und Empathie gegenüber sogenannten “Nutztieren” abgeschaltet haben, während diese Verbindung bei Haustieren weiterhin vorhanden ist. Sie versucht über diese Verbindung mit unseren Haustieren, die empathische Verbindung zu den Nutztieren wiederherzustellen. Außerdem beschreibt sie die Umstände in Wirtschaft und Politik, die das Glaubenssystem des Karnismus im Einzelnen pflanzen und aufrechterhalten, während wir aufwachsen.

Durch ihre nicht-urteilende und durchleuchtende Art hat es Melanie Joy geschafft, den Zugang zu meiner Empathie zu erreichen. Dadurch, dass ich Melanie Joy auch persönlich kennen lernen durfte, habe ich zu spüren bekommen, dass sie auch als Mensch so empathisch und urteilsfrei ist, wie sie schreibt. Sie ist jemand, der mich wirklich inspiriert hat und ich kann ihr Werk “Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen” nur jedem Leser empfehlen. Die englische Fassung “Why We Love Dogs, Eat Pigs, and Wear Cows“, die ich selbst auch gelesen habe, ist etwas günstiger.

Über den Autor

Janice ist Life Coach, Psychologin und Fitnesstrainerin. Sie lebt vegan, treibt gerne Sport, tanzt und liebt es zu kochen. In ihrer Freizeit setzt sie sich mit den Themen Nachhaltigkeit und Selbstversorgung auseinander. Sportlich tobt sich Janice bei Instagram als @jen_chosen aus. Sie wirkt unter anderem bei Life Elevate mit und hilft als Coach Menschen sich selbst zu finden, ihre Leidenschaften zu leben und glücklicher zu sein.

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3 Comments on “Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen

  • Danke liebe Janice für den Artikel.
    Das Buch klingt wirklich sehr interessant und ich werde es mir auf alle Fälle zulegen!

    Seit etwa 2 Monaten ernähren mein Freund und ich uns auch vegetarisch. Es ist reine gewöhnungs Sache. Als nächstes möchten wir vegan leben, ich habe bewusst zuerst den Weg gewählt erst auf Fleisch zu verzichten weil ich die Befürchtung hatte das die Umstellung vegan zuleben wohlmöglich erstmal zu ungewohnt ist und ich rückfällig werden würde. Aber auf Fleisch zu verzichten fällt uns eigentlich überraschend leicht, wenn man auch leckere andere Rezepte findet dann ist es fast vergessen. Hin und wieder riecht man mal etwas und erinnert sich das es einem eigentlich immer geschmeckt hat aber wenn ich mir dann ins Gedächtnis rufe was das eigentlich ist dann wird mir eher übel.

    Den Film Earthling wollen wir uns dieses Wochenende auch ansehen, ich habs immer etwas nach hinten geschoben wei ich Ausschnitte sah und da schon ziemlich angegriffen war. Mir fällt es nicht schwer auf Pelz, Leder, Tierversuche und Fleisch zu verzichten und ich hoffe das ich noch viele Menschen davon überzeugen kann. Als nächstes steht uns der Start ins vegane Leben bevor.

    Liebe Grüße Ramona

    Reply
  • Ich habe mich damals dazu gezwungen, Earthlings komplett zu gucken, denn ich dachte mir, wenn du das weiter essen und trinken willst, dann musst du dir auch angucken, was da passiert. Ich habe es durchgezogen und bis zum Schluss geschaut und geheult wie nie zuvor. Das tat schon richtig weh. Aber es hat mich kuriert. Aber sowas von. Seit dem Tag lebe ich vegan und das sind nun schon über 3 Jahre. Es ist sicherlich hart, aber ich denke, ich hab es einfach gebraucht. Das Buch will ich auch schon lange lesen, es gibt einfach zu viele tolle Bücher. 🙂

    Reply
    • Hallo Sarah, danke für deine Nachricht. Earthlings hat wirklich ein starkes Potential, die eigene Lebenseinstellung zu ändern. Respekt, dass du ihn ganz geschafft hast. Das Problem mit zu vielen guten Büchern kenne ich ;). Du kannst dir auch einen Online-Vortrag von Melanie Joy anschauen; das ist sozusagen das Buch in sehr verkürzter Fassung. Aber wenn du Zeit findest, lohnt sich das Buch auf jeden Fall!

      Liebe Grüße,
      Janice

      Reply

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