Vom Samen bis zur Ernte: Ernährung der Pflanzen

Friday 25th, July 2014 / 19:55 von
Vom Samen bis zur Ernte: Ernährung der PflanzenBild: ejaugsburg / pixabay.com

Auch wenn man es kaum glauben kann, die Masse, und damit die festen und flüssigen Bausteine aus denen die meisten Pflanzen bestehen, kommen nicht aus der Erde oder dem Wasser, sondern aus der Luft, die sie umgibt. Aber die wenigen Elemente, die Pflanzen nicht aus der Luft gewinnen können, müssen über die Wurzeln aufgenommen werden. Diese Stoffe sind für die Pflanze umso bedeutender. Sie werden als Nährstoffe bezeichnet und wenn sie in der Erde fehlen, bekommen Pflanzen Mangelerscheinungen und sterben. Das passiert vor allem, wenn man an der gleichen Stelle immer die gleichen Pflanzen anbaut. Das nennt man dann eine Monokultur.

Nährstoffmangel

Diese Probleme lassen sich am besten mit Mangel- oder Fehlernährungen bei Menschen vergleichen, wie sie oft bei einseitiger Ernährung, Diäten oder Unterernährung vorkommen. Wenn dem Körper bestimmte Stoffe fehlen, dann wird er krank. Im Notfall kann er einige davon über Umwege aus anderen Stoffen herstellen, oder für eine Weile ohne sie auskommen, aber Nährstoffmangel sollte man dringend vermeiden, wenn man gesund bleiben möchte. Dasselbe gilt für Pflanzen. Als Gärtner kannst du deinen Pflanzen zum Glück helfen, alle Materialien zu bekommen, die sie für ihre Gesundheit brauchen.

Du hast wahrscheinlich schon mal eine Pflanze umgetopft. Oft, weil sie aus ihrem Topf heraus gewachsen ist, oder an ihrem Standort nicht gesund ausgesehen hat. Aber auch um ihr frische Erde zu verschaffen, kannst du deine Pflanze umtopfen. Manchmal genügt es aber auch, frische Erde über den Wurzeln der Pflanze anzuhäufen. Man kann einen Topf oder ein Hochbeet auffüllen, oder frische Erde um seine Pflanzen verteilen. Auch mit Dünger kann man verbrauchte Nährstoffe wieder auffüllen. Du kannst Humus, tierische Abfälle, Kompost oder chemische Dünger verwenden, um deine Pflanzen mit den nötigen Nährstoffen zu versorgen. Meiner Meinung nach solltest du nur mit natürlichen Mitteln düngen. Falls du einen Garten hast, kannst du deinen Hausmüll verwenden, um selbst Kompost herzustellen. Damit sparst du nicht nur Geld für Dünger, du tust auch etwas Gutes für die Umwelt und verkleinerst deinen ökologischen Fußabdruck.

Falls du tierische Abfälle verwenden möchtest, solltest du das nur mit den Abfällen von gesunden Tieren tun, die keine Medikamente bekommen. Viele Medikamente haben sehr gefährliche Abbauprodukte, die über Nieren und Darm ausgeschieden werden. Falls du dich jemals gefragt hast, wie Drogen- oder Dopingtests funktionieren, sie reagieren mit diesen Abbauprodukte und zeigen so, was der Mensch zu sich genommen hat. Auf chemische Düngemittel solltest du genauso verzichten. Sie brauchen viel Energie in der Herstellung und werden oft falsch dosiert. Das kann bis zur Verseuchung des Grundwassers führen, oder auch deine Pflanzen mit einer Überdosis töten.

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Bild: pixabay.com / Aquilatin

Fruchtfolge

Eine andere Möglichkeit, einen Mangel an Nährstoffen zu verhindern, ist, eine Fruchtfolge einzuhalten. Man baut in einer bestimmten Reihenfolge immer andere Pflanzen an und gibt der Erde alle paar Jahre eine Pause, um sich zu regenerieren. Dabei wählt man die Pflanzen nach ihrem Nährstoffbedarf aus. Wie andere Lebewesen auch, haben Pflanzen verschiedene Ansprüche, was ihre Ernährung anbelangt. Manche brauchen zum Beispiel mehr Stickstoff als andere. Wenn man diese Ansprüche kennt, kann man auf der selben Erde immer andere Pflanzen anbauen und muss wenig oder gar nicht düngen. Diese Eigenschaften kann man sich auch zu Nutze machen, um Rückschlüsse über den Boden zu ziehen. Zum Beispiel können Pflanzen durch ihre Anwesenheit zeigen, welche Nährstoffe vorhanden sind, wie sauer der Boden ist, wie kalt die Winter werden, oder wie viel Regen pro Jahr fällt. Dadurch kann man viel über ein Gebiet erfahren, ohne Bodenprobe und Tests durchführen zu müssen.

Fazit

Es gibt viele Gründe, um sein eigenes Gemüse anzubauen. Meiner Meinung nach ist einer der wichtigsten die Qualität, die man nur mit selbst angebautem Gemüse erreichen kann. Gemüse ist eben nicht Gemüse und wenn du deinen Pflanzen optimale Bedingungen lieferst, dann werden sie dir die beste Nahrung liefern. Du bist was du isst und wenn sich deine Pflanzen gesund ernähren, dann tust du es auch.

Bis zum nächsten Mal – ich hoffe, der Ausflug in die Ernährungswissenschaften der Pflanzen hat dir gefallen. In den Kommentaren kannst du wie immer gerne Fragen, Anmerkungen und Kritik hinterlassen, ich werde sie gerne beantworten. Gutes Gelingen und lass dich nicht pflanzen!

Über den Autor

Toni lebt in Wien und ist seit vier Jahren Hobbygärtner. Er möchte mit anderen Menschen die Freude am selbst geschaffenen Essen teilen und zeigen, wie man möglichst einfach sein eigenes Gemüse, Kräuter und Obst anbauen kann.

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