Volunteer Correct, Project Cape Town: Lisa Cornelissen

Monday 16th, February 2015 / 19:50 von
Volunteer Correct, Project Cape Town: Lisa CornelissenAlle Bilder: Volunteer Correct

Es ist wieder Zeit für ein neues Abenteuer! Ohne Erwartungen reise ich nach Südafrika. Ich habe meine Impfungen und mein Reisebuch bei mir, und obwohl ich eine arme Studentin bin, habe ich alles, was mich reich aussehen lassen würde, zu Hause gelassen. Modische Wanderkleidung, ORS? Checkt! Also bin ich startklar… Richtig?

Leicht gestresst starte ich meine Reise. Von Amsterdam über Dubai mit Endstation Kapstadt. Schneeflocken, gemütliche Mützen und heiße Schokolade mit Sahne werden durch Bikinis und kaltes Bier am Strand abgelöst. Könnte eigentlich schlimmer sein, oder? Dokumentarfilme mit zwölf anderen Ehrenamtlichen über Voluntourism zu machen ist nichts, das man einfach so jeden Tag machen kann. Nach 21 Stunden heißt mich eine lachende Sonne in Kapstadt willkommen. Ich bin da!

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Die Jugendherberge, in der wir untergebracht sind, heißt “The Green Elephant” und hat sich hoffentlich auf 15 laute Niederländer und deren Chaos und Partylaune vorbereitet. Und was noch dazu kommt, in einem Zimmer mit sechs anderen aufzuwachen ist nicht wie Zuhause, wo die Mutter in der Küche mit einem guten Frühstück wartet. Hoffentlich können wir uns nach drei Wochen noch immer so gut leiden wie jetzt: Nach einer halben Woche haben wir schon komische Spitznamen für jeden von uns, teilen lustige Hobbies und natürlich inspirierende persönliche Geschichten.

Mir ist aufgefallen, dass es nicht leicht ist in einer großen Gruppe wie dieser zu arbeiten. Jeder hat seinen eigenen Ideen, Talente und Ziele. Aber wenn man sich in kleinere Gruppen aufteilt, wird es leichter, jedem die passende Rolle zukommen zu lassen. In den kommenden drei Wochen werden wir in Gruppen an verschiedenen Projekten arbeiten, aber wir haben auch jeder ein eigenes Projekt zu bearbeiten. Als Projekt habe ich mir zusammen mit meiner Freundin Bibi ausgesucht, dass wir die Perspektiven junger Männern in Townships in Südafrika untersuchen, die in einem jüngeren Alter mit ehrenamtlichen Helfern zu tun hatten. Also… trafen wir einen Gangster! Sorry, Mama! Aber manchmal muss man ein Risiko eingehen. Und das haben wir gemacht. Am Ende landen wir in einer Hip-Hop Party, einer anti-kapitalistischen kulturellen Widerstandsbewegung, die mit Aktivisten arbeitet, welche Hip-Hop und Gedichte benutzen, um Nachrichten zu verteilen, aufzurütteln und den Neo-Liberalismus zu kritisieren. Wow, was für eine Aufgabe!

Ein wenig naiv wollen wir gleich anfangen zu filmen, aber keine Chance! Unser Kontakt hat seinen eigenen Zeitplan. Kein Filmen, zuerst wird gesprochen, viel gesprochen, was wir hier tun. Über unsere Pläne, Ziele und Gedanken. Und, nur um sicher zu gehen, will er uns auch filmen. Er weiß viel über das Geschäft mit Volunteering und hat ziemlich klare Ideen. Wir können es kaum erwarten mit dem Filmen loszulegen, müssen aber geduldig sein. Ein neues Treffen wird vereinbart. Also schließen wir uns der Party an und tanzen mit den Leuten aus Khayelitsha. Sie denken, dass wir ein wenig seltsam tanzen und uns doof anstellen, aber so sind wir eben! Es war ein beeindruckender Tag… und ein kleines Nickerchen im Auto ist nicht zu vermeiden. Essen, und natürlich ein Glas Wein, wartet in der Jugendherberge auf uns. Der Tag endet mit einer langen Unterhaltung über unsere heutigen Erlebnisse.

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Am nächsten Tag (wirklich früh für mich!) beginnen wir unser Projekt zu bearbeiten. Es werden in jedem Zimmer schwierige Entscheidungen getroffen und heftige Diskussionen geführt. Was machen wir mit dem ganzen Material? Man kann einfach nicht alles verwenden. Wie soll man drei Stunden Film in drei Minuten pressen … oder eine Minute und 24 Sekunden? Und was ist mit der Ethik? Man ist allmächtig, wenn man eine Dokumentaion macht. Wir wählen Zitate aus, setzen Dinge in einer bestimmten Reihenfolge zusammen und entscheiden wie positiv oder negativ jemand dargestellt wird. Für mich ist das wirklich der schwierigste Teil der Arbeit hier. Wie verwenden wir diese Macht in einer guten, durchdachten und ethisch korrekten Weise?

Um eine Ahnung davon zu bekommen, um was es bei Voluntourism geht, seht euch unseren ersten Beitrag von “Volunteering Emma” an und besucht uns auf volunteercorrect.org/en.

 

Volunteer Correct, Project Cape Town: Lisa Cornelissen

It’s time for a new adventure again! Without any expectations I leave for South Africa. I’ve got my vaccinations and my travel book on me, and even while I am a poor student, I dumped everything at home that will make me look rich. Fashionable hiking clothes, ORS? Check! So now I am ready to leave… right?

Mildly stressed, I start my journey. From Amsterdam, to Dubai, final destination Cape Town. Snowflakes, comfy hats and hot chocolate with cream replaced by bikini’s and a cold beer on the beach. Could be worse, right? Making video items with twelve volunteers about voluntourism isn’t a thing that you get to do every day. After 21 hours, a smiling sun welcomes me in Cape Town. I’m here!

The hostel where we stay is called ‘The Green Elephant’, and has to prepare for 15 noisy Dutchies creating a chaos with their loud behaviour and appetite for a party or two. And after that, waking up in a dormitory with 6 is definitely different from sleeping at home, where mum awaits me downstairs with a lovely breakfast. Hopefully the group will still like each other in three weeks time as much as we do now: after half a week already we’ve picked odd nicknames for each other, and shared funny hobbies and off course inspiring personal stories.

I notice that working in a big group like this is not an easy job. Everybody has his own ideas, talents and ambitions. But splitting up in small groups makes it easy to give people the roles that suit them best. We work in groups on various items the coming three weeks, but we also have to make a personal item. For this item, I decide, together with my buddy Bibi to investigate the local perspective of young guys in the townships, who were surrounded by volunteers when they were younger. So… we met a gangster! (Or so they say…) Sorry mom! But sometimes you have to take a risk. So that’s what we do. We end up in the middle of a hip-hop party, an anti-capitalist cultural resistance movement working with activists who use hip-hop and poetry to spread revolutionary messages, raise consciousness and critique neo-liberalism. Woh, what a mouth full!

A little naïve, we think we can start filming immediately but, no way! Our contact has his own time-table. No filming, first talking, lots of talking about what we are doing over here. Our plans, missions and thoughts. And just to be on the safe side, he wants to film us as well. He knows much about the business of volunteering and has pretty definite ideas. We can’t wait to start filming but have to be patient. An new appointment has to be made! We join the party and dance along with the people of Khayelitsha. They think we are a bit strange dancing and doing silly, but that’s the way we are!

It is an impressive day… and a little nap in the car is inevitably. Food, and of course a glass of wine when we are back in the hostel. The day ends with lots of talking about our experiences of the day.

Next day (really early for me!) we start editing our items. Difficult decisions to make, heavy discussions in every room. What to do with all that footage? You can’t use it all. How to bring back three hours of filming to only three minutes… Or 1.24? And what about the ethics? You are almighty when you make a documentary. We choose the quotes, put things together in a certain order, and we decide how positive or negative you will be pictured. To me, this is really the most difficult part of our work here. How do we use our power in a good, well considered and ethical way?

To get a whiff of what this volunteering business is all about, check out our introductory item “Volunteer Emma” and visit us on volunteercorrect.org/en.

Über den Autor

Lisa ist eine lebhafte Studentin aus den Niederlanden und eine der TeilnehmerInnen des "Project Cape Town" der Organisation Volunteer Correct, im Zuge dessen sie ehrenamtlichen Tourismus im Ausland untersucht. Sie studiert Medienwissenschaften und reist sehr gerne. Wenn Menschen aufhören würden, sich Sorgen zu machen und etwas mehr lachen würden, ist sich Lisa sicher, wäre die Welt ein schönerer Ort.

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