Völlerei: Die vegane Kolumne rund um Essen und andere Notwendigkeiten

Saturday 11th, January 2014 / 15:36 von
Völlerei: Die vegane Kolumne rund um Essen und andere NotwendigkeitenBild: Casa-Piccola

Anfang. Beginn. Das braucht alles, auch meine Kolumne. Lange habe ich herumüberlegt, hier ist er also – der erste Beitrag zu meiner Kolumne “Völlerei”, die sich rund um die allgegenwärtigen Themen meines Alltags – veganes Essen, Konsumverhalten und urbanes Leben – drehen wird und wahrscheinlich noch vieles mehr, die Zeit wird es mir und euch zeigen. Ich freue mich über Kommentare und Tipps zu neuen Lokalen oder Geschäften die ich testen sollte. Ohne Austausch keine Entwicklung, oder so.

Alles auf Anfang

Im Gegensatz zum ersten Beitrag meiner Kolumne steht die “Pizzeria Casa-Piccola” nicht ganz am Anfang, im Gegenteil – seit über 30 Jahren existiert dieses Allround-Lokal direkt am Wiener Gürtel. Allerdings in diesen 30 Jahren mit nur wenig Angebot für Gäste, die auf tierleidfreies Essen wert legen, was sich jetzt durch den durchaus kritisch zu betrachtenden veganen Trend geändert hat, sehr zur Freude meinerseits. Schon einige Male bin ich am Weg zu diversen Gürtellokalen oder auch zu Freunden an dieser extrem zentral gelegenen Pizzeria (direkt am Hernalser Gürtel bei der U6 Station Alser Straße) vorbeigekommen, doch beachtet wurde sie von mir nie eingehend. Man kennt ja eigentlich von jeder ordentlich geführten italenischen Pizzeria die meist vegane Pizza Marinara, allerdings ohne Belag, nur mit Tomatensauce, Knoblauch und Gewürzen – auf Dauer ein wenig arm und fad am Teller. Die einzigen Ketten und Lokale, die bisher Pizza mit mehr Belag und Veggie-Pizzakäse anbieten sind entweder extrem schwer zu erreichen wenn man nicht gerade im 22. Bezirk wohnt (Pizza on Tour) oder haben mittlerweile zugesperrt (Pizza Pinocchio). Auf ein Angebot wie in dem von fleischlosen Lokalen verwöhnten Berlin, wo es das “Sifzy Veg” gibt, eine rein vegane Pizzeria mit über 30 verschiedenen Sorten, die unglaublich gut sind, wird man in Wien noch etwas warten müssen. Im Dezember 2013 wurde bereits bekannt, dass der Besitzer der Casa-Piccola, Liang Hung Chiang, und sein Team an veganen Pizzavariationen mit pflanzlichem Pizzakäse feilen. Somit begab ich mich gestern Abend auf den Weg.

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Bild: Casa-Piccola

Die Pizzeria Casa-Piccola

Als ich das Lokal betrat war ich erstmal überrascht. Erwartet hätte ich mir wohl ein abgefucktes, aber nettes Mini-Lokal – in der Tat ist es aber eine mittelgroße, modern eingerichtete Pizzeria. Man betritt das Lokal direkt in den Raucherbereich, der klassisch durch eine Glastür abgetrennt ist, danach kann man im Nichtraucher-Bereich Platz nehmen, wenn man nicht der Qualm-beim-Essen-Freund ist. Die Speisekarte wurde sofort vom freundlichen und sehr kompetenten asiatischen Personal gereicht und gleich fällt die “grüne Seite” ins Auge, auf der die veganen Pizzen und auch ein veganes indisches Curry aufgelistet sind. Zur Auswahl stehen die klassischen Sorten wie Margerita, aber auch Pizza Broccoli oder Pizza Ruccola. Auf Fleischersatz wie bei einer Pizza Salami wird aber verzichtet. Alles dafür mit Pizzakäse ohne Muh, Extra-Auflagen gibt es ab 50 Cent Aufpreis. Passt so. Ansonsten spezialisiert sich die Karte auf… Hm, alles. Von Pizza (eh klar), über Pasta, Schnitzel und asiatische Speisen gibt es für Omnivoren so ziemlich alles, was das fleischige Herz begehrt. Sicherlich nicht schlecht, für mich aber natürlich nicht relevant.

Trinken kam schnell und in einem auffällig geschwungenen Glas, auch mal was anderes. Aus dem Radio tönte der übliche Chartspop, war aber erträglich. Pizza kam nach Bestellung innerhalb von nicht mal 15 Minuten – gibt es auch nicht immer und ist positiv zu vermerken, auch wenn ich eigentlich nicht so viel Wert auf Schnelligkeit bei der Zubereitung lege. Bestellt hatte ich mir eine “Florentina”, einfach weil es meinem Namen so ähnelt und ich Lust auf Spinat und Mais und viiiel Knoblauch hatte. Die Pizza war durchschnittlich groß, also nicht übermäßig aber genau richtig, wie ich finde – 33 Zentimeter Durchmesser eben. Geschmeckt hat es dann auch. Der vegane Pizzakäse ist zwar nicht sehr dominant – äußerlich und auch im Geschmack -, das finde ich aber eigentlich ganz gut so. Habe dann leider vergessen auf welcher Basis der Käse gemacht wird oder ob er zum Beispiel von Wilmersburger gekauft wurde – sah aber sehr nach selbstgemacht mit Kartoffelstärke aus -, aber das wird nachgeholt, beim nächsten Mal. Belag war auch in Ordnung, dass man da nichts Frisches, sondern Mais aus der Dose bekommt, ist ja Standard und auch nicht anders zu erwarten. Insgesamt war ich sehr zufrieden mit der Auswahl, es gibt aber noch sieben andere Sorten, die ich kosten möchte, mal sehen wie die so schmecken. Gezahlt wurde dann 12,70 für Pizza und ein großes Getränk, völlig in Ordnung, wie ich finde. Ich würde mir aber bei den durchschnittlich zehn Euro pro Pizza zumindest noch ein bisschen mehr Belag oder eben vegane Salami wünschen, aber vielleicht kommt das ja nach entsprechendem Feedback. Tipp: Unter der Woche gibt es mittags Rabatt, alle Pizzen kosten dann nur 9,20 Euro statt zum Beispiel 10,70.

Fazit: Die Pizzeria Casa-Piccola kann durchaus noch einiges an der Pizza verbessern, aber für die ersten Tage, an denen dieses Angebot überhaupt erhältlich ist, darf man nicht meckern. Da wird sicherlich noch einiges passieren, hoffentlich auch eine Pizza mit veganer Salami oder sontiger Vurst oben. Nettes Lokal, netter Service, angemessene Preise, ausbaufähige Pizzen, zentral gelegen – hin da!

Bewertung: 8/10
Homepage: casa-piccola.at
Öffnungszeiten:
So – Fr: 11:00 – 14:30 und 17:30 – 23:00
Sa: 17:00 – 23:00

Danke für die Aufmerksamkeit!

Bis dann, euer Florin

Über den Autor

Florin lebt mit Hund mitten in Wien, arbeitet bei "Grüne Erde", lebt vegan und ist musikbegeistert. Dieser Leidenschaft folgt er mit seinem Bookingkollektiv "Generation Noir" und seiner Band. Bei The bird's new nest wird er sich vor allem mit fleischlosem Konsum in Wien und weiteren Städten befassen - mit einer ordentlichen Portion Humor.

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2 Comments on “Völlerei: Die vegane Kolumne rund um Essen und andere Notwendigkeiten

  • Hallo!

    Danke für die Antwort!

    Das sind ja mal gute Neuigkeiten. Dann freue ich (und viele andere) in Zukunft auf noch bessere Vegane Pizzen bei euch und wünsche euch viel Erfolg beim Probieren und Umsetzen!

    Alles Liebe,

    Florin

    Reply
  • Lieber Florin!

    Erstmal ein herzliches Dankeschön für deinen tollen Bericht über uns!

    Es liegt uns sehr am Herzen, die Wünsche unserer Gäste zu erfüllen, weshalb wir für Feedback, Tipps und Vorschläger immer ein offenes Ohr haben.

    Hier noch ein paar Kommentare bzw. Antworten zu deinem Beitrag: Nach vielem Probieren, Kosten und Überlegen haben wir entschieden für unsere Pizzen den Wilmersburger Pizzaschmelz zu verwenden. Was den Belag betrifft bemühen wir uns alles so frisch wie möglich – also nicht aus der Dose – zu verwenden (z.B. Melanzani, Rucola, Champignons, Tomatenscheiben), aber leider ist dies nicht für alle Zutaten möglich. Deinem Wunsch nach mehr Belag wurde notiert und wird ab sofort umgesetzt, zumindest was das Gemüse betrifft. Auch dein anderer Wunsch nach z.B. veganer Salami und sonstiger Vurst wurde notiert und wird sicherlich in naher Zukunft diskutiert, probiert, getestet und hoffentlich bald in unsere Speisekarte aufgenommen werden.

    Alles in Allem sind wir von deinem Beitrag über uns total begeistert und freuen uns auf deine weiteren Besuche!

    Liebe Grüße,
    Casa Piccola

    Reply

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