Völlerei: Die vegane Kolumne rund um Essen und andere Notwendigkeiten

Saturday 22nd, February 2014 / 16:24 von
Völlerei: Die vegane Kolumne rund um Essen und andere NotwendigkeitenBild: Home Made

Hallo und willkommen zurück bei Völlerei! Dieses Mal will ich zwei kleine Lokale in 1060 Wien beleuchten, die ich neulich getestet habe und die es absolut wert sind, besucht zu werden.

Beginnen wir mit dem erst vor drei Wochen eröffneten “Home Made” in der Mollardgasse, nähe U4-Station Pilgramgasse. Schon vor der offiziellen Eröffnung, also während die Umbauten noch in vollem Gange waren, hatte die Facebook-Page ein paar hundert Likes und die Vorfreude mancher hielt sich kaum noch in Grenzen. Eine Woche nach der Eröffnung war es auch für mich soweit und ich habe das kleine, aber feine Lokal aufgesucht.

Home Made

Sehr zentral gelegen und gleich zu finden, sieht man schon von außen, dass es hier kein billiges Fast-Food-To-Go gibt, sondern viel Liebe hineingesteckt wurde. Auf der obligatorischen Tafel vor der Türe sieht man gleich das jeweilige Tagesgericht, für internetaffine Menschen ist es aber auch ganz einfach herauszufinden, da die Speisen immer vorab auf der facebook-Fanpage gepostet werden. Begrüßt wird man gleich von den sympathischen Geschäftsführerinnen Anna und Nadine, die sich mit Home Made selbstständig gemacht haben. Im ersten, kleineren Raum, in den man hineinkommt kann man zum einen vereinzelt Marmeladen, Getränke, Snacks, Aufstriche, Gemüse und Sojamilch übersichtlich auf kleinen Regalen bewundern, aber zum anderen auch das Tagesgericht oder auch eine Süßspeise an der Theke bestellen.

Zu Essen gibt es meistens eine Variation einer veganen Quiche und eine zweite Speise. Das kann mal eine würzige Suppe oder ein Eintopf sein – man merkt, dass hier sehr viel (und gut) experimentiert und nicht auf Langeweile gesetzt wird. Die Quiche kommt meistens auf leistbare 6,50 Euro und die anderen Speisen um einen Euro billiger. Die Portionen sind angemessen und die Quiche ist jeden Tag eine andere, von Kohl über Melanzani bis hin zu Karottenquiche ist alles dabei und es schmeckt eben, wie der Laden heißt: Hausgemacht. Und lecker. Fast alle Produkte sind vegan, bis auf ein paar Käsesorten und anderen Kleinigkeiten. Das Mittagessen ist immer rein pflanzlich, manchmal sogar glutenfrei.

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Bild: Home Made

Einnehmen kann man das Ganze dann im eher noch sehr schlicht gehaltenen zweiten Raum, der ein bisschen größer ist, aber doch nur Platz für ein paar Personen hat. Wenn sich aber nichts zum Hinsetzen findet, ist das auch nicht tragisch, denn man kann jede Speise auch mitnehmen und das in einem sehr begrüßenswerten Format: Recycelbar und möglichst umweltfreundlich. In diesem zweiten Raum kann man allerdings nicht nur essen, sondern es befindet sich hier noch ein weiterer Verkaufsraum, in dem unter anderem sehr gute Bioweine und Biobiere angeboten werden. Abrunden kann man den Genuss bei Bedarf noch mit einem leckeren Muffin oder einem Kuchen, auch das wechselt ständig – kommt aber immer direkt aus dem eigenen Ofen und wird nicht industriell mit tausend Geschmacksverstärkern erzeugt. Dazu noch eine Tasse Cappuccino mit Sojamilch und alles ist gut. Wer das alles in einem haben haben will und besonders hungrig ist: Am Samstag gibt es immer Brunch um 15 Euro.

Fazit: Ein netter, neuer, fleischfreier Feinkostladen verbunden mit einem leckeren Mini-Lokal, der in manchen Bereichen sicherlich noch verbessert werden kann, aber ja schließlich noch am Anfang steht. Deswegen spreche ich hier eine absolute Empfehlung aus, da kleine Unternehmen dieser Art absolut supportet werden müssen!

Bewertung: 8/10
Mollardgasse 2
1060 Wien

Mo – Fr: 11:00 – 19:00
Sa: 11:00 – 17:00

facebook-Seite: https://www.facebook.com/homemadevienna

 

Nat’naa

Weiter geht es dann in das rund fünf Minuten entfernte “Nat’naa” in der Esterhazygasse, fast schon auf Höhe Mariahilferstraße, also auch sehr gut öffentlich erreichbar. Dieses ebenfalls sehr kleine Lokal existiert seit 2012, also seit nicht ganz zwei Jahren, und erst jetzt hat es mich dorthin verschlagen. Schande über mich. Das von ebenfalls jungen, motivierten Frauen geführte Lokal spezialisiert sich auf einen Mix aus äthiopischem, jamaikanischen und biologisch veganem Essen. Dass man es hier mit absoluten Rastafari-Fans zu tun hat merkt man gleich beim Reinkommen: Das ganze Lokal ist in den Landesfarben von Äthiopien, und somit auch der Reggaemusik und Rastafaris gehalten. Das mag man sympathisch finden oder auch nicht, man kann es aber auch einfach bewusst ignorieren. Dasselbe gilt für die Bob Marley-Beschallung, die sich aber sehr im Hintergrund hält.

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Bild: Nat’Naa

Viel wichtiger ist ja das Essen: Das Nat’Naa spezialisiert sich hautpsächlich auf vegane Stews. Das ist übersetzt ein deftiger Eintopf, der aus diversen Gemüsesorten besteht und meist mit Reis serviert wird, aber auch hin und wieder mit Laibchen oder Salat. Ist zwar einfach, schmeckt aber extrem lecker und füllt den Magen ganz gut. Zeitgleich wird aber auch darauf geachtet, dass es nicht jeden Tag Stew gibt und so kommt mit Klassikern wie Chilli con Tofu oder Kartoffelgulasch auch Abwechslung hinein. Was diese verschiedenen Geschmacksrichtungen aus verschiedenen Ländern verbindet: Alles ist kräftig gewürzt und 100% Bio! Während in vielen veganen und vegetarischen Lokalen das Thema Bio eher nebensächlich behandelt wird und man oft genauso ungesund isst wie ein Fleischesser, wird hier das Thema Nachhaltigkeit sehr groß geschrieben. Das schlägt sich preislich aber nicht so schlimm nieder: Eine kleine Portion des jeweiligen Tagesgerichtes kommt auf 7,20 Euro, eine große Portion auf 8,90 Euro. Mir hat die kleine aber völlig gereicht. Zudem kann man hier großartige, hausgemachte Smoothies und Fair Trade Kaffee genießen, auch das ist preislich im angemessenen Bereich und schmeckt großartig.

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Bild: Nat’Naa

Fazit: Netter Laden mit gewöhnungsbedürftigem Design, dafür aber mit umso besserem Essen und von netten Leuten geführt. Da darf man ruhig mal ein leckeres Mittagessen genießen. Tipp: Auch hier werden die Tagesgerichte immer auf der Facebook-Page bekanntgegeben, have a look!

Bewertung: 8/10
Esterhazygasse 31
1060 Wien

Mo – Fr: 11:00 – 17:00

facebook-Seite: https://www.facebook.com/natnaa222

Nächstes Mal bei Völlerei: Es gibt einen Gumpendorferstraßen-Grätzlbericht mit dem mittlerweile veganen Joanelli und dem nicht weit entfernten Corns’n’Pops. Bis dahin, alles Liebe.

Über den Autor

Florin lebt mit Hund mitten in Wien, arbeitet bei "Grüne Erde", lebt vegan und ist musikbegeistert. Dieser Leidenschaft folgt er mit seinem Bookingkollektiv "Generation Noir" und seiner Band. Bei The bird's new nest wird er sich vor allem mit fleischlosem Konsum in Wien und weiteren Städten befassen - mit einer ordentlichen Portion Humor.

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