Sonntagslektüre: Nimm dir Zeit für Gutes

Sunday 06th, April 2014 / 13:18 von
Sonntagslektüre: Nimm dir Zeit für GutesBild: einar_magnus / pixabay.com

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Diesmal widme ich mich dem öffentlichen Personenverkehr, also kurz gesagt den Öffis. Bevor ich euch nun mit Argumenten für deren Benützung locken möchte, vorweg eine tolle Nachricht. Vor einigen Tagen überraschte mich eine veröffentlichte Studie in einem Reisemagazin. Nach dieser sind die Österreicher die zweitfleißigsten Bahn- und Busfahrer der Europäischen Union. Laut Angaben des Verkehrsclubs Österreich legen wir im Durchschnitt 2.970 Kilometer pro Jahr auf diese Weise zurück, dieses Ergebnis können nur die Tschechen schlagen. Nichtsdestotrotz habe ich das Gefühl, dass Straßenbahn, Bus & Co eher verpönt und unbeliebt sind. Abgesehen von den Großstadtbewohnern bevorzugt die Mehrheit der Menschen in meinem Umfeld das Privatauto. Den öffentlichen Verkehr flächendeckend attraktiv zu gestalten, erweist sich zum Teil als schwierig.

Am häufigsten höre ich Beschwerden über regelmäßige Verspätungen und permanente Unzuverlässigkeit (was eigentlich auch eine Art der Zuverlässigkeit darstellt). Die Unternehmen seien ungeeignet zur Transportbenützung aufgrund schlechter Organisation und unfreundlichem Personal. In Einzelfällen mag das durchaus zutreffen, allerdings ist meine langjährige Erfahrung als tägliche Benützerin verschiedener Verkehrsmittel, sowohl in der Stadt als auch am Land, eine gänzlich andere. Meinem persönlichen Empfinden nach ist die Fahrt mit dem Zug oder Bus in den meisten Fällen eine beachtliche Zeitersparnis. Während der Fahrt mit eben solchen kann ich meine kostbare Zeit wertvoll gestalten. Am liebsten lese ich oder arbeite, manchmal höre ich auch Musik, unterhalte mich mit anderen Passagieren oder lasse meine Gedanken schweifen. Wer solchen Beschäftigungen ebenfalls gerne nachgeht, der kann tolle Fahrten erleben.

Als schönen Nebeneffekt empfinde ich (in den meisten Fällen) den Kontakt zu fremden Menschen. Durchwegs ist der Großteil von ihnen sehr aufgeschlossen und ein angenehmer Zeitgenosse. Wer offen dafür ist, dem können bereichernde Begegnungen mit anderen Fahrgästen passieren, nicht selten ergeben sich interessante Gespräche. So saß mir vor ungefähr einem Jahr eigenartigerweise eine junge Frau im Zugabteil gegenüber, mit der ich nicht nur dasselbe Hobby teile, sondern die auch mein Studium beginnen wollte und außerdem ebenso gerne Bücher liest. Dementsprechend viel hatten wir uns zu erzählen und stehen auch bis heute noch miteinander in Kontakt.

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Bild: Thacreations / pixabay.com

Zu guter Letzt ist natürlich die erhöhte Umweltfreundlichkeit anzumerken. Auch wenn ich dafür schon mehrmals schiefe Blicke und Unverständnis erntete: Es ist unumstritten, dass man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Rad oder auch durch Carsharing einen lobenswerten Schritt für das Ökosystem tätigt, da man sich weniger oder gar nicht an der Abgasbelastung beteiligt.
Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch die Effizienz. Während ein PKW in der Regel 1,3 Personen befördert und pro Tag im Schnitt eine Stunde benützt wird, ist die Belegung und die Nutzungsdauer in Straßenbahnen und U-Bahnen deutlich höher, da diese bis zu 20 Stunden im Einsatz sind. Neben diesen Argumenten für die Teilnahme am öffentlichen Verkehr und meiner positiven Einstellung dazu, sind einige Nachteile nicht von der Hand zu weisen. Die Kehrseiten der Medaille sind neben teilweise frustrierend großen Intervallen in der Peripherie auch generell die umständlichere Anreise durch mehrmaliges Wechseln der Linien und Verkehrsmittel. Jedoch bringt jede Art der Reise und jedes Verkehrsmittel seine Kritikpunkte mit sich.

“Cogito ergo Bim” – Ich denke, also bin ich… so frei und fahre mit der Straßenbahn!

Die Bedeutung dieses entzückenden Wortspiels erkennt man erst auf den zweiten Blick. Gemeint ist hierbei, dass Bim (=Straßenbahn) fahren ein kluger Akt ist. Ich will hiermit nicht zum Autoboykott aufrufen, denn es ist ein pragmatisches Mittel, das eine gewisse Unabhängigkeit mit sich bringt. Dennoch versuche ich, wenn es die Umstände erlauben, es durch ein anderes Verkehrsmittel zu ersetzen. Wenn ich beispielsweise mit dem Zug auf die Universität fahre, spare ich Zeit. Radle ich in die nächste Bankfiliale, muss ich keinen Gedanken an die Parkplatzsuche verschwenden. Meine tägliche Dosis an Bewegung und frischer Luft ist damit erfüllt, Endorphinausschüttung inkludiert. Jeder kann den öffentlichen Verkehr zu seinem persönlichen Vorteil nutzen! Ich wünsche euch auf alle Fälle viel Spaß beim Testen und würde mich sehr freuen, wenn ihr eure persönlichen Erfahrungen oder gute Geschichten zum besten gebt.

Ein kleiner Anreiz könnte dieser amüsante Beitrag über erzählenswerte Anekdoten in öffentlichen Verkehrsmitteln sein.

Über den Autor

Sabine schreibt für The bird's new nest, weil sie ihre Erfahrungen im Bezug auf ein nachhaltiges, rücksichtsvolles Leben teilen möchte und eine Schwäche fürs Schreiben hat. Sie studiert in Wien und kommt aus Oberösterreich. Ihr Herz gehört dem Punkrock und den Tieren. Neben dem Reiten fährt sie leidenschaftlich gerne Schi. Außerdem ist sie eine Leseratte. Und eine Nachtkatze.

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