Seele 2.0 – Fordern und verlangen

Wednesday 05th, March 2014 / 13:28 von
Seele 2.0 – Fordern und verlangenBild: unsplash.com

Wer denkt heute noch bei der Heirat an die Diamantene Hochzeit als Ziel? Wir sind in einer Ära angekommen, in der Heiraten nicht obligatorisch, Partnerwechsel selbstverständlich und Patchwork- und polyamore Familienstrukturen normal sind. Es gibt einen guten TED Talk dazu, in dem die Autorin sagt, von einem Partner wird heute erwartet, was früher ein ganzes Dorf geleistet hat.

Er/Sie soll sowohl erotisch als auch freundschaftlich sein, alles können, philosophisch die gleichen Werte vertreten und natürlich auch noch gut aussehen und klug sein. Und weil kaum einer so ein Supermensch ist, tauschen wir und suchen den nächsten Partner. Einen, der besser passt. Mein Vater ist jetzt zum vierten Mal verheiratet. Und obwohl er seine Muster erkannt hat und genau weiß, dass er auf der Suche nach etwas ist, was es nicht gibt, kann er nicht damit aufhören.

Wir verlangen und fordern.
Und wenn das Ergebnis nicht zu unseren Forderungen passt, gehen wir weiter. Was passiert dabei mit unseren Seelen? Die Seele lernt, sie muss die Bedürfnisse “draußen” stillen. Irgendjemand kommt und gibt mir etwas, was ich brauche. Irgendwann. Manche finden tatsächlich diese “externen” Befriedigungen. Und genau an dieser Stelle kommt das Wort Nachhaltigkeit ins Spiel.

Es ist nicht nachhaltig, auf andere zu hoffen.
Denn mal bekommt man etwas, mal nicht, und die Seele, die sich ausgerichtet hat auf die Suche da draußen, hungert immer wieder. Ernährt sich von Müll (“Seelenmüll” wie hohle Statusmeldungen aus Facebook oder sinnlose Soaps im Fernsehen) und wird krank. Es trägt nicht zur Stabilität der Psyche bei, sich von äußeren Faktoren abhängig zu machen.

Lerne dich selbst kennen
Wie kannst du dir aus so einer Situation helfen? Lerne dich selbst kennen und lerne, dich selbst zu stärken. Und damit kannst du direkt hier und heute anfangen. Gehe zum Spiegel, schaue dich an und sage laut und deutlich: “Ich bin toll!” Diese und andere Anregungen findest du übrigens in meinem Pixi-Buch für Erwachsene “Kill the Beaker”. Und der nächste Schritt?

Weniger fordern und verlangen.
Schaue, wo in deinem Alltag du Forderungen an deine Umwelt stellst und wie es deiner Seele damit geht. Fütterst du sie gut genug? Gibst du dir selbst genug Bestätigung oder suchst du Bestätigung von anderen? Gehst du schonend mit deinen seelischen Ressourcen um oder verbrauchst du diese tagtäglich in Streit und Ärger? Fange einfach mit deiner nächsten persönlichen Begegnung an und schaue, wie du da weniger fordern und verlangen kannst.

Und wenn dir Ideen, Fragen oder Erkenntnisse kommen, die du teilen möchtest, schreibe mir!

Nächstes Mal: Positive Ansteckung

Über den Autor

Nadja aus Hamburg mag die Zukunft und erlebt an ihren eigenen Kindern, wie schnell sich die Generationsinteressen durch das Internet verändern. Aus dieser Beobachtung ist die Frage entstanden: Wie können wir auch in der heutigen hektischen Zeit zu Besinnung und Potenzialentfaltung kommen und wie kümmern wir uns um nachhaltige psychische Gesundheit (bevor Burnout so normal wird wie Kopfschmerzen). Über diese und angrenzende Themen schreibt Nadja in ihrem Blog unter Petranovskaja.

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4 Comments on “Seele 2.0 – Fordern und verlangen

  • einerseits finde ich es richtig weiter zu gehen wenn man nicht mehr glücklich ist in einer beziehung, denn wenn man die aktuelle situation nicht anders verbessern kann dann muss/kann/darf versuchen jemand/etwas neues kennen zu “lernen”. das ist wohl “das leben” und zwar nicht nur in herzensfragen gilt: love it, change it or leave it !!!

    darüber hinaus beginne ich nächste woche übrigens mit einem 8 wöchigen mbsr-seminar mit schwerpunkt “achtsamkeit” 🙂

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  • Aber was heißt das jetzt in Bezug auf die Partner, die man wählt und eventuell “austauscht”? Sollen wir mit jemandem zusammenbleiben, der nicht “passt”, sich als unseren Vorstellungen und Idealen widersprechend erwiesen hat, nur weil er jetzt eben da ist? Und ich koche dann mein eigenes Süppchen, so dass es letztlich egal wäre, mit wem ich zusammen bin? Autark wie ich bin? Forderungslos? Oder noch weiter gedacht, bleibe ich von vornherein Single, da ich ja alles aus mir selbst hole? Ist dann nur noch “Partnerwahl” auf Pheromonbasis erlaubt? Weil die nichts mit Ansprüchen an einen möglichen Lebenspartner zu tun hat? Ich greife dieses Beispiel auf, weil zu Anfang des Artikels vom seriell-polygamen Vater die Rede war, der die Suche nicht aufgibt, trotz seinem Wissen um sein Muster.

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    • Nadja Post author

      Hallo Sarah,
      gern hätte ich eine einfache Antwort auf deine Frage. Wenn du es schaffst, die Verantwortung für dein Glück Stück mehr selbst zu übernehmen, dann wählst du deinen Partner ja schon anders, es kommt eine Leichtigkeit in deine Beziehungen rein. Und wenn dein Partner es im gleichen Maße tut, dann glaube ich, kann man sehr lange glücklich zusammen sein. Leo Tolstoi hat gesagt: “Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich.” Kennst du die Muster, die Gründe, aus denen deine Beziehungen gescheitert sind? Wie kannst du diese Muster ändern?

      Reply
      • Danke für die Antwort! Ich lebe seit Jahren in einer glücklichen Beziehung mit einem Mann, der meinen “Ansprüchen” genügt. 😉 Die vorherigen scheiterten, weil es eben nicht so war. Ich “fordere” Ehrlichkeit, Treue, Offenheit, eine Neigung zu positiver Weltsicht, Humor, Klugheit, anhaltendes Interesse an der Beziehung. Genau die Dinge, die ich selbst in die Beziehung bringe. Die vorherigen Beziehungen scheiterten, weil sich die Männer als egomanisch, unstet, verlogen und feige erwiesen haben. Allerdings jeder auf eine erfrischend andere Weise als sein Vorgänger, so dass ich da leider kein eindeutiges Muster entdecken kann. 😉

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