Mobilität von Morgen: Zu schön, um wahr zu sein?

Tuesday 20th, October 2015 / 20:58 von
Mobilität von Morgen: Zu schön, um wahr zu sein?

Politische Abhängigkeit, ölverschmutzte Ozeane und Strände, elendiges Tierleiden, Waldsterben, Ölsandendlager mitten in Städten oder in jüngster Zeit Fracking – all diese Entwicklungen heißt niemand gut, nehmen wir aber trotzdem in Kauf. Seit man sich Gedanken über den Schutz der Umwelt – in diesem Fall hinsichtlich unseres Erdölverbrauchs – macht, fragt man sich gleichzeitig auch, ob Autofahren überhaupt noch vertretbar ist. Nicht selten bleibt einem kaum eine Wahl oder nur eine sehr unkomfortable. Da kommen uns Schlagwörter wie umweltfreundliche, nachhaltige, grüne oder gar CO2-freie Mobilität gerade recht. Klingt zu schön um war zu sein. Ist es leider auch.

Grundsätzlich müssen wir diese Begriffe vom Marketing befreien. Der Natur ist es völlig egal, dass wir uns mit einem System selbst geißeln und täglich von A nach B und wieder zurück müssen. Dabei kann das Fahren an sich schon nicht umweltfreundlich sein. Das wäre höchstens der Fall, wenn Autos aus dem Boden wachsen, im Betrieb Sauerstoff erzeugen und sich irgendwann selbst kompostieren würden. Es geht also um Schadensbegrenzung bei der Wahl des Fahrzeugs.

In dieser Kolumne wird das komplexe Kapitel Verkehr aufgefächert und einzelne Aspekte werden genauer beleuchtet. Unter den Themen finden sich tatsächliche Nachhaltigkeit, Biosprit oder warum die aktuelle Elektromobilität der Umwelt schadet statt nützt. Außerdem werden fragwürdige politische und wirtschaftliche Vorgaben und Entscheidungen näher beleuchtet. Auch die Auswirkungen der vermeidbaren Kurzlebigkeit und die reine Fokussierung auf den Verbrauch beziehungsweise den damit direkt zusammenhängenden CO2-Ausstoß schaffen im Ganzen betrachtet mehr Probleme und Schadstoffe als sie bekämpfen sollen.

Einige Aspekte bergen durchaus Diskussionsstoff – an Zahlen und ganzheitlichen Betrachtungen wird es nicht mangeln. Die Betrachtung der Komplexität des Produktes Auto von der Rohstoffgewinnung über Produktion, Betrieb und Wartung bis hin zur Entsorgung birgt belegbare Überraschungen. Gesamt betrachtet etwa ist ein Hummer (SUV) für die Umwelt weniger schädlich als das Vorzeigeobjekt Hybridauto. Wir betrachten jedoch immer nur den Verbrauch und CO2-Ausstoß, den ein Auto im Betrieb erzeugt. Das ist vergleichbar damit, als würde man bei der Klimabelastung des Fleischkonsums nur den Energieaufwand des Schlachtens berücksichtigen. Nur noch etwa 15 Prozent des Ressourcenverbrauchs beim Auto fällt heute auf den Betrieb in Form von Treibstoff. Die Ersparnis im Betrieb verschiebt sich seit einigen Jahren auf die Produktion.

Lässt man lokale Gesundheitsnachteile beiseite, fährt man am umweltfreundlichsten sein eigenes oder ein anderes bereits produziertes Auto (Gebrauchtwagen) so lange wie möglich weiter. Im Idealfall ist dieses besonders kompakt, leicht und wird von mehreren Personen genutzt. Mittelfristig ist auch Erdgas klar vorzuziehen, da es noch mehr als einige Jahre dauern wird, bis die Elektromobilität tatsächlich sauberer als konventionelle Antriebe wird.

Alle neugierig Gemachten sowie bisher skeptisch Gebliebenen können sich jedenfalls auf eine interessante Kolumne und auf tiefer gehende Informationen freuen.

 

Über den Autor

Als Insider der österreichischen Autobranche bietet Mr. Autonym einen Blick hinter die Kulissen und liefert Informationen über Mobilität und Nachhaltigkeit aus erster Hand. Aufgrund seiner Position schreibt er anonym um offen und ehrlich über die Machenschaften der Autoindustrie berichten zu können.

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3 Comments on “Mobilität von Morgen: Zu schön, um wahr zu sein?

  • In der Stadt ist das Fahrrad die Alternative 1. Wahl für das umweltfreundliche und flexible Zurücklegen von oft kurzen Distanzen. Meistens deutlich rascher als Öffis und ohne die teils langen Wartezeiten. Nebenbei macht man auch noch ein wenig Bewegung an der frischen Luft.

    Reply
  • Bitte unbedingt mehr davon! Welches sind eigentlich wirkliche Alternativen? Mobility ist in der Schweiz sehr populär, tolles Konzept

    Reply

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