Meine Erfahrungen in Traiskirchen

Tuesday 28th, July 2015 / 22:09 von
Meine Erfahrungen in TraiskirchenAlle Bilder: Daniela

Bei meinem Besuch in Traiskirchen zur Ausgabe der Spenden an die Flüchtlinge parkte ich fast direkt vor dem Eingang des Flüchtlingszentrums und ertappte mich dabei zu überlegen, ob ich meinen USB-Stick beziehungsweise gleich das ganze Autoradio einpacken sollte. (Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich leider persönlich – nicht in Verbindung mit Flüchtlingen – schon Erfahrung mit mehren Einbrüchen sammeln durfte.) Aber gut, ich wollte mich dem Thema neutral und ohne Vorurteile nähern – also ließ ich beides dort. Gleich am Anfang muss ich aber noch etwas gestehen: Sofort nach dem Aussteigen hätte ich mein 37-Grad-Sommer-Outfit, bestehend aus Hotpants und Trägertop, gerne noch einmal überdacht. Der Weg bis zum vereinbarten Treffpunkt, vorbei an verschiedenen Menschengruppen, die offensichtlich einer anderen Kultur angehören, war erst einmal total ungewohnt.

Aber trotz aller anfänglicher Bedenken wurde es ein wunderschöner Nachmittag voll geteilter Freude, Emotionen und Geschichten, wovon noch einige folgen sollten. Ich möchte an dieser Stelle auch erwähnen, wie begeistert ich von der Zusammenarbeit der einzelnen Religionsgemeinschaften bin – katholische Pfarre, türkisch-islamischer Kulturverein, Helfer von der evangelischen Kirche… Es ist wunderschön mit anzusehen, wie alle an einem Strang ziehen und zusammen helfen, wenn es hart auf hart kommt, und dass es keinen Unterschied macht, woran du glaubst oder auch nicht. Auch die Gruppe der Freiwilligen besteht aus Österreichern, Flüchtlingen aus verschiedenen Ländern und Menschen, die als Dolmetscher für alle nicht Deutsch- beziehungsweise Englischsprechenden agieren. Einen Bericht was mit den Spenden für die Flüchtlinge in Traiskirchen passiert und den allgemeinen Ablauf findet ihr hier: Traiskirchen – der Weg der Spenden

Bleibende Erinnerungen

Als ich durch die eng gedrängte und auf die Ausgabe wartende Menge gehe, machen mir sofort alle Platz und ein freiwillig helfender Flüchtling hält mir die Türe auf – ich komme mir ein wenig vor wie ein VIP. Mohammed erzählt mir auf Englisch, dass er seit zwei Monaten hier sei und bereits österreichische Freunde gefunden habe. Stolz zeigt er mir Fotos auf seinem Handy von einem Pärchen und ihm beim Essen, beim Autofahren…

Während des Team-Meetings übersetzt einer der “refugees” die wichtigsten Eckpunkte für seine Landsleute und ein anderer ist so gerührt von der Hilfsbereitschaft hier, dass er mit zitternder Stimme und in gebrochenem Englisch erklärt, dass er gelernter Koch sei und wie gerne er nicht für uns alle Kochen würde als Dankeschön.

Mahmot erzählt, dass er mit seiner Frau und ihrem Baby innerhalb von 18 Tagen (!) von Griechenland hierher gegangen (!) ist. Ich mache große Augen und obwohl wir beide gut englisch sprechen, wiederhole ich meine Frage mit Zeichensprache, wobei ich mit zwei Fingern das Gehen symbolisiere. Er beginnt zu lachen: „You can believe me – we just walked.“ Sie sind also tatsächlich nur zu Fuß gegangen. Zwischen 18 und 20 Stunden am Tag waren sie unterwegs. Das übersteigt meine Vorstellungskraft und obwohl ich nicht glaube, dass er mir etwas Falsches erzählt, überprüfe ich diese Aussage später mit Google Maps. Und stelle fest: Es geht sich aus! Google Maps sagt, 311 Stunden Fußmarsch wären es in etwa bis Griechenland – und 342 Stunden sind es, wenn man 18 Tage lang jeweils 19 Stunden marschiert. Ich bin noch immer absolut fassungslos! Wer tut so etwas, wenn er nicht „um sein Leben läuft“? (Die junge Familie wollte übrigens gar nicht nach Österreich, sondern nach Holland, sie sind hier aber von der Polizei gefasst worden.)

Eine syrische Frau fragt mich nach getaner Sortierarbeit im Pfarrheim mit Hilfe einer Dolmetscherin nach den Bildern an den Wänden, auf denen Fotos von der Jungschar zu sehen sind, was das für eine Gruppe sei und ob ihre Tochter auch dort mitmachen könne, die Kinder sähen so glücklich aus auf den Bildern. Ein “refugee” tritt beim Sortieren im Pfarrhof an mich heran und fragt, ob er sich Wasser von der Leitung (!) nehmen dürfte, er sei so durstig…

Dass hier nur Positives erwähnt wird, liegt nicht daran, dass ich die Gespräche ausgefiltert habe, sondern ich habe in den etwa rund zwanzig Stunden dort tatsächlich keine negativen Zwischenfälle erlebt.

Die Beweggründe kann man natürlich überhaupt nicht miteinander vergleichen, aber die Nachmittage bei der Ausgabe sind für mich wie eine Mischung aus hektischem Flohmarkt und Sprachreise. Bei so einer Reise ist man ja auch fremd in einem anderen Land, verständigt sich zum Teil mit Händen und Füßen ohne etwas oder jemanden zu kennen und ist wirklich froh über jeden Tipp und jedes nett entgegengebrachte Wort. „Am meisten freuen sie sich über ein nettes Lächeln, nette Worte und jemanden, der ihnen einfach nur zuhört.“, bestätigt auch Doris, eine der Projektleiterinnen der Caritas.

Zelt_Ausgabe

Die Spendenausgabe

Wie bereits im verlinkten Artikel erwähnt, hatte jede Flüchtlings-Gruppe nur etwa zehn Minuten (!) Zeit um sich bei der Spendenausgabe die nötigen Dinge zusammenzusuchen, danach galt es, alle aus dem Zelt zu bekommen. Und wenn man sich das Titelbild beziehungsweise das folgende Foto ansieht, kann man erahnen, wie viel Passendes man in zehn Minuten zusammensuchen kann. Ausdrücklich erwünscht: Bilder nochmals genau ansehen und sich vorstellen, man müsste für sich selbst – eventuell auch zusätzlich für seine Kinder – in zehn Minuten, gemeinsam mit etwa 30 anderen Personen alles notwendige zusammensuchen.

Spendenausgabe_Traiskirchen_Damen_u_Kinderabteilung

Auch bei der anschließenden Aufforderung zum Gehen hatte ich – vor allem als Frau – anfangs Bedenken, ob das gut gehen würde. Aber alles klappte problemlos – das einzige, worum wir freiwilligen Helfer immer wieder gebeten wurden, war „Please, one more minute!“. Und auch wenn sich die einzelnen Gruppen nicht im Eiltempo nach draußen bewegten, gab es an den zwei Tagen, an denen ich bis jetzt bei der Ausgabe dabei war, noch nie etwas negatives zu berichten.

Mit einem Polizisten vor Ort konnte ich auch kurz sprechen, er erzählte (es war drei Uhr nachmittags), dass er seit gestern früh, sechs Uhr im Dienst sei, vier Stunden geschlafen habe und noch bis morgen Vormittag seiner Pflicht nachgehe. In der Nacht gab es einen Streit zwischen den Flüchtlingen aus verschiedenen Ländern wie auch in vielen Zeitungen zu lesen war.

Zu gefährlich?

Im Baumarkt, als ich auf der Suche nach einem kleinen Schloss und einer Kette war, erzählte ich dem Mitarbeiter kurz, dass ich die Sachen benötige, um eine Schere an einem Tisch zu fixieren und in weiterer Folge, dass ich die Schere benötige, um Hosen für Flüchtlinge zu kürzen. „Sie fahren nach Traiskirchen? Sie als Frau?“, fragte er, gefolgt von der Frage ob ich das beruflich mache (Nein, ich habe einen „normalen“ Vollzeit-Job.), der Frage, ob ich Moslem bin (Nein.) und dem Hinweis, dass er seine Freundin dort nicht helfen lassen würde, das sei seiner Meinung nach zu gefährlich…

Ich denke, dass die ablehnende Haltung vieler Österreicher beziehungsweise Gemeinden auf Angst basiert. Sie kennen diese Situation und die Kulturen nicht und natürlich macht eine große Gruppe von Menschen mehr Angst als Einzelpersonen. Auch kommt noch das Sprachproblem dazu – klar ist es anfangs etwas unangenehm, wenn man an einer Gruppe vorbeigeht und keinen Schimmer hat, worüber die Personen gerade reden oder ob man gar selbst gerade Thema des Gesprächs ist. Wie ihr im ersten Absatz lesen konntet, war auch ich anfangs sehr unsicher.

Trotzdem möchte ich die Skeptiker bitten, Mut zu fassen und offen für dieses Thema zu sein, letztendlich sind es Menschen wie du und ich, mit Ausbildung, einem ehemals schönen Zuhause… Ich möchte meine Hand nicht ins Feuer legen, dass alle von den etwa 3.000 bis 4.000 Flüchtlingen in Traiskirchen zu hundert Prozent zu den „Guten“ zählen – das könnte ich bei 4.000 willkürlich ausgewählten Österreichern aber auch nicht garantieren.

Wenn ihr offene Fragen habt, die in keinem der zwei Artikel oder den unten angefügten Links beantwortet werden, könnt ihr gerne einen Kommentar schreiben – Matthias, Projektleiter von der Caritas, hat sich zu einem Interview bereit erklärt.

P.S.: Vier Mal war ich bis jetzt schon in Traiskirchen – mein USB-Stick und das Radio waren an den Tagesenden bis jetzt immer noch in meinem Auto und auch an den folgenden, heißen Tagen bin ich mit kurzer Hose hingefahren.

 

Links zu weiterführender Information:

Hier eine kurz zusammengefasste Info der wichtigsten Punkte: gruene.at/themen/menschen-grundrechte/fluechtlinge-fragen-antworten

Auch eine schöne (und den oberen Link gut ergänzende) Zusammenfassung: news.at/a/asyl-zehn-fakten

Über den Autor

Daniela lebt mit ihrer Dackelmix-Hündin südlich von Wien. Die beiden verbindet unter anderem die Neugier, Landschaften, mystische Wälder und alte Bauwerke zu erkunden. Daheim liest sie gerne bei einer Tasse Tee oder recherchiert. Sie findet Wissen sexy, versucht bewusst zu leben und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Alle Artikel von Daniela

44 Comments on “Meine Erfahrungen in Traiskirchen

  • Wirklich ein toller Bericht. Ich bin sehr beeindruckt ob der vielen freiwilligen Helfer und überlege schon die ganze Zeit wie ich etwas mehr beitragen kann als nur für Schlafsäcke zu spenden.
    Meine Hochachtung, dass du dich da so engagierst!

    Liebe Grüße
    Irene

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  • Liebe Daniela,
    Ganz gerührt und beeindruckt von deinem Mut & deinem Engagement werde auch ich mich morgen ins Auto setzen um vor Ort zu helfen und mir einen eigenen Eindruck zu schaffen. Und um aufgeklärter wiederzukehren und effektiv zu spenden.
    Danke!
    Kristina

    Reply
    • Noch eine Frage nachträglich, weißt Du, ob am Sonntag der Omnibus für freiwillige Helfer besetzt ist bzw wie die Caritas vor Ort ist?
      Lieben Dank und viele Grüße,
      Kristina

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      • Liebe Kristina, bitte entschuldige die verspätete Antwort – Sonntag ist der einzige Tag, an dem alle Freiwilligen Pause machen. Ansonsten ist normalerweise von 13./14.00 Uhr bis ca 19.00 Uhr jemand dort – sonst auch einfach auf der Facebook-Seite nachsehen.

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  • Bernd Jursitzky

    Hi Daniela! Würde gerne auch mithelfen. Wie komm ich dazu? Übrigens schöner Bericht.

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  • Ein ganz toller Artikel und ich kann deine Erfahrungen bestätigen. Es sind Menschen, die in Frieden leben und für sich und ihre Familie sorgen wollen. Ich bin sicher, dass diejenigen mit extremer Abwehrhaltung noch nie einen Flüchtling persönlich kennen gelernt haben…. leider haben sie aber auch nicht den Wunsch ihre Vourteile zu überprüfen. Für mich ist es ein tolle Erfahrung und Bereicherung mich mit und für
    Flüchtlnge zu engagieren.

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  • Ich bin eben auf diese Seite aufmerksam gemacht worden.

    In meiner Heimatstadt (im Norden Deutschlands) organisieren diverse Kirchen und die Tafeln ein Café. Einmal wöchentlich können sich Flüchtlinge dort für 2 Stunden bei Kaffee und Kuchen einfach mal unterhalten, Spiele spielen, die Kinder auf einen zugehörigen Spielplatz lassen oder am Billardtisch die eine oder andere Kugel rollen lassen.

    Die Einheimischen werden herzlich eingeladen.

    Ich habe Flüchtlinge aus verschiedenen Nationen kennengelernt und die gleiche Freude, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft kennengelernt.
    Das Café war voll – zu etwa gleichen Teilen mit Flüchtlingen und Einheimischen. Die Atmosphäre war herzerwärmend.

    Am meisten beeindruckte mich eine Szene. Eine sehr alte Dame (Ostpreussen-Flüchtling wie mein Vorfahren) unterhielt sich mit einer Afrikanerin mit “Händen und Füßen” und Wortfetzen über die Flucht – damals und heute. “Ja, genau so war es bei uns auch” habe ich häufiger gehört.

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    • Lieber Matthias, vielen Dank für das Teilen deiner Erfahrungen und dein Engagement! So einen Nachmittag in einem Café stelle ich mir wirklich nett vor. Auch hier bei uns haben beim Helfen einige der älteren Herrschaften erzählt, wie es früher bei ihnen war, wie das früher war mit Flüchtlingen usw – finde ich toll, dass ihr so etwas macht!

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  • Sehr schön nur leider reist sich keiner den Arsch so für arme Hartzer und Obdachlose auf…keiner hilft denen….! und das die Menschen aus Griechenland flüchten wo kein Geld ist… sagt einfach alles! Ein Afrikaner der beim betteln abends angesprochen wurde sagte mir… ich muss betteln die Läden haben zu…. und ich gehe in die Schweiz da kriege ich mehr Geld als hier… ! Helft den Asylanten.. und vergesst die Obdachlosen… die kein Dach überm Kopf haben und nicht so unterstützt werden… PFUI

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    • Obdachlose haben genug einrichtungen wo sie schkafen können und essen bekommen. Harzter gibt es bei uns nicht. Bei uns sind es die arbeitslosen und die haben auch geld vom staat und andere vergünstugungen.

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    • Wie mumof4kids bereits geschrieben hat, gibt es “Hartzer” hier in Österreich nicht. Die im Artikel beschriebene Spendenorganisation ist sowohl für Flüchtlinge als auch für Obdachlose da und auch einiges von den Spenden die für Flüchtlinge ungeeignet sind, wird automatisch an andere Bedürftige weitergegeben. Abgesehen davon, gibt es in Österreich wie bereits geschrieben, auch noch andere Einrichtungen, die einen Schlafplatz etc. bieten. Und die Information, dass die meisten Flüchtlinge aus Griechenland kommen, ist schlicht und einfach falsch, siehe Punkt 5: https://www.gruene.at/themen/menschen-grundrechte/fluechtlinge-fragen-antworten

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    • In meiner Heimatstadt gibt es “Hartzer”.

      Also zunächst: Doch. Wir, die ehrenamtlich Flüchtlingen helfen, sind die selben Menschen, die ansonsten ehrenamtlich anderen bedürftigen helfen. Und wir überlegen auch jetzt bereits, wie man die Hilfestellungen für beide noch besser koordinieren kann.

      Aber liebe Marja, wenn du das Gefühl hast, den Hartzern wäre zu wenig geholfen, dann wäre mein Vorschlag: Runter vom Sofa und selber mal ehrenamtlich helfen! Nicht uns Helfern (mit Vollzeit-Job, Familie, Hobbys und eigenen sozialen Kontakten, die gepflegt werden wollen) mit Vorwürfen begegnen, sondern selber helfen. Nach drei Monaten “Tafeln” möchte ich eine Wiederholung dieser Kritik lesen. Kontaktmöglichkeiten finden sich regelmäßig in der Lokalpresse oder auch im Internet. Ebenso sind Facebook-Gruppen zu finden, die einen Einstieg in das Ehrenamt ermöglichen.

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  • Sehr berührend, hast du das berichtet. Bin ebenfalls mit einer Freundin vor Ort gewesen, kann deinen Bericht voll bestätigenm und wir haben in den angrenzenden Wiesen selbst unsere Sachen verteilt, und gute Gespräche mit den Menschen, Familien mit Kindern geführt, und wenn diese endlich alle einsehen, es handelt sich um Menschen wie du und ich, bringt euere Taschen und überflüssiges Zeug, Schuhe, Jacken selbst vorbei und sprecht mit den Leuten, so wichtig um hier mal anzukommen mit Einheimischen reden… nehmt euch die Zeit.. Danke Daniela für deine Kraft und den super Blog hier <3

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    • Liebe Brigitte, ein großes Dankeschön für das Teilen deiner bzw. eurer Erfahrungen und euer Engagement! Ich kann dem nur beipflichten: Selber hinfahren, Gespräche führen … Sich einfach mal selbst ein Bild zu machen.

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  • genau die gleichen erfahrungen hatte ich auch und ich kenne auch niemanden mit schlechten erfahrungen. umso mehr wundern mich diese hetzerischen posts auf fb, die von einer bestimmten partei unterstützt werden. danke an jeden, der hilft, wie klein auch die hilfe sein mag – jede ist wertvoll !!!!

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    • Lieber Manfred, vielen Dank dass du deine Erfahrungen hier mit uns teilst! Ich denke dass die Menschen, die einmal dort waren, die einmal ein Gespräch mit Flüchtlingen geführt haben etc. die Lage ganz anders sehen, als sie leider oftmals auf Facebook etc. vermittelt wird.

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  • Wirklich toll, dass du das machst! Hier in Bremen strukturiert sich aktuell auch “zivile Hilfe” und ich bin froh darüber – ich fragte mich schon so lange, wie und wo ich helfen könnte und jetzt gibt es endlich eine Möglichkeit das alles zu koordinieren. Morgen fahre ich zum ersten Mal an die Uni und schaue mir die Situation an. Hier fehlt es leider an einem Lager und das ist ein großes Problem.

    LG, Alissa

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    • Du bist offensichtlich eine zugezogene Bremerin oder irgendwo in einem der goldenen Löffel Stadtteile groß geworden wenn überhaupt. In Bremen gilt in manchen Teilen ganz offiziell der Ausnahmezustand wegen der Fremden. Hier im Stadtteil hat man auch schön kriminelle Ausländer in einem Heim gesammelt die überhaupt nicht groß kontrolliert so das die in aller Seelenruhe ihre Nachbarschaft terrorisieren können. Man ist dein geblubber lächerlich jeder Bremer weiß das rechtmäßig ausgestellte Abschiebeurteile hier nicht vollstreckt werden und somit die Kriminalität noch weiter hochgetrieben wird.Man muss nicht nur den Fremden helfen sondern auch endlich mal wieder den Einheimischen. Aber höchstwahrscheinlich bist du sowieso ne zugezogene Studentin die nix von dieser Stadt weiß

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      • Jessi, ich möchte dich bitten deine Beiträge neutral (!) zu verfassen! Es ging in dem Beitrag um persönliche (!) Erfahrungen – diese können gerne geschildert werden, allerdings geht es hier darum, mit Vorurteilen aufzuräumen, anstatt neue/alte zu verbreiten!

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    • Liebe Alissa, das freut mich sehr zu hören! Auch hier werden langsam aber doch immer mehr privat-Initiativen organisiert, wie zum Beispiel ein Sprachkurs usw. Ich finde es toll, dass du dich engagierst! Hier in Österreich ist man mit der Situation leider auch komplett überfordert, wir haben zwar ein Flüchtlingszentrum hier, in diesem werden aber viel zu viele Menschen “untergebracht” (leider auch schon seit längerer Zeit im Garten, am Boden, in Gängen,…). Leider klappt es momentan kaum, den Flüchtlingen eine “normale” Unterkunft bereitzustellen (und sei es nur ein simples Bett irgendwo in Österreich)

      Reply
  • Hallo Daniela,
    ich habe deinen Beitrag über Facebook gefunden und bis zum Ende durchgelesen. Deine Schilderung ist sehr interessant. Ich glaube, dass viel mehr Menschen direkte Kontakte zu Flüchtlingen bräuchten, damit Vorurteile und Ängste sich bessern. Auch bei uns in Deutschland läuft so einiges schief und das ist mehr als traurig! Im Grunde wissen wir gar nicht, wie gut es uns geht.

    LG
    Renate

    Reply
    • Liebe Renate, vielen Dank für dein Feedback! Ich konnte bei mir selbst beobachten, wie ich von diesen “Vorurteilen” gehört habe, dann erstmal hingefahren bin, um zu sehen ob die für mich “stimmen”, dann geholfen habe und mittlerweile sogar Freundschaft geschlossen habe. Und ja, es stimmt, leider wissen viele gar nicht zu schätzen, wie gut es uns hier geht. Und erst in so manchem Gespräch wird einem klar, wie verschwindend gering seine eigenen Probleme doch sind …

      Reply
  • Hallo,

    ich selbst bin eine ehemalige Bewohnerin des Flüchtlingslagers. Mittlerweile habe ich in Österreich studiert, bin Mutter zweier Kinder und mein österreichischer Mann ist Unternehmer. Ich glaube, dass man nicht alle in einen Topf werfen darf. Gewiss sind radikale und unerwünschte Persönlichkeiten dabei, doch auch ehrenhafte und anständige Menschen sind Teil dieses Flüchtlingslagers.
    Man denke vielleicht an einen Martin Luther King…. wir alle bluten, wenn man uns sticht…

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    • Liebe Justy,
      das freut mich sehr zu lesen, dass ihr hier ein schönes neues “Zuhause” gefunden habt! Mittlerweile habe ich auch Freundschaften mit Flüchtlingen in Traiskirchen geschlossen und wünsche mir für diese wirklich sehr, dass sie hier bleiben dürfen.

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  • Super Bericht, der einen wirklich anschaulichen Eindruck vermittelt. Toll, dass Du Deine Freizeit so sinnvoll mit Helfen verbringst 🙂

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  • Sehr interessant, was du erlebt hast. Hier in meiner Stadt sind letzte Woche auch 150 neue Flüchtlinge angekommen, Hilfe von den Bürgern war aber nicht von Nöten, das hatte Stadt und Kirche ganz gut im Griff. Ich stelle mir das faszinierend, aber auch sehr bedrückend vor, wenn man sieht, dass diese Menschen gar nichts mehr haben… *seufz*

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    • Liebe Cat, das freut mich, dass es bei euch besser organisiert wird! Aber auch wenn die Kirche einiges übernimmt, bin ich sicher, dass sich die Menschen über persönliche Gespräche freuen werden. Nicht einmal habe ich gehört “Ich habe alles verloren, mein Haus, meinen Job, mein Auto, Geld und Freunde – jetzt sitze ich hier auf der Straße” Und – oder vielleicht auch gerade deshalb, weil diese Menschen kaum noch etwas Materielles besitzen, wissen sie um so mehr alles andere zu schätzen und teilen das wenige, das sie haben (meine Erfahrung).

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  • Echt guter Artikel – freue mich eine Bloggerin aus Österreich zu treffen – wo wohnst du denn genau? Ich bin aus Berndorf / Baden und blogge auch.. 🙂

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    • Liebe Sabine, danke für deine Zeilen! Ich wohne in Gumpoldskirchen, also nur in etwa zehn Autominuten von Traiskirchen entfernt.

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  • hi, deine erfahrungen decken sich völlig mit meinen. ich fahre seit anfang juli fast täglich von pöchlarn nach traiskirchen (200 km hin und zurück), um die gesammelten und gekauften hilfsgüter direkt an die menschen abzugeben. allerdings bin ich tiefgläubige atheistin, und “nur” in privatem auftrag in eigeninitiative tätig.
    was mich wundert, ist, dass sowohl flüchtlinge, als auch mitarbeiter des Lagers traiskirchen behaupten, die in den caritas-bussen und containern abgegebenen waren würden sie NICHT erhalten. sie würden abtransportiert, angeblich in caritas-second-hand-läden. man sieht manchmal flüchtlinge, die kopfüber in die container tauchen, um irgendwas zu ergattern, weil die caritas-ausgabestelle bei der moschee nur ganz wenige stunden am tag “besetzt” ist, sich lange menschenschlangen anstellen – und die ärmsten und bedürftigsten leer ausgehen. wenn ich erlebe, wie sich die leute um das mitgebrachte essen reissen (babynahrung, soletti, schnitten, konserven, äpfel und bananen kartonweise, süssigkeiten, mineralwasser, usw.) dann lässt das auch den schluss zu, dass die ernährung nur notdürftig erfolgt.
    besonders SCHUHE sind immer wieder gefragt, die leute haben oft nur mehr kaputte fragmente an den füssen. meine lieferungen kündige ich immer mit zeitpunkt einigen flüchtlingen, die ich bereits kenne, an. diese helfen mir zu verhindern, dass einige die ganzen kartons an sich reissen und den inhalt drinnen im lager an die bedürftigen verhökern. auch das gibt es natürlich …

    jede einzelne hilfslieferung die gebracht werden kann, ist höchst notwendig und willkommen.

    fahrt ruhig selber hin nach traiskirchen in die otto glöckel-strasse (navi). es ist völlig ungefährlich, und die menschen sind wirklich lieb und dankbar. achtet aber bitte darauf, dass ihr keine privaten taschen etc. im auto habt, da die flüchtlinge nicht wissen, dass das euer privateigentum ist – auch autoapotheke etc. wird als mitbringsel angesehen. die leute stehlen nicht, es ist nur so, dass sie glauben, es wäre alles mitgebrachte für sie bestimmt. und bitte ordentlich einparken, sonst gibts schimpfer von den polizisten.

    Reply
    • Ingrid Frais

      Wir waren gestern zum ersten Mal in Traiskirchen. Gut vorbereitet, auch Dank eurer tollen Berichte. Und trotzdem- wir waren entsetzt und auch schockiert über die Zustände. In der Glöckel Straße, in der Nähe vom Caritas Bus haben wir geparkt- vor allem deshalb, weil dort einige Familien mit Kleinkindern saßen. Unser Kofferraum war gut gefüllt, sortierte Sackerl mit Kosmetika, Obst, Gemüse, für Kinder mit H-Milch, Keksen, Biskotten. Einen Karton voll Jeans, Unmengen von T-Shirts, etliche Reisetaschen, waren natürlich nicht einzeln verpackt. Nach dem Öffnen des Kofferraums wurden wir von der Menschenmenge überrollt und es war uns nicht mehr möglich einzugreifen. Die jungen Mütter, ältere Männer, sie hatten einfach keine Chance etwas zu ergattern. Als der Ansturm, nach ungefähr 3 Minuten, vorbei, das Auto leer war, konnten wir nur hoffen, dass die Sachen untereinander verteilt wurden und nicht einzelne alles bekommen haben. Wir sind dann anschließend zum nächsten Supermarkt gefahren, haben dort einen Sack voll Lebensmittel besorgt und ihn einer irakischen Familie mit 4 kleinen Kindern,die leer ausgegangen war, direkt aus dem Autofenster gegeben. Wir werden ganz bestimmt wieder hin fahren, das nächste Mal auf Grund unserer Erfahrung vielleicht etwas anders organisieren. Ich finde euer Engagement einfach toll !

      Reply
      • Liebe Ilse, liebe Ingrid,
        ein großes Dankeschön für euer Engagement!
        Es kommt leider mehrfach vor, dass Autos mit Spenden “gestürmt” werden und die Langsamen beziehungsweise Schwachen leer ausgehen. Deshalb wurde der Omni.Bus ins Leben gerufen – die Spenden werden dort angenommen und (momentan noch) anschließend nur ein paar hundert Meter weiter in den türkisch-islamischen Kulturverein gebracht, wo sie sortiert und zur Ausgabe vorbereitet werden. Somit sieht es für die Flüchtlinge aus, als würden sie nichts erhalten, es geht aber lediglich darum, für eine gerechte Verteilung zu sorgen. (Einen Bericht über den Weg der Spenden findet ihr hier: http://thebirdsnewnest.com/tbnn/traiskirchen-der-weg-der-spenden/) Und ja – von dem Kulturzentrum werden in weiterer Folge säckeweise Gewand abtransportiert – allerdings nur jenes, dass für Flüchtlinge ungeeignet ist – dieses wird an österreichische Obdachlose weitergegeben und extra sortiert bzw. erst mal in Wien gesammelt. Darunter fallen zum Beispiel Herren-Textilien ab Größe XL (die Herren dort sind alle sehr zierlich – die großen Größen bleiben massenweise über und nehmen nur Platz weg), Trägertops und Miniröcke für Frauen (erlaubt die Religion kaum), Trachtengewand, Anzüge usw…

        Reply
    • hallo ilse B. bist du zufällig auch morgen nachmittag vor ort? ich werde mit meiner schwester ca um 15.00 dort sein und hab wirklich gute sachen im auto wie: schlafsäcke, decken und 2 aufblasbare betten, hygieneartikel, etc? und weil ich auch so meine zweifel habe, das alles in das caritas zelt zu geben, denk ich, besser wäre es direkt den menschen zu geben ….. aber wenn du jemanden dort schon kennst, wärs noch toller!!
      falls du interesse hast, wär ein mail super: uschi.mandl@aon.at
      danke!!
      lg uschi

      Reply
      • liebe Uschi mandl, ich hab dir schon ein mail geschrieben.
        du kannst mich jederzeit und gerne anrufen unter 069916530102
        liebe grüsse, Ilse

        p.s. ich fahre voraussichtlich erst am sonntag wieder, es werden noch leute mitkommen, da wir so vieles haben für die Flüchtlinge. möchtest du dich anschliessen? dann ruf bitte an – jederzeit und gerne!

        Reply
  • toller bericht! wenn ihn nur viele lesen würden. vor allem die “richtigen” leute. also die skeptiker und herumschimpfer …

    Reply
    • Liebe Evelyne, danke für deinen Kommentar – ich hoffe sehr, dass die Menschen weg von pauschal-Aussagen kommen, sich ihre eigene Meinung bilden und nicht einfach nur eins zu eins das wiedergeben, was in Zeitungen etc. geschrieben wird

      Reply

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