Mein Leben mit einem Syrer: Kulturelle Unterschiede zwischen Syrien und Österreich

Sunday 13th, December 2015 / 20:23 von
Mein Leben mit einem Syrer: Kulturelle Unterschiede zwischen Syrien und ÖsterreichBild: Salmir Delalic

Ursprünglich bin ich im Sommer nach Traiskirchen gefahren um zu helfen und mir dabei mein eigenes Bild zu machen, unabhängig von den Medien. Die beiden daraus entstanden Artikel könnt ihr hier nachlesen: Traiskirchen – Der Weg der Spenden und Meine Erfahrungen in Traiskirchen. Aus dieser Idee ist jetzt, sechs Monate später, etwas ganz anderes gewachsen als ursprünglich gedacht: Eine neue Beziehung und viele neue Freundschaften. Wir kommen immer wieder zusammen, egal ob zum Helfen, privat bei Feiern, beim Heurigen, bei Ausflügen – die in den Medien gerne erwähnte “Integration” ist bei uns kein großes Thema, jeder respektiert den anderen. Weil das aber am besten geht, wenn man einander versteht und ein paar Hintergründe kennt, haben Mahmoud und ich nun in diesem ersten von zwei Artikeln festgehalten, wo genau denn die kulturellen Unterschiede liegen.

Begrüßungen und Berührungen

Für Muslime in Syrien gibt es keine Berührungen zwischen Männern und Frauen außerhalb der Familie (Cousins und Cousinen ausgenommen), dementsprechend auch kein Händeschütteln oder Bussi-Bussi zur Begrüßung. Stattdessen wird der Friedensgruß „Salaam aleikum“ (Friede sei mit dir) ausgesprochen. Männer unter sich können sich die Hände schütteln oder sich umarmen, ebenso Frauen untereinander – nur die Berührungen zwischen den Geschlechtern sind üblicherweise nicht gern gesehen, da diese als erotisch empfunden werden können und man keinerlei Versuchung aufkommen lassen möchte.

Bei all meinen Besuchen in Traiskirchen und bei syrischen Freunden hat noch nie jemand meine ausgestreckte Hand abgelehnt – und aus Höflichkeit hätte mich vermutlich auch nie jemand darauf angesprochen –, nur einmal habe ich von Problemen in einer syrisch-österreichischen Freundschaft gehört, bei der eine verheiratete Muslimin einem österreichischen Mann nicht die Hand schütteln wollte, wodurch ich erstmals auf dieses Thema aufmerksam wurde. Viele akzeptieren das Händeschütteln, auch wenn es nicht die favorisierte Begrüßungsart ist, weil es hier üblich ist. Alles, was darüber hinausgeht – Umarmungen, Bussi-Bussi und so weiter – überschreitet dann aber die persönliche Distanzzone.

Religionen, Respekt und Weihnachten

In Syrien gab es vor dem Krieg mehrere Religionsgemeinschaften, die friedlich und respektvoll miteinander umgegangen sind. Die größte Gruppe waren Muslime, gefolgt von Christen, Juden, Alawiten, Ismailiten, Drusen und Jesiden. Muslimen war es erlaubt, ihre Gebete in christlichen Kirchen zu beten und umgekehrt. Im Islam selbst gibt es kein Weihnachtsfest (Jesus wird als Mensch und Prophet Gottes angesehen und nicht als sein Sohn) und entsprechend auch keine Christbäume. Trotzdem gab es in Syrien an großen öffentlichen Plätzen diese geschmückten Bäume. Waren Muslime mit Christen befreundet, wurde diesen auch häufig aus Respekt ein Baum geschenkt (als Muslim hatte man natürlich keinen eigenen daheim). Umgekehrt wiederum haben die meisten Christen im Ramadan auf Essen außerhalb von (christlichen) Restaurants verzichtet. Muslimische Restaurant-Besitzer haben im Ramadan geschlossen, nur christliche Eigentümer haben geöffnet – wenn auch aus Respekt mit verklebten Scheiben, damit niemand beim Essen zusehen kann. Zur Info: Während dem Fastenmonat Ramadan dürfen Muslime erst nach Sonnenuntergang essen. Es gibt zwei große Feste im Islam: Das Opferfest (das wichtigste) und das Fest des Fastenbrechens (nach dem Fastenmonat Ramadan).

Muslime sind Menschen wie du und ich, jeder macht Fehler, niemand ist perfekt. „Wenn jemanden ein Fehler unterläuft, heißt das nicht, dass die Religion schlecht ist; wenn ich einen Fehler mache, ist das mein persönlicher Fehler, nicht der meiner Religion.“ Und: „Mache Scherze über mich, rede schlecht über mich – aber niemals über meinen Gott, meine Religion oder Propheten – die Religion ist immer raus. Scherze unter Freunden: Ja – aber niemand kennt Gott persönlich – wie kann man da über ihn scherzen? Man scherzt ja auch nicht über Verstorbene“.

Frauen, Verhüllung und Arbeit

Ich erinnere mich noch gut an den Sommer und eines meiner ersten Gespräche mit der plumpen Frage: „Dass Frauen nicht Auto fahren können und sich verhüllen müssen, liegt daran, dass ihr als Männer das für sie bestimmt?“ Unzählige Gespräche später weiß ich: Die meisten Frauen entscheiden sich freiwillig für den Hi­dschab (das Kopftuch) – nicht alle, aber die meisten können sich aussuchen, ob sie dies tragen möchten oder nicht, dementsprechend gab es auch keine Bestrafungen und man sah vereinzelt auch Frauen ohne Kopftuch auf der Straße – die Rede ist hier wieder von der Zeit vor dem Krieg. Der Grund für das Tragens des Kopftuches aus religiöser Sicht beruft sich auf das entsprechende Gebot (sowohl im Quran als auch in den Überlieferungen).

Und auch bei der Wahl Kopftuch, ja oder nein, geht es in erster Linie darum, die Reize zu verhüllen (nicht sexuell aufreizend zu wirken) und nicht jeden Bereich des Körpers jedermann zu zeigen. Die Frau gilt als etwas ganz Besonderes, vergleichbar mit einem Diamanten. „Wenn du etwas ganz ganz besonders wertvolles hättest, würdest du es auch nicht groß auf der Straße zur Schau stellen und es von jedem angreifen lassen, oder?“ Als weitere Gründe kann man Tradition aufführen, Mode, Abgrenzung und Zugehörigkeit.

Für mich ist dieses Thema mehr eine Frage, was man für sich persönlich als in Ordnung empfindet und was nicht. Manche fühlen sich wohl, im Mini-Rock tanzen zu gehen und Aufmerksamkeit zu erregen, andere tragen diesen nur in Anwesenheit ihres Freundes, wieder andere würden nie einen zu kurzen Rock tragen (hier auch wieder die Frage: „Welche Länge ist zu kurz?“) und bevorzugen Hosen und wieder andere eben den Hidschab.

Frauen in Syrien gingen (aus kulturellen, nicht aus religiösen Gründen*) kaum arbeiten, es war Sache des Mannes für den Lebensunterhalt zu sorgen, wenn auch dafür 15-Stunden-Tage notwendig waren. Die Frau erledigte den Haushalt, kümmerte sich um die Kinder und die Einkäufe – wobei Frauen nie schwere Dinge tragen sollten, deshalb meist telefonische Bestellung inklusive Lieferservice. Das erklärt auch, warum mir im Sommer beim Sortieren und Schlichten der Spenden immer unverzüglich die vollen Boxen abgenommen wurden. Hierzu auch gleich meine nächste Frage, „Frauen dürfen also nicht rausgehen?“ und die Antwort darauf: „Natürlich dürfen sie rausgehen, sie können überall hingehen, wo sie hinwollen und auch den Führerschein machen!“.

„Warum aber dann nicht arbeiten?“ „Bei der Arbeit wird es (notgedrungener Weise) auch Kontakt mit Männern geben, am Anfang nur oberflächlich, aber nach einer Zeit fängt man an über Privates und Probleme zu reden, man bückt sich nach dem Stift… Und man kann alles kontrollieren, nur keine Gefühle. Wenn Frauen zum Shoppen oder ähnlichem gehen, werden sie nur die notwendigsten Gespräche mit den Verkäufern führen, niemals aber mit ihnen scherzen oder gar flirten. Und möchten sie arbeiten, dann bevorzugt mit Frauen oder Kindern, aber auch hier wird darauf geachtet, dass man zum Beispiel nicht in den Ausschnitt sehen kann, wenn die Lehrerin sich vorbeugt.“

Beim gemeinsamen Einkaufen, bei dem zwei Einkaufstaschen gefüllt werden, gilt für mich üblicherweise: Eine für den Mann, eine (die leichtere) für die Frau. Die muslimisch-syrische Variante: Beide (oder bei Bedarf auch noch mehr) trägt der Mann, die Frau gar nichts. „Findest du das fair? Wir haben zwei Taschen und sind zwei Leute?“ „Männer sind viel stärker, ihr Körper ist dafür gemacht, (schwere) Arbeit zu verrichten – der der Frauen nicht. Wer wird gewinnen, wenn wir armdrücken? Was ist nun also fair?”

In Syrien gab es keine Wochenenden, es wurde ununterbrochen und über Jahre hinweg gearbeitet sofern man eine Arbeit hatte. 12-Stunden-Tage waren meist Minimum in der Privatwirtschaft und das bis zu einem Alter von etwa 45 Jahren, bis dahin hatte man sich Haus, Auto etc. geleistet und einen Puffer für unsere hier sogenannte „Pension“ angespart.

 

Hier möchten wir den ersten Teil beenden, im zweiten Artikel werden wir dann über Familie, Heirat, Essen und Vorurteile berichten. Wenn es Fragen zu den hier bereits erwähnten Themen gibt, bitte gerne einen Kommentar hinterlassen.

 

* Im Islam ist es den Frauen nicht untersagt, auch mit Männern zu arbeiten, mit der Bedingung einen gewissen Abstand und Umgang an den Tag zu legen.

Über den Autor

Daniela lebt mit ihrer Dackelmix-Hündin südlich von Wien. Die beiden verbindet unter anderem die Neugier, Landschaften, mystische Wälder und alte Bauwerke zu erkunden. Daheim liest sie gerne bei einer Tasse Tee oder recherchiert. Sie findet Wissen sexy, versucht bewusst zu leben und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Alle Artikel von Daniela

19 Comments on “Mein Leben mit einem Syrer: Kulturelle Unterschiede zwischen Syrien und Österreich

  • Fragen Sie bitte mal die neue Generation im Iran was sie davon halten,dass eine Frau mit einem Diamant verglichen werden. Man sollte doch mal tiefer schauen und nicht nur an der Oberfläche knabbern. Lg von einer Frau mit persischen Ehemann, bei dem ich mit Bikini laufen darf wenn mir danach ist, ohne dass er Angst um mich hat, denn er hat sich eine starke Frau ausgesucht die machen und lassen kann was sie will. Und umgekehrt genauso, das wünschen sich viele Menschen im Iran zurück!

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  • Margret Georg

    Liebe Daniella,
    das war sehr informativ für mich.. ich kämpfe z,Zt, mit einer syrischen Azubi, deren Mann zu Hause sitzt, ihr mächtig Druck macht, dass sie nicht zu Hause ist, und zudem noch immer nicht schwanger ist…

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  • An die Verfasserin dieses Artikels. Ich möchte Auszüge dieses Textes in einem Roman verarbeiten. Bitte nehmen Sie mit mir Kontakt auf. Danke. Gruß, Andy

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  • I am an open minded Syrian not Muslim at all, i had such a bad experience in Vienna for over two years. for me i like this community and i would like to integrate with people but the most of the people here freak out when i mentioned that i am from Syria, i can’t get over this step it’s really eating me up inside, i got a few American and British friends and they are getting along with people the people love them they think they are cool and intelligent but the Syrians they think they are Muslims fucked up ignorant people.

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  • Nett, dass du deine Sicht der Dinge erklärst. Wichtig wär nur zu betonen, dass das eben deine Meinung ist oder die Meinung der Menschen, die du getroffen hast und nicht generell auf “die Syrer” zutrifft. Ich (damals ein 21jähriges Mädel) war längere Zeit in Syrien, hab in einer gemischten WG gewohnt oder bei Gastfamilien, hab Bier mit Salzrand u Arak kennen gelernt und war mit anderen Syrerinnen per Autostop unterwegs – und ich bin mir sicher: kein einziger meiner syrischen Freunde würde der Aussage zustimmen, dass Frauen nicht arbeiten sollen, weil sie sonst womöglich mit Männern in Kontakt kämen! – weder Mann noch Frau, jung oder alt! Würde jemand über mich schreiben “Mein Leben mit einer Österreicherin” würden die Menschen vielleicht auch ein etwas seltsames Bild von Österreich bekommen. Eins der Dinge, die mir in Syrien aber wirklich quer durch die Bank aufgefallen ist (ob bei streng gläubigen oder ausgeflippten Metalheads) war die unglaubliche Gastfreundschaft! Und dafür bin ich wahnsinnig dankbar! Und davon können wir uns alle ein Stück abschneiden!

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  • Sehr interessanter Artikel. Erstmal danke dafür!

    Da ich viele Flüchtlingsfamilien kenne, muss ich dir durch meine Erfahrungen bei 2 Punkten widersprechen.

    Jede Familie, die ich kenne, ist eine sogenannte “Bussi-Bussi” Gesellschaft. Auch von Männern werden wir oft so begrüßt, egal ob streng gläubig oder nicht. Interessant eigentlich, dass es da so viele Unterschiede gibt. 🙂

    Und wegen der Arbeit: jene Männer, die ich kenne, haben in Syrien nur bis Mittag gearbeitet. Da sind die Zeiten in Österreich natürlich sehr ungewohnt. Die meisten schlafen auch sehr lange.

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  • Fernando Espinosa

    Danke Daniela für Deine ehrliche, beherzte, niedergeschriebene Widmung zum Thema! So wie Du die Gepflogenheiten unter sekulären Syrern/Innen festhältst, sind sie im Vergleich zu anderen rein muslimischen und gemischten Gesellschaften vorbildlich. Als aus Südamerika abstämmiger Österreicher kann ich nur ein Lied singen, wieviel die Überreizung der Weiblichkeit bis ins junge Mädchenalter von vielen übererotisierten Einflüssen keine “Freiheit” im grossen Sinne und als Gegenbeispiel bringt. Abgesehen vom dortigen, nicht seltenem Hang zur professionellen Prostitution, stellt eine dick aufgetragene Schau der weiblichen Reize ein Mittel zum Erhaltungszweck durch den Mann dar. Nur eigene Bildung und Chancennutzung im Beruf schliesst dann noch immer keine Option, sich reizvoll Vorteile zu verschaffen, aus. Und es funktioniert aber auch. Bei fehlendem Schutz durch Ordnungskräfte und einer kaum funktionierenden Justiz sind Vergewaltigungen und weitere schwere Verbrechen, vor allem gegen Frauen, keine Seltenheit. Alles ist eine Frage und “Mut zum Risiko” im Leben. Was ich hier anbringen will ist, dass die europäischen Leser/Innen nur von ihrer Sicht der Dinge ausgehen, aber kaum andere soziologische Dynamiken kennen. So mögen Frauen aus dem Nahen Osten gerade hier in Österreich andere Formen der Begegnung unter Geschlechtern kennenlernen, aber durch ihr Elternhaus geprägt immer noch frei wählen dürfen, was ihnen recht ist und eventuell experimentieren dürfen. Frohes 2016!

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  • Hallo!

    Auch danke von mir für diesen Beitrag, aber ich bin auch absolut der Meinung dass dein Beitrag komplett an der Realität vorbeigeht (wie andere Vorschreiberinnen auch schon angemerkt haben) und viele Diskriminerungen schön zu reden und diese als “Freiwilligkeit” abzutun entbehrt wohl doch jeder Grundlage.

    Frauen werden grossteils als 2.rangig oder Besitz angesehen – wie kann man so etwas akzeptieren – Religion hin oder her.

    Und bezüglich Stellung beziehen. Du schreibst hier von deiner “neuen Beziehung” — im Faceboock hast du aber keinen Beziehungsstatus der auf deine Beziehung mit diesem Syrer oder Mahmout hinweist.

    Gerne lese ich deine Beiträge und Stellungnahmen, aber einfach nur als Moralapostel Beiträge zu schreiben – naja.

    lg Martin

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    • ? wenn ich kurz anmerken darf: man muss nicht unbedingt den beziehungsstatus bei seinem profil ändern, wenn man in einer beziehung ist. für einen selbst reicht es oft, zu wissen, dass man mit jemandem zusammen und hoffentlich glücklich ist 🙂

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  • Vielen Dank für deinen engagierten Artikel. Dennoch möchte auch ich sagen, dass die Erklärungen über die Rechte der muslimischen Frauen mir sehr einseitig aus traditioneller (Männer!)-Sicht erscheinen: selbst wenn Frauen sich sozusagen “freiwillig” für das Tragen von Kopftuch entscheiden, tun sie das, nachdem sie von Kleinauf gelernt und erlebt haben, dass Frauen eben Kopftücher tragen (also indoktriniert sind) Die meisten muslim. Frauen, die ich kenne, sagen,dass sie das Kopftuch tragen, “weil es eben so gehört in unserer Religion”, ohne den Sinn/Zweck zu hinterfragen. Das würde ich nicht als freie Entscheidung bezeichnen. Auch die diversen Argumente, die sich alle um den angeblichen Schutz der Frauen vor erotischen Gefühlen von Männern drehen, erscheinen mir sehr fragwürdig. Der oft genannte Vergleich mit dem kostbaren Diamanten, den man ja auch nicht in der Öffentlichkeit zeigen würde, spricht doch deutlich dafür, dass Männer die Frauen als ihren Besitz ansehen, den sie vor anderen Männern verstecken wollen bzw. über den sie Verfügungsgewalt haben wollen. Frauen wird also eigentlich das Recht (oder die Fähigkeit?)abgesprochen, selbst zu entscheiden, ob und wem gegenüber sie erotisch anziehend sein wollen. Ganz empörend finde ich das Argument, wenn es dazu herhält, Frauen von Erwerbsarbeit fernzuhalten. Man bedenke: weil vielleicht in der Arbeit eine nähere Beziehung zu einem Mann entstehen könnte, darf die Frau gar nicht erst arbeiten gehen!!!! Als ob von vornherein auszuschließen wäre, dass eine verheiratete Frau, die einem anderen Mann attraktiv erscheint, ihrem Gatten dennoch treu bleibt. Und warum wohl dürfen unverheiratete Frauen ebenfalls auf keinen Fall mit “fremden” Männern am Arbeitsplatz in Kontakt kommen? Alles Regeln, die von Männern aufgestellt wurden, die sich im Recht fühlen, für Frauen zu entscheiden.
    Also kurzum: Ich glaube schon, dass das, was als “Schutz” der Frauen ausgegeben wird, sehr wohl diskriminierend ist und die Frauen unfrei macht…….
    Gerne setze ich mich mit Gegenargumenten auseinander, nur die üblichen Rechtfertigungen (Schutz, Diamant….) erscheinen mir überhaupt nicht stichhaltig.
    Nichtdestotrotz nochmals Dank für dein Engagement, Verständnis für das Denken von Muslimen zu verbreiten, das ist grundsätzlich sicher ein wertvoller Beitrag.

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  • Ich muss gestehen, ich hab den Artikel jetzt nur kurz überflogen und nicht im Detail nochmal durchgelesen, aber ich kann dir in sehr vielen Punkten leider gar nicht zustimmen. Ich werde mich gerne bei Gelegenheit noch etwas näher äußern, aber auf ersten Blick erscheint mir deine Darstellung doch etwas einseitig. Die jungen, urbanen SyrerInnen, die man durchaus auch unter die “Bussi-Bussi”-Gesellschaft subsumieren könnte, finden sich darin leider gar nicht wieder. Dennoch: Danke für den Artikel und Frohe Weihnachten!

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  • Danke für den spannenden und informativen Artikel! 🙂

    Das einzige, was mich daran stört: Ich weiß nicht, ob das stimmt oder ob ich es falsch interpretiere, aber ich habe das Gefühl, du versuchst in diesem Text die Diskriminierung von Frauen zu rechtfertigen. Zumindest habe ich zu dem, was du zitierst, keine kritischen Kommentare von dir herauslesen können.

    Der Gedanke, Frauen schützen zu wollen, ist ja schön und gut, sie aber keine eigenen Entscheidungen treffen zu lassen (zB. die Entscheidung, sich aufreizend zu kleiden, die Entscheidung, auch mit Männern zu arbeiten, oder die Entscheidung, mit dem Verkäufer zu quatschen/flirten) – das ist Diskriminierung, Punkt. Und das sollte auch nicht schön geredet werden.

    Reply
    • Liebe Ariane, vielen Dank für dein Feedback!
      Ich kann nur von meinen eigenen Erfahrungen und Gesprächen erzählen – und anfangs war ich auch der Meinung, der Mann entscheidet alles (aber Achtung – diese Regelungen sind von Land zu Land unterschiedlich – in Saudi-Arabien ist es Frauen von Gesetz her zum Beispiel verboten, ohne Vollverschleierung bei der dann nur die Augen sichtbar sind, das Haus zu verlassen). Im Gegensatz dazu ist/war es in Syrien den Frauen selbst überlassen, ob sie mit Vollschleier, Kopftuch oder ganz ohne Verhüllung auf der Straße spazieren.

      Viele syrische Frauen möchten von sich aus keinen Körperkontakt mit anderen Männern (und auch die in Absatz drei erwähnte – mittlerweile leider zerbrochene Freundschaft) ging darauf zurück, dass die muslimische Frau (!) das Händeschütteln ablehnte. Allgemein wird von beiden Seiten ein gewisser Abstand/Respekt an den Tag gelegt – bei Besuchen wartet der männliche Besuch auch draußen bis der Hausherr heimkommt, erst dann tritt er ein (gilt nicht für weibliche Besucher). Allgemein kenne ich keine syrische Frau, die sich diskriminiert vorkommt (soll aber nicht heißen, dass es nicht auch Frauen gibt, bei denen die Familie oder der Mann die Entscheidungen trifft – ich kenne nur momentan keine – ich kenne eher Fälle, wo beide mit ihrer “Rollenaufteilung” sehr zufrieden sind).

      Reply
    • Liebe Daniela,
      ich fand deine beide Artikel sehr interessant. Ich habe mich sehr angesprochen gefühlt, da ich selbst mit einem Syrer zusammen bin und wir bald heiraten werden. Ich würde mich sehr gerne mit dir über einige Themen unterhalten und es wäre toll, wenn du die Zeit finden würdest, ein paar Fragen zu beantworten.
      Hier meine email-Adresse: isabeldoebold@hotmail.com
      Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen!
      Liebe Grüsse,
      Isabel

      Reply
  • Hallo Daniela, super interessanter Artikel, danke fürs schreiben 🙂 bin schon gespannt auf den zweiten Teil…
    lg

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  • Hallo Daniela. Ich finde es großartig was und wie du es schreibst. Die Medien veröffentlichen Artikel, die Leser reagieren agressiv und böse, ja schon mit lauter Hass auf die Flüchtlinge. Man kann gar nicht genug Aufklärungsarbeit leisten. Ich wünsche dir, dass du weiterhin viele interessante Menschen aus der uns fremden Kultur kennenlernst und danke für deine Aufklärung. Friedlichiche Weihnachten wünscht Cora

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    • Liebe Cora, vielen Dank für deine Zeilen. Leider – ja – das in den Medien vermittelte Bild ist oftmals sehr verdreht / einseitig. Auch über das Finanzielle sind ja leider oftmals falsche Zahlen im Umlauf… Ich hoffe aber doch, dass die Menschen sich vermehrt eine eigene Meinung bilden und dem ganzen Thema eine Chance geben. Dass es ganz anders laufen kann, sieht man ja am aktuellen Beispiel von Kanada auch sehr gut.
      Auch dir friedliche und besinnliche Weihnachten, liebe Grüße Daniela

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      • liebe daniela,
        mit großem interesse lese ich deine artikel rund um traiskirchen. können wir vielleicht in kontakt treten? ich würde gerne mehr über dich erfahren.
        bitte kontaktiere mich doch
        ich bin redakteurin und arbeite für den ORF
        lg von cedomira schlapper
        email: cedomira@hotmail.com

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