Tribewanted: Insel gesucht!

Wednesday 25th, December 2013 / 08:24 von
Tribewanted: Insel gesucht!Bild: tribewanted.com

“Welche drei Dinge würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen?” Meine Standard-Antwort auf diese – wirklich nicht mehr besonders originelle – Frage lautet meist: Auf eine einsame Insel würden mich keine zehn Pferde kriegen! Ich bin nicht die Strandhockerin, die Nichtstuerin, diejenige, die sich mit ein bisschen Kokosnuss-Knacken zufrieden gibt – auch wenn das vielleicht für ein, zwei Stunden zugegebenermaßen durchaus seinen Reiz hat. Aber danach? Danach bekomme ich mein typisches Kribbeln und muss etwas tun, etwas sehen, etwas unternehmen…

Und doch träume ich seit einigen Jahren von einer Insel. Oder besser gesagt von einem Inselprojekt: Ein einsames Eiland, Leute aus aller Welt, ein Vorhaben, das gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung umgesetzt wird. Die Zutaten hören sich für mich so großartig an, dass ich sie am liebsten selbst zusammen gemischt hätte. Muss ich aber nicht, denn es hat schon einer vor mir getan: Ben Keene, Gründer eines außergewöhnlichen Reiseveranstalters namens Tribewanted!

“Es geht darum, Netzwerke von nachhaltigen, interkulturellen Gemeinschaften an unglaublichen Orten zu schaffen”, so hat mir der Brite vor ein paar Jahren das Unternehmen beschrieben, “damit Menschen, die diese Orte besuchen, nicht nur etwas lernen, sondern sich auch erholen, inspiriert werden können und so die lokale nachhaltigen Entwicklungen unterstützen.”

Im April 2006 ist das Projekt entstanden. Damals hat Ben einfach alle möglichen Menschen eingeladen, Mitglied seines Stamms – seines Tribes – zu werden und zu helfen, auf den Vorovoro Inseln auf Fidschi eine neue Gemeinschaft zu gründen. Eine Aufforderung mit Folgen: 1.000 Reisende haben sich innerhalb der ersten sechs Monate dem “Stamm auf Zeit” angeschlossen, die Insel besucht, mitgearbeitet, mit den Einheimischen gelebt. Manch einer drei Monate lang, die meisten für ein paar Wochen – wiederkehrend. Fünf Jahre lang, dann wurden die Mietpreise für das Grundstück auf den Fidschis zu hoch und Tribewanted musste die Inseln verlassen, nicht ohne die Hoffnung, das Projekt so schnell wie möglich wieder auferstehen zu lassen.

Und dann gibt es ja noch Sierra Leone: Hier arbeitet Tribewanted seit einigen Jahren erfolgreich mit der John Obey Fischer-Gemeinschaft zusammen. Ein Ende ist nicht in Sicht. Genauso wenig wie für die Idee selbst. Pläne und mögliche Kooperationen gibt es wie den berüchtigten Sand am Meer. Der aktuelle Clou: Ein Bauernhof-Projekt im italienischen Umbrien. “Wir wollten die Tribewanted-Erfahrung näher an die Mehrheit unserer Mitglieder und unseres Publikums heranbringen – nach Europa,”, erklärt mir Ben auf E-Mail-Nachfrage die Wahl, “wir möchten zeigen, dass das Konzept auch in einer “besser entwickelten” Region funktioniert, und außerdem wollte mein Tribewanted-Partner Filippo Bozotti nach zehn Jahren in seine Heimat Italien zurückkehren.”

Wie? La Dolce Far Niente bei Pasta e Musica in Bella Italia – so ein Stammesleben könnte mir auch gefallen. Vielleicht überlege ich mir das noch einmal mit der Insel…

Über den Autor

Doris ist Schreibende, Reisende mit Basis in Wien und vor allem eine, die nicht still sitzen kann. Am liebsten schreibt sie inspirierende, mutmachende Geschichten von unterwegs oder daheim. Dabei geht es ihr um Menschen, die die Welt nicht nur entdecken, sondern in ihr auch positive Spuren hinterlassen.

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2 Comments on “Tribewanted: Insel gesucht!

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