Eine (fast) vegane Reise durch Nord-Kalifornien, Teil 4

Monday 11th, August 2014 / 18:32 von
Eine (fast) vegane Reise durch Nord-Kalifornien, Teil 4Alle Bilder: Eli L.

Im dritten Teil meines Reiseberichts konntet ihr lesen, dass wir abends in Sacramento noch sehr lecker gegessen hatten und uns das Besichtigungsprogramm für den nächsten Tag aufgehoben haben.

Am Vormittag des nächsten Tages besichtigten wir zuerst die alte Innenstadt Sacramentos – diese ist mit den alten Häusern schön anzusehen, wirkte aber etwas „künstlich“ und wie für Touristen geschaffen. Dann sind wir bis zum California State Capitol spaziert, eine Führung der Räume ist sich zeitlich nicht ausgegangen.

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Für ein Mittagessen in der Sonne bot sich das „Plum Cafe“ an. Dieses vegane Café hat sowohl einen netten Innenhof, als auch ein paar Tische im Vorgarten, wo wir die Sonne genossen haben. Die Auswahl an Speisen fiel uns nicht leicht – wir hatten dann ein leckeres Chili und einen Burger mit garlic fries. Die leckeren veganen Muffins und Kuchen konnten wir nicht mehr probieren, so satt waren wir danach.

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Gut gestärkt machten wir uns auf den Weg zum Lake Tahoe, der an der Grenze zwischen den Bundesstaaten Kalifornien und Nevada liegt. Die Fahrt hielt wieder eine Überraschung bereit: Von Sacramento, wo wir mit T-Shirt und Shorts in der Sonne gesessen hatten und ich schon Angst hatte, mir einen Sonnenbrand zu holen, ging es über Pass-Straßen in einen Blizzard hinein. Die Temperatur sank dementsprechend auf knapp unter null Grad. Die großen Schneeflocken blieben zwar nur kurz liegen, trotzdem waren wir froh, als wir in der warmen Unterkunft waren. Zuerst dachten wir, dass wir gar nicht mehr hinausgehen würden, doch oh Wunder! Nach einer weiteren Stunde Schneegestöber kam die Sonne wieder hervor und der Himmel war wieder wolkenlos blau als ob nichts gewesen wäre. Der See zeigte sich von seiner besten Seite und bot uns einige wunderschöne Augenblicke, vor allem bei Sonnenuntergang. Insgesamt war mir Lake Tahoe zu touristisch, die Straße um den See ist sehr breit und das Seeufer selbst ist großenteils mit Wohnungen und Hotels verbaut. Da lobe ich mir die einsameren Seen in den Bergen von Österreich oder Bayern.

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Der folgende Tag war voller unterschiedlichster Erlebnisse. Nach dem Temperatursturz am Vortag ging es zuerst wieder über Pass-Straßen nach Bridgeport. Wir hatten im Lonely Planet gelesen, dass es dort heiße Quellen frei in der Natur gibt. Das Wasser der Thermalquellen fließt in mehrere künstlich angelegte Becken und je nach gewünschter Temperatur kann man oben an der Quelle mit Steinen den Zufluss an siedend heißem Wasser regulieren, das ins Becken gelangt. Ich liebe warmes, ja heißes Wasser, und es war richtig schön, in den Becken in freier Natur mit Blick auf die schneebedeckten Berge zu liegen, die Vögel zwitschern zu hören, sich garen zu lassen, solange man es aushält und dabei ein kühles Sierra Nevada Pale Ale (wir hatten uns in der Brauerei eingedeckt) zu trinken. Zur Abkühlung war die Lufttemperatur draußen noch angenehm frisch. Das Thermalwasser fühlte sich durch die in ihm gelösten Mineralien und sonstigen Stoffe richtig weich an und in einem der Becken gab es am Boden etwas Schlamm, von dem einer der Männer mit denen wir plauderten meinte, dass er eine Wellness-Behandlung ersetzt. Also habe ich meine Körper damit beschmiert und der Haut eine natürliche Pflege gegönnt. Zur Info – an diesen Quellen sind Badezusätze verboten und Badebekleidung ist optional.

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Nach dem Wellness ging es weiter zum Besichtigen nach Bodie, der besterhaltenen Geisterstadt der USA. Hier wurde im 19. Jahrhundert nach Gold gegraben und viele der Gebäude sind gut erhalten, die Türen und Fenster geschlossen. Aber man kann durch die Fenster in die Zimmer hineinschauen und sieht Möbel, Geschirr und andere Dinge, fast so als ob die Einwohner nur kurz weg wären. Ich fand es etwas gespenstisch, so in der Zeit zurückversetzt auf die verstaubten Lebensräume von Menschen zu blicken und wären die Türen nicht zugenagelt gewesen, hätte es mich nicht gewundert, dort drinnen doch noch jemanden aus der damaligen Zeit zu sehen.

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Weiter ging es zum Mono Lake, einem alkalischen Salzsee. Da aus den Zuflüssen des Sees die Stadt Los Angeles (ja, über 500 Kilometer weit entfernt) mit Trinkwasser versorgt wird, ist der Wasserstand des Sees im Laufe der Jahre erheblich abgesunken. Dadurch stieg der Salzgehalt und Kalktuff-Gebilde in schönen Formen sind sichtbar geworden. Auf markierten Pfaden kann man zum See spazieren, die Tuffas betrachten und auf Tafeln über das Ökosystem und die darin lebenden Tiere, die sich an das Salzwasser und den alkalischen Gehalt angepasst haben, lesen. Wir haben sehr viele Vögel gesehen, die sich von kleinen Fliegen ernähren und auf ihre Reise über den Kontinent hier Rast machen. Von einem erloschenen Vulkan am Rande des Sees hatten wir noch einen guten Ausblick, bevor wir weiter nach Mammoth Lakes gefahren sind. Abends fanden wir ein nettes mexikanisches Restaurant, in dem sich die Kellnerin für mich in der Küche erkundigte, ob die Bohnen ohne tierische Produkte zubereitet werden.

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Am nächsten Morgen sind wir zu den Seen bei Mammoth Lakes gelaufen, die den klingenden Namen Twin Lakes haben, und da ich selbst eine Zwillingsschwester habe, wollte ich mir diese ansehen. Der Anblick der schneebedecktem Berggipfeln, die sich in den Seen spiegelten, war unglaublich schön – ihr seht ihn am Titelfoto zum Artikel. Nachdem uns die Thermalquellen am Vortag so gut gefallen hatten, wollten wir uns die Gelegenheit zu einem weiteren heißen Bad in freier Natur nicht entgehen lassen. Die Suche nach diesen gestaltete sich etwas schwierig, da im Lonely Planet keine näheren Angaben zu recherchieren waren, wo genau sich diese befinden, aber nach einigem fragen, herumfahren und suchen, fanden wir ein schönes einsames Becken zum Entspannen – wo sonst weit und breit niemand war und man einen tollen Blick auf die verschneiten Bergketten hatte.

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Was wir in den darauffolgenden Tagen im Yosemite und King’s Canyon Nationalpark erlebt haben, könnt ihr im nächsten und letzten Teil meines Reiseberichts lesen.

Über den Autor

Eli ist gebürtige Österreicherin und lebt seit sechs Jahren mit ihrem Freund CJ in München. Ihre großen Leidenschaften sind das vegane Kochen und Backen sowie Sport und Reisen.

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