Die neuen Lieferdienste: Veganes, vegetarisches, faires Essen frei Haus

Thursday 08th, May 2014 / 12:33 von
Die neuen Lieferdienste: Veganes, vegetarisches, faires Essen frei HausFoto: Rita bringts

“Es gibt gar keine guten vegetarischen Lieferdienste”, so haben meine Büromädels noch vor einigen Monaten in Wien gejammert. Das Klagen hat jetzt ein Ende: Immer mehr und immer öfter gibt es spannende, vor allem aber auch vegetarisch-vegane und nachhaltige Alternativen zum klassischen “Essen auf Rädern”. Hier ist mein kleines, ganz persönliches Best-of zum Durchfuttern:

 

Auslieferung
Bild: Rita bringt’s

 

Rita bringt’s

Ein Rundum-Konzept, bei dem sich wohl jede(r) wundert, warum es das bisher noch nicht gab. Und zwar nicht nur in Österreich, sondern weltweit. Gekocht wird vegetarisch-frisch, verpackt in kompostierbare Behälter und ausgeliefert mit einer eigenen Fahrrad-Flotte. Vier Christiania Lastenräder sind seit dem Testmonat April in Wien unterwegs und bringen die Mittagsmenüs in Büros, aber auch zu privaten Haushalten. “Der Unterschied ist sicher unser Gesamtkonzept”, erklärt Mit-Gründerin Rita Huber, “die Kombination aus vegetarischem Lieferservice, biologischen Zutaten, selbst gekocht und umweltfreundliche Lieferung per Rad ist das Spezielle. Außerdem weiß man bei uns, woher das Essen kommt, dass es frisch zubereitet wurde und wer das getan hat!”

www.ritabringts.at
Bestellung am Vortag bis 16.00 Uhr, dann wird per Fahrrad zwischen 10.00 Uhr und 12.00 Uhr ausgeliefert – frisch verpackt, gekühlt transportiert. Entweder zum gleich Genießen, Aufwärmen oder fürs Aufbewahren im Kühlschrank.
Belieferung in den Bezirken eins bis neun. Die Kochtöpfe und die Fahrradflotte wachsen aber stetig!
Preis: zwischen 3,50 und 7 Euro

 

Hermann liefert!

Rund 400 Mägen wöchentlich füllen Caroline und Doris, die hinter dem – erfundenen – Hermann stehen, seit 2013 in und um Salzburg. Tendenz steigend. Das liegt sowohl am guten Essen als auch am Konzept: Die Freundinnen kochen ausschließlich vegetarische und vegane Gerichte aus regionalen Produkten. “Nicht nur, weil diese oftmals besser sind, sondern auch, weil sie durch kürzere Transportwege die Umwelt entlasten.” Der ökologische Ansatz reicht bis zur abbaubaren, kompostierbaren Verpackung. Sogar die kleinen Fläschchen mit den herrlichen Säften sind aus Maisstärke und verrotten so innerhalb kürzester Zeit rückstandsfrei. Warum die beiden das tun? Weil es richtig ist, sind sie überzeugt – „für unsere Umwelt und damit für uns selbst“. Das positive Feedback gibt Energie, und die können beide brauchen, beginnen ihre Tage doch um 5.30 Uhr. Dann wird gekocht, ab 10.00 Uhr ausgeliefert und um spätestens 12.00 Uhr kann gegessen werden.

www.hermann-liefert.at
Am Vortag bis 14.00 Uhr bestellen, Mindestbestellwert 12 Euro. Geliefert wird das frisch Gekochte in Verpackungen, die sowohl für das Aufwärmen im Back-Rohr als auch für die Mikrowelle geeignet sind. Zustelldienst in und rund um Hallein sowie Salzburg Land.

Lieferantenbesuch Privatkäserei Höflmaier
Bild: Hermann liefert!

 

Iss mich!

Na, der Aufforderung kommen wir gerne nach, vor allem weil es sich beim gleichnamigen Lieferdienst um ein Projekt von Filmemacher, Koch und begeistertem Dumpster Diver (= der also in Müllcontainern Privater oder von Geschäften noch Ess- und Verwendbares herausholt) Tobias Judmaier handelt. Mit seinem neuesten Clou möchte er – nach Online-Kochshow und Free Supermarket – weiter darauf hinweisen, dass jährlich bis zu 1,3 Milliarden Tonnen Essen weltweit in den Abfall wandern. Völlig zu unrecht! Deshalb wird bei “Iss mich!”, das er mit Sabine Schellander und Paul Streli umsetzt, nur aussortiertes Gemüse verkocht. Meist vegetarisch bzw. vegan, eingemacht und so haltbar gemacht. Ausgeliefert wird auch hier CO2-Fußabdruck minimierend per Fahrrad zweimal pro Woche, nämlich Montags und Mittwochs. Zudem arbeitet das Projekt mit der Caritas zusammen, um Menschen, die einen erschwerten Zugang zum Arbeitsmarkt haben, die Möglichkeit auf einen Job zu geben.

www.issmich.at
Bestellungen müssen aufgrund der Planbarkeit der Fahrradrouten bis zum Freitag Mittag der Vorwoche eingegangen sein. Mindestbestellmenge pro Bestellung sind fünf Portionen! Bei weniger werden extra Lieferkosten für FahrradbotInnen verrechnet. (Preis: Ab 4,50 Euro) Die Pfand-Gläser (Einsatz: 2 Euro) werden bei der nächsten Lieferung wieder abgeholt.
Geliefert wird immer Montags und Mittwochs in die Bezirke 1010, 1020, 1040, 1050, 1060, 1070, 1080, 1090 und in alle anderen Bezirke auf Anfrage.

 

KnusperSchub
Bild: Frische Fritzen

 

Frische Fritzen

Nachhaltige Lieferdienste machen auch vor dem Frühstück nicht Halt! Das beweisen Flo, Julia und Alberto mit ihren täglich frischen Bio-Müsli-Lieferungen. Die Absolventen der FH Wieselburg beliefern von Amstetten bis Melk Unternehmen und Schulen mit Naturjoghurt, Fruchtmus, Getreideflocken, Früchten, Nüssen – kurz, dem fertigen Müsli. “Körnermischungen gibt es viele”, meint Alberto, “uns war es wichtig, dem Kunden Zeit zu sparen und gleichzeitig ein Top-Produkt anzubieten. Unser ready-to-eat Müsli ist genau das, ohne dass man selbst Früchte zuschneiden muss.” Das erledigen andere.

www.frischefritzen.at
Bestellung via Homepage möglich

 

Elefant & Castle

Schon seit Jahren kann man beim Elefant & Castle nicht nur gute Mittagsmenüs essen, sondern sich die Currys und Sandwiches (davon einige in veganer sowie vegetarischer Form) auch per Fahrradbotendienst Veloce liefern lassen.

www.elefantcastle.at
Bestellungen werden bis täglich 11.00 Uhr entgegengenommen. Bei erstmaliger Bestellung Registrierung per Mail mit Lieferadresse, Kontaktperson und Telefonnummer mindestens 24 Stunden vor der Erstbestellung. Zugestellt wird in die Bezirke eins bis neun, die restlichen Bezirke auf Anfrage. Lieferung 5 Euro. Ab einem Bestellwert von 35 Euro gratis.
Für den jeweiligen Tag werden Bestellungen bis 15 Portionen entgegen genommen, größere Bestellmengen am Vortag.

 

A.J´s

Jetzt wird es gleich einen lauten Aufschrei geben, oder? Ein Burger-Laden als Tipp für einen vegetarischen Lieferdienst?! Ja, ganz bewusst. Erstens liefert A.J´s nur “organic” Burger und zweitens finden sich in der Liste der Burger auch drei wirklich feine vegetarische Versionen. Für einen Burgerladen nicht schlecht! Als Nachspeise gibt es dann noch ein Eis von Ben & Jerry’s, das in diesem Jahr komplett auf Fairtrade-Zutaten umgestellt wird.

www.ajsamericandiner.com
Mo – Sa 17.00 – 23.30 Uhr, So und Feiertag 11.00 – 23.30 Uhr
Mindestbestellung: 15 Euro (Zustellbezirke 1010, 1020, 1040, 1050, 1060, 1070, 1080, 1090, 1160, 1170, 1180, 1190)

 

Ich weiß, ich weiß, The bird’s new nest hat auch viele LeserInnen aus Deutschland und der Schweiz. Aber die Übersicht für die österreichische Seite ist jetzt einmal ein Anfang – wer Beispiele aus den Nachbarländern (und natürlich weitere aus Österreich) hat, immer her damit! Wir freuen uns auf Input und Feedback.

Guten Appetit!

Über den Autor

Doris ist Schreibende, Reisende mit Basis in Wien und vor allem eine, die nicht still sitzen kann. Am liebsten schreibt sie inspirierende, mutmachende Geschichten von unterwegs oder daheim. Dabei geht es ihr um Menschen, die die Welt nicht nur entdecken, sondern in ihr auch positive Spuren hinterlassen.

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16 Comments on “Die neuen Lieferdienste: Veganes, vegetarisches, faires Essen frei Haus

  • Im 14.Bezirk gibt es jetzt neu Soy-Creative Restaurant
    Die haben auch einen Lieferdienst dabei. Es gibt eine große Auswahl an veganem Essen (auch Veganes Mango Huhn und solche Sachen z.B.), vegetarischem Essen und auch Fleisch. Es gibt aber wie gesagt eine riesen Auswahl an veganem Essen und auch tolle Säfte!

    Außerdem haben sie unter der Woche Mittagsmenü und da gibt es auch immer tolle vegane Gerichte dabei – sind auch gut gekennzeichnet, dass man sich auskennt und das Personal ist sehr nett!

    Reply
    • Hallo Astrid!

      Ich arbeite in Strebersdorf. Da bin ich auch am besten versorgt, wenn ich mir mein Essen selbst mitbringe. ABER es gibt einen Lieferdienst, der mindestens ein veganes Gericht pro Tag hat. Viennafood nennt sich der. Es ist zwar bestimmt nicht alles bio und man muss am Vortag bis 12:00 bestellen, aber das ist schon mal ein Anfang. Und Akakiko hat ganz tolles veganes Sushi (das rettet mich immer wieder vor dem drohenden Hungertod ;))

      LG Nadine

      Reply
    • Ich arbeite in Strebersdorf. Da bin ich auch am besten versorgt, wenn ich mir mein Essen selbst mitbringe. Viennafood hat aber mindestens ein veganes Gericht pro Tag im Angebot. Das ist zwar nicht bio und man muss am Vortag bis spätestens 12:00 bestellen, aber besser als nix. Und Akakiko hat super vegane Sushis. Die retten mich immer wieder vorm Hungertod 😉
      LG Nadine

      Reply
    • Hi Astrid, ja, es stimmt, die Meisten beziehen sich noch auf die Bezirke 1 – 9, aber ich denke, dass sich das ändert… langsam, aber stetig! Angebot wird schließlich durch Nachfrage bestimmt! Lg Doris

      Reply

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