Der Brombeer-Balkon: Gut geschichtet.

Thursday 20th, February 2014 / 21:23 von
Der Brombeer-Balkon: Gut geschichtet.Bild: Darwin Bell, "open onion" / piqs.de Some rights reserved.

Mitteleuropa hat das Zwiebelwetter gepachtet. Morgens ist es kalt, zwischendurch warm, später wieder kalt oder warm. Ab und zu regnet es ein wenig, dann scheint wieder die Sonne. Okay, dem Wetterbericht habe ich noch nie wirklich vertraut. Ich habe mir sogar schon einmal halbernst überlegt ins Meteorologie-Studium hineinzuschnuppern. Ist es tatsächlich so schwierig, richtige Prognosen zu erstellen? Worauf muss dabei alles geachtet werden? Eigentlich weiß niemand Bescheid, aber es hagelt Beschwerden. Ich nehme mich dabei selbst nicht aus.

Aber zurück zum Zwiebelwetter. Fühlt ihr euch nicht auch wie eine Topfpflanze, wenn ihr vor die Tür geht? Genaugenommen, wie eine Topf-Balkon-Pflanze? Gut geschichtet?
* Zuerst kommt hoffentlich Unterwäsche.
* Anschließend eine zweite Schicht Kleidung für “unten drunter”, zum Beispiel Strumpfhosen, Unterhemden, Socken…
* Schließlich die erste Außenschicht: Eine Hose oder ein Rock, ein Shirt.
* Dann noch ein Pullover oder eine Weste.
* Und am Schluss die Jacke.
In der Früh fühlt sich diese Zwiebel wohlig warm an, nachmittags fürchtet man, gebraten zu werden. Aber dafür ist man schließlich gut geschichtet. In umgekehrter Reihenfolge kann die Kleidung wieder abgelegt werden. Nicht völlig.

Eine Balkonpflanze kennt das auch. Ein Topf bietet einfach nicht die gleichen Möglichkeiten und Voraussetzungen wie der direkte Erdboden. Selbst in Luxustöpfen muss der Inhalt gut geschichtet angelegt werden.
* Die erste und unterste Schicht besteht aus Steinen, Tonscherben, Kiesel, Leca-Kugeln usw. Wir haben ausschließlich eine acht bis zehn cm hohe Schicht aus Leca-Kugeln verwendet.
* Über diese erste Schicht wird dann Vlies gebreitet.
* Nun ist erst die Erde an der Reihe. Wenn eine Pflanze neu eingesetzt wird, oder auch zwischendurch um Nährstoffe zuzuführen, wird unter die Erde Dünger gemischt.
* Wichtig ist natürlich, dass unten im Topf ein bis zwei Löcher sind. Von diesen Löchern führt ein Schlauch durch die gesamte erste Schicht senkrecht nach oben bis zur Vliesdecke.

Die Pflanzen können diese Schichten nicht abwerfen, sollte es ihnen zu warm werden. Allerdings würde etwas falsch laufen, wenn es ihnen damit zu heiß wäre. Ihre Schichten wollen nämlich nicht wärmen, sondern vielmehr das Wasser im Topf regulieren. Regnet es einige Zeit, sorgen sie dafür, dass das Wasser nicht bis oben hin im Topf steht und die Erde ersäuft. Das Wasser sammelt sich unten bei den Steinchen an und tränkt das Vlies. Die Menge, die darüber hinaus geht, kann durch die Röhren abrinnen. So hat die Erde oberhalb die Möglichkeit immer wieder zu trocknen. Pflanzen, die besonders viel Feuchtigkeit brauchen, können – falls notwendig – das Vlies mit ihrem Wurzelwerk durchstoßen.

Das klingt doch viel sinnvoller, als unsere Zwiebelschicht, oder?

Über den Autor

Bei Elisabeth aus Wien hat das Handarbeiten die Fotografie fast verdrängt und so vergeht kaum mehr ein Tag ohne Wolle in ihrem Leben. Bei The bird's new nest erzählt sie unter anderem von ihrem Eigenanbau am Balkon. Was sie mit ihrer Wolle anstellt, gibt es auch hier zu sehen: libminna

Alle Artikel von Elisabeth J.

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