Cooktown – Oder wie man das Pferd von hinten aufzäumt

Wednesday 19th, August 2015 / 21:18 von
Cooktown – Oder wie man das Pferd von hinten aufzäumtAlle Bilder: Bernhard Reichel

Vegane Lokale und innovative Start-ups schießen momentan ja förmlich wie Schwammerl aus dem Boden. Erfreulicherweise, denn so wächst auch die Auswahl an gesunden Lokalen, die nicht einer großen Kette angehören. Vorwiegend findet man solche Lokale noch in Großstädten, aber der Trend dehnt sich aus und so habe ich vor kurzem ein tolles Lokal nur ein Stück außerhalb von Wien entdeckt.

Seit dem Frühjahr 2015 gibt es das Cooktown am Hauptplatz in Korneuburg. Hier werden mit viel Herzblut täglich frische Speisen zubereitet. Dabei wird vor allem auf Nachhaltigkeit und biologische Produkte geachtet. “Wir schaffen es, etwa 80 bis 90 Prozent unserer Zutaten biologisch einzukaufen und bemühen uns mit regionalen Bauern zusammenzuarbeiten. Leider bekommen wir aber noch nicht alles in der Menge, die wir benötigen.”, erklärt mir Thomas Vitzthum, der gemeinsam mit seiner Frau das Cooktown betreibt. Zum Gedanken der Nachhaltigkeit gehört aber auch das tägliche Bemühen, nur die Menge an Lebensmittel zu verarbeiten, die auch am selben Tag verzehrt werden.

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Im Cooktown stehen täglich zwei Hauptgerichte auf dem Speiseplan. Neben einem Fleischgericht wird immer auch eine fleischlose Speise angeboten, die größtenteils sogar vegan zubereitet wird. Außerdem gibt es täglich eine – ebenfalls oft vegane – Suppe und frische Salate wie etwa einen Getreide- oder Couscous-Salat. Wer danach noch nicht satt ist, kann sich an dem wechselnden Nachspeisenangebot bedienen. Hier findet man auch immer wieder etwas für sich, wenn man so manches nicht essen darf oder möchte, wie zum Beispiel vegane, glutenfreie Brownies.

Mich hat natürlich auch interessiert wie es denn überhaupt zu der Idee gekommen ist, das Cooktown zu eröffnen. “Gastronomie hat mich immer schon fasziniert, aber leider hat es damals mit der Hotelfachschule nicht geklappt.”, erfahre ich von Thomas. So hat er zunächst lange als Krankenpfleger gearbeitet und auch eine Zeit lang auf wien.at eine Kolumne verfasst. Die Leidenschaft zum Kochen hat ihn aber nie so recht losgelassen. Also hat er sich schließlich entschlossen doch noch eine Gastronomieausbildung zu machen und sein eigenes Lokal zu eröffnen. Seine Frau war bis jetzt als Kindergartenpädagogin tätig, steht mittlerweile aber auch voll mit im Lokal.

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“Privat verzichten wir auf Fleisch, sowohl aus gesundheitlichen, als auch aus ethischen Gründen und wir versuchen auch unserem Sohn beizubringen woher sein Essen stammt.” So wollten die Beiden ein Lokal eröffnen, dass gesunde Alternativen bietet und in denen Menschen auch einmal Neues ausprobieren können und sich vielleicht auch öfter an fleischlose Kost wagen. Ein Fleischgericht steht dennoch jeden Tag auf dem Speiseplan, da die Nachfrage hier einfach noch zu groß ist.

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Um sein Essen zu genießen kann man entweder in dem netten kleinen Lokal an einem der vier Tische Platz nehmen, wo man sehr herzlich umsorgt wird. Eine Kanne Leitungswasser wird hier wie selbstverständlich am Tisch platziert. Bei schönem Wetter kann man auch im kleinen Schanigarten vor dem Lokal Sonne tanken.

Nachdem sich momentan ein Lieferservice im Probelauf befindet und der Großteil der Kunden ihr Essen mit nach Hause oder an den Arbeitsplatz nimmt, wurde auch bei der Wahl der Verpackungen überlegt, wie man Umwelt und Gesundheit so wenig wie möglich schädigt. Suppen und Hauptgerichte werden also in Zuckerrohrschalen abgefüllt, das Ganze kann dann in Papiertragetaschen transportiert werden. Lediglich die Salatschälchen sind noch aus Kunststoff.

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Zum Schluss unseres Gesprächs kommt Thomas aber noch einmal ins Schwärmen, denn neben biologischen Fruchtsäften, Kaffee und Getränken wie Fritz-Kola gibt es auch Bier im Cooktown. “In Zukunft möchte ich auch öfter Events veranstalten und immer wieder Bierverkostungen machen, denn Craft Beer ist mein absolutes Steckenpferd.”

Mich hat das Cooktown jedenfalls überzeugt. Preis-Leistung stimmt und ich kann mein Essen immer mit gutem Gewissen genießen. Genauso wie ich meinen Mann zu Hause gut versorgt weiß, wenn der Kühlschrank wieder einmal nichts Passendes hergibt. Schon jetzt bietet das Cooktown für alle möglichen Geschmäcker etwas, aber in meinem Interview habe ich schon herausgehört, dass es an Ideen für die Zukunft nicht mangelt. „Wir haben zuerst das Lokal eröffnet und arbeiten uns jetzt Idee für Idee vorwärts. Wir zäumen eben das Pferd von hinten auf.“

Wenn ihr nun neugierig geworden seid, so könnt ihr unter cooktown.bio schon etwas gustieren oder ihr lasst euer Like auf der Facebook-Seite und bleibt so auf dem Laufenden. Am besten ist aber, ihr stattet dem Cooktown einfach einen Besuch in der Bisambergerstraße 1 in Korneuburg ab und kostet euch selbst durch das Angebot.

Über den Autor

Tanja lebt gemeinsam mit ihrem Freund etwas außerhalb von Wien. Sie liebt Tiere und ihre Küche, versucht bewusst zu leben, immer weniger Müll zu produzieren und dem Konsumwahn aus dem Weg zu gehen. Sie findet, weniger ist oft mehr und macht glücklicher.

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