Brot einfach selber backen

Tuesday 25th, February 2014 / 22:25 von
Brot einfach selber backenBild: Eli

Während meiner basischen Woche – mehr über meine ersten Erfahrungen mit basischer Ernährung könnt ihr in diesem Artikel lesen – habe ich überhaupt kein Brot gegessen. Das ist mir zuerst als unglaublich schwierig erschienen, dieser Verzicht auf etwas, das ich gerne esse. Ob mit verschiedensten veganen Aufstrichen oder zu Salat – Brot ist einfach perfekt um satt zu werden. Im Laufe des Kein-Brot-Essens träumte ich bisweilen von frisch gebackenem Brot, doch wo bekommt man heutzutage noch so ein richtig leckeres Vollkornbrot?

In den meisten Supermärkten und Filial-Bäckereien sind die Brote und Semmeln maximal frisch im Backautomaten auf- beziehungsweise fertig gebacken, die Teiglinge werden zugeliefert. Damit die Backwaren auf dem Weg frisch bleiben, werden Zusatzstoffe benötigt. Die Industriebäckerei verwendet Enzyme, die den Teig lockerer und die Kruste knuspriger machen, Emulgatoren binden das Wasser im Teig und verhindern, dass das Brot austrocknet. Auch einige der sogenannten Handwerksbäcker greifen auf Teiglinge und Fertigbackmischungen zurück um Zeit zu sparen, gleichbleibende Qualität garantieren zu können und das Sortiment zu erweitern. Im Regelfall stecken in Backwaren vom Handwerksbäcker noch mindestens fünf Zusatzstoffe. Dieser Artikel in der Zeit beschreibt die Problematik.

Wem bei solchen Informationen das Brot im Hals stecken bleibt, der kann zu einer echten Bäckerei seines Vertrauens gehen. Die Hofpfisterei in Bayern zum Beispiel bäckt ohne Zusatzstoffe. Alternativ kann man sein gewünschtes Brot auch selber backen. Das wollte ich ausprobieren – ohne fertige Brot-Backmischung. Also machte ich mich auf die Suche nach einem passenden, das heißt einfachen und schnellen Rezept für den Anfang meiner Hobby-Bäcker-Karriere. Die Grund-Anleitung habe ich dann mit Körnern verfeinert und kann euch dieses Brot nur weiterempfehlen.

Zutaten

500g Weizenvollkornmehl
500ml lauwarmes Wasser
1 Packung Trockenhefe oder frische Hefe
Körner nach Belieben, ich mag zum Beispiel 60g Sesamkörner, 60g Sonnenblumenkörner und 60g Leinsamen oder ein paar Hanfkörner (diese bleiben knackig, also besser nicht zu viele verwenden)
1 TL Salz
Falls ihr eine dunklere Farbe wünscht, einfach etwas Carob-Pulver dazugeben – die meisten Back-Brote haben Malz oder ähnliches um das Brot dunkler zu machen, damit es vollkörniger aussieht (Ich verwende Carob-Pulver der Marke Biovegan, das gibt es zum Beispiel von Alnatura)
Etwas Öl für die Kastenform

Anleitung

In einer Schüssel das Weizenvollkornmehl mit der Trockenhefe, dem Salz und den Körnern vermischen, dann das lauwarme Wasser dazu gießen. Der pragmatische Ansatz für abwasch-faule Menschen wie mich empfiehlt, alle Zutaten mit einer Gabel gut zu verrühren; für eine feinere Arbeitsweise kann auch ein Mixer, eine Küchenmaschine oder ähnliches verwendet werden. Anschließend die Schüssel mit einem Küchentuch abgedeckt auf die Heizung stellen oder einfach im warmen Raum stehen lassen – hier reichen ungefähr 15 Minuten, der Teig sollte etwas aufgehen. Zwischenzeitlich eine Kastenform mit Öl ausstreichen – ich gebe etwas Sonnenblumenöl auf ein Stück Küchenrolle und trage es innen auf die Form auf, so wird nur eine sehr kleine Menge Öl benötigt. Den Teig in die Form geben und ab ins kalte – jawohl, hier wird Energie gespart – Backrohr. Den Herd auf 200°C aufdrehen und schon während der Ofen warm wird, beginnt die Hefe zu wirken und das Brot wächst etwas. Faszinierend anzusehen – diejenigen, die in den Herd hineinschauen können, dürfen sich freuen! Das Brot benötigt ungefähr 60 Minuten Backzeit – also von der Zeit an gerechnet zu der ihr die Kastenform in den kalten Herd gebt.

Für die Hungrigen unter euch: Nicht zu früh herausnehmen, selbst wenn es schon so lecker duftet und man nicht erwarten kann, hineinzubeißen. Mich hat die Ungeduld beim ersten Backversuch gestraft, ich habe das Brot zu früh herausgeholt und nicht gewartet bis es etwas abkühlt und es war innen noch etwas klebrig. Dem Geschmack hat es zum Glück nicht geschadet. Schon der zweite Versuch war perfekt, mit schön knuspriger Kruste – ein Brot-Traum! Mmmmh!

Euphorisiert vom Back-Erfolg und fast schon etwas übermütig, habe ich dann das nächste Mal beim Alnatura Markt statt des Weizenvollkornmehls ein Roggenvollkornmehl gekauft. Nach dem Motto: Mal was anderes ausprobieren, wird doch keinen großen Unterschied machen. Meiner Geistesgegenwart habe ich es zu verdanken, dass ich nochmals gegoogelt habe, ob man Weizen und Roggen austauschen kann. Antwort: Leider nein! Um aus Roggenmehl ein Brot zu backen, benötigt man nicht nur Hefe, sondern Sauerteig. Wieder ein Fremdwort für mich als Novizin in der hohen Kunst des Brotbackens.

Nach dem Lesen einiger Hobbybäcker-Blogs bin ich jetzt eine theoretische Fachfrau, wie es in der Praxis aussieht berichte ich in der Fortsetzung “Eli bäckt Roggenbrot“. Momentan blubbert und gärt – der Geruch erinnert an die Brauereien hier in München! – mein erster selbst angesetzter Sauerteig schon munter vor sich hin, vielleicht geht es morgen schon ans Backen – ich kann es kaum mehr erwarten!

Über den Autor

Eli ist gebürtige Österreicherin und lebt seit sechs Jahren mit ihrem Freund CJ in München. Ihre großen Leidenschaften sind das vegane Kochen und Backen sowie Sport und Reisen.

Alle Artikel von Eli

5 Comments on “Brot einfach selber backen

  • Huhuuu 🙂

    Ich habe bis jetzt noch nie Brot selbst gebacken. Da ich aber immer wieder von den Bäckereiprodukten enttäuscht werde, wäre dies mal eine Überlegung wert. Ich denke es ist kein grosser Aufwand denn backen tut es sich ja im Prinzip alleine. Vielen Dank für das Rezept 🙂

    LG Steffi

    Reply
  • Griaßti Eli,
    ich habe das Brotrezept von dir vor einem Jahr gefunden und mittlerweile habe ich dein Brot wohl an die 40x gebacken 🙂 und auch andere zum nachmachen animiert, weil ich davon so begeistert bin.
    Liebe Grüße aus der Steiermark, Alexandra

    Reply
  • Michael von Paru

    Wichtig finde ich ist es Sauerteig und Hefe selber zu machen
    Für Hefe einfach ein großes Gefäß mit Wasser nehmen (Gurkenglas) dort 3-4 EL ungeschwefelte Rosinen 1 tl Honig und Zucker rein tun und verschlossen an einen warmen Ort stellen 2-3 mal am Tag schütteln und da nach kurz den Deckel leicht öffnen das der Überdruck raus kann und hören ob es zischt/sprudelt … tut es das nicht mehr ist die Hefe fertig (2-7 tage)

    Für Sauerteig-Erstansatz einfach so viel Mehl (Vollkorn) mit Wasser vermischen das ein zähflüssiger Teig entsteht und diesen 5-7 Tage bei Zimmertemperatur mit einen Tuch abgedeckt stehen lassen und 2 mal am Tag durch rühren – Sauerteig ist fertig wenn er Sauer und Hefig riecht und kann dann benutzt werden bis auf ein kleiner (~150g) Rest

    Da nach führt man den in 3 Stufen â 8 Std und gibt auf den Rest je Stufe 100g und 100ml Wasser (etwa… zu Anfang mehr Wasser dann wirds mehr Mehl damit er zum Ende eine etwas festere Konsistenz hat) und stellt Ihn in den ersten 8 std in einen Raum mit Schlafzimmertemperatur dann 8 Std in einen normaltemperierten und dann 8 std an einen warmen Platz (Heizungsraum o.ä. )

    Wer mehr Treibkraft im Sauerteig mag kann da zu beginn der 3 Stufen 1 Tl Honig zugeben

    Reply
  • Cool, ich bin auch großer Fan vom Brot backen – da weiß man wenigstens, was drin ist. 🙂 Bin auf dein Roggenbrot-Experiment gespannt. Ich hab bisher nur mit Weizen- oder Dinkelmehl gebacken.

    Reply

Kommentar verfassen

Suche

The bird’s new nest auf…

Give-Away.

Give-Away.

Newsletter.

Hier kannst du dich für den wöchentlichen Newsletter von The bird's new nest anmelden:

Schon gelesen?

  • RINGANA BräunungsaktivatorRINGANA Bräunungsaktivator
    RINGANA, das österreichische Frischekosmetik-Unternehmen, ist unter anderem für seine Produktinnovationen bekannt. Als ich mir das Sortiment von …

Ads.

Blogheim.at Logo